All posts by Markus Pohlmeyer

Posted On November 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag November 2020

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus VI

ERSTER TEIL Variation Ein schönes GrüßenZum AbschiedeDieser bunten WälderIn einem ParkSah ich noch KinderSpielen heiter undUnbeschwert Ich War auch einmal soGlücklich Der Winter fand inDem Park Nur noch leere Plätze Sah Im aufgewühlten SandEinen alten Ball Voller Schmutz IchIn schwarzen Ästen hingSchwer der graue Himmel AufgewühltMeine Bettdecke,So leis’,Leise,Zogst duDie TürZu … Irgendwie duftenDie Farben des HerbstesBesonders. Und dieGrauen Wolken sind nochKein Grabtuch. Das LichtGeht durch mich hindurch,Als wäre ich transparentesGlas. Wenn wir die Abstände in einem AtomBetrachten, sind wir nurLeerer Raum – soWie eine gotische Kathedrale.Wir lesen den Stein wieUnsere Gesichter – aberVerstehen wir noch? WäreDas des EvangeliumsRead More
Buddha im Garten Eden Eine Rezension von Markus Pohlmeyer Aus der Fülle spannender und phantastischer Geschichten aus diesem Sammelband[1] – Was passiert z.B., wenn eine Horde durchgeknallter Roboter ein Hotel auf einem Uranus-Mond renovieren will? Oder wenn ein Roboter aus Liebe den Peiniger der geliebten Frau eliminiert? Wenn die Welt nur noch eine via KI geschlossene Schleife darstellt, deren Produkt und Produzent ein und dasselbe Ich ist? – also, aus der Fülle spannender und phantastischer Geschichten in diesem Sammelband möchte ich besonders zwei auswählen: I „Mission: Rettung der Menschheit“ von LiuRead More
Corona-Gedichte 4 (corona, lat.: Kranz, Zuhörer) 1Flut und Ebbe zerreibenDen MondWie einen KieselsteinIm Bach der Nacht Diese seltsame AffenhandDie den Stundenzeiger Der JahreszeitenDigitalisiert und berechnetWie viel Profit bestimmteWaffen denn brächten Die für ihre tödliche Siege sichKränze aufsetzt und sich Von einer Corona beklatschen lässtDie das HierZerstört um es in virtuellenParadiesen neu zu erlügenDie sich im Spiegel sieht und  Sich Sinn erbetteltVon ihren gespiegelten GötternOder sei es nur von einerNoch so bescheuertenVerschwörungstheorie. Flut und Ebbe zerreibenDen MondWie einen KieselsteinIm Bach der Nacht. 2„Lug und Trug!“Schimpft eine ElsterÜber uns Dädalus-Menschen.Doch sie selbst ist eine Meisterin desTäuschens. LauerndRead More

Posted On Oktober 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Oktober 2020

