All posts by Markus Pohlmeyer

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Posted On November 15, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Film: Die Unglaublichen 2

Die Titel ist nicht zu hoch gegriffen Von Markus Pohlmeyer Im Kino sitzen, überrascht werden, vor Lachen am Rande der Atemnot und kullernde Tränen vor Begeisterung! Die Unglaublichen 2 hat zwei Haupthandlungen. Erstens: Helen Parr/Elastigirl kämpft – medial hochwirksam in Szene gesetzt – mit Unterstützung von zwei Geschwistern für die erneute Legalisierung von Superhelden. Deren Vater wurde getötet, weil Superhelden ihm nicht helfen durften, da sie kurz vorher als illegal erklärt worden waren. Helen ist selbstbewusst, intelligent, meistert unglaubliche Verfolgungsjagden und dramatische Kämpfe, bis sie von ihrer Verbündeten (der Schwester)Read More
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Lucky Luke: Ein Cowboy in Paris Von Markus Pohlmeyer Der neue Lucky Luke-Band (97) trägt den Titel „Ein Cowboy in Paris“. Auf dem Cover:  Lucky Luke nicht auf der Prärie, sondern hinter kleinen Schornsteinen – und über die Dächer hinweg ist die eingerüstete Freiheitsstatue zu sehen. Und so beginnt die Geschichte damit, dass der Arm dieser Dame – wir sind noch in Amerika – mitten in der Landschaft aufragt. Lucky bringt die Daltons gerade wieder einmal in ein Gefängnis. Für Averell Dalton, dem Ewig-Hungrigen, liegt die Deutung auf der Hand:Read More
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Als ich zu den Sternen ging … (2. Fassung) Die Blätter am Hang rauschen Regengemurmel … Wellenschwer … Ich lief auf einem Meeresgrund Von einst, über mir schwebten Ichtyosaurier, ein Liopleurodon Schnappt nach Luft, seine mächtigen Flossen wie Schwingen eines Über mich hinweggleitenden Flugzeuges; ein Luftschiff macht fest An einem erloschenen Vulkan, Umringt von Moby Dicks Und Delphinen; die Erde hebt sich, Faltet Gebirge, faltet den Himalaya, Sie werden sinken, driften, Wieder eingeschmolzen, umgeschmolzen Zu den Wegen, die ich jetzt gehe, Blätter rauschten Regen: ein Echo Jenes fernen Meeres; hinterRead More
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Posted On Oktober 16, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Oktober 2018

