All posts by Sonja Hartl

Sonja Hartl arbeitet als freie Journalistin im Radio, Print und Online. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind (Kriminal)-Literatur, Film und soziale sowie gesellschaftspolitische Implikationen von Gender und Herkunft. Sie war Chefredakteurin von Polar Noir, betreibt das Blog Zeilenkino und ist Mitgründerin des Sígne-Journalistinnenkollektivs, Mitglied in der Jury für die Krimibestenliste von Deutschlandfunk Kultur und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und für den Deutschen Krimipreis. Sie ist in Berlin eine der drei Stimmen beim "Talk Noir" und seit Anfang 2020 verstärkt sie unsere Redaktion - worüber Alf Mayer und Thomas Wörtche sich sehr freuen. Ihr Blog Zeilenkino ist sowohl ein Film-, ein Literatur- als auch ein Krimi-Blog: www.zeilenkino.de Mehr zu ihrer beruflichen Tätigkeit unter www.textstube.de Ihre Texte bei CulturMag.de: http://culturmag.de/author/sonja-hartl

Posted On Januar 15, 2017By Sonja HartlIn Crimemag, Film/Fernsehen

Film: Hell or High Water

Der texanische Weg Von Sonja Hartl „Three tours in Irak but no battle for people like us“ steht als Graffiti an einer Häuserwand in einer wie ausgestorbenen wirkenden Kleinstadt gleich zu Beginn von Hell or High Water. Ein Auto fährt durchs Bild. Eine Kirche ist zu sehen. Eine müde Frau schließt die Tür zu einer Bank auf, zwei maskierte Männer drängen sie in den Bankraum und wollen die Bank überfallen. Aber sie haben einen Fehler gemacht, nicht die Frau hat den Schlüssel zum Tresor, sondern ihr Chef, der später kommt.Read More

Posted On November 15, 2016By Sonja HartlIn Crimemag, Film/Fernsehen

Film: Sonja Hartl: Girl on the Train

Fremde im Zug „I’m not the girl I used to be“, sagt Emily Blunt in dem hier besprochenen Film. Sonja Hartl – siehe unten – nimmt das „girl“ nicht so einfach hin. Zu solchen Film- oder Buchtiteln hat sie eine Meinung. Aber lesen Sie erst ihre Filmkritik. Jeden Tag fährt Rachel Watson (Emily Blunt) mit dem Zug von Westchester County nach Manhattan. Wie viele Pendler sitzt sie immer im gleichen Wagen auf dem gleichen Platz. Und jeden Tag blickt sie in das Haus eines Paares, das für sie die perfekteRead More

Posted On Oktober 15, 2016By Sonja HartlIn Crimemag, Interview

Interview: Sonja Hartl fragt Carlo Bonini

Im Gespräch – Carlo Bonini Mit „Suburra“ und „Die Nacht von Rom“ haben Giancarlo De Cataldo und Carlo Bonini zwei hervorragende Kriminalromane über die Verstrickungen von Politik, Verbrechen und Gesellschaft in Rom geschrieben.  Sonja Hartl hat sich anlässlich des Kinostarts des Suburra-Films mit Carlo Bonini unterhalten. Beide Romane scheinen sehr nah an der italienischen Realität zu sein? Wie nah sind sie wirklich? Ich glaube, sie sind letztlich sehr nah. Normalerweise schreibe ich Sachbücher, aber auch wenn ich fiktionale Bücher schreibe, spielt die Realität eine wichtige Rolle. Ich kenne kein gutes fiktionalesRead More

