All posts by Peter Muender

Posted On Mai 11, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Hansjörg Schneider: Tod einer Ärztin

Schwyzer Turbulenzen: Hunkeler und die Drögeler – Unaufgeregt und mit klarem analytischem Blick für den störenden Noir-Faktor hinter der Basler Butzenscheiben-Fassade klärt der eigensinnige Kommissär Hunkeler den Tod einer Ärztin auf: Autor Hansjörg Schneider konzentriert sich in diesem vierten Hunkeler-Fall souverän auf die Marotten und Vorlieben seines sympathischen Helden. Von Peter Münder Gerade will Kommissär Peter Hunkeler in Ruhe am Büro-PC die neuesten Fußballergebnisse studieren, da soll er einen Mordfall aufklären, der für die meisten Baseler Bürger überhaupt keine Rätsel aufgibt: Natürlich hat einer der süchtigen „Drögeler“, die da tagausRead More

Posted On Mai 8, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Bruce Bégout: Der ParK

Gehen wir gemeinsam Horror genießen im Park – Die Idee des „Dark Tourism“ hat uns bereits vor einem Monat beschäftigt – der französische Soziologe Bruce Bégout hat sie in seinem Roman „Der ParK“ auf die Spitze getrieben: Im Freizeit-Themenpark auf einer Insel bei Borneo kann eine Plutokraten-Elite Nervenkitzel und menschenverachtende Todesspielchen genießen. Es ist eine brillant formulierte utopische Vision, die nicht so abwegig ist, wie sie scheint. Von Peter Münder. Die „Faszination des Schreckens“ sei ein starkes Motiv für die enorme Zunahme des „Dark Tourism“, konstatiert der Paderborner Tourismus-Forscher ProfessorRead More

Posted On April 24, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Chris Wahl (Edt.): Lektionen in Herzog

Herzogs Vision von ekstatischer Wahrheit – Werner Herzog hatte sich mit Filmen wie „Aguirre“, „Cobra Verde“ oder „Fitzcarraldo“ längst den Ruf eines genialen Extremkünstlers erarbeitet. Doch in den letzten Jahren kaprizierte er sich auf ungewöhnliche Doku-Fiktionen, mit denen er offenbar neue Dimensionen zwischen Realität und Fiktion filmisch darstellen will. Vor allem diese bisher weniger bekannten Aspekte beleuchtet Chris Wahl in seinem faszinierenden Reader „Lektionen in Herzog“. Von Peter Münder. Sein monumentales „Fitzcarraldo“-Projekt drohte zwar mehrmals zu scheitern, doch die verrückte Geschichte vom irischen Kautschukbaron Fitzcarraldo, der mitten im brasilianischen DschungelRead More
Faszination des Schreckens – Der „Dark Tourism“ wird immer populärer – aber auch schriller. Zahlreiche wissenschaftliche Studien und Reportagen wurden dazu veröffentlicht. Zeit für eine Bestandsaufnahme, findet Peter Münder. Mit den üblichen von Millionen Touristen besuchten Reisezielen wie Venedig, Paris, Neuschwanstein oder Disneyland hat der britische TV-Komiker Dom Joly, der seine Kindheit im zerbombten Libanon verbracht hat, nichts am Hut. Er reise lieber abseits ausgetretener Pfade dorthin, wo es weder Starbucks-Filialen noch MacDonalds gebe, erklärt er im Nachwort zu seinem 2010 erschienenen scharfsinnig-satirischen Reportageband „The Dark Tourist“. Also besichtigte erRead More

Posted On März 30, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Peter Münder: Christopher G. Moore im Triple-Pack

Untergetaucht im asiatischen Bermuda-Dreieck – Christopher G. Moore, unser Mann (Views from Bangkok) in Bangkok, hat seinen neuesten (noch nicht übersetzten) Krimi in Rangun angesiedelt, wo neue Goldgräber-Zeiten angebrochen sind. Sein Private Eye Vincent Calvino gerät dort zwischen alle Fronten. Dazu noch Anmerkungen zu zwei von Moore edierten Anthologien: „The Orwell Brigade“ sowie „Pnom Penh-Noir“. Von Peter Münder Warum sollte Vincent Calvino, in Bangkok tätiger Privatdetektiv, dem aufgeblasenen amerikanischen Nachtclubbesitzer Alan Osborne den Gefallen tun und in Rangun nach dessen in der Drogenszene untergetauchten Sohn Rob forschen? Der hatte dieRead More

