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„Ein Dschungel, in dem man sich gut verstecken kann“ Rezension von Peter Münder  Schon das flüchtige Durchlesen der Kapitelüberschriften dieses  geradezu berauschend illustrierten Coffee Table Books wirkt beruhigend:  Denn  „Zwischen Repräsentation und Rückständigkeit“, „Licht und Schatten: Die Jahre des Faschismus“ oder „Neorealismus, Dolce Vita, Wirtschaftswunder“  sind keine Anreißer für  aufgebrezelte Hochglanz-Banalitäten, sondern Indizien für fundierte Hintergrundanalysen und faszinierende Facetten  römischer Geschichte. Der Architektur-Historiker (Uni Florenz) Giovanni Fanelli hat diesen Prachtband mit Großformat-Fotos von Giacomo Caneva, Pompeo Mokins, Guiseppe Primoli, Alfred Eisenstaedt, Carlo Bavagnoli, Henri Cartier-Bresson, Pasquale de Antonis, Peter Lindbergh, Slim Aarons und William Klein zusammengestellt. EsRead More
Dieses Gedicht  Abends, wenn die Zeilen
leer im offenen Fenster klappern und Lücken im Gefühl auftauchen, wie Gespenster grinsen: wen glaubst du zu erkennen zwischen den unvollständigen
Sammlungen von Absichten
und Insektenflügeln, wohin
sind Bemühung und Schrift.  Feg alles vom Tisch: die Blätterhaufen, unter denen die Worte verrotten. Die zurechtgelegten Würfel. Die Schuldbekenntnisse. Die Girlanden.  Schritte hallen heran, warte, solange du willst: sie werden dein Gedächtnis nicht erreichen.  London vorbei, die Welt:eine Schublade voller Kopien, und du weißt: kein Satz überlebt den Januar.Du weißt: auch dieses Gedicht bleibt ungeschrieben.  © ingrid mylo  Die sonnige Fratze des Wasserspeiers  Messerwurf. Münze.
Die sonnige Fratze des Wasserspeiers
auf dem Weg zumRead More
Eine Vielzahl Krimi-Neuheiten  … erscheinen jeden Monat, dazu Graphic Novels (vulgo: Comics) und DVDs und BluRays. Unmöglich, das alles zu überblicken und zu rezensieren. CrimeMag siebt und schürft deshalb für Sie und weist hier regelmäßig mit Hilfe von:Kaliber.38 und der befreundeten BuchhandlungenChatwins (Berlin), Hammett (Berlin),Glatteis (München),Wendeltreppe (Frankfurt) undBuchladen in der Osterstraße (Hamburg) auf interessante Neuerscheinungen hin.Empfehlungen für DVDs, BluRays und Comics geben Katrin Doerksen und Thomas Groh. Jan Christian Schmidt von Kaliber.38: Einiges los im März 2019. Auf meiner Leseliste sind die folgenden Titel: Dirk Brauns: Die Unscheinbaren (Galiani) Massimo Carlotto: Blues für sanfte Halunken und alte Huren (Folio)GioacchinoRead More

Posted On März 4, 2019By Claudia FiedlerIn Crimemag, CrimeMag März 2019

Veranstaltungskalender

Krimilesungen vom 01.03.2019 bis 31.03.2019 Unser Veranstaltungskalender bietet Ihnen eine feine Auswahl an interessanten Autoren, die sich zurzeit auf Lesereise befinden. Bernhard Aichner stellt seinen Roman „Bösland“ vor:28.03.2019     Friedrichsbau Varieté Theater, Stuttgart, Beginn 20:00 Uhr29.03.2019     Hotel Puradies, A-Leogang Hier gibt es mehr Infos. Friedrich Ani liest aus „Der Narr und seine Maschine“:26.03.2019     Buchhandlung Schmid, Schwabmünchen, Beginn 20:00 Uhr28.03.2019     Kornkasten – Stadtbücherei Mühldorf a.Inn, Beginn 20:00 UhrWeitere Infos finden Sie hier. Lesungen von Zoë Beck aus „Die Lieferantin“:07.03.2019     Villa Clementine, Wiesbaden, Beginn 20:00 Uhr09.03.2019     Taunushalle, Solms, Beginn 19:30 UhrFür mehr InfosRead More

