All posts by Peter Muender

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Hunger, Folter, KZ und Zwangsarbeit: Danke, geliebter Führer! Der walisische Autor D.B. John hatte 2012 Nordkorea  besucht – die aufwühlenden, irren und deprimierenden  Eindrücke, vor allem auch die wahnwitzigen Propagandalügen während dieses Trips inspirierten ihn zum Thriller „Stern des Nordens“. Ein faszinierender Höllenritt für den Leser, der eintaucht in apokalyptische Szenen und sich gleichzeitig  mit 007-ähnlichen Verfolgungsjagden konfrontiert sieht – Von Peter Münder. Er wollte mehrmals laut „Lüge“ schreien, berichtet D.B. John im Nachwort seines Thrillers „Stern des Nordens“, weil die permanent auf ihn einprasselnden Propagandalügen während seines zweiwöchigen Nordkorea-Besuchs Read More
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Posted On November 15, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Arthur Isarin: Blasse Helden

Anton im Land chaotischer Unmöglichkeiten: Weder blasser Held noch Master of the Universe Er wollte nur raus aus der westlichen Gartenzwerg-Enge und im Umbruchs-Chaos der kollabierenden Sowjetunion möglichst weit im Osten seine Kohle scheffeln: Der 32jährige Anton war Controller in New York und wechselte Anfang der 1990er Jahre als Mister Fixit zu einem umtriebigen Rohstoff-Dealer nach Moskau, wo er mit aberwitzigen Extremen konfrontiert wird. Arthur Isarin (sein Pseudonym ist inzwischen gelüftet) beschreibt in seinem grandiosen Roman „Blasse Helden“ sowohl Sex and Crime- Aspekte als auch abstoßende Plutokraten-Exzesse. Von Peter Münder. Read More
Dark Lake von Sarah Bailey
Düsteres jetzt, Düsteres damals in Downunder Die beliebte junge Lehrerin Rosalind Ryan wird in der australischen Kleinstadt  Smithson ermordet – ausgerechnet nach der Schultheater-Premiere ihrer eigenen modernen „Romeo und Julia“-Version. Die junge Detective Gemma Woodstock soll den Fall aufklären – doch eigentlich ist sie befangen, da sie Rosalind noch selbst auf der Highschool gekannt hatte. Aus der attraktiven Pädagogin war nie jemand so richtig schlau geworden: Sie besaß zwar ein unwiderstehlichen Sendungsbewußtsein, wirkte aber auch extrem manipulativ und selbstherrlich. Die Autorin Sarah Bailey entfaltet in „Dark Lake“ ein hochemotionales  Beziehungs-Panorama, inRead More
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Posted On September 16, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag September 2018

Colin Harrison: Die Zügellosen

Immer Ärger mit Jenny   Der New Yorker Anwalt Paul Reeves will eigentlich nur seine exorbitante Sammlung alter Landkarten vervollständigen. Doch die  attraktive  Nachbarin Jennifer und ihr plötzlich aufgetauchter ehemaliger Liebhaber aus Texas sorgen mit ihrer wiederbelebten heißen Affäre für paranoide Exzesse und Racheakte ihres Ehemannes Ahmed, einem einflußreichen Spezialisten für globale Investment-Projekte. Colin Harrison kombiniert im Thriller „Die Zügellosen“ Exkurse in die Welt der Auktionen und Sammler mit mörderischen Verfolgungsjagden und ironisch aufgeblasenen Prä-Kopulations-Dialogen. – Von Peter Münder. Wir haben es hier zwar mit einem aktuellen US-Thriller zu tun, aber dieRead More
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Treuhand-Trauma, RAF-Terror, BKA-Inkompetenz Joachim Feldmann und Peter Münder zu André Georgis „Die letzte Terroristin“ Die langen Schatten vergangener undurchsichtiger Wiedervereinigungsprozesse  wabern noch Jahre nach der desaströsen Treuhand- Abwicklung durchs Land: In dieser Phase letzter verzweifelter Terror-Aktionen der dritten RAF-Generation lässt André Georgi in seinem Thriller „Die letzte Terroristin“ noch einmal Revue passieren.   Dienstreise nach Bitterfeld im Jahr 1991, Besuch des Treuhandchefs Dahlmann – so heißt der damailge Chef Rohwedder im Thriller von Georgi – in einem großen Chemiewerk. 800 Arbeiter demonstrieren gegen den verhassten Boss als Symbolfigur eines gnadenlosen Turbo-Kapitalismus, der sich nach derRead More
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US-Präsident befiehlt Atombombenangriff auf London, Gentlemen schwadronieren beim Sonnenbaden über Regenschirme Über bisher unbekannte Sketche von Har0ld Pinter Von Peter Münder Sie wäre beinah in Ohnmacht gefallen, berichtete Harold Pinters Witwe Lady Antonia Fraser im letzten Herbst im Guardian, als sie beim Herumkritzeln auf einem alten  Notizblock des 2008 verstorbenen Dramatikers  herumblätterte und darin einen  Entwurf für einen kurzen Sketch entdeckte, den Pinter vor vielen Jahren fabriziert und dann vergessen hatte. „Nuke London“ war wohl als scharfe Kritik an Präsident Bush und den mit  aberwitzigen Lügenkonstrukten begründeten kriegerischen Interventionen  imRead More
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Posted On August 15, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag August 2018

