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Keinerlei Unschuld mehr  Ava fährt zur Arbeit, nimmt die Metro, redet nicht viel, weil ihr das Sprechen nicht leichtfällt. Ihre Unsicherheit fühlt sich an, als würde sie auf Eiern gehen. Seit dem Massaker im Bataclan quält sie die Angst und trotzdem gefällt ihr die Vorstellung nicht, als mögliches Opfer gegängelt zu werden. Überall begegnen ihr Bewaffnete, die zu ihrem Schutz abkommandiert sind. Dabei glaubt sie, dass sie alle über die Toten hinweggehen müssen, damit die Toten nicht über sie hinweggehen. Statistisch gesehen stirbt sie eher bei einem Verkehrsunfall, als dassRead More

Posted On Dezember 16, 2018By Ingrid MyloIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2018

Zwei Gedichte von Ingrid Mylo

La Véronique Hier sind die Schmetterlinge groß, und die Zikaden ziehen die stehengebliebene Zeit auf, ununterbrochen: vergeblich. Und der Wind: aus den Steineichen streicht er die unzutreffenden Bilder, hier, wo die Städte nichts gelten. Stühle schon eher: im Schatten. Oliven, die tausendmal in den Zweigen einen Punkt setzen hinter jedem Versuch, die Lesart zu ändern. Ja, hier, wo die Toten ihr Herz darbieten im aufgeplatzten Grün einer Mandel. Prosperos Buch Die Chinesen, heißt es, lesen die Zeit in den Augen der Katze. Wer hätte je versucht, in der Stille desRead More

Posted On Dezember 16, 2018By Dominique OttIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2018

Dominique Ott zu „A Land Imagined“

Im Traumland Huan Tu oder A Land Imagined ist erst der zweite Langspielfilm des aufstrebenden Filmemachers Yeo Siew Hua, dessen Regiedébut In the House of Straw(2009) bereits als beachtlicher Beitrag zu der Singapurischen New Wave betrachtet wurde. Schließlich dienen dem aus Singapur stammenden Filmschaffenden auch Regisseure der Taiwanesischen New Wave wie Hou Hsiao-Hsien und Edward Yang als Vorbild. Der Titel A Land Imagined meint sein Heimatland, ein Inselstaat südlich von Malaysia mit vier verschiedenen Amtssprachen trotz einer geringeren Gesamtoberfläche als Berlin. Doch der Stadtstaat Singapur wird immer größer, dem Gastarbeiter WangRead More
Eine One-Man-Show Die ganze Zeit bleibt Gustav Möllers Thriller „The Guilty“ an einem Ort: die Notrufzentrale der dänischen Polizei. Dort wird ein strafversetzter Polizist durch einen Anruf unversehens in einen Fall hineingezogen, der sich am Ende als ziemlich kompliziert herausstellt. Filmkritik von Joachim Kurz. Dass das Leben manchmal an einem seidenen Faden hängt, kennt man ja recht häufig von Filmen. Seltener ist es da schon, dass dieser Faden eine Telefonleitung ist, wobei auch diese Konstellation schon vor allem im Thriller-Bereich durchexerziert wurde, wie Filme wie The Call und „Locke“ zeigen. Der DäneRead More
Everything you are On 11th December 2018, at the CheckInn99, along with William Wait, we explored creativity and imagination. These are my thoughts I shared with the audience – An essay from Christopher G. Moore The most astonishing, extraordinary thing that happened to each of us tonight is we walked into this room without stopping to marvel and reflect where we are. We aren’t in nature but in constructed space sprung came from imagination. This is true of all rooms around the globe. We’ve gathered inside a confined space designed forRead More

Posted On Dezember 16, 2018By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2018