Posted On März 4, 2019By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag März 2019

Krimi-Gedicht

I see Ghost (Ghost Gun Fighters) By As Animals I never see your crazy faceSmiling, laughing, screaming my name (like that)Suddenly your eyes disappear in the nightI run as fast as i canIt’s strange, it’s strange, it’s strangeWhere is the love that you haveInstead, instead, insteadAs if it was missing from your heartIt’s more than i can bearIt can’t be real too strange for me I see ghost gun fightersI see ghost gun fighters Oh oh ohI feel my body falling deepNothing to catch me when i sleepThe fever andRead More
Sitzen bleiben für den Abspann Es gibt so viele Filme über das Filmemachen und so viele Filme über das Heranwachsen, über den dringenden Wunsch in der Welt Spuren zu hinterlassen, aber noch keinen wie Joanna Hoggs The Souvenir. „In a film we don’t want life as it is but as it is experienced,“ sagt Tom Burkes Figur darin zu Julie (Honor Swinton Byrne), einer englischen Filmstudentin der 1980er Jahre. Sie kommt aus der Upper Class, will aber unbedingt einen Spielfilm über die Hafenarbeiter machen, über die Ausgebeuteten der Thatcher-Ära. Später wirdRead More
Herbst und Winter auf den Feldern der Berlinale Natürlich sind auch die Nachfahren der kanadischen First Nations, deren Land der Suche nach Öl zum Opfer gefallen ist, im schweren Wagen und per Motorboot unterwegs. Das ist nur ein winziger von sehr vielen Momenten, auf die uns Nikolaus Geyrhalter in seinem neuen Dokumentarfilm Erde (im Forum) einmal mehr stupst, um zu zeigen: Es ist kompliziert. Fracking-Gelände in der nordamerikanischen Weite, der Marmorsteinbruch im italienischen Carrera, Braunkohleabbau in Ungarn oder gleich eine völlig neue Stadt, die in Kalifornien entstehen soll, wo kürzlich nochRead More
Weiter Himmel, tiefer Morast Die Augenbrauen sind fast nicht sichtbar, was ihr nicht nur einen Ausdruck ständigen Staunens verleiht, sondern ihr Gesicht unter den wasserstoffblonden Locken auch seltsam konturlos erscheinen lässt. Nur die kobaltblauen Augen stechen deutlich daraus hervor. Benni (Helena Zengel) ist neundreiviertel Jahre alt und es ist kein Wunder, dass fast alle im Film vor ihr Angst haben, die anderen Kinder und auch die Erwachsenen. Denn Benni (eigentlich Bernadette, aber den Namen hasst sie) schreit und schmeißt mit Spielzeugautos um sich bis Sicherheitsglas zu Bruch geht. Sie rammtRead More
Herzlich willkommen Nach unserem Mammut-Jahresrückblick 2018 mit insgesamt 66 Autorinnen und Autoren melden wird uns jetzt mit einer dicken Februarausgabe zurück. WordPress hat unsere Arbeitsoberfläche modernisiert, hoffen wir auf nicht allzu viel Verschlimm-Besserung und wünschen Ihnen gute Lektüre auch auf dem Smartphone – oder wo immer. Thomas Adcock hält uns über die neusten Entwicklungen der größten Crime-Story der USA auf dem Laufenden („Get out!“), Robert Rescue konfrontiert seinen Geisterjäger Klaus Pelzer m0it den Smart-Home-Geräten des Grauens, Fotograf Carsten Klindt zeigt uns Street-Scenes und Markus Pohlmeyer „Die Sonne Chinas“ in denRead More

Posted On Februar 3, 2019By Thomas AdcockIn Crimemag, CrimeMag Februar 2019

Thomas Adcock: Get Out!