Markus Pohlmeyer: Zeitreise mit Stephen King

Zeitreisender, worüber klagst du?  Zur Verfilmung von Stephen Kings Roman „Der Anschlag“ – Versuch einer hinduistisch-buddhistischen Relecture mit Max Weber Epilog „Die Ruinen von Al-Zahrā’ Paläste, die der Glanz der Fest füllte – wer kann in den Ruinen jetzt noch wohnen? Der Vögel Klage tönt von allen Seiten; bald schweigen sie, bald hallt ihr Zwitschern wider. Da wandte ich mich einem Vogel zu, auf dessen Herz erschrockne Trauer lag: «Worüber klagst und weinst du, kleiner Sänger?» – «Über die Zeit, die ging und niemals wiederkehrt!»“[1] 11.22.63 Angenommen, es wäre einfachRead More
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Gigantisch, episch, kosmisch … Von Markus Pohlmeyer Eine wunderbare kleine Novelle, gigantisch groß und episch in den kosmischen Perspektiven. Oder: Eine Meditation über Fressen und Gefressen-Werden? Ein Drama auf jeden Fall! Das ich mit meiner europäischen Perspektive so deute: Eine UNO-Weltraumpatrouille unter der Führung eines chinesischen Kommandanten entdeckt einen Kristall aus dem Epsilon-Eridani-System, der vor der Ankunft des Weltenzerstörers warnt, einer „Weltraumarche“[1] – das sei ein Ring (50 000 km im Durchmesser![2]) mit unvorstellbarer Gravitationskraft, der sich um Planeten lege und deren Ressourcen plündere. So weit die Exposition. Dann dieRead More
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Ein Buch wie ein Monument Eine Ausstellung im Filmmuseum Frankfurt feiert 50 Jahre Stanley Kubricks „2001“. Der Verlag Benedikt Taschen hält ein vormals mit 1000 Euro gehandeltes Buch in einer Volksausgabe zugänglich. Unser Science Fiction-Experte Markus Pohlmeyer hat es sich angeschaut. Manche Bücher sind ein Ereignis – so wie dieser Band: vom Design und vom Gewicht her seine eigene Klasse! In der Form dem berühmten Monolithen nachempfunden, wirkt schon die Bildfolge des Schubers wie eine Zusammenfassung des Films (und wie ein Hinweise auf das zentrale Motiv des Kreises und des Kreisens, der Bewegung):Read More
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Liebe  & Ufos Das Lustige Taschenbuch 507[1] mit dem (rückschauend betrachtet illusorischen) Thema „Auf zum Titel!“ – wir sehen Donald auf dem Einband, schwungvoll, dynamisch, mit Leidenschaft, im Tor und in einem deutschlandfarbenen Trikot den gegnerisch Ball abwehren – dieses Taschenbuch bietet eine phantastische Geschichte, die in Kürze einiges über Postmoderne und Medien zu sagen weiß: „Eine Frage des Alters“[2]. Wie wunderbar und wunderbar irritierend auch das Theoriegedöns der Postmoderne sein kann, ich mag einfach ihre performativ-popkulturellen Epiphanien! Nennen wir es ein Wirtschaftsdrama: Nicht Onkel Dagobert und auch nicht seinRead More
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Fargo 3 – Episode: The Law of Non-Contradiction[1].  Ein Essay von Markus Pohlmeyer Vor Kurzem war unser Autor „Mit Kierkegaard im Serienland„, machte sich Gedanken zur zweiten Staffel von „Fargo“. Jetzt hat er noch näher hingeschaut. Minnesota 2010: Gloria, Polizistin – ihr aktueller Status ist entweder-sowohl Welle oder-als-auch Teilchen, fliegt nach Hollywood, um den Tod an ihrem Stiefvater Ennis Stussy aufzuklären. In ihrem Motel findet ein Weihnachtsmännertreffen (bei 22 Grad?) statt; und prompt stiehlt auch ein Weihnachtsmann, traditionell Gabenbringer, nicht Gabenwegnehmer, ihren Koffer, was natürlich eine präzise Täterbeschreibung erschweren sollte. Dabei lernt sieRead More
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Gier und Dummheit als Beschleuniger der Evolution Natürlich sollte man an solch eine Besprechung nur jemanden heranlassen, der absolut unparteiisch in Sachen Dinosaurier wäre, der auf die Kohärenz einer evaluierbaren Handlung und deren Standards achten würde oder auf die nachhaltige Integrierbarkeit von Wesen mit anderem evolutionären Hintergrund, also jemand, der nicht nur die unglaublichen Effekte genießen würde, nein, sondern einer, der hinter dem schönen Schein das wahre Sein usw. Mag sein: während in Jurassic Park I die tricktechnische Präsentation der Dinosaurier noch revolutionär wirkte, kommt sie heute etwas altbacken daher.Read More
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Posted On Juli 21, 2018By Markus PohlmeyerIn Litmag, News, ReiseMag 2018, Specials

Markus Pohlmeyer: Reisender Dichter

    Markus Pohlmeyer Reisender Dichter Culturmag-Leser kennen Markus Pohlmeyer als Essayisten; das ReiseMag 2018 freut sich nun, ihn als Dichter vorzustellen, als Reisenden, der seine Eindrücke in lyrischen Schnappschüssen festhält. Die vier Gedichte, die wir unten vorstellen, erschienen allesamt im Igelverlag in dem Lyrikband: Als ich zu den Sternen ging (2016). Wir danken Autor und Verlag für die freundliche Erlaubnis zum Nachdruck.  Read More
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Die CULTurMAG-Redaktion dankt Markus Pohlmeyer für seine wunderbaren Beiträge und gratuliert zu einem Jubiläum. Zum 50. Jahrestag des Kultfims 2001 (das Deutsche Filmmuseum zeigt dazu eine Ausstellung) dürfen wir Ihnen seinen 50. Essay präsentieren. Beachten Sie außerdem die Literarurliste am Schluss, die alle bei uns erschienen Artikel enthält. Viel Vergnügen beim Lesen und Nachdenken!   2001 – Stanley Kubrick: Homer im Weltraum. Ein Essay zum Jubiläum I 1968 erschien ein seltsames Ding am Kinohimmel – anfänglich umstritten –, das in seiner Rezeption schon bald zu einem der besten Science Fiction-Filme, sogarRead More
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Posted On Juni 15, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2018

