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 … So when the music’s over … So when the music’s over When the music’s over, yeah When the music’s over Turn out the lights Turn out the lights Turn out the lights Well, the music is your special friend Dance on fire as it intends Music is your only friend Until the end Until the end Until the end  (The Doors / Strange Days) Bei jeder Reise, jeder Rückkehr nach Mississippi kommt sie zurück:  die Wehmut, die Erinnerung an einen einzigartigen Bluesmusiker, an L.C.Ulmer. Meine erste Begegnung mit L.C.UlmerRead More
Bevor alle Namen verschwinden, ist es schön am Nebelort In ihrem Romandebüt „Ben“, das 2010 im feinen kookbooks-Verlag das Licht der Welt erblickte, erzählte Annika Scheffel auf sehr unkonventionelle Weise von einem Paar, dessen Schicksale auf seltsame, magische Weise miteinander verwoben sind, von zwei Menschen, die von höheren Mächten als dem eigenen Willen füreinander bestimmt sind. Held des Romans ist Benvolio Antonio Olivio Julio Toto Meo Ho, der auf dem Weg zu seiner großen Liebe märchenhafte Abenteuer bestehen muss und hierbei nach und nach die ihm von seinen Eltern gegebenenRead More
Eine Ballade über Gemeinschaft, Wurzeln, Tradition und Moderne, Liebe und Verlust Ein Fluss namens „Long Man“ und eine Mutter im aussichtlosen Kampf gegen die Zeit stehen im Zentrum dieses zweiten Romans von Amy Greene.  Long Man (übersetzt aus der Sprache der indigenen Bevölkerung) fließt seit Urzeiten durch East Tennessee, hat seine Ufern fruchtbar gemacht und den Menschen seit jeher als Transportweg für ihre Waren gedient. In den 1930ern lebten die Einwohner im Herzen Appalachias noch weitgehend ohne Strom. Die Tennessee Valley Authority machte es sich daher zur Aufgabe, diesen ZustandRead More
NUTOPIA New York, 1973 John Lennon, der Sänger der Beatles, lernt Yoko Ono 1966 in London anlässlich einer Ausstellung der japanischen Künstlerin und Menschen­rechtsaktivistin kennen. Für die Performance Bed-Ins for Peace verbringt das Paar 1969 aus Protest gegen den Vietnamkrieg eine Woche im Bett. 1973 verkünden Ono und Lennon in einer Pressekonfe­renz die Gründung des Kon­zept­Landes Nutopia. Ihre Wohnung im New Yorker Dakota Building erklären sie zur „Nutopischen Botschaft“. Beim Betreten dieses Gebäu­des wird Lennon einige Jahre später von einem Bewunderer, dem er wenige Stunden zuvor noch ein Autogramm gegeben hatte, erschossen.Read More
 „Emma oder das Ende der Welt“ Wie lebt man weiter, wenn das Schlimmste geschehen ist? Constanze Matthes über ein Buch des norwegischen Autors und Musikers Ketil Bjørnstad. Der Roman beginnt mit einer Tragödie, einem schmerzvollen wie unfassbaren Verlust, den Eltern nie erfahren sollten. Emma, die neunjährige Tochter von Aslak Timbereid und seiner Frau Hanne, stirbt nach einem Flugzeugunglück – als einziges Opfer. Zu Beginn von Vorahnungen gequält, sucht der Vater gemeinsam mit der Mutter seines Kindes nach einem Schuldigen des Unglücks. Der neue Roman „Emma oder das Ende der Welt“ desRead More
»Mein Name ist Sa. Ich bin deine Frau.«  Der September kam und ging. Der Oktober ging, und die Santa-Ana-Winde kamen. Sie rauschten mit der Wucht der Autos auf dem Freeway in östlicher Richtung von den Bergen herunter und knickten die Halme des Papyrus um, den Mrs. Khanh in Keramiktöpfe neben dem Spalier gepflanzt hatte. Sie erlaubte dem Professor jetzt nicht mehr, seine nachmittäglichen Spaziergänge alleine zu unternehmen. Stattdessen folgte sie ihm diskret im Abstand von fünf, sechs Metern, wobei sie sich wegen des Windes den Hut auf den Kopf drückte.Read More
  Allegorese I Gründonnerstag Überfischte Meere Vermüllte Strände Karfreitag Millionen Kinder Ohne Schule, Millionen auf der Flucht, Getötet, versklavt: Eines liegt am Strand, Die Welt geht Vorüber und interessiert. Ostersamstag Volle Gräber, Weinende Frauen. Den letzten Fisch, Das letzte Boot Wir teilen. II In der tiefsten Tiefsee Zwei Gerippe, Ineinander verfugt: Das eine Von einem Wal, Von einem Menschen Das andere: Verstehe Dies Gleichnis! Elegie colt und ständer, ständer und colt: dollars, noch feucht vom blute der toten indianer, sklaven und … (werbepause:peng, peng, peng!) … schüler, schülerinnen, lehrerinnen undRead More
Dies Haus des Kummers Helen Garner macht in ihrem Gerichtsroman „Drei Söhne“ ihre Leser zu Angehörigen einer von Trauer geschlagenen Familie. Eine Kurzrezension von Alf Mayer – und dann Helen Garner selbst in einem Textauszug. „Ich sah es in den Nachrichten. Nacht. Gebüsch. Wasser, verschwommene Lichter, ein Hubschrauber. Männer mit Warnwesten und Schutzhelmen. Hier war etwas Schlimmes passiert. Etwas Fürchterliches: Lieber Gott, lass es einen Unfall gewesen sein.“ Das notiert die Australierin Helen Garner auf Seite zwei ihres True-Crime-Buches „Drei Söhne“ (This House of Grief), einem Meilenstein des Genres. EinRead More