Get Out! Curtains Closing on a Carnival of Crime Down Among the Dead Men Let Him Lie’  by Thomas Adcock NEW YORK CITY, near America Happy New Year to all you fighting men and women of The Resistance! Ever since the surreality of a bellicose Know-Nothing’s criminal ascension to the presidency, back in November 2016, you have acted in the grand spirit of the American Revolution of some two centuries ago—a nervy peasant uprising, begun in 1776, that ousted a crazy-cruel British tyrant. You own the triumphal moment at hand: OurRead More

Posted On Februar 3, 2019By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Februar 2019

Robert Rescue: Eine Geisterjäger-Story

Klaus Pelzer und die Smart Home Geräte des Schreckens Von Robert Rescue Die Frau, die Klaus Pelzer die Tür öffnete, wirkte apathisch. So stellte sich Pelzer einen Zombie vor, der einem die Wohnungstür öffnete. Ein Denkfehler, wie er sich eingestehen musste. Ein Zombie würde niemals eine Tür öffnen, dazu war er schlichtweg zu doof. „Klaus Pelzer mein Name“, stellte er sich vor. „Sie hatten mir eine Mail geschrieben.“ Sie nickte nur und hielt die Tür auf. Die Mail von Frau Börne hatte Pelzer zunächst stutzig gemacht. „Hallo, das Böse istRead More
Liebes CrimeMag-Publikum, Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine neue Rubrik, die jeden Monat Bilder des Fotografen Carsten Klindt und Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert: Street Scenes und Street Crimes. Aus Realität wird Kunst in Bild und Wort, fragmentarisch und  kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! (Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4, Nr. 5, Nr.6 und Nr.7) – Nadja Burkhardt macht diesmal Pause. STREET SCENES „Street Scenes“ ist eineRead More
Scharfkantig Thomas Wörtches Nachwort zu „Der lombardische Kurier“ von Giorgio Scerbanenco „Der lombardische Kurier“ ist ein bemerkenswert grausames Buch. Dieser Eindruck ist heute noch so richtig wie zu seiner Veröffentlichungszeit 1968, auch wenn wir inzwischen viel expliziter geschilderte und vor allem viel kumuliertere Scheußlichkeiten gewöhnt sind. Allerdings erweist sich diese Gewöhnung angesichts der konsequenten, impliziten und inhärenten Grausamkeit von Giorgio Scerbanencos drittem Duca-Lamberti-Roman als erstaunlich brüchig. Im Grunde sind es zwei Grausamkeiten, die in einem merkwürdig eisigen Spiegelverhältnis zueinanderstehen. Da ist einmal, ganz evident, das Massaker, das die elf adoleszentenRead More
„Möglichst weit vom Anfangsmanuskript entfernt“ Ein Gespräch mit der koreanischen Thriller-Autorin Jeong Yu-jeong – von Alf Mayer. Jeong Yu-jeong (*1966) ist mit ihren psychologisch ausgefeilten Kriminalromanen eine Bestsellerautorin in Südkorea. Ihr Thriller »Sieben Jahre Nacht« (Unionsverlag, Ü: Kyong-Hae Flügel) sorgte 2015 im deutschsprachigen Raum für Aufsehen. Im Januar 2019 erschien »Der gute Sohn«, ebenfalls im Unionsverlag. Jeong Yu-jeong nahm Ende Januar am Kongreß »Global Crime« von LitProm in Frankfurt teil. Alf Mayer hatte sie bereits im Oktober 2018 auf der Frankfurter Buchmesse getroffen. Hier ist sein Interview. Alf Mayer: Sie sindRead More
Bücher kurz serviert Kurzbesprechungen von fiction und non fiction. Katja Bohnet (KB), Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM), Frank Rumpel (rum) und Thomas Wörtche (TW) über: James Anderson: Desert MoonJack Heath: BlakeUn-Su Kim: Die PlotterDaniel Loick (Hg.): Kritik der PolizeiIan Manook: Der MongoleSultan bin Muhammad al–Qasimi: Der Mythos arabischer Piraterie im GolfMartha Nussbaum: Königreich der AngstMax de Radiguès: BastardPhilipp Reinartz: FremdlandMatthew Richardson: Niemand kennt deinen Namen Antti Tuomainen: Palm Beach, FinlandGary Victor: Dreizehn Voodoo-Erzählungen Nur Narren glauben nicht daran (KB) Die Geschichte Haitis ist eine Geschichte der Ausbeutung, der Katastrophen im Paradies. Aber das Paradies schlägt zurück. EsRead More

