All posts by Max Annas

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On Dangerous Ground (14). Film, Verbrechen und andere Mittel Max Annas über „„In jenen Tagen“ von Helmut Käutner Es ist einfach, zu sagen: Das würde man heute so nicht mehr machen. Die Rahmenhandlung von „In jenen Tagen“ wirkt steif und für die Bühnenkante ausgedacht. Der Karl und der Willy demontieren in einem Hinterhof ein Automobil. Eingeführt in einem Schwenk von beinah 360 Grad landet die Kamera auf den beiden jungen Männern, die den alten Opel Kadett ausschlachten. Der Schwenk zeigt Trümmer, ein versehrtes Hamburg und versehrte Menschen, der Einbeinige doppelt dieRead More
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Film, Verbrechen und andere Mittel Max Annas über „Nachts auf den Straßen“ von Rudolf Jugert. „Wir waren zusammen im Osten,“ sagt der Bruder von Inge, der gar nicht deren Bruder ist, zum Fernfahrer, der sich schon wundern wird über das innige Verhältnis der Geschwister zueinander. Das „Wir“, auf das er sich bezieht, sind er und sein Kollege, der Sohn der Wohnungsinhaberin, bei der er mit Inge lebt – Singlehaushalte waren damals noch nicht erfunden. Jetzt sind sie beide „in der Vergnügungsindustrie tätig“ wie er weiter sagt. Zusammen schimpfen sie überRead More
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Film, Verbrechen und ungleiche Mittel – Max Annas über „Man Without a Star“ von King Vidor. Ein Film über den jungen Kapitalismus. Mit einem ähnlichen Grundthema wie André de Toths Western „Day of the Outlaw“, über den ich im letzten Monat an dieser Stelle geschrieben habe. Es geht wieder, expliziter allerdings, um die range wars, ebenfalls angesiedelt im noch nicht zu den USA gehörenden Wyoming. Die Kernfrage des Films ist: Wem soll Land gehören, und wie lässt sich dieses Eigentumsrecht durchsetzen? Zu diesem Zeitpunkt – „Man Without a Star“ spielt,Read More
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Posted On Oktober 15, 2016By Max AnnasIn Crimemag

Filmkolumne: Max Annas: On Dangerous Ground (11)

