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Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Tanja Schwarz: Der nächtliche Skater

Vielversprechende Neuentdeckung Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte eine Autorin um die Dreißig keine Chance erhalten, mit einem Erzählband zu debütieren. Zunächst musste ein Roman her, in dessen Kielwasser sich auch Kurzprosa vermarkten ließ.Doch Kurzprosa hat in den letzten Jahren enorm an Renommee und Ansehen bei Lesern und Kritikern gewonnen – nicht zuletzt dank der Wiederentdeckung Raymond Carvers oder (im deutschsprachigen Raum) der Neuentdeckung Judith Hermann. Eine dieser zu entdeckenden Stimmen ist auch die von Tanja Schwarz. Nach dem Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig hat esRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Keith Lowe: Auf ganzer Linie

Top, die Wette gilt „Auf ganzer Linie“ ist ein rasanter und ungemein witziger Roman. Eine Hass-Liebeserklärung an das ebenso marode wie wichtige Londoner Fortbewegungsmittel U-Bahn. Was Männer nicht alles leisten, wenn sie das Wettfieber greift: Da wettet einer im Jahr 1872, die Erde in 80 Tagen umrunden zu können, ein anderer wettet im Jahre 2001, das Londoner U-Bahn-Netz an einem Tag komplett abfahren zu können. Nun gut, die Erdumrundung ist heute ein Klacks, aber die Londoner Underground ist feindliches Terrain für jeden, der es eilig hat. Der 1970 geborene KeithRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Joseph OConnor: Inishowen Blues

Ein brillanter irischer Erzähler Joseph O‘Connor schlägt mit diesem Roman die Brücke von der großen irischen Erzähltradition zu Amerikanern wie John Irving oder Matt Ruff. „Der Gitarrist hieß Rory Gallagher und er kam aus Ballyshannon (…). Die Touristen sahen einander mit missbilligendem Stirnrunzeln an. JEDEN ABEND VOLKSMUSIK. Das stand auf dem Schild im Fenster. Aber das hier war eindeutig keine Volksmusik. Jedenfalls nicht in Donegal.“Was Joseph O‘Connor mit „Inishowen Blues“ vorlegt, ist ebenfalls weit von Folklore entfernt. Die aktuelle Schriftstellergeneration Irlands lässt sich nicht mehr vor den verklärten Trinker-Karren spannen.Read More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Will Self: Wie Tote leben

Nach dem Tod ist vor dem Tod Großartige literarische Abrechnung mit unserer Gesellschaft und ein Heidenspaß für alle, die nicht zu empfindlich sind. Er ist so etwas wie das enfant terrible der britischen Literaturszene. Tabubrüche sind sein Markenzeichen und nichts scheint ihm eklig genug zu sein – dennoch ist Will Self alles andere als ein Trash- oder Underground-Autor, sondern gehört zu den Bestsellern. Er spielt mit literarischen Traditionen, weiß mit Sprache virtuos umzugehen, offenbart trotz seines Hangs zur Provokation eine Menge Feingefühl. Sein neuer Roman „Wie Tote leben“ ist eineRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Frank Schulz: Morbus fonticuli

Communication Breakdown Frank Schulz schafft den Sprung in die erste Garde der deutschsprachigen Literatur. Zehn Jahre ist es nun her, dass mir mit „Kolks blonde Bräute“ der ultimative Kneipen-Roman in die Hände fiel. Bereits mit dem ersten Satz fesselte dieses Erstlingswerk meine Aufmerksamkeit: „Strapse! Schwarze Strapse!!“ hieß es dort und zeigte eine Richtung an, in die es gehen sollte. In die andere Richtung schwenkt der Roman kurz darauf, als die leichtbekleidete Blondine dem überrumpelten Briefträger Kolk ein „guhdgekültiß Bier im Kühlschrang“ in Aussicht stellt. Sex und Saufen sind die beherrschendenRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Stephen Fry: Der Sterne Tennisbälle

