CrimeMag Mai 2019 Category

Posted On Mai 1, 2019By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019, News

CrimeMag: Editorial Ausgabe Mai 2019

Herzlich willkommen! Wieder erwartet Sie ein pralles Magazin mit beinahe 30 Beiträgen, darunter etliche gewichtige Essays und eine Vielzahl fundierter Besprechungen. Anderswo würden alleine schon unserere beliebten Kurzbesprechungen als eigene Ausgabe durchgehen: 18 Bücher besprechen wir in den „Bloody Chops“, noch einmal zwölf in unserer neuen Rubrik „non fiction, kurz“. Zusätzlich sind unsere Experten wie jeden Monat auf „Schatzsuche“ für interessante Neuerscheinungen gewesen. KrimisMachen 4 Ende September in Köln nimmt Gestalt an, letztens konnten wir Ihnen einen ersten Programmüberblick präsentieren. Jetzt gibt es eine eigene Website – und ein günstiges Tagungshotel. Anmeldung über dieRead More

Posted On Mai 1, 2019By Thomas AdcockIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019, News

Thomas Adcock: Drunk on Fear

by Thomas Adcock Copyright © 2019 • Thomas Adcock NEW YORK CITY, near America In January 2016, in Montréal, the old man lay dying.  Perhaps he silently cursed having reached the age of ninety-nine rather than a full century well deserved. Surely he reflected on his long ago life in Berlin; in particular, Kristallnacht—the night of November 9 in 1938, when Hitler’s brown-shirts assaulted Jews in the streets, smashed the windows of Jewish-owned shops, burned synagogues to the ground. Perhaps he gave silent thanks to his having the wisdom andRead More

Posted On Mai 1, 2019By Thomas WoertcheIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019, News

Thomas Wörtche über Komik

Die Ambiguitätsintoleranz unserer Tage macht sich auch im kriminalliterarischen Diskurs breit. Gerne wird in diesem Zusammenhang ein „Publikumsgeschmack“ angeführt, dem viele der avancierteren Kriminalromane angeblich nicht entsprechen. Und dieses „Publikum“ verlangt angeblich nach Orientierung und Sinnstiftung, nach sorgenfreier „Unterhaltung“ (mit Body Count), die von sauertöpfischen Kritikerinnen und Kritikern und spaßbremsigen Jurys verachtet wird. Unterkomplexion und einfache Weltbilder sollen Trumpf sein. Als ob Kriminalliteratur dem Wahlprogramm der AfD gehorchen müsse. Aber Kunst, mithin Literatur, ist nun mal komplexer. Schon gar, wenn sie komisch ist. Wer Komik für etwas hält, was manRead More
Essay und Rezension Es handelt sich um drei voluminöse Bände mit Anhängen: Cixin Liu: Die Drei Sonnen (591 Seiten)[1], Der Dunkle Wald (815 Seiten)[2] und Jenseits der Zeit (990 Seiten)[3]. Der Inhalt: In unserem, ehemals mehrdimensionalen Universum herrscht ein Krieg aller gegen alle. Diese Romane sind absolut phantastisch. Diese Romane sind eine Variationenreihe zum Thema Übersetzung, nicht nur aus dem Chinesischen. Diese Romane beschreiben die immer wieder verzögerte Auslöschung der Menschheit bzw. des Sonnensystems. Erster Band: Das Andere, die Anderen, die Trisolarier nämlich in ihrem gravitationsmäßig herausfordernden Dreifachsonnensystem und ihreRead More
Rache in Ruinen Von Ute Cohen 15. September 2008. Die Investmentbank „Lehman Brothers“ beantragt Insolvenz. Die Finanzkrise ist auf ihrem Höhepunkt angelangt. Jahrelang hantieren amerikanische Banken mit faulen Krediten und schieben sich den Schwarzen Peter hin- und her, bis sie selbst wie bei einem überdimensionalen Hütchenspiel den Überblick verlieren. Bang! Nicht nur die Immobilienblase platzt, sondern auch der Traum vom dicken Sparschweinchen. Die Spirale dreht sich weiter, Zinsen sinken, Immobilienpreise steigen, Banker setzen sich auf die Cayman Islands ab oder versteuern in Luxemburg. Die nächste Blase droht, der Kollaps istRead More