Posted On Dezember 8, 2018By Rolf BarkowskiIn Litmag, Specials, Verlust-Special 2018, Verlust-Special DUE

Der Verlust-Wörter-Blues

Wörter, die man nicht mehr hört Wo sind sie geblieben? „Meine“ vermissten Wörter? Die so gut wie gar nicht mehr auftauchen. Außer in meinem Kopf. Aber sonst? Und sind sie zu Recht verlustig? „ Knicks“  und „ Fräulein“ . Wer braucht den Knicks noch ? Sind ja nicht mehr bei Hofe. Und das ein artiges Mädchen einen Knicks machen soll – undenkbar. Ein verhuschtes „ Fräulein“ ,meist im Zusammenhang mit „ bitte zahlen“, ab und zu taucht es noch auf. Beide Wörter: kein wirklicher Verlust. Schon anders bei „ Backfisch“Read More
Gegengift in Buchform – einige Empfehlungen Kurzkritiken von Borgward Hobermann, Alf Mayer und Thomas Wörtche zu: Volker Angres, Claus-Peter Hutter: Das Verstummen der Natur Sue Black: Alles was bleibt Ayse Bosse, Andreas Klammt: Einfach so weg Christiane Collorio, Michael Krüger (Hg.): The Poet’s Collection Peter Graf: Was nicht mehr im Duden steht & Ungemein eigensinnige Auswahl unbekannter Wortschönheiten aus dem Grimmschen Wörterbuch Ursula Heinzelmann: Vom Käsemachen Justinian Jampol (Hg.): Das DDR-Handbuch Rem Koolhaas: Elements of Architecture Rainer Moritz: Mein Vater, die Dinge und der Tod Rudi Palla: Verschwundene Arbeit Wolfger Pöhlmann: EsRead More

Posted On November 25, 2018By Stella SinatraIn Allgemein, Litmag, Stella Sinatras URknall

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O. auf der Durchreise 1 bild / 100 worte Kam, sah, und flog weiter. Nur wer oder was? Oumuamua, hawaiianisch für „Bote“, war neulich auf Durchreise, benahm sich nicht wie ein Komet, und warf auch sonst Fragen auf, die einige Forscher dazu verleiteten, das Flugobjekt als von Aliens gebautes Sonnensegel einzuordnen – eins jener Sonnensegel, die sich bei Deiner Gartenparty losreißen und dann einfach ins Weltall davonwehen, bis sie 1 Million Jahre später eine kleine Galaxie mit einem blauen Planeten drin erreichen. Observiere und staune. Stanley Martin Lieber ist tot.Read More

Posted On November 4, 2018By Stella SinatraIn Allgemein, Litmag, Stella Sinatras URknall

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Drehn, drehn, drehn 1 bild / 100 worte Drehn, drehn, drehn, drehn, Drehn, drehn, drehn, drehn, Drehn, drehn, Drehn, drehn, Einmal um die Achse drehn. (Think: Sing Sing. Think: Benny Goodman. Think: The Hmm-hmm-hm Sisters) Um die Achse. Wer steht da? Freddy Krueger? O la la. Halloween wird HELLoween wird mach die Augen zu und verschließ die Ohren und stell dich in den Türrahmen wo du das Bild nur noch ein bisschen siehst, nur noch eine Ahnung von  – um die Achse – wer steht da… And everybody! Drehn, drehn,Read More

Posted On November 2, 2018By Stella SinatraIn Allgemein, Litmag, Stella Sinatras URknall