Crime-Gedicht von Marianne Faithfull

They Come at Night   by Marianne Faithfull & Mark Lanegan Oh now Mama, don’t you hear my plea? What is this horror Mama, flooding over me? They return the Nazis, every seventy years Bombs explode in Paris, the future is here There’s no brave England, no brave Russia, no America… uh huh! Their sins come home to haunt us From the wrong side of the gun Who is that creepin‘ up the stairs in black? It’s a murderer Mama, knife you in the back They come at night, andRead More
Herzlich willkommen! Draußen ist Herbst, es geht auf Weihnachten zu und unser Magazin legt Schneisen durch den Nebel. Die Berliner Polizistin Nadja Burkhardt und der Fotograf Carsten Klindt liefern eine neue Folge ihrer vielbeachteten Street Scenes/ Street Crimes. Robert Rescue hat eine neue Geisterjäger-Geschichte parat, unser USA-Korrespondent Thomas Adcock nimmt den „Messiah of the Maniacs“ im Visier. Gleich vier unserer Autorinnen und Autoren – nämlich Ute Cohen, Katja Bohnet, Marcus Müntefering und Joachim Feldmann – versammeln sich zum einem Klassiker-Check: vier Mal ein kritischer Blick auf James M. Cain und „Der Postbote klingeltRead More

Posted On November 15, 2018By Thomas AdcockIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Thomas Adcock: Messiah of the Maniacs

Messiah of the Maniacs America’s Red Hat Road to Hell Donald Trump’s bad hair day by Thomas Adcock Copyright © 2018 – Thomas Adcock NEW YORK CITY, near America The racist crime syndicate occupying the White House, headed by what psychologists identify as a malignant narcissist, has gone to panic mode. The signs are plentiful.  State and federal elections held on November 6 delivered a massive political rebuke of il capo di tutti capi, namely Donald J. Trump. The reaction has been a daily cascade of falsehoods from Mr. TrumpRead More

Posted On November 15, 2018By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Eine Pelzer-Story von Robert Rescue

Klaus Pelzer ist ein Geisterjäger. Keiner der Sorte wie John Sinclair, der den Teufel und seine höllischen Dämonen in Diskotheken, Spukhäusern oder in verfluchten Klosterruinen jagt. Klaus Pelzer ist vorzugsweise im Internet unterwegs, in den Augen mancher die Hölle von heute. Hin und wieder jagt er auch alte Götter in Kleingartenkolonien oder exorziert ans Internet angeschlossene Mädchenpuppen, die von einem Hacker übernommen wurden. Und manches Mal entpuppt sich ein scheinbar paranormales Phänomen als Kriminalfall …   Klaus Pelzer und das tödliche Medium Von Robert Rescue Es war kein schöner Anblick,Read More
Liebes CrimeMag-Publikum, Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen heute zum fünften Mal eine neue Rubrik, die jeden Monat Bilder des Fotografen Carsten Klindt und Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert: Street Scenes und Street Crimes. Aus Realität wird Kunst in Bild und Wort, fragmentarisch und  kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! (Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4 und Nr. 5)     STREET SCENES „Street Scenes“ ist eine Serie des Berliner FotografenRead More
„Der Postbote klingelt immer zweimal“ Ute Cohen, Katja Bohnet, Joachim Feldmann und Marcus Müntefering über den Roman von James M. Cain aus dem Jahr 1934 James M. Cain: Der Postbote klingelt immer zweimal (The Postman Always Rings Twice, 1934). Aus dem amerikanischen Englisch und mit einem Nachwort von Alex Capus. Kampa Verlag, Zürich 2018. Hardcover, 190 Seiten, 20 Euro. Verlagsinformationen. Ute Cohen: Fallen Angels „Also sind wir quitt, richtig?“ Cains Buch ist eine Bilanz, mit scharfem Strich gezogen, mit einer spitzen Feder, die dem Leser das weichgespülte Romantikerherz durchbohrt. Geld istRead More
Bücher, kurz serviert Kurzbesprechungen von fiction und non fiction. Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM), Frank Rumpel (rum) und Thomas Wörtche (TW) über:  Edoardo Albinati: Die katholische Schule Christiane Bogenstahl/Reinhard Junge: Seelenamt Max Bronski: Schneekönig Olaf R. Dahlmann: Fillingers Erbe Max de Radiguès: Bastard Katrine Engberg: Krokodilwächter Frank Festa (Hrsg.): Lovecrafts Dunkle Idole Stephen Hunter: Dirty White Boys Lutz Wilhelm Kellerhoff: Die Tote im Wannsee Timo Leibig: Nanos Jörg Maurer: Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt Patricia Melo:  Der Nachbar Thomas Mullen: Darktown Carol O’Connell: Blind Sight ChristophRead More
Quälende Erinnerungen Zwei Frauen. Selma Sudić, alt, alleine wohnend, Tagespflegerinnen kommen vorbei. Theres Rössler, Mitte 30, verheiratet, eine Tochter. Sie kennen einander zu Beginn von Anne Goldmanns „Das größere Verbrechen“ nicht, verbunden sind sie durch die Anordnung der Kapitel. Gleich am Anfang stehen die Erinnerungen von Selma Sudić, nach einem doppelten hochgestellten Strich folgt dann Theres‘ Gedankenstrom. Es ist diese Anordnung und die jeweilige Ich-Perspektive, durch die die Geschichten dieser Frauen von vorneherein in einen Dialog treten. Dann erhält Theres im ersten Kapitel einen Anruf, der sie mit ihrer VergangenheitRead More