Posted On Mai 1, 2019By Robert RescueIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

Robert Rescue: Story

Kein gutes Opfer Ich stehe nachts vor einem Geldautomaten in einer Bankfiliale. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie ein Mann hereinkommt, eilig auf mich zutritt und mir einen Gegenstand in den Rücken bohrt. „Keine Bewegung! Geld her!“, zischt er mir ins Ohr. Ich richte den Blick starr auf das Display vor mir. „Ich habe nichts abgebucht“, erkläre ich ruhig. „Ich habe was eingezahlt.“ „Dann hebst du es wieder ab, und zwar alles“, höre ich es hinter mir. „Das geht nicht.“ „Was soll das heißen, geht nicht?“ „Ich habe keine PIN-Nummer.“Read More
Das Leben ist nicht mehr als ein langsamer Tod Nico Walkers „Cherry“ wird angekündigt als der erste große Roman zur Opioid-Epidemie. Tatsächlich ist es eine Selbsttherapie per Schreibmaschine. – Eine Rezension von Johannes Groschupf. Die New Yorker Firma Purdue Pharma – geführt von den Milliardären Raymond und Mortimer Sackler, die bis vor Kurzem noch als edle Spender von Kunstmuseen weltweit hofiert wurden – brachte 1996 das Schmerzmittel OxyContin auf den Markt. Es wurde zu einem Blockbuster-Medikament, das jährlich für einen Umsatz von einer Milliarde Dollar sorgte, denn es gelang PurdueRead More
„Ich bin kein Kriegsheld“ Ein per E-Mail geführtes Interview mit dem in Kentucky im Gefängnis sitzenden Autor von „Cherry“ Weil er anderen helfen wollte, meldete er sich als Sanitäter für den Irak-Krieg, war in elf Monaten bei etwa 250 Kampfeinsätzen dabei, kam traumatisiert zurück, konnte nicht schlafen und war depressiv, wurde rauschgiftsüchtig, überfiel in vier Monaten zehn Banken – Gesamtbeute: knapp 40.000 Dollar -, wurde zu elf Jahren Gefängnis verurteilt, schrieb mit Hilfe von Außen einen Roman, der jetzt für den PEN/Hemingway Award nominiert war. Alf Mayer: Mir wurde gesagt,Read More
Liebes CrimeMag-Publikum, Kriminalliteratur wurde früher gerne als „Asphalt-Literatur“ abgetan. Wir finden, dass das ein Adelstitel ist. Wir mögen Asphalt, wir mögen Großstadt, wir mögen Realität. Deswegen präsentieren wir Ihnen hier eine neue Rubrik, die jeden Monat Bilder des Fotografen Carsten Klindt und manchmal Texte der Polizistin Nadja Burkhardt kombiniert: Street Scenes und Street Crimes. Aus Realität wird Kunst in Bild und Wort, fragmentarisch und  kaleidoskopisch. Freuen Sie sich mit uns! (Hier Auftritt Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3, Nr.4, Nr. 5, Nr.6, Nr.7, Nr. 8 und Nr.9 und Nr. 10.) STREET SCENES „Street Scenes“ ist eine Serie des Berliner Fotografen Carsten Klindt, aus der wir jeden Monat einRead More

Posted On Mai 1, 2019By Thomas AdcockIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