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Rapture oder Monster 1 bild / 100 worte Irgendjemand wird Recht behalten. Irgendjemand wird es immer schon gewusst haben. Es war weiterhin sonnig und warm. Schwer, sich darüber nicht zu freuen. „Sage mir keiner, dass in Genua das Wetter Schuld war“, sprach die Signora. „Da hat doch semplicemente einer ein Stück aus der Brücke genommen! Schade um die vielen Leute.“ In Sardinien, da kommt auch der Oregano her, liegt die Sache anders. Solche Stürme! Think. Think. Think. Think. Think. Entrückung oder Ungeheuer? – Auf bricht die Erde, raus tritt dieRead More

Posted On Oktober 12, 2018By Stella SinatraIn Allgemein, Litmag, Stella Sinatras URknall

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Schmaler Mondsichel 53 1 bild / 100 worte Von der Seite her gesehen, empfielt sich Hochformat. Von der Seite her gesehen, ist Ehrgeiz nicht alles und einiges grün. In a certain light. Wer hätte gedacht, dass der Untergang der uns bekannten Welt sich nicht in Sturm und Regen ankündigt, sondern in dem herrlichsten Herbstwetter, das man sich denken kann. Schreiber: Des „das“ bitte nie mit zwei „s“! Der Mond ein schmaler Sichel. Weiterhin auf der Suche nach „the other side“, break through, break through… Es gibt noch einiges zu entdecken,Read More
Das Herbsträtsel ist eine verschlüsselte Lok. Finden Sie die gesuchte Bahnlinie und gewinnen Sie einen Buchpreis!Read More
Die richtige Lösung eingesandt und einen Buchpreis gewonnen hat Corinna Abshagen aus Mannheim. Herzlichen Glückwunsch!Read More

Posted On September 12, 2018By Stella SinatraIn Allgemein, Litmag, Stella Sinatras URknall

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Astronautin 1 bild / 100 worte Samantha Cristoforetti ist eine ESA-Astronautin, so don’t mess with this italienische Kampfpilotin. Sunita flog lang, doch Samantha flog länger. Aperopopo! Sunita Williams ist eine NASA-Astronautin. Sie führt [derzeit] eine Fernehe. Na und? Immigrants, we get the job done! Auch die Hijra wollen ins Weltall. In Russland heißen Astronautinnen Walentina, und das seit 1963. Поздравляю! Zur chinesischen Taikonautin, 王亚平, lesen wir: hat vermutlich ein Kind, denn nur Mütter dürfen im Reich der Mitte Weltraumfahrer werden. Warum? China schweigt. Und auch [unidentified] fliegt. Wie ein YogiRead More

Posted On August 16, 2018By Stella SinatraIn Allgemein, Litmag, Stella Sinatras URknall

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Margarete und das Lichttheater 1 bild / 100 worte Margarete schaut in den Himmel & sagt: „Ich will heute eine Sternschnuppe sehen & mir etwas wünschen, was, sage ich nicht.“ – Der Himmel ist hell, voller Wolken, noch keinesfalls Nacht. Es ist aber nach 12 Uhr, & S. ruft: „Jetzt können wir wieder anfangen zu trinken!“ – Der Wein heißt „Permestesso“ & ist laut C. acht Jahre alt, „erstaunlich für einen Weißwein, das verleiht ihm die Tiefe.“ – Die ganze Nacht dann Lichttheater, keine Sternschnuppe, soweit uns bekannt, & wasRead More
„Die Welt ist unser aller Haus“ Diesen wunderbaren Satz sagte die Philosophin Frigga Haug. Er stellt so umfassend dar, wie bedeutsam es ist, dass sich unsere Gesellschaft als Gemeinschaft – als Welt-Haus-Gemeinschaft – versteht, weil der Individualisierung natürliche Grenzen gesetzt sind, dass wir  ihn zum Motto unseres Story-Specials gemacht haben. Zuerst möchte ich (Anne Kuhlmeyer, Kuratorin des Specials und Redakteurin bei CULTurMAG) Else Laudan zu Wort kommen lassen, denn sie war es, die uns den Satz weiterschenkte. Lesen Sie dazu ihr Essay „Die Welt ist unser aller Haus“. Kleine undRead More
Bauarbeiten Wenn die Welt unser Haus ist, müssen wir sie wie ein Haus erhalten, Schäden beheben, vorsorgen, Konflikte konstruktiv lösen. Es ist eine Metapher, die Hoffnung, Sorgen und Nöte verdeutlicht. Die Hoffnung, Gesellschaft gemeinsam zu machen, so gerecht und ausgewogen, dass sie für uns alle ein gut bewohnbarer Lebensraum sein könnte: ein Haus für alle. Die Sorge, dass wir Menschen der Welt, unserem Haus, längst irreparable Schäden zugefügt haben durch Raubbau an der Natur. Das Dach ist leck, die Mauern morsch. Was tun? Die Not der Umstände, dass unser HausRead More
Treppen Nebenan im Treppenhaus wohnt diese schöne Transe, mit der ich vor knapp zwanzig Jahren mal auf einer Tanzfläche geknutscht habe. Er ist eine wirklich schöne Transe, so schillernd, wie man sie selten sieht. Er ist fast zwei Meter groß, hat breite Schultern und schmale Hüften, lange Beine und sogar eine Art Taille. Die kurzen Haare sind platinblond gefärbt, sie haben die gleiche Farbe wie seine Perlenketten, er trägt meistens hellgraue Kleider und silberne Schuhe, und seine Hände sind elegant geschnitten wie Frauenhände und gleichzeitig groß und stark wie Männerhände.Read More
Zimmer Hätten wir Ani nicht reingelassen, wäre Sam nicht ertrunken. Zumindest nicht an diesem Tag. Aber realistisch gesehen, hätte Ani auch Zola nie getroffen. Die einen kommen, die anderen gehen. Ob ein Dienstag ein guter Tag fürs Ertrinken ist? Keine Ahnung. Gibt es gute Uhrzeiten? Besser als andere? Kündigungen, Krankheiten, Ertrinken: Gibt keinen guten Tag dafür. Reicht ja, drei Minuten wegzuschauen. Mal darüber nachgedacht, was man alles in drei Minuten betrachten kann? So gesehen … Als Ani mit Sam 2015 über Wien nach München kam — dort am Bahnhof: BürgerRead More