Posted On Oktober 15, 2016By Sonja HartlIn Crimemag, Film/Fernsehen

Film: Zwei Filme über wahre Verbrechen

Wahre Verbrechen Zwei Filme über wahre Verbrechen und zweifelhafte Justizentscheidungen kommen im Oktober ins Kino: Vincent Garenqs Spielfilm „Im Namen meiner Tochter – Der Fall Kalinka“ und der Dokumentarfilm „Das Versprechen“ von Karin Steinberger und Marcus Vetter. Sonja Hartl hat sie sich für CrimeMag angesehen. Über 30 Jahre lang beschäftigte der Tod von Kalinka Bamberski die Gerichte und die Öffentlichkeit in Deutschland und Frankreich. Das 14-jährige Mädchen wurde am 10. Juli 1982 morgens tot in ihrem Bett im Haus ihres Stiefvaters Dr. Dieter Krombach in Lindau aufgefunden. Krombach hat nochRead More

Posted On September 15, 2016By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Drei Romane: Sonja Hartl vergleicht: Girls-Girls-Girls

Girls, Girls, Girls Drei Bücher sind in diesem Jahr erschienen, die „Girls“ im Titel tragen. Sie erzählen von Mädchen, die mit Gewalt in Kontakt kommen, von ihrem Umgang mit und den Auswirkungen dieser Erfahrung. Dabei verbindet Emma Clines „Girls“, Rebecca Thorntons „The Girls“ und Chevy Stevens „Those Girls“, dass es auch um die Beziehung der zwischen 14- und 17-jährigen Mädchen zueinander geht – und stets ein Dreiecksverbund eine Rolle spielt. – Von Sonja Hartl. California Girls In Emma Clines „Girls“ sind die Mädchen schon im ersten Satz präsent: „Dass ichRead More

Posted On August 15, 2016By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Roman: Eoin McNamee: Blau ist die Nacht

Wahnsinn und Betrug Mit „Blau ist die Nacht“ ist der abschließende Teil von Eoin McNamees „Blue“-Trilogie nun in deutscher Übersetzung erschienen. Sonja Hartl hat dazu eine Phantasie. Wie immer, kommt die aber erst ganz am Schluss. Der wahre Fall der Ermordung einer 19-jährigen Frau steht im Mittelpunkt von Eoin McNamees drei Büchern, die alle „blue“ im Originaltitel haben. Am 12. November 1952 wird die 19-jährige Patrica Curran – Tochter des Richters Lancelot Curran – tot in der Auffahrt zu ihrem Elternhaus im County Antrim aufgefunden. Auf sie wurde 37-mal eingestochen.Read More
„Eigentlich war Condor niemals weg“ – James Grady im Gespräch mit Sonja Hartl. Im Jahr 1974 erschien das Debüt von James Grady, ein Spionagethriller über den CIA-Mitarbeiter Ronald Malcolm, der in einem verdeckten Büro in Washington D.C. arbeitet und die Handlung von Kriminal- und Spionageromanen analysiert. Eines Tages verlässt Malcom für eine Mittagspause das Büro – und in seiner Abwesenheit werden alle anderen Mitarbeiter ermordet. Also wählt Malcom eine Notfallnummer, nennt seinen Codenamen, und schon steckt „Condor“ mitten in einem Spionagedurcheinander, dass die Paranoia der Post-Watergate-Jahre widerspiegelt. Aus dem BuchRead More
Die Professionalität von Ermittlerinnen Frauen im Thriller, die keine Opfer oder Assistentinnen sind, neigen zur schwer belasteten Vergangenheit. Emma Carow aus Ule Hansens „Neuntöter“ und Jenny Aaron aus Andreas Pflügers „Endgültig“ sind hier keine Ausnahme. Sie arbeiten beide für das BKA, sind traumatisiert und werden jeweils durch einen Fall mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Jedoch enden hier bereits ihre Gemeinsamkeiten. Denn im Vergleich zu Emma Carow ist Jenny Aaron vor allem eines: professionell. Von Sonja Hartl. Das zeigt sich schon bei den ersten Sätzen der jeweiligen Bücher. „Neuntöter“ von Ule HansenRead More
Mancher Weg für „crime ficton from down under“ ist dann doch etwas kompliziert. Sonja Hartl hat sich für unsere Reihe (siehe auch das Interview mit Candice Fox in dieser CM-Ausgabe) mit der ehemaligen Polizistin P.M. Newton unterhalten. Bereits im letzten Herbst war das Erscheinen der Übersetzung von P.M. Newtons Roman „The Old School“ (dt. Titel „Die Götter von Bankstown“) angekündigt, doch dann kam das Aus des Metrolit-Verlags und damit ist auch dieser Titel in der Übersetzung bisher leider noch nicht erschienen. Dabei ist P.M Newton eine interessante Stimme in derRead More

