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Erinnerungen im Entstehen Von Katrin Doerksen Hamburg als Transitort, das passt. In Hong Sang-Soos Film On The Beach At Night Alone, der letztes Jahr auf der Berlinale lief, flaniert eine junge Schauspielerin (Kim Min-hee) durch die Hansestadt, ohne sie scheinbar so richtig wahrzunehmen, denn sie denkt über ihre verflossene Affäre zu einem verheirateten Mann nach. Vielleicht wird er ihr nachreisen, vielleicht nicht. Im Comic Das Leere Gefäß, der dieser Tage im Avant-Verlag erscheint, läuft ebenfalls eine junge Frau durch Hamburg und reflektiert ihre Vergangenheit. Vielleicht ist Hamburg dafür der geeignetsteRead More
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Lucky Luke: Lucky Kid – oder Aus der Kindheit eines Helden Das Cover des neuen „Lucky Luke“, Bd. 96: „Mitten ins Schwarze“, zeigt uns Lucky Kid (ja genau der, der mit seiner Steinschleuder schneller als sein Schatten Steine schleudert! Siehe bitte Rückseite der entsprechenden Hefte!) und Kleiner Kaktus, mit Pfeil und Bogen, auf einem Felsplateau, intensiv Ausschau haltend, und im Rücken der beiden Freunde einen Bären mit einem Pfeil da, wo er nicht hingehört, ziemlich sauer. Die Abenteuer um Lucky Kid zeigen die abenteuerreiche Genese und tragikomische Sozialisation des zukünftigenRead More
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Posted On April 14, 2018By Roland OsswaldIn Crimemag, CrimeMag April 2018

Roland Oßwald über Adrian McKinty

Always leave them wanting more Roland Oßwald über die Sean-Duffy-Reihe von Adrian McKinty. Läuft man am Shaftesbury Square die Botanic Avenue nach Süden in Richtung Queen’s University Belfast, erreicht man, nachdem man die üblichen sinnfreien Filialen globaler Konsumketten passiert hat, linker Hand The Belfast Empire Music Hall, welche in einem schönen alten Klinkerbau  untergebracht ist und im Souterrain ein Pub beherbergt. An den meisten Abenden der Woche spielen in dem Pub lokale Musiker, es sei denn, es laufen Champions League Spiele mit hohen Quoten. Auf der Speisekarte stehen die üblichenRead More
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Posted On April 14, 2018By Frank RumpelIn Crimemag, CrimeMag April 2018

Wolfgang Schorlau: Der große Plan

Erzählerisch Luft nach oben Frank Rumpel über den neuen Dengler-Krimi. Der Stuttgarter Autor Wolfgang Schorlau füllt mit seinen Lesungen Hallen, seine Bücher verkaufen sich prächtig – wohl vor allem dank der kontroversen Themen, die er immer wieder anpackt. Da geht es unter anderem um die Machenschaften der Fleisch- und Pharmaindustrie oder um die möglichen Verbindungen zwischen NSU und Verfassungsschutz. In seinem neuen Roman widmet er sich der Griechenlandkrise. Wolfgang Schorlau recherchiert weitläufig und gründlich, ist kritisch und verpackt seine Ergebnisse in Kriminalromane, die im vergangenen Jahr eine Gesamtauflage von fast zweiRead More
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„Wenn ich sterbe, werden Millionen Taschentücher nass!“ Alf Mayer hat Parallellektüre betrieben: zwei Bücher, das eine randvoll gespickt mit Anekdoten, das andere glänzt mit Tiefgang. Als die Bilder auf der Leinwand laufen lernten, gehörten Cowboys und Indianer zu den ersten Darstellern. Auf den allerersten Bildern, die ins Laufen kamen, sah man ein Pferd – im Galopp. Deutschlands Faszination mit dem Wilden Westen war da längst geweckt, Friedrich Gerstäcker und Karl May waren die bekanntesten, bei weitem aber nicht die einzigen Propheten. Die Tournee von William Frederick Cody, genannt „Buffalo Bill“,Read More
Back to the Future: gespickt mit Anspielungen und Zitaten.
Das Beste aus den 80ern als das Beste von morgen. Steven Spielberg hat selbst einen Teil der Bildwelt der 80er Jahre erschaffen. Jetzt hat er eine dystopische Hommage an das Jahrzehnt verfilmt, in dem das Digitale anfing, die Popkultur zu erobern. Von Christopher Werth. Gaming als Leitkultur. Ernest Cline hat in seinem gleichnamigen Debütroman eine kaputte Welt erschaffen: Die Umwelt ist am Boden. Es gibt kaum Jobs. Die Menschen vegetieren zerstritten und Fast Food fressend vor sich hin. Das einzige, was sie noch motiviert, ist OASIS. Eine virtuelle 3D WeltRead More
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Posted On April 14, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag April 2018, Film/Fernsehen

