CrimeMag Juni 2020 Category

Maurer, Dichter, Shigulimann Wendezeit ist Dichterzeit: Jedenfalls für einen so begnadeten Autor wie den 1963 in Gera geborenen Lutz Seiler. Nach seinem grandiosen „Kruso“ (2014, Deutscher Buchpreis) nun also „Stern 111“ (Leipziger buchpreis 2020). Statt Flucht-Visionen der Hiddensee-Kommune nun also Berliner  Umbruch-Aufbruch-Abbruch-Szenarios mit eigenwilligen Außenseiter-Typen. Carl taucht nach dem Fall der Mauer und dem „Weggang“ der Eltern in den Westen in die turbulente  Berliner  Nachwendezeit ein, als Häuser besetzt wurden, um sie bewohnbar zu machen. – Von Peter Münder.  Im „Heimathafen der Gedichte“ fühlte sich der Lyriker Lutz Seiler („im federlatein“, 2010) immerRead More

Posted On Juni 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2020

„Das Tor“ im Ausnahmezustand

Das Leben, angehalten Ein Essay von Markus Pohlmeyer I „Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne.“[1] II Was löste die Lektüre des Romans „Das Tor“ [2] bei mir aus? 1. Ich musste an viele absurde, leidensvolle, lebenszeitvernichtende Erfahrungen mit Institutionen denken. Institutionen, die zum einen zweifellos entlastend und notwendig für das Leben in komplexen Gesellschaften sind, zum anderen aber auch immer wieder durch Psychopathen, Diktatoren, Schreibtischtäter etc.Read More

Posted On Juni 1, 2020By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag Juni 2020

Ziemowit Szczereks „Sieben“

Surrealistischer Polski Blues: Ist dies der Staub Pompejis oder schon die Post-Apokalypse? Ziemowit Szczereks „Sieben“ liefert eine bizarre Assoziationskette zur polnischen Malaise, die sich beim Road Trip entlang der Schnellstraße 7 zwischen Krakau und Warschau ergibt: In seinem Opel Vectra jagt der polnische Fake News-Journalist Pawel zu einem Termin nach Warschau und erlebt in Hunter Thompsons Gonzo-Stil einen Höllentrip,  bei dem er zwischen einigen Unfällen und vollgedröhnt mit Hexer-Drogen über polnische Trash-Architektur, den wilden Osten und den verkorksten polnischen Nationalcharakter  schwadroniert. – Von Peter Münder Ausgerechnet zu Allerheiligen und einen Tag nachRead More

Posted On Juni 1, 2020By Joachim FeldmannIn Crimemag, CrimeMag Juni 2020

Joachim Feldmann: ProgRock

Das Musikbuch „A New Day Yesterday“ von Mike Barnes Mein erstes Rockkonzert fand am 23. April 1973 statt. Emerson, Lake and Palmer gastierten in der Halle Münsterland. Warum sich mein jugendliches Interesse ausgerechnet auf dieses Trio konzentrierte, obwohl mir andere Bands besser gefielen, liegt vielleicht daran, dass es in meinem Freundeskreis schon reichlich Deep Purple- oder Jethro Tull-Fans gab. Die musikalischen Eskapaden des Keyboard-Maniacs Emerson und seiner zwei Mitstreiter den eingängigeren Tönen anderer Rockgruppen vorzuziehen, war ein Alleinstellungsmerkmal, auf das man als intellektuell ambitionierter Vierzehnjähriger nicht verzichten mochte. Dass manRead More
A #Covid-19 Story Like most city people I thought that a place in the country would be a sanctuary where I could commune with nature. Many writers are known for their affection the flora and animals only found in a natural setting. Jonathan Frazen is known for his bird watching. Also Flannery O’Connor had a childhood surrounded by birds, in this case raising chickens, peacocks and peahens. Vladmir Nabokov was a respected Lepidopterist. In between writing novels, Nabokov loved netting, mounting, studying and displaying collections of butterflies. Sylvia Plath keptRead More
The Crime (Fiction) Spree Hitting Rural Australia Australian country towns are often poor, isolated and drought-stricken. Even the prosperous ones, gifted by climate and industry, can struggle due to their lack of services, social divisions, and vast distances from neighbouring towns. I love them. When I began writing my second novel, No Words –– Die Sprache der Opfer (And Fire Came Down), I needed a setting that would mirror the story. My battered hero, a deaf PI, has to confront his own dark past, so I wanted something claustrophobic and intense. NoRead More
Lockdown recollections of the outside world and the wonder of Space Age Books A tribute to recently deceased Merv Binn & his speciality science fiction bookshop – by Andrew Nette I was saddened over the Eastern weekend to hear of the death of Mervyn ‘Merv’ Binns on April 7, at the age of 85. Binns was a major participant in Melbourne science fiction fandom going back to its earliest days in the 1950s, and established Space Age Books, Australia’s first specialist science fiction bookshop, and a frequent bolt hole forRead More
Bedeutungslos durchs All Ein Essay von Markus Pohlmeyer Die Hauptrollen in diesem Film sind auf Raum und Zeit verteilt, auch wenn Menschen vorkommen.[1] Bedeutungslos. Kurz zum Inhalt: Auf dem Weg zum Mars – die Erde ist nun endgültig verwüstet – wird das Luxusraumschiff Aniara von Weltraumschrott getroffen, beschädigt und driftet in die Weiten des Alls. Die Illusion, bald umkehren zu können, zerbricht. Jahr für Jahr fliegt die Aniara ins Nichts. Ein Computer (Mima), der die guten Erinnerungen der Besatzungsmitglieder an die Erde simuliert, zerstört sich irgendwann selbst vor Schmerz; der WegRead More

Posted On Juni 1, 2020By Die RedaktionIn Crimemag, CrimeMag Juni 2020

Krimigedicht

For What It’s Worth  by Stephen Stills There’s something happening hereBut what it is ain’t exactly clearThere’s a man with a gun over thereTelling me I got to beware I think it’s time we stopChildren, what’s that sound?Everybody look – what’s going down? There’s battle lines being drawnNobody’s right if everybody’s wrongYoung people speaking‘ their mindsAre getting so much resistance from behind It’s time we stopHey, what’s that sound?Everybody look – what’s going down? What a field day for the heatA thousand people in the streetSinging songs and carrying signsMostly saying,Read More