Posted On Februar 3, 2019By Katja BohnetIn Crimemag, CrimeMag Februar 2019

Katja Bohnet über Jess Kidd

Alter Flattermann Zum Roman „Heilige und andere Tote“ Literatur kann alles, darf das Meiste. Was sich die katholische Kirche schon seit Jahrhunderten leistet, darf Jess Kidd erst recht: Sie lässt in ihrem Roman Heilige aufmarschieren. Diese alten Flattermänner und -frauen verhalten sich selbstbewusst und modern. Sie kommentieren das Geschehen, greifen in die Handlung ein.  Kidd lässt ihrer Ich-Erzählerin viele Freiräume. Diese trifft auf einen alten Chaoten, einen Rentner, der als Querulant und Zumutung für jeden Altenpfleger gilt. Viele hat er verschlissen, einen bereits in die Flucht geschlagen. Cathal Flood istRead More
Noch knapper, noch lakonischer … und gerade mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet. Rezension von Sonja Hartl Frühmorgens kam der Anruf. „Ein brennendes Auto. Schon wieder. Wir müssten das mit den brennenden Autos mal langsam in den Griff kriegen, hieß es. Die brennenden Autos interessieren mich nicht besonders. Du weißt genau, warum deine Autos brennen, Hamburg.“ Doch dieses brennende Auto ist anders. Es brannte eben nicht aus Wut oder Zorn oder Dummheit. In diesem brennenden Auto war ein Mensch. Da ist er, gleich auf den ersten Seiten von „Mexikoring“ vonRead More
Eine Geschichte der Verzweiflung und des Verfalls Rezension von Iris Tscharf Es gibt so Gegenden, die wirken auf den ersten Blick gar nicht mal so übel. Vielleicht sogar schön mit all den Kranichen, Schildkröten und Waschbären, den viktorianischen Häusern und den hölzernen Kirchtürmen. Lebendig mit den „Wagenladungen voller Kids“ und der pulsierenden Bassmusik auf den Parkflächen. Wenn man genauer hinsieht, ist McComb aber doch nur ein trostloses Kaff irgendwo im Süden Mississippis. Vielleicht wirkt es ein bisschen heruntergekommen mit all den Typen in den Muskelshirts und Jogginghosen, den Zimmern ohneRead More
„Mit leichter Besorgnis und trotz alledem noch optimistisch“ Frank Goldammer, 44, schreibt Kriminalromane, die in den 1940er und 1950er Jahren in Dresden angesiedelt sind. Zuletzt erschien im Dezember „Roter Rabe“; Anfang Januar 2019 schaffte der Roman es unter die Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste. Ein Gespräch über die Frage, wie viel Vergangenheit in der Gegenwart steckt – und umgekehrt. Ulrich Noller: Dein Max Heller ist jetzt ein Bestseller. Nicht schlecht, oder? Frank Goldammer: Mir wird das immer erst bewusst, wenn mich jemand danach fragt. Es ist schon wirklich eine tolle Sache;Read More
Wer möchte heute noch ein »Schlapphut« sein?  Ein Begriff und eine These – von Bodo V. Hechelhammer Ein Bild. Ohne Frage, eine alte Aufnahme. Vier Männer lächeln etwas hüftsteif in die Kamera und fast alle tragen zu ihren Trenchcoats auch einen »Schlapphut«. Vermutlich denken bei diesem Motiv nicht wenige an Geheimdienstmitarbeiter. Intuitiv. Und das ist auch richtig. Es handelt sich um Angehörige der Organisation Gehlen (Org), dem Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes (BND). Von links nach rechts sind abgebildet: Reinhard Gehlen, Heinz Danko Herre, der amerikanische Geheimdienstmitarbeiter Eric Waldman und Toni Halter. Eine Fotografie,Read More
Endlich zu den Sternen! Eine Rezension von Markus Pohlmeyer I „Die Sonne Chinas“ [1]   Shuiwa verlässt seine Eltern und sein von Dürre geplagtes Dorf, wird Minenarbeiter und schließlich Schuhputzer in einer Stadt. Die fettgedruckten Kommentare über den einzelnen Kapiteln sind eine Art Minimalanleitung für biographischen Erfolg und wachsende Lebensqualität: von Station zu Station wird Wasser sauberer, wird Licht heller. Und auch das Geld wächst, wenn auch nur bescheiden. Shuiwa lernt in seiner Wanderarbeiterbruchbude Lu Hai kennen, der einen Solarkocher auf Nanotechnologiebasis erfunden hat, einen armen, ehemaligen Professor, dem bisherRead More
Down South Eine Rezension von Sonja Hartl Zwei Leichen in einer Woche sind zu viel für den kleinen Ort Lark in Texas, das weiß die 69-jährige Geneva ganz genau. Zwei Tote – Michael Wright, ein schwarzer Anwalt aus Chicago, und Missy Dale, eine weiße Kellnerin aus Lark –, einfach zurückgelassen an einem Ufer. „Sie verschwenden keinen Gedanken mehr an den Mann (…), wenn ein weißes Mädchen tot aufgefunden wird“, bemerkt auch einer der Gäste in Genevas Café am Highway 59. Und vielleicht hätte er recht behalten, dass sich die PolizeiRead More