Film: Vor uns das Meer

„Gib den Affen Zucker!“                                   Der  Einhand-Weltumsegler  Francis Chichester wurde 1967 zur berühmten  britischen Heldenfigur, als er in neun Monaten von Plymouth aus mit nur einem Zwischenstop in Sydney  in seiner Gypsy Moth IV die Welt umsegelt hatte. Der Hobby-Segler Donald Crowhurst wollte diesen Titanen noch mit einem Nonstop-Törn übertrumpfen: Sein Trimaran sollte schneller als die Gypsy Moth  sein und die  Regatta mit neun Einhand-Teilnehmern wollte er um jeden Preis gewinnen.  Ob er nachRead More
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Nur die Geste zählt Eine Filmkritik von Beatrice Behn (kino-zeit.de). Wenn Ben und Josh Safdie für eines gut sind, dann für Filme (Heaven Knows What, The Panic in Needle Park), die die Erwartungen des Publikums konstant unterlaufen und rigoros ihr eigenes Ding durchziehen, komme, was da wolle, und egal, wie das jemand findet. Mit Good Time liefern sie nun ihr bisher reifstes Werk, einen Wahnsinnstrip durch die Nacht, und bescheren Robert Pattinson nicht nur eine weitere Rolle in einem Genrefilm, sondern auch seine bisher beste Performance. Aber das allein machtRead More
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Posted On April 14, 2018By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag April 2018

Schatzsuche: Crime-Neuerscheinungen

Frühjahrsgrabung 2018 126 Krimi-Neuheiten erscheinen im Monat April, hat die Krimi-Buchhandlung Hammett ausgezählt. Dazu Graphic Novels, vulgo: Comics, und DVDs und BluRays. Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren. CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist regelmäßig mit Hilfe von Kaliber.38 und der befreundeten Buchhandlungen Hammett (Berlin), Glatteis (München), Wendeltreppe (Frankfurt) und Osterstraße (Hamburg) auf interessante Neuerscheinungen hin. Ebenfalls ab sofort in dieser Rubrik: Hinweise auf besonders interessante Neuheiten bei Comics und DVDs, für uns kuratiert von Katrin Doerksen und Thomas Groh.   Jan Christian Schmidt von Kaliber.38 aus denRead More
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Posted On April 14, 2018By Claudia FiedlerIn Crimemag, CrimeMag April 2018

Veranstaltungskalender

Krimilesungen vom 15.04.2018 bis 15.05.2018 Unser Veranstaltungskalender bietet Ihnen eine feine Auswahl an interessanten Autoren, die sich zurzeit auf Lesereise befinden. Bernhard Aichner präsentiert „Totenrausch“: 19.04.2018         Tischlerei Melk Kulturwerkstatt, A-Melk, Beginn 20:00 Uhr 20.04.2018         Tschofen Raumausstattung, A-Bludenz, Beginn 19:00 Uhr 25.04.2018         Poliforum varenna-Spätauf Möbel, A-Wien, Beginn 19:00 Uhr 26.04.2018         Wohnraum Eder, A-Pregarten, Beginn 19:00 Uhr 27.04.2018         Trixl-Einrichtung, A-Fieberbrunn, Beginn 19:00 Uhr 03.05.2018         Möbel Handl, A-Heidenreichstein, Beginn 19:00 Uhr 04.05.2018         Designstudio Nowack, A-Deutschkreuz, Beginn 19:00 Uhr 09.05.2018         Möbel Anninger, A-Krieglach, Beginn 19:00 UhrRead More
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Posted On April 14, 2018By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag April 2018, Krimigedicht