Film, Verbrechen und ungleiche Mittel Heute: „Day of the Outlaw“ von André De Toth. Von Max Annas. Man comes to town ist eine der klassischen Eröffnungen des Western, freilich auch anderer Genres. Im Western aber sind die Konturen von Setting und Personal so klar ausgeleuchtet, die Grenzen zwischen Gruppe und Individuum gewöhnlich so klar erkennbar, dazu ist die Wiedererkennbarkeit des Sujets so erinnerbar, dass die Eröffnung beinah wie dem Western immanent erscheint, und eben nur dem Western. Der Mann reitet in die Stadt ein, in der er schon gewesen istRead More
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Film, Verbrechen und ungleiche Mittel Heute: „Frozen River“ von Courtney Hunt. Von Max Annas Ein Film über Sehnsüchte. Ray Eddy, gespielt von Melissa Leo, will ihre beiden Söhne durchbringen. Aber es fehlt Geld, an allen Ecken und Enden. Der neue Trailer wird geliefert und gleich wieder mitgenommen, weil sie die Rate nicht bezahlen kann. Der Fernseher ist geliefert, wird aber demnächst wieder abgeholt, wenn sie die nächste Rate nicht bezahlen kann. T.J., der ältere der beiden Söhne, macht ihr Vorwürfe, ausgesprochen und auch nicht, dass sie die Rumpffamilie sind, dieRead More
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Kolumne: Max Annas: On Dangerous Ground (9) Film, Verbrechen und ungleiche Mittel Heute: Claire Denis – „J´ai pas sommeil“ (Ich kann nicht schlafen). Was bringt Leute zusammen? Und hält sie beieinander? Von Max Annas. Der Höhepunkt von Claire Denis´ drittem Spielfilm ist die Festnahme eines Serienmörders. Das ist nichts grundlegend Besonderes für einen Film, in dessen Zentrum – unter anderen Geschichten – der reale Fall von Thierry Paulin steht, der zwischen 1984 und 1987 mindestens achtzehn alte Frauen überfallen und ermordet hat, um ihnen Geld und Schmuck zu nehmen. In denRead More
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Film, Verbrechen und ungleiche Mittel Heute: Ida Lupino – „Outrage“. 73 Minuten, und keine Szene zu verschenken. Von Max Annas. Eine Minute und noch eine Viertelminute obendrauf dauert der Vorspann von Ida Lupinos zweitem Spielfilm „Outrage“. Eine leere Straße in der Nacht. Schwarzweiß. Eine Frau, die läuft. Die Frau blickt sich im Laufen um. Dann bleibt sie stehen, klammert sich an einen Laternenmast. Sie blickt sich wieder um, schaut in alle Richtungen. Das ist die Sekunde, in der wir die Panik im Gesicht der Frau ahnen. Der Titel taucht kleinRead More
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Film, Verbrechen und ungleiche Mittel Heute: Fritz Lang – „Fury“. Von Max Annas. Die beeindruckendsten und verstörendsten Bilder aus Fritz Langs mittlerweile 80 Jahre altem Film sind jene, in denen ein Mob eine Polizeistation anzündet. Die Atmosphäre in einer kleinen Stadt hat sich aufgeheizt, weil es Gerüchte gibt, dass der Entführer eines kleinen Mädchens dort eingesperrt ist. Leute finden sich zusammen, reden, schreien, wiegeln einander auf, werden mehr und mehr, schließlich ziehen sie zur Station und vertreiben mit Prügeln, Steinen und Feuer die dort anwesenden und wartenden Polizisten. Als dasRead More
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Film, Verbrechen und ungleiche Mittel (6) Heute: Claude Chabrols „Nada“ und die Bücher von Jean-Patrick Manchette im Kino. Von Max Annas. Was war das für eine Zeit. Der US-Botschafter in Paris konnte mehr oder weniger unbeobachtet in einen innerstädtischen Puff gehen. Die Linken stritten sich heftig und warfen einander vor, Marxisten zu sein oder Kommunisten oder Schlimmeres. Und auf den Champs-Élysees gab es tagsüber locker einen Parkplatz. Und das völlig kostenlos. Wir reden also über eine Zeit, die uns sehr, sehr fern ist, die weit zurückliegt. Wir reden über 1974.Read More
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Film, Verbrechen und ungleiche Mittel (5) Heute: David Millers „Executive Action“, nach einem Drehbuch von Dalton Trumbo. Von Max Annas „Executive Action“ beginnt mit dem Zoom auf ein Landgut und zwei davor stehende, sehr teure, Autos. Die Einstellung sagt: Die Leute, die wir jetzt sehen, haben Geld. Viel Geld. Der erste Schnitt führt zu Robert Ryan, immer noch mein favorisierter Schauspieler in Hollywood, vielleicht überhaupt. Er geht auf die sich zurückziehende Kamera zu, ruhig, aber entschlossen, während wir im Hintergrund einen Vortrag hören über die Kennedys und ihren Plan, dasRead More
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  Film, Verbrechen und ungleiche Mittel (4) Heute: Anthony Manns „Devil´s Doorway“. Von Max Annas Ein Film über einen Kriegsheimkehrer war 1950 nichts Besonderes. Das hatte man gesehen in den Jahren zuvor, noch und noch. Doch der hier nach Hause kommt von den Schlachtfeldern ist kein gebrochener Mann wie die vielen, die in den Noirs der Nachkriegszeit portraitiert werden. Er ist stolz darauf, sich ein paar Streifen an der Uniform verdient zu haben – und er ist überzeugt davon, dass sie sein Leben nach dem Ende des Krieges verändern werden.Read More
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Film, Verbrechen und ungleiche Mittel Max Annas über den Film „Acı“ von Regisseur Yilmaz Güney. Ich habe ein großes Herz für Filme, die jenen, die sie gemacht haben, gewaltigen Ärger mit der Macht einbringen. „Acı“ ist so ein Film, besser: einer aus einer ganzen Reihe von Werken, die Yilmaz Güney in den frühen 1970ern gedreht hat. „Der Schmerz“ lautet der Titel übersetzt, und unter den 25 Filmen, die Güney zwischen 1966 und 1983 geschrieben und gedreht hat, sind in manchen Filmographien ganze sieben dem Jahr 1971 zugewiesen. Einer davon istRead More
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Film, Verbrechen und ungleiche Mittel Max Annas über „Deprisa, deprisa“ von Carlos Saura Max Annas untersucht auf CrimeMag regelmäßig je einen Film auf seine Idee von und seine Haltung zu Crime, Abweichung, Ordnung und im Zweifelsfall ihre Wiederherstellung. Nach Pietro Germi mit „La città si difende“ von 1951 ( „Jagd ohne Gnade“ bzw. „Bis zum bitteren Ende“) nun „Deprisa, deprisa“ (Los, Tempo!) von Carlos Saura aus dem Jahr 1981. Simca, Seat, Renault, die Kamera verharrt schließlich auf einem weiteren Seat. Irgendwo in Spanien. Die Kamera sieht zwei junge Männer inRead More
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On Dangerous Ground: Film, Verbrechen und ungleiche Mittel (1) Max Annas über Pietro Germis „La città si difende“ Max Annas wird auf CrimeMag künftig regelmäßig je einen Film auf seine Idee von und seine Haltung zu Crime, Abweichung, Ordnung und im Zweifelsfall ihre Wiederherstellung untersuchen. Diese Serie beginnt mit einem Film des italienischen Regisseurs Pietro Germi, mit „La città si difende“ von 1951. In der BRD trug er den Titel „Jagd ohne Gnade“, in der DDR hieß er „Bis zum bitteren Ende“, auf Englisch er „Four Ways Out“ und in FrankreichRead More