Markus Pohlmeyer und die Super-Enten

Am Ende steht ein Neubeginn Vermischte Leseeindrücke von „Der neue Phantomias auf der Lauer„  „Der neue Phantomias auf der Lauer“ [1] zeigt eine Super-Ente am Rande ihrer Möglichkeiten: Phantomias/Donald Duck bekommt keinen Schlaf, wird ständig im Stich gelassen, muss gegen alles (Un)Mögliche kämpfen – und findet sich auch noch wieder in einem Krieg Außerirdischer, der in der Dinosaurierzeit seinen Anfang nahm. Und paradoxerweise muss er sich selbst bei einer Geiselnahme als Phantomias spielen. Dazu eine undurchsichtige Familiengeschichte. Warum das alles? Everett Ducklair, (genial, allmächtig, undurchsichtig, ambivalent, hat telepathische Fähigkeiten), der ehemalige BesitzerRead More
Wir gratulieren Markus Pohlmeyer zum 100sten Text für CM – neee, das ist falsch: Wir gratulieren uns, dass wir 100 Pohlmeyer-Texte bringen durften! Hundert Texte zwischen Antike und Donald Duck, 100 Texte über die Fundamente unserer Zivilisation. 100 Texte unterhaltsamer Gelehrsamkeit. 100 Texte zur Populären Kultur – und ja, auch Homers Epen sind Populäre Kultur, so wie Lucky Luke. Und der Schrank ist noch lange nicht leer, auch nach dem zweiten Hundert nicht. Aber ob wir dafür wieder acht Jahre brauchen? Müsste auch in fünf gehen …. In diesem Sinne:Read More
Corona-Gedichte 4 1…ist so still. Da!Mauersegler sirren,Rasende,Schwarze FunkenÜber rötlicheDächer hinweg. Stille. In purpurnenSchleiern wogtEin weißerMond vorbei.Alle Farben desSommers, desAbends: lila, Rosa, helles Blau,Dunkleres BlauKommen, schwinden.Der Mond Leuchtend: vonHier einGlühwürmchenIm Baum der Nacht.Aber auch Schatten,Kraternarben,Fossilien aus ZeitGravitationEnergieMasse. Sein Licht wandert,WandertDurch ein finsteresTal zu mir. MeineNeuronen übersetzen,Suchen Bilder, deuten:Die Nacht nahm fastAlles, alles. Jetzt bin ichAllein mit dem Mond. Es ist so still. Zerstörung machte ihn,Diese karge, ferne,Schönheit. Ein Flüstern,Ständig, stille Sätze,Traumartig,Reiht Kosmos An Kosmos, Dichten meine Seele,Sich auflösend, zuSammeln sich, Als wäre ich dort … 2Dichter, das bin ich also,Oder auch nicht.Werde es von TagRead More
Ein Essay von Markus Pohlmeyer „Pastewka“ begleitete mich mit Lachen nachdenklich durch die bisherige Corona-Krise. Die 8. Staffel führt den beliebten Komiker Bastian Pastewka in ungeahnt hohe Unbeliebtheitswerte der Öffentlichen Meinung. Interessant, wie oft die Darstellung von Pastewka-Begebenheiten in verschiedenen Medien einer ganz bestimmten, tendenziösen Interpretation unterliegt, die ich als Zuschauer so ganz anders gesehen habe und nur unter ‚dumm gelaufen‘ verbuchen würde. Trotzdem, auch Bastian ist ein Meister der Um-Interpretationen und des Ich-war’s-Nicht. Für ihn nimmt aber seine mediale Präsenz (bzw. besser: Repräsentation) eine Dynamik an, die er nichtRead More
Corona-Gedichte 3 IGestern zum Friseur. Beim Warten saß mein KörperSo, dass die vielen Spiegel vorUnd hinter mir meinen Rücken mich sehen ließen und wie ichEine Maske trage. Und das wiederum Zahllos gespiegelt. Und sah Mich gleichzeitig, wie ich michAlltäglich nie sehen kann. Und vervielfältigt durch OptikBilder auf Bilder In Bildern: Machen das nicht auch meine Gedichte mit meiner Seele?  IIIrgendwie fühle ich mich wie eine komplexe Gleichung:Irgendwie scheint alles imaginär und dazu seltsam real-reell.Ständig, stündlich sitze ich an Turing-Maschinen, die so tun, Als wären sie Menschen – und: oder als ob meinImaginäres Ich für sie ein Mensch wäre. Nun,Read More

Posted On August 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag August 2020

Bestie Mensch: Die TV-Serie „Spartacus“

Wieder eine von Menschen gemachte Hölle auf Erden Ein Essay von Markus Pohlmeyer Von schier unerträglicher Härte scheint mir die Serie „Spartacus“[1], die sich, trotz ihrer ästhetisierenden Darstellung von Gewalt, zu einem Plädoyer gegen Sklaverei entwickelt – von der ersten Folge an. Die geradezu zelebrierte Grausamkeit der Gladiatorenspiele wirkt wie ein Verfremdungseffekt, zeigt aber in den Arenen und auch in privaten Bereichen eine gesellschaftliche Enthemmung, die Sklaven nur noch als Dinge (lat. res) verwendet: als Arbeitskräfte, Tötungsmaschinen zur Unterhaltung, für sexuellen Missbrauch.  „Ursprünglich stammt die Zombievorstellung aus Haiti. Ein Zombie ist ein Sklave,Read More

Posted On August 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag August 2020

Wiederbegnung mit „Rom“

Die Würfel sind gefallen Ein Essay von Markus Pohlmeyer Vor kurzem fing ich an, nach Jahren ROM wiederzusehen.[1] Jetzt, im Abstand, fiel mir noch stärker die Fülle der Details auf. Und es war überhaupt nicht langweilig, das Ende der alten und freien Republik noch einmal aus dieser Perspektive zu betrachten, obwohl die historischen Ereignisse ja schon feststanden. Aber der Weg dahin bzw. wie ein möglicher Weg dahin erzählt wird, das macht ROM absolut ungewöhnlich. Ich werde hier vor allem nur mit dem arbeiten, auf welche Weise diese Serie den Übergang zum Cäsarentum/Kaisertum präsentiert undRead More

Posted On August 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag August 2020