Die neuen Leiden des Grafen von M.C. Fry versteht es, Spannung und Witz auf hohem intellektuellen Niveau zu kombinieren. Dieser Mann ist einfach wunderbar. Als Schauspieler in „Oscar Wilde“ oder „Peter‘s Friends“ weiß Stephen Fry ebenso mitzureißen wie als Sprecher der englischen „Harry Potter“-Hörbücher. Seine Kolumnen und seine drei bislang erschienenen Romane sind – ebenso wie seine Autobiographie – Glanzlichter britischen Humors. Fry versteht es, Spannung und Witz auf hohem intellektuellen Niveau zu kombinieren – und genau das führt er auch in seinem neuesten Werk eindrucksvoll vor: Der zunächst seltsamRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht

Zauberhafte Fantasiereise Was für ein Werk! Es ist einfach kaum zu glauben: Vor rund zehn Jahren drängte eine Figur mit dem wohlklingenden Namen „das kleine Arschloch“ auf den Comic-Markt. Walter Moers, der geistige Vater des kleinen Tabubrechers, trat einen – auch durch bayrische Staatsanwaltschaften – nicht zu bremsenden Siegeszug an. Schwer vorstellbar, dass der Schöpfer des „Kleinen Arschlochs“ und des aus der „Sendung mit der Maus“ bekannten „Käpt‘n Blaubär“ ein und die selbe Person sein sollen… Mit dem Roman „Die 13 ½ Leben des Käpt‘n Blaubär“ leitete Moers einen weiterenRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Juri Rytchëu: Der letzte Schamane

Zauber aus dem Eis Der Márquez der Eiswüste hat seine „Hundert Jahre Einsamkeit“ geschrieben… Schon Juri Rytchëus Roman „Teryky“, diese maärchenhafte Liebesgeschichte vom Rand der uns unbekannten Welt, hat sich für immer einen Platz in meinem Herzen erobert. Und auch in den Buchhandlungen haben sich die Romane Rytchëus zu Longsellern entwickelt: Der erste Autor des nur zwölftausend Menschen zählenden Volkes der Tschuktschen hat im Laufe der Jahre ein Vielfaches an Lesern gewinnen können. Er ist die Stimme einer alten Kultur, die zwischen der (früheren) Sowjetunion und den USA zu verschwindenRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Paul Brodowsky: Milch Holz Katzen

Kurze Glanzlichter Mit klaren und dennoch poetischen Bildern entführt Brodowsky in merkwürdige Zwischenwelten, er findet für Ängste und Sehnsüchte ungewohnte und dennoch stimmige Worte. Diese Prosahappen wecken den Appetit auf mehr. Auch Suhrkamp-Autoren werden offenbar immer jünger. Paul Brodowsky, der mit seinem Prosaband „Milch Holz Katzen“ im Regenbogenspektrum der edition Suhrkamp debütiert, ist gerade mal Jahrgang 1980. Er studiert Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und ist Mitherausgeber eines überaus empfehlenswerten Literaturmagazins mit dem schönen Titel „Bella triste“. 45, häufig nur eine halbe Seite umfassende, Prosaminiaturen versammelt der dünne Band.Read More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Ulrike Draesner: Mitgift

Seitenwechsel Ulrike Draesner schafft es, schon auf den ersten Seiten, mit der bloßen Schilderung eines belanglosen Kindergeburtstages die Leser für sich zu gewinnen und Spannung aufzubauen. Und mit welcher fragilen Wucht (sic!) sie Magersucht in Prosa fasst, kann einem schier die Sprache verschlagen. „Bedingungslose Hingabe an ihren Freund ist Aloes Wunsch, aber Lukas, Astronom von Beruf, denkt in intergalaktischen Entfernungen, weniger in alltäglicher Nähe. Auch Aloe, so aufgeklärt sie ist, leidet unter den Heimlichkeiten ihrer Kindheit: Was verbirgt sich hinter der Schönheit ihrer Schwester?“ Mal ehrlich: Hätten Sie das Buch,Read More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Mirko Bonné: Ein langsamer Sturz