Posted On November 24, 2012By Max AnnasIn Mitarbeiter

Max Annas

Max Annas, arbeitet an der University of Fort Hare im südafrikanischen East London an einem Projekt über südafrikanischen Jazz und schreibt Journalistisches, Politisches und Fiktion. Zu den CULTurMAG-Beiträgen von Max Annas.  Read More

Posted On Oktober 15, 2011By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Tom Rob Smith: Agent 6

Fehler! Wenn man je versucht hat, aus einem sehr mittelmäßigen, irgendwie schon akzeptablen Autor einen Großmeister zu machen, dann bei Tom Rob Smith. Max Annas rückt die Dinge zurecht. Leo Demidow ist wieder da, mag man zuerst denken, wenn man den neuen Tom Rob Smith in der Hand hält. Demidow, der in „Kind 44“ und „Kolyma“ schon die allerfinstersten Seiten der UdSSR sowohl repräsentiert als auch durchlitten hat. Aber er ist gar nicht so sehr zurück, sondern vielmehr immer noch da. Die Geschichte des dritten Thrillers um den sowjetischen PolizistenRead More

Posted On Oktober 12, 2011By Max AnnasIn Litmag

Miniatur: Africacup

Letzten Samstag. African Cup of Nations Qualifyer. Letzter Spieltag in den Gruppen. Bafana Bafana muss gegen Sierra Leone gewinnen, um sich zu qualifizieren. In der 80. steht es noch Nullnull. Der Bafana-Keeper Khune fällt wie erschossen auf den Rasen und lässt sich minutenlang behandeln. Dann steht er wieder auf, humpelt grinsend ein bisschen und stellt sich wieder ins Tor. Dem Coach macht das alles nix. Kein Keeper läuft sich warm. Was war passiert? Ägypten führte gegen Niger. Bafana braucht nur noch ein Unentschieden, und Sierra Leone, bei einem Sieg selbstRead More

