All posts by Ole Frahm

Posted On April 30, 2014By Ole FrahmIn Comic, Litmag

Jens Harder: Beta; Hubert/Kerascoet: Schönheit

Comics mit Lesebändchen –Anfang der 1990er Jahre geisterte im Umfeld der Arbeitsstelle für Graphische Literatur in Hamburg die Vorstellung umher, dass es irgendwann einmal, in ferner Zukunft, auch Comics mit Lesebändchen geben würde. Diese wären dann nicht mehr nur Dünndruckausgaben von Klassikern vorbehalten, sondern eben auch den Bildgeschichten graphischer Literatur. Ein Philologenwunsch – und als ob eine gute oder, wer weiß es schon genau, böse Fee diesen Wunsch abgelauscht hätte, treten nun, bald 25 Jahre später, zwei Comics mit Lesebändchen auf den Markt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Schönheit vonRead More
„Ich hasse die ganze Welt.“ Die Welt ist grau in grau. Die einzige Farbe, die in dieses Grau leuchtet, ist das rot der Hakenkreuzfahne. Es ist nicht viel zu erzählen. Der graue Himmel. Der Hunger. Der Regen. Der Hunger. Die Schläge. Der Hunger. „Papa, du wiederholst dich“, sagt der diesen Comic erzählende Sohn mehrmals. Auch er wiederholt sich. Aber gerade das muss mit diesen keineswegs redundanten Wiederholungen erzählt werden, denn der Hunger, der Regen, die Schläge waren ständige Begleiter des Kriegsgefangenen. Von Ole Frahm „Ich, René Tardi, Kriegsgefangener im StalagRead More

Posted On Juni 27, 2012By Ole FrahmIn Comic, Litmag

Simon Schwartz: Packeis

Mythisierende Verdichtung des historischen Geschehens – „Packeis“ von Simon Schwartz wurde beim Comic-Salon in Erlangen zum besten deutschsprachigen Comic gekürt, Ole Frahm hat ihn sich genauer angesehen. Fast alles spricht für den 150 Seiten starken Comic. Er erinnert an die hierzulande wenig bekannte Geschichte des Afro-Amerikaners Matthew Hensen, der Robert Peary mehrfach zum Nordpol begleitete und vermutlich auch vor diesem erreichte. Hensen rettete Peary mindestens einmal das Leben und hat ihn über viele Jahre begleitet, doch dieser hat es ihm kaum gedankt. Schwartz zeichnet den alltäglichen Rassismus nach, denen SchwarzeRead More

Posted On Dezember 14, 2011By Ole FrahmIn Comic, Litmag

Mark Lehmstedt: Die geheime Geschichte der Digedags

Fata Morgana in der Alltagswüste – Es gibt nicht viele Mythen in der deutschen Comicgeschichte. Ole Frahm über eine der wenigen. Von der in diesem Bereich kaum aufgearbeiteten nationalsozialistischen Vergangenheit einmal abgesehen, sind es vor allem drei Kobolde, die über zwanzig Jahre die Leserinnen und Leser der Deutschen Demokratischen Republik monatlich im Heft Mosaik unterhielten und auf den Namen Dig, Dag und Digedag hörten. Als 1975 der Vertrag zwischen dem Urheber der Figuren Hannes Hegen, mit bürgerlichen Namen Johannes Hegenbarth, und dem Verlag Neues Leben endete, verschwanden die drei kleinenRead More