Thomas Adcock: Mueller’s Map

by Thomas Adcock Copyright © 2019 • Thomas Adcock NEW YORK CITY, near America In last November’s federal legislative elections, Democrats swept to party leadership in half the two-chamber Congress of the United States—the House of Representatives, affectionately known as “the people’s House.” At last! Power to the people! Voters turned out in historically high numbers to demonstrate their profound disgust with the cupidity, immorality, and criminality of Donald J. Trump and his enablers of the hear-no-evil, see-no-evil Republican Party. Heeding the message of upstart Democratic contenders, featuring a bumperRead More
Bücher kurz serviert Kurzbesprechungen von fiction und non fiction. Joachim Feldmann (JF), Alf Mayer (AM), Hans Jörg Wangner (wer) und Thomas Wörtche (TW) über: Baer, Hennefeld, Horak, Iversen (Hg.): UnwatchableVeikko Bartel: Mörder. Fälle aus der Praxis eines StrafverteidigersJohn Carreyrou: Bad BloodGeoff Dyer: ‘Broadsword Calling Danny Boy’: On „Where Eagles Dare“Raquel Erdtmann: „Und ich würde es wieder tun“Irene Götz (Hg.): Kein Ruhestand. Wie Frauen mit Altersarmut umgehenA.S. Hamrah: The Earth Dies Streaming. Film Writing, 2002 – 2018Johann Hari: Der Welt nicht mehr verbundenJilliane Hoffman: NemesisDavid Joy: Wo alle Lichter endenPhilip Kerr:Read More
Die Legende von der einfachen Geburt  Wie Maigret wirklich zur Welt kam – Von Daniel Kampa Delfzijl, mit seinen knapp 25 000 Einwohnern und der zweitgrößten Raffinerie Hollands, liegt an der Mündung der Ems in die Nordsee. Die Touristen, die nach Amsterdam strömen, verirren sich nur in Ausnahmefällen in die Stadt, und wenn, dann hat das meistens nur einen Grund. In Delfzijl, das glaubt jeder Maigret-Fan zu wissen, schrieb Simenon im Herbst 1929 den ersten Roman über den Pfeife rauchenden Pariser Kommissar. Der Bahnhof von Delfzijl ist die erste Anlaufstelle fürRead More

Posted On Mai 1, 2019By Marcus MuenteferingIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

„Bloody Questions“ (28) mit Sara Gran

„I have tried, in my way …“ The Crime Questionnaire – von Marcus Müntefering Seit 2014 schickt der Literaturkritiker Marcus Müntefering Krimischriftstellern, die er schätzt, per E-Mail seinen Fragbogen „Bloody Questions“ (in seltenen Fällen stammen die Antworten auch aus Gesprächen). Zunächst wurden die „ausgefüllten“ Bögen auf dem schon länger nicht mehr existenten Blog Krimi-Welt veröffentlicht. Zusätzlich zu sporadischen neuen „Bloody Question“ – wie hier mit Sara Gran – gibt es jetzt monatlich einen dieser „Klassiker“ bei uns im CrimeMag, in der Reihenfolge ihres Erscheinens.  Claire DeWitt, der selbsternannten „besten Detektivin der Welt“, geht es nicht um Gerechtigkeit.Read More
Und es war doch die Mafia Dallas, 22. November 1963. Strahlender Sonnenschein begleitet die Präsidentenlimousine durch die Straßen Dallas. Beim Abbiegen der Wagenkolonne in eine dreispurige Unterführung werden drei Schüsse abgefeuert. Der US-Präsident John F. Kennedy ist tot. Erschossen. Amerika in Schockstarre. Dieses Attentat ging nicht nur in die Weltgeschichte ein, sondern heizte auch zahlreiche Verschwörungstheorien an. Offiziell erschoss Lee Harvey Oswald den Präsidenten, doch ausgerechnet dieser Einzeltäter wird zwei Tage später vom Nachtclub-Besitzer Jack Ruby in Polizeigewahrsam ermordet. Neben der offiziellen (realen) Theorie gibt es auch zahlreiche Verschwörungstheorien. EinigeRead More

Posted On Mai 1, 2019By Thomas WoertcheIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

Zu Don Winslow „Jahre des Jägers“

All fucked up  Thomas Wörtche sieht in Don Winslows neuer Roman „Jahre des Jägers“ den Schritt vom „realistischen“ zum „symbolischen“ Erzählen vollzogen. Mit dem tausendseitigen Epos „Jahre des Jägers“ schließt Don Winslow seine Drogen-Trilogie („Tage der Toten“, „Das Kartell“) ab und kommt damit in der Echtzeit von 2018 an.  Den Kern dieses letzten Romans bildet allerdings nicht mehr den Kampf des Drogenfahnders Art Keller, der inzwischen zum Chef der Drug Enforcement Agency, DEA, aufgestiegen ist, gegen die mexikanischen Drogenkartelle, sondern deren Kampf untereinander und vor allem Kellers Kreuzzug gegen die Trump-Administration.Read More
Ein Hauch von Freiheit Rezension von Wolfgang Franßen  Wer eine solche Tochter hat, sollte sich schon mal ein Grab im Garten aussuchen. Naomi findet nicht ganz freiwillig Zuflucht im Haus ihres Vaters auf der griechischen Insel Hydra. Sie hat als Anwältin in London gearbeitet und wurde wegen unrechtmäßiger Parteinahme für einen Mandanten vor die Tür gesetzt. London hasst sie inzwischen und Hydra ist für sie nicht mehr als ein Rückzugsort für Vermögende, die sich gerne von der Sonne verbrennen lassen und darin ein Zeichen ewiger Jugend erkennen. Alles ist perfekt.Read More