Krimigedicht

Der Feind Einen kenne ich, wir lieben ihn nicht. Einen nenne ich, der die Schwerter zerbricht. Weh! Sein Haupt steht in der Mitternacht, sein Fuß in dem Staub, vor ihm weht das Laub zur dunkeln Erde hernieder. Ohne Erbarmen in den Armen trägt er die kindlich taumelnde Welt; Tod, so heißt er, und die Geister beben vor ihm, dem schrecklichen Held.   Clemens Brentano Aus: Der ewige BrunnenRead More
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Herzlich willkommen! Fünfundzwanzig fundierte Artikel, Essays, Porträts und Kritiken sind es wieder, die wir Ihnen diesen Monat als Lesestoff vorlegen, zusätzlich zu unserem Krimigedicht, den Krimi-Veranstaltungen und der Schatzsuche mit interessanten Neuerscheinungen. Exklusiv bieten wir Ihnen Textauszüge aus Hideo Yokohamas großem Thriller „64“, aus Roland Sprangers „Tiefenscharf“ und das Vorwort zu „Berlin Noir“ von Herausgeber Thomas Wörtche. Unser USA-Korrespondent Thomas Adcock schreibt über die neue „Never Again Generation“, Felix Hofmann über Wahlreichtum und Wahlarmut. Thomas Wörtche erinnert an das Werk von Georges Simenon, Sonja Hartl schickt James Ellroy kritische Geburtstagsgrüße zum 70., Max AnnasRead More
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Posted On März 14, 2018By Thomas AdcockIn Crimemag, CrimeMag März 2018, Kolumne

Kolumne: Thomas Adcock: Woke

Woke The Never Again Generation ‘We are not afraid … we will not be silenced … our voices are loud’  by Thomas Adcock Copyright © 2018 – Thomas Adcock NEW YORK CITY, near America Young and golden is the moment when ordinary people achieve a coalescence of causes based in righteous anger, when we realize a combined power that might shape a better future, when we cease to abide belligerent  ignorance and curable injustice. When we act, e pluribus unum, to redeem a wounded national honor. When we feel weRead More
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Manchmal ist es lange ruhig um Georges Simenon, aber deswegen ist er noch kein verstaubtes Möbel. Und plötzlich ist er wieder in aller Munde. Das hat mit der Neuausgabe im Kampa Verlag zu tun. Weil Thomas Wörtche dazu demnächst einen Text schreiben soll, hat er zur Vorbereitung im Archiv gewühlt und einen gar nicht so blöden Vortrag zum Thema gefunden: Mit und ohne Von Thomas Wörtche Meine sehr geehrte Damen und Herren, vielleicht ist es sogar ein wenig riskant, Menschen, die wie Sie liebenswerterweise zu einer Veranstaltung kommen, die GeorgesRead More
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„Die Umsetzung als Fiktion bot sich an“ Ein Polit-Thriller mit aktuellem Stoff als Radioereignis, in 20 Teilen im Morgenmagazin von WDR 5 ausgestrahlt, in allen möglichen Podcast-Formen verfügbar und derzeit auf iTunes unter den ersten zehn Podcasts aus Deutschland – Alf Mayer hat sich dazu mit Ulrich Noller unterhalten. „Das Material gebe ich zwei Leuten vom WDR. Bin dann erst mal weg“, heißt es in der WDR 5-Hörspielserie „Sofias Krieg – Der Terror in den Köpfen“. Eine junge Frau geht mit ihren Kindern nach Rakka und schließt sich dem Islamischen StaatRead More
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Ein paar Gedanken zum 70. Geburtstag Kann eine tote Mutter ermüdend sein? Fraglos ist es tragisch, dass James Ellroy seine Mutter verloren hat, als er gerade einmal zehn Jahre alt war. Vergewaltigt und ermordet wurde sie, der Täter wurde nie gefasst. Seither arbeitet sich Ellroy an ihrem Tod ab. Erst mit Drogen, Kriminalität und Psychosen, dann literarisch. Es ist eine von Ellroys Obssessionen. In jeder Frau, die ihm begegnet, sucht er seine Mutter, in einer Rothaarigen in seinen Büchern ist sie zu finden, manche finden ihre Spuren sogar in denRead More
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Posted On März 14, 2018By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag März 2018