Posted On März 13, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Adelbert von Chamisso: Reise um die Welt

„Die Heimat lag hinter uns, vor uns die Hoffnung“ Mit „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“ ist Adelbert von Chamisso (1781–1838) berühmt geworden, doch sein faszinierender Bericht der dreijährigen „Reise um die Welt“ ist kaum bekannt. Der herrlich illustrierte, jetzt veröffentlichte Band ist ein bibliophiles Prunkstück. Von Peter Münder Das Meer ist weit, doch die Kajüte eng, dunkel und unbequem – das behagte dem 24-jährigen Lyriker, „Schlemihl“-Verfasser (1814 war die Novelle erschienen) und Forscher Adelbert von Chamisso überhaupt nicht, als er im August 1815 im Hafen von Kopenhagen auf der russischen 600-Tonnen-BriggRead More

Posted On Februar 6, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Tom Wolfe: Back to Blood

Status und Stereotype – Tom Wolfe hat seinen neuen Roman „Back to Blood“ in Miami angesiedelt: Hier streiten die etablierten weißen „Anglos“ mit Hispanos, Haitianern und Exilkubanern in einem erbitterten Rat Race um Status und Anerkennung. Von Peter Münder Die großen Realisten Émile Zola, Sinclair Lewis, Dickens und Balzac hat Tom Wolfe, 81, immer als leuchtende Vorbilder verehrt. Vor allem der in finstersten Kohleschächten für „Germinal“ recherchierende Zola, den ein unter Tage geborenes Grubenpferd faszinierte, das nie das Tageslicht erblickt hatte, war dem US-Propheten eines „New Journalism“ ein enormer AnspornRead More
Sammlerwut, Größenwahn und Liebesrausch – Er war total aufs Exzessive getrimmt: Als militanter Nationalist unternahm Gabriele d’Annunzio (1863–1938), der vor 150 Jahren geboren wurde, auf eigene Faust militärische Abenteuer, als Kunstsammler und Bauherr wollte er sich selbst ein monumentales Denkmal setzen und auch als Dramatiker und Romancier besang er seinen eigenen, eitlen Größenwahn und das Leitmotiv seines Lebens, nämlich „Piacere“: „Lust“. So heißt auch sein 1889 veröffentlichter Roman. Das Leben als narzisstisches Selbstbespiegelungskunstwerk verstand wohl niemand so schwülstig zu zelebrieren wie dieser italienische Schöngeist. Bei einer Exkursion an den GardaseeRead More

Posted On Januar 19, 2013By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Patrick Woodhead: Der Weg ins Dunkel

Blutige Rohstoffjagd und heroische Rettungsaktion im Herz der Finsternis – In Patrick Woodheads Thriller „Der Weg ins Dunkel“ suchen chinesische Turbo-Kapitalisten im Kongo den raren Rohstoff Coltan, während ein blutrünstiger afrikanischer Provinz-Häuptling sich mit seiner Armee ein eigenes Reich zusammenmetzeln will: spannend aufbereitete „Indiana Jones“-Action für alerte Smart Phone-User, von Peter Münder. Als Abenteurer und Spezialist für Extremsituationen in den abgelegensten Gebieten der Welt kennt sich der englische Autor Patrick Woodhead bestens aus mit gefährlichem Nervenkitzel: Er stellte mit Skis und Kites einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf dem Weg zum SüdpolRead More
Gruppe 47: Lesezirkel, Debattierklub, Kontaktbörse, Marktplatz – Plötzlich tauchen sie doch auf, die angeblich nicht existierenden Tagebücher von Hans Werner Richter: Der legendäre Gründer der Gruppe 47 liefert in „Mittendrin“ eine bestechende Bestandsaufnahme einer turbulenten Nachkriegsepoche nebst diffizilen, intriganten Beziehungsgeflechten. Von Peter Münder War die Gruppe 47 Club, Clique oder Consortium? Vielleicht auch eine Art Freimauerer-Geheimbund? So rätselt Fritz J. Raddatz, der ja mehrmals als Gast-Kritiker (und Talent-Spotter) zu den Lesungen eingeladen war, in seinen faszinierenden „Unruhestifter“-Erinnerungen (CM-Rezension). Da es keinen ästhetischen Kanon gab, keine literarischen Richtlinien, weder Kassenwart nochRead More
James Joyce reloaded – Der (fast) komplette „Ulysses“ in einer Bühnenversion, dazu eine neue amerikanische Joyce-Biografie und eine große Ulysses-Ausgabe mit umfangreichem Apparat: 90 Jahre nach der Veröffentlichung des „Ulysses“ ist James Joyce wieder voll im Fokus der Kritiker und Literaturwissenschaftler. Das merkt man bei einem Dublin-Besuch natürlich auch. Von Peter Münder. Um die Bronzestatue an der O´Connell Street, die den Ulysses-Verfasser mit Spazierstock und Hut zeigt, gruppieren sich einige Touristen, aber auch viele Dubliner zum gegenseitigen Ablichten; kleine im Straßenpflaster eingelassene Tafeln auf dem Lästrygonen-Weg des achten Kapitels markierenRead More