Posted On November 15, 2018By Tobias GohlisIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Tobias Gohlis entdeckt Giorgio Scerbanenco

Giorgio Scerbanenco – meine Krimi-Entdeckung des Jahres Von Tobias Gohlis Meine Krimi-Entdeckung des Jahres ist der 1969 verstorbene Giorgio Scerbanenco.
 Ich hatte um die Jahrtausendwende schon einige seiner Romane gelesen, konnte mich aber nicht mehr daran erinnern, als mich Ludwig Paulmichl, einer der beiden Verleger des Folio-Verlags, im Frühjahr bat, ein Nachwort in seiner Neu-Edition der Duca-Lamberti-Romane zu verfassen. Zu den Autoren, die ihre Zeit der Rezeption haben, gehört Giorgio Scerbanenco. Vor knapp 20 Jahren war ich noch nicht reif, seinen spröden, multiperspektivischen, bis zur Bitterkeit selbstironischen Stil adäquat genießen zu können.Read More
War er glücklich? Mit freundlicher Erlaubnis des Verlages Kampa, der sich mit großem Elan an die Neuedition des Werks von Georges Simenon wagt, präsentieren wir Ihnen hier den Beginn eines seiner schönsten Bücher. Georges Simenon: Das blaue Zimmer (La chambre bleue, 1964). Aus dem Französischen von Hansjürgen Wille, Barbara Klau und Mirjam Madlung. Mit einem Nachwort von John Banville. Kampa Verlag, Zürich. Hardcover, 175 Seiten, 19,90 Euro. 1 Hab ich dir wehgetan?« »Nein.« »Bist du mir böse?« »Nein.« Das stimmte. In diesem Augenblick stimmte alles. Denn er erlebte die SzeneRead More
Dinge, die wir alle kennen Kleiner Einstieg in die Welt von George Simenon – drei Stichproben von Alf Mayer Simenon bedeutet: Bücher für ein ganzes Leserleben. Mehr als 250 Romane unter seinem Namen hat er uns hinterlassen. Am 12. Februar 1903 in Belgien geboren, durch fast die ganze Welt gereist, zweimal geschieden, 1972 in den Pass „ohne Beruf“ eingetragen und sich zurückgezogen, starb dieser große Menschen-Porträtist und Kriminalschriftsteller im Alter von 86 Jahren am 4. September 1989. Lange Jahre erschienen seine Bücher im Diogenes-Verlag. Jetzt haben sich die Verlage Kampa und HoffmannRead More
Daddy, bitte komm und hol mich nach Hause Eine Erzählung von Joyce Carol Oates nach einem Gemäde von Balthus – Textauszug. Lawrence „Larry“ Block hat es wieder getan. Seine letzte Anthologie „Nighthawks“ mit Stories von 17 Autoren zu Bildern von Edward Hopper war ein internationaler Erfolg, die deutsche Ausgabe dabei schöner und besser ausgestattet als das Original. (CrimeMag-Besprechung hier, Larry Blocks Shortstory daraus hier.) Auch jetzt beim Folgeband „Das Mädchen mit dem Fächer. Stories nach berühmten Kunstwerken“ überzeugt der Verlag Droemer mit einer schönen Ausstattung. Wer Kriminalliteratur auch in Kurzgeschichtenform mag, kann sichRead More