Joe Ide: Stille Feinde

Gangsta, Glamour und Granatwerfer Chinesische Triaden werden von naiven spielsüchtigen Schwachköpfen erpresst, Streetgangs bekämpfen sich und zwischen den Fronten von Long Beach versucht das schwarze Duo Isaiah Quintabe (IQ) und Dodson sich irgendwie über Wasser zu halten. Und Isaiah möchte am idealisierten Bild vom verstorbenen großen integren Bruder Marcus festhalten – obwohl der vielleicht ermordet wurde, keineswegs beim Autounfall ums Leben kam und möglicherweise in krumme Deals verwickelt war. Nichts ist jedenfalls so, wie es scheint bei Joe Ide: Auch die Grenzen zwischen Crime und Groteske werden mit subtilen Plot-VerästelungenRead More
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Posted On August 15, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag August 2018

Jane Harper: Ins Dunkel

Wenn der Betriebsausflug zum Zickenkrieg und Survival-Trip wird Im letzten Jahr erschien Jane Harpers erster Thriller „The Dry“, jetzt legt die australische Journalistin schon den nächsten Roman vor: „Ins Dunkel“ beschreibt die Auflösungserscheinungen einer Frauengruppe, die mit den gruppendynamischen Turbulenzen und der Desorientierung angesichts einer übermächtigen Natur (O-Titel: „Force of Nature“) einhergehen. – Von Peter Münder. Kann es gutgehen, wenn die Firma ihre Mitarbeiterinnen zwangsbeglücken will mit einem Betriebsausflug in den Busch ? Der Weekend-Trip ins australische Giralang-Massiv soll, wie das heute so angesagt ist, das Teambuilding bei Bailey Tennants optimieren.Read More
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Posted On Juli 21, 2018By Peter MuenderIn Litmag, ReiseMag 2018, Specials