Posted On November 24, 2012By Peter MuenderIn Mitarbeiter

Peter Münder

Peter Münder – Textet in Hamburg (mit vorletzter Tinte) auch für die SZ, Berliner Zeitung, den Spiegel u.a. Er ist Anglist, hat über den engl.Dramatiker Harold Pinter promoviert und eine Biografie über Pinter verfaßt (Rowohlt Monogr. ). Er war als DAAD-Lektor vier Jahre an der Chulalongkorn Univ./Bangkok tätig. Zu CULTurMAG-Texten von Peter Münder.Read More

Posted On November 17, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Sam Eastland: Roter Zar

Wo ist der Zarenschatz, wo der Zarensohn Alexej? Mit Protest-Demos von Pussy Riot, Hardcore-Leninisten, Ultra-Orthodoxen, weißrussischen Reaktionären etc. wird nun auch die Diskussion über die Zaren-Epoche wiederbelebt. Auch Thriller- und Krimi-Autoren werfen wieder einen Blick zurück auf diese blutige und „glorreiche“ imperialistische Epoche. Munter werden dabei historische Fakten mit abstrusen Yellow-Press-Effekten vermischt, aber lässt sich aus diesem Stoff auch ein spannender Krimi fabrizieren? Yes, indeed! Sam Eastland demonstriert mit seinem gelungenen Band „Roter Zar“ wie das funktioniert: Sein Super-Star Pekkala war der unbestechliche, loyale Sonderermittler und Beschützer von Zar NikolausRead More

Posted On November 7, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Jürgen Ebertowski: Die Stadt am Meer

Zwischen Kreuzberger Kiez und Kamakura –Der Berliner Autor Jürgen Ebertowski war schon immer sehr Nippon-affin: Er studierte Japanologie, war Sprachlehrer am Goethe-Institut in Tokio, betrieb in Kreuzberg seine eigene Aikido-Schule und hatte die Nippon-Connection auch in einigen Krimis entwickelt. Den Schauplatz Kamakura hatte er bereits in „Blutwäsche“ beschrieben. Mit mildem, nostalgisch verklärendem Blick ist er nun in „Die Stadt am Meer“ nach Kamakura zurückgekehrt – auf den Spuren des Mediziners Robert Koch, der 1908 von den Japanern in diese Puppenstubenidylle eingeladen wurde. Von Peter Münder. Es ist jetzt genau vierRead More
Magischer Twilight-Realismus – Reif für die Insel? Die Hamburger Fotografin Anja Jensen stellt ihre faszinierenden „Tatort“-Bilder auf Föhr im Museum Kunst der Westküste aus. Es sind inszenierte, geheimnisvoll ausgeleuchtete Fotos, die während ihrer Aufenthalte auf Föhr und Amrum entstanden. Von Peter Münder Hinten am dunkelblauen Horizont ist ein roter Reststreifen der untergehenden Sonne auszumachen, vorn steht ein grell ausgeleuchtetes rothaariges Mädchen im weißen Kleid in einer hügeligen Heidekrautlandschaft und blickt direkt in die Kamera. Sie greift dabei in einen großen Popcornkübel – will sie dem Betrachter vielleicht etwas anbieten? OderRead More

Posted On Oktober 27, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Karl Marlantes: Matterhorn

Getötete „Gooks“ auf der Müllkippe entsorgt – In seinem Vietnam-Roman „Matterhorn“ beschreibt Karl Marlantes autobiografisch geprägte Kriegserfahrungen, die er als junger Lieutenant machte. Er möchte mit dem Buch, an dem er über dreißig Jahre lang schrieb, seine eigenen Traumata abarbeiten, aber auch zur Aussöhnung zwischen Veteranen und Kriegsgegnern beitragen. Von Peter Münder Zur Lesung und Diskussion im Hamburger Amerikazentrum in der Hafen City erscheint Karl Marlantes, 67, im akkurat gebügelten hellblauen Hemd, an dessen Brusttasche ein Kugelschreiber steckt. Die kastanienbraune Krawatte ist mit hübschen kleinen Rechtecken dekoriert, der Bart istRead More