Posted On März 15, 2016By Sonja HartlIn Crimemag, Film/Fernsehen

Film: Raum

Über Anpassung und Über-Leben – „Raum“ ist eines der aufwühlendsten Kinoereignisse des Jahres. Sonja Hartl hat sich dem Buch von Emma Donoghue und dem gleichnamigen Film von Lenny Abrahamson beschäftigt. „Heute bin ich fünf. Als ich gestern Abend in Schrank eingeschlafen war, war ich noch vier. Aber dann wache ich im Dunkel in Bett auf und bin plötzlich fünf, Abrakadabra.“ Mit diesen Sätzen beginnt Emma Donoghues Roman „Raum“, in dem der nun fünfjährige Ich-Erzähler Jack von seinem Leben erzählt, dessen Eigentümlichkeiten anfangs vor allem sprachlich markiert sind. Er wacht „inRead More
Verpasste Gelegenheit von Sonja Hartl Mit „Dark Places“ startet nun nach „Gone Girl“ die zweite Verfilmung eines Romans von Gillian Flynn in den deutschen Kinos. Tatsächlich eignen sich ihre Bücher auf den ersten Blick gut für eine Adaption: Sie haben einen handlungsreichen Plot mit (teilweise zu) vielen Wendungen und spielen in einem gut beschriebenen, genau zu definierenden Setting. Dennoch stecken in diesen vermeintlich einfachen Verfilmbarkeit einige Tücken. Zunächst sind Frauenfiguren bei Gillian Flynn nicht nur jung und alt, Opfer und Täter, Kumpeltyp und psychopathische Verführerin, sondern vor allem widersprüchliche Charaktere,Read More

Posted On November 4, 2015By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Roman: Wallace Stroby: Kalter Schuss in Herz

Go Girl! Weibliche Berufsverbrecher, überhaupt Berufsverbrecher, wenn sie nicht Angestellte oder Kontraktoren des Organisierten Verbrechens sind, haben seit den Tagen von Charley Varrick – der Don-Siegel-Film mit Walter Matthau ist von 1973 – eher Seltenheitswert. Wallace Stroby kennt die Klassiker des Genres und setzt mit seinen Crissa-Stone-Romanen eine Tradition fort. Sonja Hartl hat sich angeschaut, wie gut er das macht. Katzen im Kriminalroman haben derzeit einen schlechten Ruf. Aber bei Wallace Strobys „Kalter Schuss ins Herz“ handelt es sich glücklicherweise nicht um einen Katzenkrimi. Die schwarze Katze mit dem ausgefranstenRead More