Gaaaanz langsaaaam In Bonnés Roman herrscht die gepflegte Langeweile vor. Schade, dass der Autor die vielversprechende Ausgangssituation seiner Geschichte nicht zu nutzen wusste. Mirko Bonné wurde beim diesjährigen Ingeborg Bachmann-Wettbewerb für seine Erzählung „Auszeit“ mit dem Ernst Willner-Preis ausgezeichnet. Doch sein jüngster Roman vermag nicht gänzlich zu überzeugen. Beim Landeanflug auf einen türkischen Flughafen sieht Mario Ries auf dem Nachbarrollfeld ein verunglücktes Propellerflugzeug. In dieser Maschine hätte er sitzen sollen. Was wie der Beginn eines wiedergewonnenen Lebens scheint, ist jedoch nicht mehr als eine Station auf dem Weg nach unten,Read More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Frank Goosen: Pokorny lacht

Ansichten eines Clowns In seinem zweiten Roman kann Frank Goosen mühelos die hohen Erwartungen erfüllen, die sein erfolgreicher Erstling „Liegen lernen“ geweckt hat. Wieder einmal gelingt ihm die feine Balance zwischen Tragödie und Komödie mit einer Leichtigkeit, die im deutschen Sprachraum eher selten ist. Nachdem „Liegen lernen“ über weite Strecken an Figuren aus seinen Bühnenprogrammen angelehnt war, durfte man nun gespannt sein, wie sich Goosen vom Kabarett löst und auf dem weiten Feld der Fiktion bewährt. Eine definitive Antwort auf diese Frage bleibt jedoch auch der zweite Roman schuldig, dennRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Markus Orths: Lehrerzimmer

Kafka und Bernhard auf Klassenfahrt Markus Orths hat sich mit diesem Roman sowohl eine Eins verdient als auch einen Eintrag ins Klassenbuch wegen Störens. Dass ein junger Autor innerhalb kürzester Zeit mit gleich drei Büchern in das Programm eines renommierten Verlags aufgenommen wird, kommt nicht allzu häufig vor – allerhöchstens vielleicht im Umfeld der so genannten Pop-Literatur, die nicht zuletzt weitestgehend von ihrer Aktualität und ihrem Wiedererkennungswert lebt. Doch der in Karlsruhe lebende Markus Orths kann kaum dieser Gruppe zugerechnet werden. Nach dem Erzählungsband Wer geht wo hinterm Sarg? (2001)Read More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Peter Weber: Bahnhofsprosa

Magische Reise Webers Prosa glänzt mit ungewöhnlichen Bildern, erschafft eine magische Stimmung. Peter Weber, Jahrgang 68, nimmt uns in „Bahnhofsprosa“ auf eine zutiefst verstörende, magische Reise mit. Ausgangsort dieser Reise in 24 Prosa-Etappen ist eine prächtige Bahnhofshalle. Hier sitzt der Erzähler im „üppig aufwachsenden Gerede, das (…) die Decke entlangufert“. Er fühlt sich an die Sixtinische Kapelle erinnert, an eine nahezu heilige Stimmung, die vom sinnentleerten Gebrabbel der Massen gestört wird. Doch die „Stille in der Sixtinischen Kapelle ist heilig, während vollkommene Stille in der Bahnhofshalle heillos ist“. Der ErzählerRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Michael Kimball: Eine Familie verschwindet

Tragisches Roadmovie Was für eine großartige Geschichte! Ein kleiner Junge erzählt, wie seine Familie nach dem Tod des Babys das geordnete Kleinstadtleben hinter sich lässt und mit dem Wohnmobil eine Odyssee durch die USA antritt. Sie brechen dabei sämtliche Brücken hinter sich ab; die Möbel, das Haus werden zu Geld gemacht, die Wiege des kleinen Bruders und andere Babysachen reichen für die erste Teilstrecke. Nach und nach versetzt die Familie Schmuck, Spielzeug, Kleidung und sogar Autoteile. Mit jedem gefahrenen Kilometer lässt man Erinnerungen hinter sich, das Medaillon der Schwester, dasRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Leander Scholz: Windbraut