Serie: Fargo 2

Mit Kierkegaard im Serienland Gedanken zur zweiten Staffel von „Fargo“ – Ein Essay von Markus Pohlmeyer Prolog Vorangestellt das Motto dieser Serie: es handele sich um tatsächliche Begebenheiten; nur die Namen der Opfer seien geändert worden, aber: „Aus Respekt vor den Toten wird der Rest genauso erzählt, wie er passiert ist.“[1] Episodentitel wie The Myth of Sisyphus oder Fear and Trembling verweisen auf Camus und Kierkegaard. Letzteres baut schon von Anfang an ein dichtes Netz von Verweisungen auf. Ersteres wird sofort durch den Beginn von Episode 1 dekonstruiert. In Schwarz-Weiß: Titel Massacre At SiouxRead More
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Posted On Juni 15, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2018

Notizen aus dem Paläo-Museum

Saurier-Geschichten Markus Pohlmeyer über die Dinosaurier-Bücher „All Yesterdays“ und „Ausgestorben, um zu leben“. Bernhard Kegel gibt in seinem Buch Ausgestorben, um zu leben einen gut informierten Einblick in die Entdeckungsgeschichte der Dinosaurier, welche zugleich auch eine Mentalitäts- und Kulturgeschichte darstellt.[1] Leitendes Motiv ist, mit Evidenz und Analogien ein realistischeres Bild von Dinosauriern zu zeichnen, beispielsweise was ihre Krankheiten oder ihr Paarungsverhalten betrifft. Vieles hat vermutenden Charakter, wird aber plausibel und kritisch vorgetragen, denn: „Das Bild, das die Wissenschaftler von den Vorzeitechsen zeichnen, hat sich stark verändert. 85 Prozent aller heuteRead More
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Kleine Hymne auf Robert Silverbergs „Science Fiction Hall of Fame 2“. Es hält sich das Gerücht, Science Fiction sei das (post)moderne Genre, was Religion am nächsten stehe. Man lese nur die Titel der in diesem Band versammelten Kurzgeschichten – in Auswahl: Die Suche nach dem Heiligen Aquin[1], Die neun Milliarden Namen Gottes[2] oder Dem Prediger der Rose[3]. Der Reihe nach: die erste Überschrift spielt auf den mittelalterlichen Scholastiker Thomas von Aquin an und zeigt die Suche – ja nach was? – eines Christen unter den Bedingungen einer Verfolgungssituation (die durchausRead More
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Posted On April 14, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag April 2018