Bloody Chops März 2018

Bücher, kurz serviert Kurzbesprechungen von fiction und non fiction. Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM) und Thomas Wörtche (TW) über … Carlo Bonini: ACAB – All Cops Are Bastards Richard Brewer & Gary Phillips (Hg.): Culprits. The Heist Was Just the Beginning Duncan Falconer: Stratton. Die Geisel Gunnar Kaiser: Unter der Haut Michaela Kastel: So dunkel der Wald Jason Matthews: Red Sparrow Fuminori Nakamura: Die Maske Wallace Stroby: Fast ein guter Plan Max Freiherr von Oppenheim: Denkschrift betreffend die Revolutionierung der islamischen Gebiete unserer Feinde  Fronten statt Konsens auf ItalienischRead More
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Subkultur, running wild Alf Mayer über ein scharfes Buch von Andrew Nette und Iain McIntyre. Die Sache mit der Jugend, das war mal ganz anders. Teen-Ager, damals noch mit Bindestrich geschrieben, waren die kaum zu domestizierenden Bewohner eines wilden, fremden Planeten. Jugendliche Delinquenten. Eine Gefahr für die Allgemeinheit. „Die Halbstarken“ machten Horst Buchholz 1956 zum Star. Marlon Brandos/ Lazlo Bendeks „The Wild One“ hieß auf Deutsch „Der Wilde“ (1953). „Hey, Johnny, what are you rebelling against?“, wird Brando darin gefragt. Er antwortet: „What’ve you got?“ Anders als die gehätschelten ThronnachfolgerRead More
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On Dangerous Ground: Film, Verbrechen und andere Mittel – Max Annas über Werner Hochbaums „Razzia in St. Pauli“ (1932) Unter anderen Umständen wäre Werner Hochbaum heute möglicherweise bekannt, gar berühmt, als Chronist Hamburger Verhältnisse, als Filmemacher, der Geschichten erzählt hat über jene, die man mal die kleinen Leute genannt hat, über Leben am und mit dem Hafen. „Razzia in St. Pauli“, ein spätes Übergangswerk, das Stumm- und Tonfilm miteinander verschmilzt, zeigt schon in den ersten Minuten ein ganzes Kaleidoskop von Eindrücken aus einer sich verändernden Welt. Die Arbeiter am Hafen. Chinesische LeuteRead More
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Argentina negra Die argentinische Literatur hat traditionell starke Bezüge zur Kriminalliteratur und überhaupt zu vielen Formen der Populären Kultur. Reines Genre hingegen ist selten dabei herausgekommen, das macht ihre Qualität – unabhängig von den verschiedenen Konzepten – aus.  „Das schwarze Herz des Todes“ von Marcelo Figueras klinkt sich in diese Tradition ein, hat aber noch ein paar andere Aspekte zu bieten. Eine Besprechung von Thomas Wörtche. „Das schwarze Herz des Todes“ ist ein spannender Roman. Nicht nur, weil er eine Art Polit-Thriller ist, sondern weil die intellektuellen Spannungsbögen, die derRead More
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Hintergründe von Tobias Gohlis Am Roten Fluss ist ein großartiger Kriminalroman mit einer Heldin, die meines Wissens einzigartig in der Kriminalliteratur ist: eine junge indianische Frau. Und die Autorin Marcie Rendon ist eine Native American. Am Roten Fluss ist ihr erster Roman. Heldin ist die 19jährige Cash, der es gelungen ist, mit Hilfe von Sheriff Wheaton ein selbständiges Leben als Landarbeiterin zu führen, nachdem sie von ihrer Mutter getrennt und in die Pflegschaft weißer Farmerfamilien gegeben wurde. Dieses Pflegschaftssystem ist das „wahre Verbrechen“, von dem der Roman handelt, obwohl es auch zwei Morde gibt, zu derenRead More
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Posted On März 14, 2018By Ute CohenIn Crimemag, CrimeMag März 2018