Posted On Mai 1, 2019By Alf MayerIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

non fiction, kurz – Mai 2019

Sachbücher, kurz und bündig Je weniger Utopien wir haben, desto mehr taucht der Blick in die Vergangenheit. Kaum ein Genre hat eine solche Explosion von Formen und Vielfalt erlebt wie die ehrwürdigen Geschichts- und Kulturwissenschaften. Sekundärliteratur ist für alle am Krimigenre Interessierten unerlässlich, wenn man nicht nur konsumieren will. Alf Mayer (AM) und Thomas Wörtche (TW) sind auf einem kleinen Streifzug im SekLit-Revier unterwegs – mit Kurzbesprechungen von: Peter Demetz: Diktatoren im Kino. Lenin, Mussolini, Hitler, Goebbels, StalinMiriam Gebhardt: Wir Kinder der Gewalt. Wie Frauen und Familien bis heute unterRead More

Posted On Mai 1, 2019By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

Stefan Appelius „Die Spionin“

Olga und ihr CIA-Spionageclan Wenn Top-Agenten aus der DDR die große Sause im Schlaraffenland genießen wollten – Von Peter Münder. Bei einem Geheimprozeß in Frankfurt/Oder wurde 1960 die Raue-Gruppe wegen Spionage für die CIA zu langen Haftstrafen verurteilt: Es war ein Familien-Clan um Heinz, Gerd und Olga Raue (geb. Karalus), der im Kalten Krieg in der DDR und in Moskau für die CIA arbeitete – leichtsinnig und dilettantisch, aber bis zur Verhaftung auch erfolgreich: Olga hatte in der Umgebung von Moskau ein Areal zum Raketenbau und für die Produktion einer WasserstoffbombeRead More
Dieser Roman ist ein Kind der Zivilcourage Susanne Saygins „Feinde“ – Stuttgarter Krimipreis für das beste Debüt 2018 Susanne Saygin wurde am 29.3.2019 mit dem Wittwer-Thalia Debütkrimipreis für ihren Erstling „Feinde“ vor 300 Krimifans im Stuttgarter Wilhelma-Theater ausgezeichnet. Hier die Laudatio von Tobias Gohlis: Als Susanne Saygin eines Morgens im Jahre 2009 in Köln-Ehrenfeld aufwachte, wurde ihr klar: ihre Welt hatte sich verändert. In das Nachbarhaus, in dem nur Platz für 80 Personen war, waren 250 bulgarische Roma eingesickert. Sie machten Krach und Müll, sie rochen schlecht, und Susanne Saygin machte eineRead More
I Theoretischer Versuch: platonische Science Fiction? Platon verwendet nicht selten in seinen Dialogen (Kunst)Mythen, wie z.B. den von Atlantis oder wie Eros in die Welt gekommen sei. Es ist keinesfalls so, dass Platon dann Mythen dichte, wenn er etwa mit seiner Philosophie (dem logos) am Ende wäre. Eine andere Erklärung wäre vielmehr, „[…] dass mythos und logos (so eine gängige terminologische Opposition) dem Begriffsgehalt ursprünglich beide das ‚vernünftig darstellende Reden‘ bedeuten, der eine eben vor allem in Erzählform, der andere in argumentativ nachvollziehbarer Form […].“[1] Eher durch Zufall fand ichRead More

Posted On Mai 1, 2019By Claudia SchwartzIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