Posted On November 15, 2018By Katrin DoerksenIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Film: Katrin Doerksen über #Female Pleasure

Heilig und unrein Eine Filmkritik von Katrin Doerksen – zuerst erscheinen bei kinozeit.de Eigentlich passt der Titel nicht. Eigentlich geht es in „#Female Pleasure“ nicht um weibliche Lust, sondern vielmehr um ihre Repression. Der Dokumentarfilm von Barbara Miller, der in der Semaine de la Critique von Locarno läuft, beginnt mit den größtmöglichen Gegensätzen: Bilder von Angehörigen der großen Weltreligionen, Frauen in schwarze Abaja gehüllt oder in bunte Schleier, in der Tracht einer Ordensschwester oder das eigene Haar unter helmartig frisierten Perücken verbergend. Dazwischen Werbefotos für Luxusmode, bei der es eherRead More
Eine Vielzahl Krimi-Neuheiten  … erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays. Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren. CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe von: Kaliber.38 und der befreundeten Buchhandlungen Chatwins (Berlin),  Hammett (Berlin), Glatteis (München), Wendeltreppe (Frankfurt) und Buchladen in der Osterstraße (Hamburg) auf interessante Neuerscheinungen hin. Empfehlungen für DVDs, BluRays und Comics geben Katrin Doerksen und Thomas Groh. Jan Christian Schmidt von Kaliber.38 Hier die Titel, die im November mein Interesse geweckt haben: Max Bronski: Schneekönig (Droemer) Larry Brown: Joe (HeyneRead More
Prolog So, es ist so weit, ihr habt ihn gefunden. Da ist er. Er läuft vor sich hin, hat die Hände in den Taschen vergraben, den Blick gesenkt, als spürte er instinktiv die Bedrohung. Er ist hier nicht in Sicherheit, das weiß er. Er hätte nicht erneut seine Füße in diese Stadt setzen sollen. Er hat hier nichts verloren. Weil das feindliches Gebiet ist, weil man nicht vergessen hat, was passiert ist, und Rache will. Ihr lauft hinter ihm her, Seite an Seite, den Blick auf seinen Nacken geheftet. Ihr habtRead More

Posted On November 15, 2018By Alf MayerIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Alf Mayer: So viel Anfang war nie

Als die Gegenwart begann Alf Mayer über einige Bücher und den Nährboden des modernen Kriminalromans nach dem Zweiten Weltkrieg. Tobias Kühne: Das Netzwerk „Neu Beginnen“ und die Berliner SPD nach 1945. Berliner Beiträge zur Ideen- und Zeitgeschichte, Band 2. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2018. Hardcover, 504 Seiten, 35 Euro. Verlagsinformationen. Elisabeth Åsbrink: 1947. Als die Gegenwart begann (1947, 2016). Aus dem Schwedischen von  Hedwig M. Binder, Verlag btb, München 2018. Taschenbuch, 256 Seiten, 10 Euro.Verlagsinformationen. Wolfgang Brenner: Die ersten hundert Tage. Reportagen vom deutsch-deutschen Neuanfang. Herder Verlag, Freiburg 2018. 288 Seiten, 24Read More