Posted On August 1, 2018By Uta-Maria HeimIn Litmag, Specials, Story-Special 2018

Story: Uta-Maria Heim: Oskars Quartett

Wald Der Quälgeist wohnt im Walde. In einer längst verlassenen Hütte aus alten Köhlerzeiten. Tritt man ein, merkt man nur einen unaustreibbaren Modergeruch, sonst nichts. Kleiner als die kleinste Maus, unsichtbar selbst einem nahe gebrachten Auge, drückt sich der Quälgeist in einen Winkel. Nichts, gar nichts ist zu merken, ruhig rauscht durch das leere Fensterloch der Wald. Wie einsam ist es hier und wie kommt dir das gelegen. Hier im Winkel wirst du schlafen. Warum nicht im Wald, wo frei die Luft geht? Weil du nun schon hier bist, gesichertRead More

Posted On August 1, 2018By Gudrun LerchbaumIn Litmag, Specials, Story-Special 2018

Story: Gudrun Lerchbaum: Wohin

Weg Du bist dann dort weg. Hast es nicht mehr ausgehalten, hast den Rucksack gepackt und bist los. Kannst du nicht machen, haben sie dir nachgerufen. Keiner kann allein. Quer durch die Landschaft bis die Füße nicht mehr tragen und weiter. Die Straße entlang, den Schlaglöchern nach. In Schuppen schlafen. Von Dorf zu Dorf werden die Leute weniger, die dir nachsehen, dich warnen. Da ist nichts mehr, sagen sie.  Weitergehen. Bis niemand sich mehr vor die Tür wagt, bis keine Türen mehr da sind, keine Dächer und die Wände bröckeln.Read More

Posted On August 1, 2018By Gabriele HaefsIn Litmag, Specials, Story-Special 2018

Story: Gabriele Haefs: Mein Haus

  Hotel Mein Haus steht an der niederländischen Nordseeküste, es ist ein altes Hotel mit dem geheimnisvollen Namen Monsmarem. Naja, so geheimnisvoll ist der ja nicht, aber als ich zuerst davorstand und mir vorstellte, dass in diesem Haus einfach jedes Märchen wahr werden könnte, war ich noch sehr klein und die erste Lateinstunde lag weit in der Zukunft. Das Monsmarem ist ein viereckiger Kasten aus den 20er Jahren, aber nur von außen. Von innen ist er verwinkelt, verworren, verwunschen. Mit zehn habe ich mich in den Aufenthaltsraum geschlichen und wussteRead More

Posted On August 1, 2018By Anne GoldmannIn Litmag, News, Specials, Story-Special 2018

Story: Anne Goldmann: Dunkle Ecken

Dach Wenn das Haus fertig ist, sagt Eske, kommt der Tod. Hinter mir fährt die Schaufel knirschend in den Sand, rumpelt die Mischmaschine. Hinter ihr stehen die Söhne auf dem Gerüst vor dem Zubau. Nichts bleibt, wie es ist. Wieder rennen Kinder kreischend den Zaun entlang, der unsere Gärten trennt. Seit Jahren warte ich auf ein Wunder. Ich hasse das dumpfe Dröhnen des Stemmeisens, das ohne Not neue Wunden in die Wände schlägt und sie zum Zittern bringt, das Gebrüll des Bautrockners, den Zementgeruch feuchten Betons. Dann stapeln sich FarbeimerRead More