„Game of Thrones“ – Staffel 8

Herrsche gerecht und gut Die Serie «Game of Thrones» ist zum popkulturellen Phänomen geworden – nun ist das Ende da. Claudia Schwartz nimmt uns an der Hand. Am 14. April 2019 startete beim US-Sender HBO die achte und letzte Staffel von «Game of Thrones» – und sogleich sozusagen weltweit.  In Deutschland kam der Pay-TV-Sender Sky in der Nacht der dritten Folge auf 36,2 Prozent Marktanteil – um drei Uhr morgens, während sonst 0,1 Prozent die Regel sind. Wer hätte in den Anfängen gedacht, dass diese Serie mit ihren Fragen um MachtRead More
Journalist, Kritiker und Romancier „Diese unmoderne Persönlichkeit mit unglaublich modernen Ansichten“ (Alfred Kerr) Selten gab es so ein literarisches Allround-Talent wie Theodor Fontane: Schon als  junger Apotheker schrieb er Gedichte und Balladen, wechselte dann als Quereinsteiger zum Journalismus, machte während des Krim-Krieges 1855 PR in London für die preußische „Centralstelle für Preßangelegenheiten“, schrieb für die Berliner „Kreuz“-Zeitung und die „Vossische Zeitung“ Feuilletons und Theaterkritiken, bis er sich dann „im zarten Alter von sechzig Jahren entschloß, ein naturalistischer Dichter zu werden und  mit „Irrungen, Wirrungen“ flugs den besten Berliner Roman schrieb“ (Alfred Kerr). WelcheRead More
Süße Droge Kapitalismus Eine Filmkritik von Maria Wiesner „Say no to communism“, sagt der langhaarige Hippie-Amerikaner zu Raphayet (Jose Acosta). Er ist für das Friedenscorps nach Kolumbien gekommen und schiebt diesen Satz noch ganz überzeugt nach, als er sich eigentlich schon verabschiedet hat. Raphayet nickt zustimmend: „Klar, lang lebe der Kapitalismus!“ Die beiden haben gerade einen Deal geschlossen, und schon mit dem Satz ist klar, dass das hier nicht gut enden wird. Der Amerikaner ist nicht im Land, weil er sich um die politische Lage in Lateinamerika sorgt, er ist scharfRead More

Posted On Mai 1, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

Markus Pohlmeyer sieht „Hostiles“

Der Western als Totentanz und Modell von Versöhnung Ein Essay von Markus Pohlmeyer Das Grundgerüst der Handlung von Feinde – Hostiles (lat. hostilis = feindlich) wäre als episch zu beschreiben, auch wenn es sich ‚nur‘ um eine Reise handelt – fast wie bei der Odyssee, in welcher Odysseus nach langer Irrfahrt aus dem Trojanischen Krieg heimkehrt und dabei all seine Gefährten verliert. Jene Western-Reise führt nach den Kriegen gegen die Indianer durch phantastische Landschaften und in die Begegnung mit furchteinflößenden Monstern: Menschen und der eigenen Seele, in der das Unheimliche verdrängt und dämonisch lauert,Read More
Die Frau, die nicht wegsah Vor den Spiegel stellte er sich, entkleidet, und schrie und schrie: „Ich bin ein Mensch. Ich bin ein Mensch. Denn ich trage des Menschen Gestalt.“ (Hans Henny Jahnn, Perudja, 1929) Einmal in diesem Film steht Rosamund Pike in einem halbdunklen Zimmer nackt vor dem Spiegel, full frontal nudity, sieht sich an wie eine Fremde – einer der vielen existentiellen Momente in dem von Charlize Theron produzierten Film, der bis auf einige special screenings in Deutschland gar nicht ins Kino kam.Rosamund Pike verkörpert die amerikanische Kriegsreporterin MarieRead More
I’m a firestarter, twisted firestarter Eine Filmkritik von Beatrice Behn Jongsu (Yoo Ah-in) ist allein. Seine Mutter hat ihn schon früh verlassen. Schuld ist der Vater, dessen cholerische Anfälle alle in seiner Umgebung malträtierten. Und nun verlässt ihn auch der Vater, denn er muss in den Knast. Er hat jemanden verprügelt. Jongsu schlägt sich mit einem Gelegenheitsjob durch und versucht, nebenbei seiner Leidenschaft – dem Schreiben – nachzukommen. Immerhin hat er das studiert. Aber die durchschlagende Idee fehlt. Doch wie so oft in Filmen und Büchern fehlt nicht die Idee, sondern dieRead More