Posted On Oktober 20, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Lee Child: The Affair & A Wanted Man

Mit Klappzahnbürste und innerer Uhr: Jack Reachers konsequenter Kampf gegen das Böse – Was ist so bestechend an Lee Childs Thrillern und an seinem Anti-Helden Reacher? „The Affair“ beschreibt Reachers Vorgeschichte und das Ende seiner langen Dienstfahrt als Militärpolizist, während der neueste Band „A Wanted Man“ überzeugend demonstriert, warum „das Reacher-Prinzip“ noch nie so wertvoll war wie heute … Von Peter Münder Wenn Jack Reacher nach einem langen Trip am Ziel angekommen ist, bereitet ihm das Gepäckauspacken keine besondere Mühe: Er hat nämlich nur seine Klappzahnbürste dabei. Wenn er dieRead More
Der Interview-Klassiker – Da die New York Times sich gerade dafür entschieden hat, fertiggestellte, druckreife Interviews von den Gesprächspartnern nicht mehr nachträglich gegenlesen und korrigieren zu lassen, ist es angebracht, an einen echten Klassiker; den brillanten und taburesistenten Interviewer André Müller und dessen wunderbaren Band „Sie sind ja wirklich eine verdammte Krähe“ (2011) zu erinnern: Hätte der geduldige, ewig fragende, neugierige und bohrende Müller es nicht mit so vielen bornierten und nervtötenden Gesprächspartnern zu tun gehabt, die post festum ihre eigenen Statements umformulieren, korrigieren, löschen und juristisch verbieten lassen wollten,Read More

Posted On Oktober 6, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Petros Markaris: Zahltag und Finstere Zeiten

Steuereintreiber, Racheengel, Volksheld –  Petros Markaris hat sich seit einigen Jahren auf die griechische Finanzkrise kapriziert: Mit „Zahltag“ legt er nach „Faule Kredite“ nun den zweiten Band der geplanten Krisen-Trilogie vor; außerdem hat er seine Essays und Kommentare zum Finanzdebakel in „Finstere Zeiten“ veröffentlicht. Von Peter Münder Ein Ende dieser unendlichen Krisengeschichte ist auch für Petros Markaris, 75, den Experten des griechischen Debakels, nicht absehbar. Er hatte ja schon vor 2004, dem Athener Olympia-Jahr, angesichts eines irrwitzigen Baubooms im Roman „Live“ die Frage nach der Finanzierung dieser aberwitzigen Immobilienblase gestellt.Read More
„Chandler war zu subtil für mich“ Daniel Woodrell, Autor von „Winters Knochen“ (hier bei cultmag) und „Der Tod von Sweet Mister“, begann seine deutsche Lesetour beim Hamburger Harbour Front Festival. Er sprach mit Peter Münder und Frank Göhre über den mühsamen Weg zum Schreiben. „Bei dem, was wir machten, war es meist nötig, nicht gesehen zu werden“, erklärt der 13-jährige übergewichtige Ich-Erzähler Shuggie in „Der Tod von Sweet Mister“. Erst mal soll er einen Pick-up umlackieren, dann wird er vom sadistischen Stiefvater Red – der bezeichnet ihn nur als „Fettsack“– gezwungen,Read More

Posted On September 15, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Peter Münder über Aspekte zum Tod von Osama bin Laden

Dichtung und Wahrheit: Wie starb Osama bin Laden? Umstrittener Bestseller schon vor der Veröffentlichung: „No Easy Day“, der Bericht eines Navy Seal-Kämpfers über den Einsatz gegen Osama bin Laden in Pakistan, enthält etliche Ungereimtheiten und Widersprüche. Eine restlose Aufklärung der Vorgänge in Abbottabad würde aber Jahre dauern, meint der US-Geheimdienst-Experte Robert Baer. Von Peter Münder Schon vor seiner Veröffentlichung am 4. September befand sich der von Mark Owen (Pseudonym für Matt Bissonette) mit dem Ko-Autor Kevin Maurer verfasste Augenzeugenbericht „No Easy Day“ (Startauflage 400 000 Exemplare) auf der Amazon-Bestsellerliste undRead More