Schmerzhafte Liebe Im letzten Jahr erregte der 1969 geborene Leander Scholz Aufsehen mit seinem Roman „Rosenfest“, in dem er den Tabubruch beging, die Geschichte von Andreas Baader und Gudrun Ensslin als Liebesgeschichte zu erzählen. Zwar haben die 68er im vergangenen Jahr in Literatur und Film eine ungeahnte Renaissance erlebt, doch durfte sich jemand dieses Themas annehmen, der die Zeit nicht selbst erlebt hat? Nun ist Scholz in der Gegenwart angelangt – oder zumindest in den Neunzigern. Held seines neuen Romans ist Lenz, vierundzwanzig und ein Jahr alt. Vor einem JahrRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Siri Hustvedt: Was ich liebte

Porträt des Künstlers als alter Mann Wer nach einer Crime-Story Ausschau hält, ist mit diesem Roman schlecht bedient. Für Was ich liebte muss man sich Zeit nehmen wie etwa auch für die Romane von James Salter. Man wird belohnt mit kunstvollen Porträts, die sich zu einem Museum der menschlichen Psyche zusammenfügen. Und in dessen Ausstellungssälen lässt sich stundenlang lustwandeln, ohne dass man sich an den Werken satt sähe. Es kann eine Last sein, wenn Lebens- oder Ehepartner in denselben Gewässern fischen. So wurden die Bücher von Siri Hustvedt zunächst rechtRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Jamie ONeill: Im Meer, zwei Jungen.

Wilde’s, zerrissenes Irland Wenn ein irischer Autor seinen Roman At Swim, two Boys nennt, so kann er sich der Aufmerksamkeit vieler gewiss sein. So weckte dieser Roman bei unserem letzten Irland-Aufenthalt bereits unser Interesse – aber 700 Seiten in der Originalsprache, das braucht – seien wir ehrlich – schon ein bisschen mehr Zeit als uns so bleibt. Nun liegt der Roman auf Deutsch vor und der routinierte Übersetzer Hans-Christian Oeser hat es vermieden, auch im deutschen Titel die Nähe zu Flann O’Brien zu suchen. Und diese Entscheidung ist richtig, dennRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Axel Marquardt: Anselm im Glück

Ein furioser Sommerspaß Marquardts Ideenreichtum ist atemberaubend, seine Prosa so berauschend wie die Unmengen Whisky, die Anselm allabendlich in sich hineinschüttet. Anselm im Glück ist DIE Frühsommerlektüre schlechthin. „Des Morgens, wenn ich früh aufsteh / dann tut mir meine Birne weh …“ – wer diese richtungsweisenden Zeilen einst reimte, hat Maßstäbe gesetzt in der komischen Lyrik, vor allem aber in der hochkomischen Kurzprosa. Axel Marquardt, als Lyriker auch unter dem Namen Axel Maria Marquardt bekannt, hatte Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre eine verlegerische Heimat im Haffmans Verlag gefunden,Read More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Gilbert Adair: Träumer

Böses Erwachen Gilbert Adairs jetzt von Bernardo Bertolucci verfilmter erster Roman erzählt eine mitreißende Dreiecksgeschichte im 68er Paris . Blindband, die subtile Rachegeschichte um einen blinden Autor und dessen Gehilfen, brachte den Engländer Gilbert Adair bis ins „Literarische Quartett“ und somit in die Bestsellerlisten. Lange halten konnte er sich auf dieser Position nicht – zu Unrecht. Adair hat mit seinen Romanen wie Der Tod des Autors, Liebestod auf Long Island oder Der Schlüssel zum Turm schon ansehnliche Veröffentlichungen im deutschsprachigen Raum vorgelegt – und mit der Übertragung des „e“-losen RomansRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Véronique Olmi: Nummer sechs