Roman: William Boyle: Gravesend

CANOLI UND DIE CULTURE OF HONOR von Ute Cohen „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme …“ Jetzt noch drei „Ave Maria“ und aus die Maus! Kaum verlässt man das Kirchenschiff, darf man aufs Neue der Sünde frönen. Rein gewaschen wird man mit ein paar auswendig gelernten Versen, die man nach bestem Wissen und Gewissen herunterbetet. Was aber, wenn die Reinwaschung des Katholizismus versagt? Mit „Mani puliti“ haben wir es auch in William Boyles „Gravesend“ zu tun. Ray Boy Calabrese, amerikanischer Teenie-Traum mit White-Trash-Mindset und italienischenRead More
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Opium und Irrlichter Menschen, Wölfe Lolita. Ewiges Vorbild. Femme enfant, femme fatale. Mädchen und Männer. Männer und Mädchen. Was Männer mit Mädchen tun. Was Mädchen mit Männern tun. Professoren mit Studentinnen oder Eltern mit Kindern. Kinder sind schwach. Anspruchsvolle Literatur sollte spielen wollen, spielen können. In Emily Fridlunds Debüt „Eine Geschichte der Wölfe“ spielt die Autorin mit der Wahrnehmung der Leserinnen. Fridlund wirft nicht nur einen Blick auf das Leben, sondern — wie kubistische Kunstwerke — gleich mehrere. Erstes Kapitel: Lehrer flirtet mit Schülerin. Oder ist es umgekehrt? Wölfe müssenRead More
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Der Ost-Blick „Die gefrorene Charlotte“ ist 1993 erschienen und wurde in diesem Jahr neu aufgelegt. Wenn Literatur wesentlich, politisch und zeitlos sein soll, dann ist es dieser Roman auf unterhaltsame und berührende Weise, findet Anne Kuhlmeyer. Hinterher kann jeder, hinterher wissen alle alles besser, die Schlauen, die Historiker und die Nichtdabeigewesenen. Aber mittendrin muss man die Geschichte ohne Sicherheitsnetz leben. Im Normalfall läuft das ganz gut, es sein denn, es kommt einem eine Revolution in die Quere. 1989. Berlin. Tantchen, ihre Geliebte Hedda, ihr Down-behinderter Sohn Horsti und Cora OstRead More
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Ragoût caraïbe, saignant et étonnant Raphaël Confiant gehört zu den großen Literaten Martiniques. Mit einer deutlichen Liebe zu Kriminalromanen. Seinen neuesten, auf deutsch vorliegenden „Unbescholtene Bürger“ hat Thomas Wörtche amüsiert und verwundert gelesen. Es gibt kaum etwas Peinlicheres als einen Roman zu loben, nur weil er aus einer für uns „exotisch“ anmutenden Gegend kommt. Schwache Bücher, auch wenn sie aus Gabun, Indien oder sonst woher stammen, mit dem Argument zu verteidigen, man lerne ja schließlich etwas über Land, Leute und Verhältnisse, schrammt hart am benevolenten Rassismus entlang. Wer was überRead More
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Wahlreichtum Von Felix Hofmann Wer, verehrte Freundinnen und Freunde der sich selbst wählenden Demokratie, allen Ernstes davon überzeugt ist, in den USA würden genau solche Abstimmungen abgehalten, oder gar darauf schwört, es hätte dort vor einem Jahr tatsächlich eine Präsidentschaftswahl stattgefunden, dem sei diese, kaum verschlüsselte, Bemerkung von Gore Vidal aus dem Jahre 1995 in Erinnerung gebracht: »Ob Sie es glauben oder nicht, in der großartigsten Demokratie der Weltgeschichte – der Heimat der Freiheit wie der Tapferkeit – lassen sich Wahlen still und heimlich deichseln, worüber sich Joe Kennedy immerRead More