Posted On September 1, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

James Sallis: Driver 2

Der Bleifuß-Zarathustra – James Sallis und sein „Driver“: Diese Erfolgsstory ist einfach schwer zu toppen. „Driver 2“ bietet wieder spannende „On the Road“-Action, einen melancholischen Anti-Helden mit schlagkräftigem Selbsterhaltungstrieb sowie lakonisch abgesonderte Nietzsche-Reflexionen. Von der Mafia angeheuerte Killer sollen Driver ausschalten – ein unwiderstehlicher Noir-Mix vom Feinsten. Peter Münder ist begeistert … Er will eigentlich nur Gas geben und seine Fahrkünste in Filmszenen demonstrieren, doch dann übernimmt der begnadete Stuntfahrer Driver auch Fluchtfahrer-Jobs für Bankräuber und andere Kriminelle und wird in gefährliche Situationen verwickelt. Als eine Tasche mit 250000 DollarRead More

Posted On August 22, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Kunst, Litmag

Elke Heidenreich/Tom Krausz: Dylan Thomas

Turbulente Akzeptanz – In ihrem herrlichen Bildband (mit Fotos von Tom Krausz) über Dylan Thomas begibt sich Elke Heidenreich an markante Schauplätze aus dem Leben des genialen walisischen Dichters und betreibt eine einfühlsame biografische Spurensuche. Von Peter Münder Das Leben als unendliche, inspirierende, aber auch deprimierende hochprozentige Kneipentour, mittendrin der junge geniale Verseschmied als walisischer Rimbaud – das ist die Vorstellung, die wir uns heute vom früh (mit 39 Jahren) verstorbenen Dylan Thomas (1914–1953) und seiner fragilen Künstlerexistenz machen. Sein Hörspiel „Under Milk Wood“ – eine walisische Variante von ThorntonRead More

Posted On August 1, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Boris Johnson: 72 Jungfrauen

Glückliche mentale Nebel, tumbe Terroristen – Boris Johnson liefert mit „72 Jungfrauen“ eine schrille Satire, deren ätzender Sarkasmus und gnadenlose Tabuverletzungen an Evelyn Waughs beste Romane erinnern. Genau das Richtige für laue Olympiatage. Von Peter Münder Seine Chancen, Premierminister zu werden, seien genauso groß, wie Elvis auf dem Mars zu finden oder im nächsten Leben als Olive wiedergeboren zu werden, konstatiert Boris Johnson, 48, der gegen den konservativen Abwärtstrend wiedergewählte Londoner Bürgermeister. Keine Frage: Boris ist populär, viel erfolgreicher als Premier Cameron und er lässt auch nie den bierernsten, moralisierendenRead More
Schuhabdrücke auf der Matte – Neue genetische Spuren, die auf mehreren Kleidungsstücken des ehemaligen Ministerpräsidenten Uwe Barschel in dem Genfer Hotelzimmer gefunden wurden, heizen die öffentliche Diskussion über die Frage von Mord oder Selbstmord nach fast 25 Jahre erneut an. Von Peter Münder Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat offenbar wenig Interesse, neuen Spuren im Fall des 1987 in Genf tot aufgefundenen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel nachzugehen. Bereits im April 2008 überließ der beim Auffinden der Leiche beteiligte damalige STERN-Reporter Sebastian Knauer (heute beim SPIEGEL) den Ermittlern ein Paar schwarze, lederne HerrenschuheRead More

Posted On Juli 4, 2012By Peter MuenderIn Bücher, Litmag

Gert Voss: Ich bin kein Papagei

Spricht der Papagei im Schlaf? – Der grandiose Schauspieler Gert Voss beschreibt in seiner Autobiographie „Ich bin kein Papagei“ die markantesten Stationen seiner Laufbahn – ein aufregendes und äußerst amüsantes Leseerlebnis. Mit seinem klaren analytischen Blick liefert er darüber hinaus auch eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Theater-Misere. Von Peter Münder. Als Rollstuhl fahrender Großindustrieller Herrenstein in Thomas Bernhards Stück „Elisabeth II.“ feiert Gert Voss auf der Bühne des Berliner Ensemble gerade wahre Triumphe. Der Ausnahme-Schauspieler begeistert mit seiner ins Exzentrische driftenden Intensität und einer einmaligen Ausstrahlung außerdem noch in den Bernhard-StückenRead More