Peter Münder unterwegs mit Paul Theroux

  Peter Münder „Ich brauche kein Aspirin – ich fahre nach Indien!“ Mit seinen pittoresken Railway-Reportagen „The Great Railway Bazaar“ (1975) und „The Old Patagonian Express“ (1979) war der amerikanische Autor Paul Theroux, 77,  schnell zum Kult-Autor avanciert. Dann erkundete er 1982 entlang der britischen Küsten „The Kingdom by the Sea“ per Bahn sowie wandernd und wurde in englischen Medien heftig wegen polemischer Verzerrungen und  düsterer  Untergangs-Szenarios kritisiert. Nach diversen Afrika- Reisen („Dark Star Safari“, „Last Train to Zona Verde“) und  seiner Pazifik-Exkursion mit  einem  zusammenklappbaren Faltboot („The Happy Isles ofRead More
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Blutrünstige Königsmörder, karrieregeile Egomanen, verrückte Populisten Crazy and Cruel: Shakespeares Schurken und der tolldreiste amerikanische Trumpokrat – Peter Münder schon vorab über Stephen Greenblatts wichtiges Buch „Tyrant“, das übersetzt im September erscheint.                        Der amerikanische Shakespeare-Experte Stephen Greenblatt („Will in the World“) geht in seiner neuesten Studie „Tyrant“ der Frage nach, die schon Shakespeare über Jahrzehnte beschäftigte: Wie ist es möglich, dass sich die Bevölkerung eines ganzen Landes einem unberechenbaren Tyrannen unterwirft? Nach der Wahl eines egomanischen, paranoiden US- Immobilien-Tycoons zum Präsidenten,Read More
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Ruheloser selbstkritischer Revisor Sind die Verfilmungen seiner Romane „Der Sammler“, „Der Magier“ oder „Die Geliebte des Französischen Leutnants“ inzwischen populärer oder anerkannter als die Romanvorlagen von John Fowles (1926-2005)? Er selbst bezeichnete sich in seinen Tagebüchern als ewig unzufriedener, zwanghafter Revisor: Die meisten Schlußkapitel veränderte er mehrmals. Und in seiner Anfangsphase als Autor schrieb er jahrelang an Texten, die er nicht wagte, irgendwelchen Verlagen anzubieten, weil sie „einfach zu schlecht waren“.  Mit dem vor 55 Jahren verfassten „Collector“ und „The Magus“ (1965) änderte sich seine prekäre Phase emotionaler und ökonomischerRead More
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Und ewig kreischt der Kookaburra Ihr „drittes Leben“ wollte die australische Skript-Writerin Brigitte Serra auf einer idyllischen Insel verbringen: Weg vom hektischen, gefährlichen Melbourne, in Ruhe mit den Kindern und ihrem zweiten Mann – ohne Stress und ihre düsteren Phobien. Tania Chandler hatte schon in „Das Zweite Leben“ beschrieben, dass sich dieser Traum von harmonischer Naturverbundenheit und friedlichem Miteinander letztlich als unerreichbare Utopie entpuppt. Von Peter Münder  In ihrem ersten Leben als Tabledancer in Melbourne war Brigitte das exhibitionistische Zurschaustellen ihrer anatomischen Alleinstellungsmerkmale zwar zur prickelnden Gewohnheit geworden. Doch dieRead More
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On the Road von Edo nach Kyoto: Big Shogun Is Watching You! Die beiden  neben Hokusei (1760-1849) bekanntesten japanischen Holzschnitt-Künstler Utagawa Hiroshige (1797-1858) und  Keisai Eisen (1790-1848) produzierten  zwischen 1835-1838  Drucke mit Impressionen vom 543 Kilometer langen  Kisokaido zwischen der  1603 neugegründeten  Hauptstadt Edo (dem heutigen Tokyo) und der Kaiserstadt Kyoto. Diese Epoche der Frühmoderne war eine isolationastische  Phase, die geprägt war  von diktatorischer  Restauration der  herrschenden  Shogune und  allmählich zunehmendem wirtschaftlichem Wachstum. Der prächtige Bildband  „Hiroshige & Eisen“ zeigt 70 faszinierende  Drucke im Großformat:  Souvenirverkauf an Kiosken, Naturstudien, Bordellbetrieb,Read More
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Posted On April 14, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag April 2018

Über Christopher G. Moore: Springer

Dein Freund, der Schmerz? Mord oder Selbstmord? Das soll Vincent Calvino,  PI  in Bangkok, herausfinden, als er zur Leiche des kanadischen  Malers Raphael gerufen wird:  Der hatte  im Redlight-District attraktive Massage-Girls porträtiert, die er auch gerne flachlegte. Vertrackt nur, dass der Künstler sich schon lange mit Selbstmordgedanken trug, auf seiner Website  seine Gedanken über Leben und Tod, Schmerz und Kunst  verbreitete und obendrein noch als Berater einer Suizid-Hotline aktiv war. Der in Bangkok lebende Christopher Moore zeigt in seinem  jetzt auf Deutsch erschienenen Krimi „Springer“ (Originaltitel „Jumpers“, 2016) einen ziemlich ratlosen Calvino, der langeRead More
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Posted On April 14, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag April 2018, Film/Fernsehen

Film: Vor uns das Meer

„Gib den Affen Zucker!“                                   Der  Einhand-Weltumsegler  Francis Chichester wurde 1967 zur berühmten  britischen Heldenfigur, als er in neun Monaten von Plymouth aus mit nur einem Zwischenstop in Sydney  in seiner Gypsy Moth IV die Welt umsegelt hatte. Der Hobby-Segler Donald Crowhurst wollte diesen Titanen noch mit einem Nonstop-Törn übertrumpfen: Sein Trimaran sollte schneller als die Gypsy Moth  sein und die  Regatta mit neun Einhand-Teilnehmern wollte er um jeden Preis gewinnen.  Ob er nachRead More
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Posted On März 14, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag März 2018