Posted On September 17, 2011By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Cay Rademacher: Der Trümmermörder

Nackte Leiche in kalter Zeit … Ein historischer Lokal-Thriller, „Der Trümmermörder“ von Cay Rademacher, voll im Trend. Max Annas ist überhaupt nicht überzeugt. Wenn eine nackte Leiche bei minus zwanzig Grad Außentemperatur gefunden wird, kann man sich recht sicher sein, dass es sich um einen Mord handelt. Der Hamburger Oberinspektor Frank Stave behandelt den Fall selbst im Januar 1947 mit Routine und norddeutscher Gelassenheit. Seine persönliche Stimmung schwankt dabei aber zwischen latenter Verzweiflung um den Sohn, der immer noch irgendwo im Osten ist, entweder in sowjetischer Gefangenschaft oder tot, undRead More

Posted On September 10, 2011By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Yassin Musharbash: Radikal

Gut konstruierter Hauptstadtthriller – Für John Le Carré durfte er recherchieren, jetzt hat er einen eigenen Roman geschrieben: Yassin Musharbash. Gar nicht so übel, wenn auch noch mit Macken, findet Max Annas. Wie offen sind die Grünen dieser Tage noch für Seiteneinsteiger, die nicht die Parteileiter erklommen haben? Yassin Musharbash, Spiegel-Online-Redakteur für jene Gegend, die gern noch Naher Osten genannt wird, stellt die Situation so dar, als sei es kein Problem, kurz vor den Bundestagswahlen dort einen sicheren Listenplatz zu kriegen und, Neider hin, Neider her, mal schnell in denRead More

Posted On Juni 5, 2010By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Sam Bourne: Tag der Abrechnung

Kurz, knapp und auf den Punkt. Max Annas knöpft sich einen schwer gehypten Autor vor.Read More

Posted On Mai 29, 2010By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Vilmos Kondor: Der leise Tod

Grimmis in allen Verabreichungsarten. Ist schon okay. Diesmal also Budapest, 1936. Ach ja, Max Annas ist nicht übermäßig beeindruckt …Read More

Posted On Mai 5, 2010By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Ian Rankin: Ein reines Gewissen

Bestsellerautoren müssen bestsellen. Wenn eine Formel nicht mehr so recht funktioniert, muss eine andere her. Auch wenn die der ursprünglichen Formel nicht ganz unähnlich ist. Das schafft Probleme. Solche, wie sie Ian Rankin hat und wie sie uns Max Annas erläutert.Read More

Posted On April 10, 2010By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Bronwyn Parry: Schwarze Dornen

Nur der Schauplatz macht´s noch lange nicht. Auch Australien bringt nicht nur Garry Dishers hervor, sondern auch manch Überflüssiges. Findet Max Annas …Read More

Posted On März 27, 2010By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Kevin Wignall: Die letzte Wahrheit

Auftragskiller-Romane sind ein eigenartiges Subgenre, das zwischen Jorge Franco und Irene Dische so ziemlich jedes Autorentemperament fasziniert. Allerdings geht das ziemlich oft daneben. Max Annas hat so einen Fall erwischt.Read More

Posted On Februar 13, 2010By Max AnnasIn Bücher, Crimemag

Roger Smith: Kap der Finsternis

"Kap der Finsternis" von Roger Smith hat in Deutschland abgeräumt: Bester Kriminalroman des Jahres bei der KrimiWelt-Bestenliste und zweiter Platz beim Deutschen Krimipreis – hervorragende Kritiken allerorten. Max Annas, der in Südafrika lebt, ist jedoch skeptisch. Ein Kommentar über Rezeption, Nähe und Point-of-View …Read More