Posted On November 15, 2018By Wolfgang FranssenIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Nana Ekvtimishvili: Das Birnenfeld

Äpfel sind Äpfel und Birnen sind Birnen  Von Wolfgang Franßen Und die Debilen gehören in ein Heim für Debile. Kinder, die das Leben der Eltern stören, sowieso. Mag es gerade mal für Mahlzeiten reichen, das Mobiliar längst rausgetragen sein, es in den Schlafsaal hineinregnen, die Kinder auf Kleidersammlungen angewiesen sein, Hauptsache sie sind aus dem Blickfeld verbannt. Alle Jahre wieder sorgen die deutschen Buchmessen dafür, dass Autoren/Innen in unseren Blickpunkt rücken, die es auf dem deutschen Buchmarkt nicht leicht haben. Eine Geschichte aus der Ukraine über ein Kinderheim, das sichRead More
«House of Cards» war gestern, jetzt ist «Ozark» angesagt Die Netflix-Serie hat das Zeug zum neuen amerikanischen Epos – von Claudia Schwartz. Die TV-Serie «Ozark» wirft ein Licht auf Trumps Wähler. Sie blickt in jene amerikanische Problemzone, die von Arbeitslosen, Junkies, versagenden Eltern und Kleinkriminellen bevölkert ist. Und stellt auch die Frage nach der Zukunft der amerikanischen Gesellschaft. Amerika nach den Midterms. Vor der nächsten Präsidentenwahl. Interessiert sich derzeit noch jemand für die Trump-Unterstützer, den «white trash», die sozial Abgehängten? Der grosse Konflikt nach der Wahl Trumps 2016, als die linksliberalenRead More
Nichts ist, wie es scheint Constanze Matthes über „Krokodilwächter“ von Katrine Engberg Mit Blick auf seine Gestalt ist dieser Vogel ein Winzling, gerade mal rund 20 Zentimeter groß. Doch furchtlos wagt er sich auf den mächtigen Leib der Krokodile, um dort nach Nahrung zu suchen. Für das gefährliche Reptil ist diese Form der Körperpflege willkommen. Eine tierische „Freundschaft“ der besonderen Art, wie es sie viele unter der Bezeichung „Symbiose“ in der Natur gibt. Doch seinen Namen hat der in Afrika heimische Krokodilwächter aus einem ganz anderen Grund: Er warnt mit seinem RufRead More
Die Bestie lieben Wäre da nicht dieser kurze Absatz, der dem Roman voransteht, man könnte sich um den Finger gewickelt fühlen von der typisch irisch anmutenden Dorfidylle, die Edna O’Brien zu Beginn ihres aktuellen Romans entwirft: Da ist das verschlafene Örtchen Cloonoila an der Westküste der grünen Insel, wo die Grenzen zwischen dem angelegten Folk Park und dem moderneren Ortskern fließend sind. Und da sind die typischen Charaktere, die ein solcher Ort auch heute noch hervorbringt. Doch es bedarf nur des Auftauchens eines Fremden, um das Dorfleben in Aufruhr zuRead More
Hunger, Folter, KZ und Zwangsarbeit: Danke, geliebter Führer! Der walisische Autor D.B. John hatte 2012 Nordkorea  besucht – die aufwühlenden, irren und deprimierenden  Eindrücke, vor allem auch die wahnwitzigen Propagandalügen während dieses Trips inspirierten ihn zum Thriller „Stern des Nordens“. Ein faszinierender Höllenritt für den Leser, der eintaucht in apokalyptische Szenen und sich gleichzeitig  mit 007-ähnlichen Verfolgungsjagden konfrontiert sieht – Von Peter Münder. Er wollte mehrmals laut „Lüge“ schreien, berichtet D.B. John im Nachwort seines Thrillers „Stern des Nordens“, weil die permanent auf ihn einprasselnden Propagandalügen während seines zweiwöchigen Nordkorea-Besuchs Read More