Posted On November 4, 2015By Sonja HartlIn Film/Fernsehen, Litmag, News

Film: Macbeth

„Macbeth“ und die Bilder von Adam Arkapaw — Von Sonja Hartl. In der Rezeption des Films gibt es in der Regel eine klare Aufmerksamkeitshierarchie: Am meisten wird über die Schauspieler gesprochen und geschrieben, danach folgen die Regisseure, die weithin als namensgebende Urheber des Werkes gelten. Der neue Film von Quentin Tarantino. Von Naomi Kawase. Oder eben von Justin Kurzel. Nur bei wenigen Filmen scheint diese Regel außer Kraft gesetzt zu sein – beispielsweise werden bei sehr großen Blockbustern wie den neuen Batman-, Superman-, X-Men-, Avengers-Streifen Story und Besetzung gleichermaßen diskutiertRead More
Drogenkrieg als Stoff: Neue Grenzen, neue Stile Der war on drugs ist eine never-ending story und ein beständig wiederkehrendes Thema nicht nur in den Büchern von Don Winslow, sondern auch in Filmen und Fernsehserien. In diesem Herbst sind mit „Sicario“, „Cartel Land“ und „Narcos“ drei neue amerikanische Produktionen zu sehen. Unsere Expertin Sonja Hartl hat die Ware gewissenhaft geprüft. Drogengeschichte im Schnelldurchlauf: die Netflix-Serie „Narcos“ Die Geschichte Pablo Escobars eignet sich hervorragend, um von dem war on drugs zu erzählen. Zu seinen Lebzeiten erlebte Kokain seinen Aufschwung, nahm die Bedeutung Lateinamerikas fürRead More

Posted On Mai 16, 2015By Sonja HartlIn Bücher, Crimemag

Adrian McKinty: Die verlorenen Schwestern

Zwischen Bomben und Landhausidylle – Adrian McKintys „Die verlorenen Schwestern“ gehört in die Reihe der Sean-Duffy-Romane und ist wie alle Bücher von McKinty ein Feuilletonliebling. Das hat gute Gründe. Sonja Hartl zählt sie auf. Lange Zeit gab es angesichts der Allgegenwärtigkeit der Gewalt fast keine Kriminalliteratur, die in Nordirland spielte. Verleger glaubten, niemand wolle es lese, außerdem wurde vermutet, Leser könnten es als ‚geschmacklos‘ empfinden. Doch dann kamen in den 1980er Jahren erste Kriminalromane auf, die die troubles thematisierten, und seit den 1990er Jahren nimmt ihre Anzahl stetig zu. EoinRead More
Grenzverläufe des Nordic Noir, Teil 2 – „The Killing“ – Nach „The Bridge“ (Nordic Noir, Teil 1) analysiert Sonja Hartl heute die amerikanische Adaption von „Kommissarin Lund“. Es war ein unerwarteter Erfolg. Als im Frühjahr 2011 die dänische Serie „Forbrydelsen“ auf BBC4 ausgestrahlt wurde, waren die Konzeptrechte zwar bereits in die USA verkauft, dennoch rechnete kaum einer mit Zuschauerzahlen von im Schnitt einer halben Million und der Welle skandinavischer Krimidramen, die diese Serie auslöste. Aber die Briten wurden süchtig nach „Forbrydelsen“, obwohl sie untertitelt ausgestrahlt wurde, der Strickpullover von HauptfigurRead More
Grenzverläufe des Nordic Noir, Teil 1 – „The Bridge“ – Nordische Stoffe werden für den amerikanischen Markt adaptiert und nachgebaut, spätestens seit dem Erfolg der US-Variante von Stieg Larssons „Millenium“-Saga. Sonja Hartl hat sich ein paar Adaptionsmechanismen genauer angeschaut … Normalerweise sind US-amerikanische Fernsehserien das Maß der Dinge. Sie gelten als innovativ, als gut und vor allem als besser als viele europäische Produktionen. Seit 2007 gibt es jedoch eine Ausnahme: Die skandinavische Serie „Forbrydelsen“ („Kommissarin Lund“, später auch „Das Verbrechen“ (mehr bei CM)) ist seit der Erstausstrahlung bei Zuschauern undRead More

Posted On November 24, 2012By Sonja HartlIn Mitarbeiter

Sonja Hartl

Sonja Hartl studierte Deutsche Sprache und Literatur, Medienwissenschaft und Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Marburg und schreibt seither als freie Journalistin über Film, Fernsehen und Literatur u.a. für kino-zeit.de und BÜCHER. Außerdem betreibt sie das Blog Zeilenkino (www.zeilenkino.de) und betreut die Seite Polar Noir (www.polar-noir.de). Zu den CULTurMAG-Beiträgen von Sonja Hartl.Read More