Essay: Markus Pohlmeyer über Stephen Hawking

Nachdenken über Stephen Hawking und andere kosmische Träume(r) – Ein Essay. „Wissenschaft ist das Beste, was wir haben! Sie ist die gemeinschaftliche Suche nach wahren, verlässlichen Erkenntnissen über die Welt einschließlich unserer selbst.“[1] In einem Plädoyer für Wissenschaft und ihr angemessene Vermittlungsformen in Schule und Medien verweist Stephen Hawking (+ 2018) auf die Tatsache eines unaufhaltsamen technisch-wissenschaftlichen Fortschritts: „In einer demokratischen Gesellschaft heißt das, die Öffentlichkeit braucht wissenschaftliche Grundkenntnisse, die es ihr erlauben, fundierte Entscheidungen zu treffen, um sie nicht Fachleuten überlassen zu müssen.“[2] Oder Populisten, Demagogen, religiösen Fanatikern usw.Read More
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Liebe und Einsamkeit, transhuman und nach der Apokalypse I Die Welt von „Blade Runner 2049“ (2017, Regie: Denis Villeneuve) ist das Ergebnis eines Blackouts; die digitale Memoria wurde zerstört; Vergangenheit scheint nur noch über Fragmente rekonstruierbar. Es gibt nun eine weitere Generation von Replikanten, die jetzt ihren Schöpfern absolut untertan sind. In einem Bonuskurzfilm auf der DVD wird ein Replikant von seinem Schöpfer Niander Wallace vor die Wahl gestellt, ihn oder sich zu töten. Er bringt sich selbst um. Alte, im Verborgenen lebende Replikanten, da unberechenbar, werden von neuen BladeRead More
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Lucky Luke: Lucky Kid – oder Aus der Kindheit eines Helden Das Cover des neuen „Lucky Luke“, Bd. 96: „Mitten ins Schwarze“, zeigt uns Lucky Kid (ja genau der, der mit seiner Steinschleuder schneller als sein Schatten Steine schleudert! Siehe bitte Rückseite der entsprechenden Hefte!) und Kleiner Kaktus, mit Pfeil und Bogen, auf einem Felsplateau, intensiv Ausschau haltend, und im Rücken der beiden Freunde einen Bären mit einem Pfeil da, wo er nicht hingehört, ziemlich sauer. Die Abenteuer um Lucky Kid zeigen die abenteuerreiche Genese und tragikomische Sozialisation des zukünftigenRead More
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Prolog                                                                „Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.“[1] „Die Benennung von Dingen, die »der erste Anfang der Rede ist« (RV X 71,1), läßt diese erst ins Dasein treten. So ist die Göttin Vāc, zumindest in den Augen der Dichter,   die eigentliche Schöpferin der Welt.“[2] Das Problem Der Titel könnte entweder eine neue These formulieren (die im Grunde gar nicht so neu ist) oder einfach nur das Interesse der geneigten Leserschaft gewinnen wollen, aber sich bei näherer Analyse verflüchtigen.Read More
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Posted On Dezember 16, 2017By Markus PohlmeyerIn Bücher, Crimemag, CrimeMag Dezember 2017, Litmag

Buch: Zoë Lescaze: Paläo-Art

Paläoart: Wie Künstler durch die Zeiten sahen von Markus Pohlmeyer I Dieses Buch ist selbst ein Dinosaurier: gigantisch und monumental, geheimnisvoll und furchteinflößend, imaginativ und phantastisch: ein Zeugnis davon, wie gesehen, gedacht, geträumt und gemalt wurde von jener fernen, so wundervollen und ins Heute ragenden Urzeit. Mit diesem Buch lebe ich schon seit Monaten: entdeckend, schwelgend, staunend. W. Ford bietet in seinem Vorwort eine methodische und kurze historische Einleitung, um Z. Lescazes Arbeit und die Bedeutung der Paläo-Art zu würdigen: „Die zeitgenössische Kunstform der ‚Paläo-Kunst‘ – eine visuelle Tradition, dieRead More
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Gedanken zu Blake Crouch: Dark Matter. Der Zeitenläufer.[1] Von Markus Pohlmeyer Angenommen, es gäbe ein Multiversum (was theoretisch plausibel, aber experimentell schwer zu beweisen ist), und angenommen, ein Wissenschaftler könnte eine Vorrichtung finden, in die verschiedenen Universen/Multiversen zu wechseln. Das ist der quantenmechanische Minimalbauplan von Dark Matter. (Tun wir so, als ob!) Hieraus entwickelt sich die ethische Grundfrage des Romans: nach der (Un)Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Warum habe ich diese und nicht andere Entscheidungen getroffen? Wäre ich jetzt glücklicher, was habe ich aufgegeben, wen gewonnen und verloren wen? Was, wennRead More
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Posted On Dezember 6, 2017By Markus PohlmeyerIn Klassiker Special 2017, Litmag, Specials