Schicksal und Geschichte Die französische Dramatikerin Véronique Olmi will in dem schmalen Prosawerk Nummer sechs zu viel – trotz beeindruckender lyrischer Intermezzi bleibt ihre Geschichte blass. In Meeresrand, der ersten Erzählung Véronique Olmis, steht eine tragische, ausweglose Reise ans Meer im Mittelpunkt – und auch das zweite Prosawerk der französischen Dramatikerin setzt mit einer nur scheinbar idyllischen Strandszene ein: Die Familie Delbast macht, wie jedes Jahr, mit allen sechs Kindern Urlaub an der See. Doch als man beschließt, ein Familienfoto zu machen, fällt auf, dass die Jüngste, Fanny, verschwunden ist.Read More
Good Will hunted Mit leichter Hand erzählt Mark Haddon eine tragische Geschichte und fühlt sich auf ganz erstaunliche Weise in das Innenleben eines Autisten ein. Wenn Erwachsene sich in die Erzählperspektive von Kindern und Jugendlichen hineinversetzen, geht das nicht selten schief. Entsprechen diese Kinder dann auch noch nicht den gängigen Klischees, sondern sind verhaltensauffällig oder behindert, so sind die zu umschiffenden Peinlichkeiten und Fettnäpfchen Legion. Da kann es helfen, wenn der Autor nicht aus der Ferne vom Schreibtisch aus die Kinderwelt betritt, sondern wirkliche Lebenserfahrung mit solchen Kindern hat. HowardRead More

Posted On März 13, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Georg M. Oswald: Im Himmel

Eine Hochzeit und ein Todesfall In seinem zweiten Roman stellt Georg M. Oswald mit wunderbarer Ironie die Welt der Schönen und Reichen bloß. Mit „Alles was zählt“, einer Kriminalgeschichte um Macht, Geld und Erfolg, ist ihm der große Durchbruch gelungen, auch international: Übersetzungen in zwölf Sprachen sind für einen jungen deutschen Autor schon ein beachtlicher Erfolg. Nun also „Im Himmel“ – schon der Titel kann in vielerlei Richtungen gedeutet werden. Ist er eine Anspielung auf die nur scheinbar sorgenfreie Schicki-Micki-Welt, aus der heraus der Ich-Erzähler berichtet, oder ist der siebteRead More

Posted On März 13, 2004By Jan KarstenIn Bücher, Litmag

Johannes W. Betz: Bundesautobahn

Wenn schon road, dann bitte movie ! Halten Sie ein Buch, das fast komplett auf der Autobahn spielt, für eine gute Idee? Ich auch nicht. Johannes W. Betz hat es trotzdem geschrieben und ist damit voll gegen die Planke gefahren. Ungebremst von seiner Routine als Autor von Fernsehserien („Die Cleveren“) und -filmen („Doppeltes Dreieck“). Dabei sollte man doch erwarten, dass so einer wenigsten weiß, wie man eine spannende Geschichte baut, wenn’s schon mit der Sprache hapert. Storyline: Alles wie im richtigen Fernsehen Besser Sie schnallen sich an, denn die StoryRead More

Posted On März 13, 2004By Jan KarstenIn Allgemein, Bücher, Litmag

Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre

Literaturagentin mit der Lizenz zum Töten Jasper Fforde, der in England schon als Kultautor gehandelt wird, hat mit Der Fall Jane Eyre einen etwas albernen, vor skurrilen Ideen strotzenden Nonsens-Roman geschrieben – und kommt in seinen besten Momenten nahe an Lewis Carroll und Douglas Adams heran. Dass die Engländer einen an der Waffel haben, ist nichts Neues. Da gibt’s „speed-drinking“-Bars mit Schnaps im Bier, Hunde-Hürdenrennen, skurrilen Comic-Boulevard, seltsames Essen, seltsames Wetter, seltsame Mode. Und einen eigenwilligen Umgang mit der Realität: Noch immer sind die meisten davon überzeugt, sie wären 1966Read More

Posted On März 12, 2004By Frank SchorneckIn Bücher, Litmag

Anke Velmeke: Luftfische

Bilder für die Einsamkeit Die „Luftfische“ in Anke Velmekes gleichnamigem Debütroman zu angeln, erfordert viel Ruhe und ein hohes Maß an Konzentration. Eben mal auf ein paar Seiten die Angel auszuwerfen, führt zu unbefriedigenden Ergebnissen. AnkeVelmeke, Jahrgang 1963, lebt als freie Übersetzerin, Journalistin und Autorin in der Nähe von Wiesbaden, was schon beinahe ungewöhnlich ist für junge Autoren, die momentan auf den Markt drängen: Kaum eine Biographie kommt ohne die Nennung des Wohn- und Handlungsortes Berlin aus. Und wie um dieses biographische „Manko“ auszugleichen, wartet auch Anke Velmeke – nebenRead More