Roman: John Grisham: Das Original

Auszeit von Justiz-Thriller Im Mittelpunkt steht das Buch: Noch nie war John Grisham so sehr auf Literaten, Erstausgaben und Autorenlesungen eingestimmt wie in der unterhaltsamen Beach Novel „Camino Island“.  Von Peter Münder Als John Grisham, 63, im letzten Sommer mit „Camino Island“ auf Anhieb den Spitzenplatz der New York Times Bestsellerliste eroberte, gab es dazu auch eine Art „Plot-Alarm“: Denn der Justiz-Thriller Spezialist Grisham hatte sich nach dem 30.  Krimi und nach rund 300 Millionen verkauften Exemplaren eine Auszeit gegönnt, die Justiz-Schiene nicht mehr bedient und sich stattdessen auf eineRead More
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Blut, Schweiß und Pathos: Keep calm and admire Winston!? Offenbar war er noch nie so wertvoll wie heute – jedenfalls für Historiker, Sachbuch-Autoren und Film-Regisseure: Das Churchill-Enigma fasziniert das Publikum in diesen turbulenten Brexit-Zeiten immer noch. „Darkest Hour“ (Regie: Joe Wright, mit Gary Oldman als Churchill) zeigt den britischen Nationalhelden Winston Churchill (1874-1965) im Mai 1940 als Staatsmann, Krisenmanager und Retter vor dem Nazi-Terror. Gegenüber den Appeasern Chamberlain und Halifax hat er zwar einen schweren Stand, aber er setzt sich mit seinem „Never surrender“-Kampfgeist und seiner elektrisierenden Rhetorik durch. DochRead More
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Posted On Januar 15, 2018By Peter MuenderIn Crimemag, CrimeMag Februar 2018

Roman: Mark Billingham: Love Like Blood

True Crime: Auftragskiller für „Ehrenmorde“ Auf rund fünftausend jährlich begangene „Ehrenmorde“ weltweit schätzt die aus einer arrangierten Ehe geflüchtete Somalierin Ayaan Hirsi Ali („Heretic“) – allein in Pakistan sollen es tausend pro Jahr sein. Dabei geht es nicht nur um Racheakte innerhalb islamisch geprägter Familien, sondern auch um Sikhs und Hindus, die gegen einen traditionellen Wertekanon verstoßen und sich nicht an patriarchalische Willkür, Zwangsehen, Verschleierungsgebote usw. halten. Den englischen Krimi-Autor Mark Billingham hatte ein in London verübter brutaler Mord an einer 20jährigen irakischen Kurdin so extrem aufgewühlt, dass er denRead More
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Posted On Dezember 6, 2017By Peter MuenderIn Klassiker Special 2017, Litmag, News, Specials

Peter Münder: Shakespeare

Peter Münder KLASSIKER Will S. Annäherung an einen gewaltigen Kontinent Für Brecht stellte Shakespeare (1564-1616) ein großes Faszinosum dar, weil der als spontaner Kollektivschreiber mit seinem „unschuldigen Surrealismus“ so komplex und verstörend auf alle Spießbürger wirkte: „Es gibt nichts Dümmeres, als Shakespeare so aufzuführen, daß er klar ist. Er ist von Natur unklar. Er ist absoluter Stoff“. Auch für den großen polnischen Shakespeare-Spezialisten Jan Kott (1914-2001) war der Barde aus Stratford immer der hochbrisante Superstoff und ein Zeitgenosse, der den „Großen Mechanismus“ von Aufstieg und Untergang, vom Intrigieren, Bespitzeln undRead More
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Posted On Dezember 6, 2017By Peter MuenderIn Klassiker Special 2017, Litmag, Specials

Lévi Strauss: Eine Biografie

Peter Münder REISEN, FORSCHEN, VERZWEIFELN, WEITER FORSCHEN Claude Levi-Strauss (1908-2009) hatte an der Sorbonne Philosophie und Jura studiert, wurde Lehrer in der französischen Provinz und akzeptierte 1935 das Angebot, in Sao Paulo eine Gastprofessor für Soziologie an der neugegründeten Uni zu übernehmen. Seine Feldforschungen bei Indianerstämmen am Mato Grosso verarbeitete der selbstkritische Skeptiker erst zwanzig Jahre später in dem Band , der zum Klassiker wurde und ihn als weltweit anerkannten Ethnologen etablierte: „Traurige Tropen“. Reise-Impressionen, ethnologische Beobachtungen, gesellschaftskritische Reflexionen über den Untergang der westlichen Zivilisation ergeben den faszinierenden Mix, derRead More
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Posted On November 15, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Ein Buch – zwei Perspektiven: John le Carré (2)

Sündenbocksuche im Archiv 1994 war CrimeMag-Autor Peter Münder in seinem früheren Leben als Reporter für NDR 3/Radio und für die „Wochenpost“ in London bei der Sotheby’s–Auktion von Philbys Nachlaß dabei. Für uns ein Anlaß, um ihn neben Bodo V. Hechelhammer um eine Expertise zum neuen John le Carré (kurz JLC) zu bitten. Hier also sein Beitrag für „Ein Buch – Zwei Perspektiven“. Was passierte damals eigentlich genau, als der Spion aus der Kälte kam und an der Mauer erschossen wurde? John le Carré lässt im „Vermächtnis der Spione“ einen Veteranen der Smiley-Periode nochRead More
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Posted On Oktober 17, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Till Raether: Neunauge