Thomas Mann: Joseph und seine Brüder

  Markus Pohlmeyer Die Huld(a) auf dem Felde oder: Ein arroganter Engel, ein irrender Held und ein impliziter Esel. Gedanken – weitab vom Wege – zu Thomas Manns „Joseph und seine Brüder“[1] 1. Summary Joseph wird von Israel zu seinen Brüdern geschickt. 2. Die Interlinearübersetzung „Da-fand-ihn (ein)Mann, und-siehe er-(war)-umherirrend im-Feld. Und-es-fragte-ihn der-Mann, sagend: Was-suchst-du? Da-sprach-er: Meine-Brüder ich (bin)-suchend! Sag-doch mir, wo sie (sind)weidend! Darauf-sagte der-Mann: Sie-sind-aufgebrochen von-hier, denn ich-hörte sie-sagend: Laßt-uns-gehen nach-Dotan! Da-ging Josef nach seinen-Brüdern, und-er-fand-sie in-Dotan.“[2] 3. Im Roman Und in der einbändigen Ausgabe Thomas Mann: Joseph undRead More
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I Donna Daisy und Sancho Duck – Remythologisierungsversuche  „Die Ritterin und ihr Knappe“[1] ist eine wunderbare alternative history- und gender-story: Daisy (in der echten postmodernen Entenhausener Realität Donalds Verlobte, ja genau, die Verlobte von diesem Alltagsversager, der als Phantomias und Geheimagent regelmäßig die Welt retten muss). Daisy hier nun in der Rolle von Arthus und Donald als Knappe, durchaus mit dem Potential eines Sancho Panza! Wunderbar, wie Daisy beherzt das Schwert aus dem Stein zieht. Donald: „Aber sie ist ein Weib[2]! Geht das?“ Stimme: „Heutigentags geht alles.“[3] Also das berühmteRead More
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Arrival. Ein kurzer hermeneutischer Kommentar von Markus Pohlmeyer Prolog  I „Die Geschichte deines Lebens“[1] von Ted Chiang verbindet eine tiefe und tief traurige Mutter-Tochter-Geschichte mit der Ankunft von Außerirdischen. Privates scheint Welthistorischem gegenüber zu stehen: und doch wirkt dies alles ineinander! Chiang übernimmt Prinzipien der Quantenwelt (Mikrokosmos) als ontologischen Bauplan seiner Geschichte (Makrokosmos). Die Story transformiert sich zu einer großen Metapher, d.h. Allegorie, des Quantenkosmos. Darum: Anfang und Ende in der gewohnten Reihenfolge? Für die Quantenelektrodynamik scheint das ohne Belang, z.B.: „Das Elektron emittiert ein Photon, eilt in der ZeitRead More
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Alien: Covenant – Schwanengesang. Ein Essay. Von Markus Pohlmeyer Ridley Scott hat es mir nicht leicht gemacht: ein Meisterwerk erwartend, sah ich Alien: Covenant (2017)! Der Film hätte ein Science Fiction sein können, hätte er sich dafür entschieden. Oder Horror, die Anlagen waren da. Hm. Oder innovativ – um zu zeigen, dass Kino noch was könne – im Angesichte von Serien, die sich mit Überlichtgeschwindigkeit auf der Überholspur bewegen und das Kino mittlerweile mehrfach überrunden. Also was sah ich? Klassische Elemente von Science Fiction: zusammengewürfelt! mad scientist-Variationen[1], festgemacht am AndroidenRead More
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GoT – Minimale Meditationen Von Markus Pohlmeyer Prolog Tyrion Lennister – Zwerg, Killermaschine, Super-Liebhaber, witzig, frech, Kampftrinker und Analytiker – bringt den Inhalt einer der weltweit bekanntesten Serien (und Roman-Folgen) wie immer gnadenlos auf den Punkt: „Kronen stellen seltsame Dinge mit den Köpfen darunter an.“[1] Damit wäre alles über die Weltgeschichte und diese Serie gesagt – und der Essay könnte hier enden. Aber es liegt am Wie. Autoren stellen schon seltsame Dinge mit Texten an. Schauriges und Blablabla Die Geschichte hebt an mit einem ständig betrunkenen König und einem Inzestdrama zwischenRead More
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Die Neue Welt oder Lucky Luke: Das gelobte Land Von Markus Pohlmeyer Prolog Erstes Bild des neuen Lucky Luke-Bandes[1]: der Titel ragt in eine friedliche Viehherde; Jolly Jumper grast; Lucky Luke unter einem Baum, mit einem Strohhalm im Mund[2] – und in der Gedankenblase: „Herrlich, dieses einsame Leben fernab von jedem unnützen Geschwätz …“[3]; und rechts unten, in einer gelben Raute: „Der Westen… unendliche Weiten … Nichts als Natur …“[4] (Okay, der Weltraum … unendliche Weiten …; Western und Science Fiction als die zwei Großnarrationen der Postmoderne![5]) In jene IdylleRead More