Markus Pohlmeyer: „Ars poetica“

Dichten? Nein. Ja. Zu Ulla Hahn und Horaz. Achtung, Vorleser! Unbestreitbar von literaturtheoretischer Wichtigkeit und mit einer breiten Rezeption die Poetik des Aristoteles[1], aber die des römischen Dichters Horaz ist voller Witz, Ironie, charmanten Frechheiten – zum Schmunzeln, zum Genießen, viel zu lernen. Surreal und höchst selbstkritisch. Aber was ist das? „Was die eigentliche Originalität der Ars Poetica gegenüber den anderen antiken Poetiken ausmacht, ist die Übersetzung von Dichtungstheorie in praktizierte Dichtung […].“[2] (Gott bewahre, ein Literat schreibt schön und angenehm und in Versen über Literaturtheorie … heute undenkbar?) Oder ganz einfach: einRead More
Einsamkeit in Zeiten von Corona  (Inspiriert von einer Zeile bei Tomas Tranströmer) 1Vor Deiner Tür Schlange stehenAber unsichtbarBin ich habe Keinen KörperGleich dem Winde Nur ein Hauch Ich … ich weine, Du hörst es nicht. Zu viel Lärmen derAnderen Wartenden 2Das Glück, Vergessen zu werden,Dies Unglück. Die Gnade, Vergessen zu können. Der Schmerz,Vergessen zu haben. 3Dieser Schock, dass Wälder, Alleen, Seen,Meere und Wolken, SonnenuntergängeUnd Morgennebel, Schmetterlinge undNachtigallen die gleichen GefühleAuslösen wie Menschen. Dass ZahlenMein Universum beschreiben. 4Eine vollkommene Schönheit sehen …Und darüber nur ein unvollkommenesGedicht schreiben können. 5Selbst die Toten Vergaßen meiner:Wo gingt ihr hin?  Oft gehe ich allein über den Alten Friedhof. Als obRead More
Digitale Paradiese und analoge Steinzeit – oder doch eher umgekehrt? Ein Essay von Markus Pohlmeyer Analog und-oder digital? Weder sollte die Rückkehr zu einer analogen Lehre als anti-modern abqualifiziert werden noch wäre digitale Lehre als die (Er)Lösung schlechthin zu preisen. Vorab: Digitale Lehre bleibt das Gebot der Stunde, wenn weiter die Gesundheit der Lehrenden und Studierenden in der Corona-Krise[1] geschützt werden muss. Digitale Lehre wird so zu einem wichtigen Hilfsmittel, damit Universität nicht gänzlich verschwindet.  Im Folgenden kann ich nur aus meiner Perspektive schreiben, begrenzt und irrtumsanfällig. Meine Erfahrungen zeigten aber: Unser kleines Fach der Katholischen TheologieRead More

Posted On Juli 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juli 2020

Markus Pohlmeyer über Cixin Liu

Cixin Liu: Kugelblitz[1] – ein romantischer Beitrag zur Quantenmechanik? Eine Rezension von Markus Pohlmeyer „So einfach sich das Wort ‚Teilchen‘ anhört – Physiker meinen damit eher Wirbel in einem Gewebe aus Raum und Zeit.“[2] Im Roman „Kugelblitz“ von Cixin Liu lautet das so: „‘Richtig. Sie haben eben nichts als Raum gegessen, genau wie Sie selbst auch nur Raum sind. Denn das Lammfleisch und Sie bestehen aus Protonen, Neutronen und Elektronen, und all diese Teilchen sind nur gekrümmter Raum in einem mikroskopisch kleinen Maßstab.‘ Er schob einige Teller beiseite und gestikulierte über der Tischdecke. ‚Angenommen, der RaumRead More
Durch die Wälder der eigenen Dunkelheit Ein Essay von Markus Pohlmeyer I True Detective 3, ein weiteres Glanzstück in dieser Reihe, erschließt sich meiner Meinung nach in seiner Erzählstruktur erst durch die Lektüre von Dantes Commedia. Nic Pizzolatto[1] (unter Features: Designing the Decades[2]) erklärt, dass diese Serie sich auf drei Ebenen gleichzeitig voranbewege. Das Schema der Commedia könnte sowohl Subtext als auch Makrostruktur dieser Serie bilden: Inferno, Purgatorio, Paradiso. Transformiert: 1980, 1990, 2015. Es geht um ein entführtes Geschwisterpaar; der Junge wird tot aufgefunden, das Mädchen bleibt vermisst. Die drei Ebenen, geschickt alternierend und echo-haft verklammert, erwecken trotz ihrer Linearität den Eindruck von Gleichzeitigkeit;Read More