Posted On Februar 3, 2019By Marcus MuenteferingIn Crimemag, CrimeMag Februar 2019

7 Questions for Attica Locke

„My heart is split“ Marcus Müntefering hat Nachfragen an Attica Locke zu „Bluebird, Bluebird“ Vorbemerkung: Die folgenden Fragen und Antworten waren die Basis für eine Besprechung von Attica Lockes „Bluebird, Bluebird“ bei Spiegel Online. Es handelt sich also nicht um ein „normales“ Interview, sondern um eine Reihe von Fragen, die sich mir während der Lektüre des Romans stellten und die ich nicht in die dramaturgische Reihenfolge gebracht habe, wie es in einem zur Veröffentlichung gedachten Interview der Fall gewesen wäre. Da aber Atticas Antworten auf meine per E-Mail geschickten Fragen sehrRead More
Eine neue Spezies von Macht Textauszug aus „Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus“ von Shoshana Zuboff Flammenschrift an der Wand  (AM) Schade, wirklich schade, dass Frank Schirrmacher dieses Buch nicht mehr erleben konnte. Er hätte es wie kein anderer Intellektueller in die Talkrunden und Symposien getragen, hätte mit allen Kräften für seine Verbreitung gesorgt. Denn ganz zweifellos ist dies eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre, Rachel Carsons Umweltwarnung „Der stumme Frühling“ (1962) oder Robert Jungks „Atomstaat“ (1977) vergleichbar. Ein Buch für eine Epochenwende, eine neue Erzählung des Kapitalismus. Eine Flammenschrift anRead More
Abenteuerliche Spurensuche im nebulösen Zeitfenster     Michael Ondaatjes Roman „The English Patient “ (1992) war eine aus diversen Mosaiksteinen zusammengesetzte biographische Spurensuche, die in den diffusen Nebel einer  verschwommenen Vergangenheit führte.  In „Warlight“ („Kriegslicht“) beschreibt der aus Sri Lanka stammende, jetzt in Kanada lebende 75jährige Lyriker und Romancier nun die Suche der jugendlichen Geschwister Nathaniel und Rachel nach ethischen Normen im zerbombten Nachkriegs-London. Nathaniels Rückblende fünfzehn Jahre später auf  diese befreiende Initiations-Phase, in der ohne elterliche Obhut alles möglich schien, kreist um kleinkriminelle Machenschaften, Geheimdienst-Aktivitäten der abgetauchten Mutter und akribischeRead More

Posted On Februar 3, 2019By Hazel RosenstrauchIn Crimemag, CrimeMag Februar 2019

Karel Poláček: Die Bezirksstadt

Trügerisches Idyll Hazel Rosenstrauch über ein Buch mit Nachhall Es gab einmal eine Zeit, die nicht gerast ist. Oder wie es in Karel Poláčeks Roman heißt: „Die Bezirksstadt ist mit Zeit angefüllt wie die Scheuern des Pharaos. Sie vergeht nicht.“ Wer wissen will, wie das war, „als man noch wusste, was sich gehört“, ist in der tschechischen Kleinstadt vor gut hundert Jahren gut aufgehoben. Dort sind die Häuser „dickleibig wie Buchteln“, das Personal ist übersichtlich, die Adjektive klingen vertraut und vertrauenserweckend: die Ziege ist störrisch, der Fluß fließt träge, FrüchteRead More