Leichenfrei nach Mumien-Fund im Schulkeller  Auch der vierte Fall von Till Raethers hypersensiblem Kommissar Adam Danowski hat es in sich: Wie soll er jetzt in „Neunauge“ aufklären, wer für das Entsorgen mumifizierter Leichen in Hamburger Schulkellern verantwortlich ist? Von Peter Münder Der therapieresistente Danowski soll sein „Glückstagebuch“ vor dem Schlafengehen regelmäßig aktualisieren – optimal wären Einträge zu  drei Dingen, die ihn am Tag glücklich gemacht hatten. Damit soll er sich aus „negativen Gedankenspiralen“ befreien, wie die Therapeutin erklärt. Aber dieses zwangsverordnete Tagebuchführen macht ihn ebenso wahnsinnig wie das Grübeln darüber,Read More
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Posted On September 19, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Christian von Ditfurth: Giftflut

Terror-Anschläge auf Brücken, Fähren und den Eurotunnel: Was Ist die Botschaft? Irgendwas mit Wasser? Mit seinem dritten Band um Kommissar de Both liefert Christian von Ditfurth nach „Heldenfabrik“ und „Zwei Sekunden“ wieder einen gelungenen  Thriller: So eigenwillig, brillant und originell wie seine Hauptfigur ist auch „Giftflut“ angelegt. Von Peter Münder Besonders zimperlich bei der Beschreibung mörderischer Gemetzel war Christian von Ditfurth, 64, noch nie: Sieben Vorsitzende eines Chemiekonzerns werden bei einer Sitzung von einem angeheuerten Killerkommando ermordet; ein Bombenattentat wird auf den Konvoi der Kanzlerin und des russischen Präsidenten mittenRead More
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Posted On August 15, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Don Winslow: Corruption

Wie wird man zur Ratte? Langsam über rote Linien kriechen!  Don Winslows „Corruption“ zeigt eine zur Selbstzerstörung führerende Grenzüberschreitung. Von Peter Münder. Zu Don Winslows Krimi-Lieblingsklassikern gehören Chester Himes, Robert B. Parker, Raymond Chandler und Elmore Leonard: „Die haben Krimis in Musik verwandelt“, erklärte Winslow jetzt der New York Times. Alle fünf Jahre liest er nochmal Klassiker wie „Krieg und Frieden“ oder „Die Brüder Karamasow“; zu einem Autoren-Dinner würde er auf jeden Fall Shakespeare, Raymond Chandler und George Eliot einladen. Keine Frage: Der 63jährige Winslow hatte schon immer ein großesRead More
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Posted On August 15, 2017By Peter MuenderIn Bücher, Crimemag

Roman: Donato Carrisi: Nebelmann

Der Sonderermittler als medienwirksamer Selbstdarsteller: Wenn die Inzenierung wichtiger ist als die Aufklärung In Donato Carrisis „Nebelmann“ geht es zwar um das mysteriöse Verschwinden eines jungen Mädchens, doch Carrisi liefert auch eine fulminante Kritik an einer medial inszenierten Kampagne, die den profilneurotischen Sonderermittler Vogel als prominenten Star verklären soll. Von Peter Münder Als der Psychiater Flores nach Mitternacht mobilisiert wird, um einen Unfallfahrer im Krankenhaus zu verhören, der sich an nichts erinnern kann, ahnt er schon, dass dieser Fall ebenso komplex wie rätselhaft ist. Vor allem auch, weil die ermittelndeRead More
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„Alleinreisende unzensierte Presseagentur“ im Zug nach nirgendwo Sie bekommt ein Stipendium für Shanghai, will von Hamburg aus aber unbedingt mit der Bahn nach China reisen. Als Schnapsidee bezeichnet Tina Uebel, 48, selbst ihren Plan, den sie aber trotz bürokratischer Visa-Probleme hartnäckig verfolgt. Locker, selbstironisch und scharfsinnig beschreibt sie im Reisebericht „Uebel Unterwegs“ ihre Eindrücke und Kontakte mit Menschen, die aus ihren von Autokraten beherrschten Käfigen entkommen wollen und von der deutschen Bahnreisenden Erhellendes erwarten. Sie will keine Kulturdenkmäler besichtigen und die Leser auch nicht mit betulichen Baedeker-Phrasen behelligen: „Den RestRead More