Posted On Juni 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2020

Dantes Vergil und Francesca

Dramen der Liebe  Ein Essay von Markus Pohlmeyer „[…] pale were the sweet lips I saw,Pale were the lips I kiss’d, and fair the formI floated with, about that melancholy storm.”[1] “Wo die Hölle ist, das ist nicht schwer zu verstehen. Sie ist beweglich. Hat mehrere Ableger. Derzeit hat sie in Syrien, im Irak, in Gaza, in Libyen, in der Ostukraine und etlichen afrikanischen Ländern ihren Rachen geöffnet und frißt sich mit Riesengeschwindigkeit durch verheerte Landstriche und Städte.“[2] I Introitus Zwei Personen aus der Göttlichen Komödie beeindrucken mich immer wieder von neuem in La Commedia:Read More

Posted On Juni 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2020

„Das Tor“ im Ausnahmezustand

Das Leben, angehalten Ein Essay von Markus Pohlmeyer I „Vor dem Gesetz steht ein Türhüter. Zu diesem Türhüter kommt ein Mann vom Lande und bittet um Eintritt in das Gesetz. Aber der Türhüter sagt, daß er ihm jetzt den Eintritt nicht gewähren könne.“[1] II Was löste die Lektüre des Romans „Das Tor“ [2] bei mir aus? 1. Ich musste an viele absurde, leidensvolle, lebenszeitvernichtende Erfahrungen mit Institutionen denken. Institutionen, die zum einen zweifellos entlastend und notwendig für das Leben in komplexen Gesellschaften sind, zum anderen aber auch immer wieder durch Psychopathen, Diktatoren, Schreibtischtäter etc.Read More
Bedeutungslos durchs All Ein Essay von Markus Pohlmeyer Die Hauptrollen in diesem Film sind auf Raum und Zeit verteilt, auch wenn Menschen vorkommen.[1] Bedeutungslos. Kurz zum Inhalt: Auf dem Weg zum Mars – die Erde ist nun endgültig verwüstet – wird das Luxusraumschiff Aniara von Weltraumschrott getroffen, beschädigt und driftet in die Weiten des Alls. Die Illusion, bald umkehren zu können, zerbricht. Jahr für Jahr fliegt die Aniara ins Nichts. Ein Computer (Mima), der die guten Erinnerungen der Besatzungsmitglieder an die Erde simuliert, zerstört sich irgendwann selbst vor Schmerz; der WegRead More

Posted On Mai 10, 2020By Markus PohlmeyerIn Allgemein, Litmag, SHUT DOWN 2020

Markus Pohlmeyer: Shut Down-Haikus

Culturmag Special SHUT DOWN 2020 SHUT DOWN-HAIKUS Mein Bruder schickte mir neulich ein Foto von einemKirschbaum aus unserem Garten. Ach, das wirdEin melancholisches Corona- Haiku Kirsche im Frühling.Gleich unserem Leben: Wunderschön,Aber vom Winde und Zufall so leicht zu pflücken. Mein Bruder korrigierte, das sei doch einPflaumenbaum. Also Ein weiteres (Nicht-)Haiku Ich freue michAuf reife Pflaumen schon,Wie sie eingebettet inKuchen - O welche Wonn’!  Was für ein Leben! -Und mit StreuselnEin wenig GlückHerbeizaubern.Wunderschön: Ein Riesenstück …Oder zwei? Dazu Sahne –Das wäre fast kaumNoch auszuhalten! Schade, aberJetzt tut’s erst ma neBanane. DieRead More
Corona (Nach der Lektüre von Dante) I März. Wegen etwas anderem im Krankenhaus.Desinfektionsmittel, Gummihandschuhe,Besucherverbot. Notwendigkeit.Ein Bildschirm in die Welt. Und diesDante-Büchlein, das den Kosmos enthält.Das Frühstück abgefrühstückt. Vorhänge auf,Blick auf Wand und Funktionsgebäude. Mein Bett.Nachts lag die Angst auf mir. EtwasGras zwischen Beton am Morgen. Etwas UnsichtbaresWird real. Unsere Körper: MetamorphosenHin zu SMS, E-Mail, Video, Telefon etc. WirWerden zu Stimme und Text. „Es kommt ein SchiffGeladen“. Beladen unsere Körper mit unsichtbarerTödlichkeit. Kein Heil. Entweder lügen die PriesterOder Gott. Unser gekreuzigter Planet schreit. II Als ich von einer Untersuchung zurückkam durch leereGänge, daRead More
Diesseits und Jenseits Gedanken zu Homer, Platon, Vergil und Cicero – Ein Essay I Homer Homer, Platon, Cicero und Vergil begleiten mich schon seit meiner Schul- und Studienzeit (Latein, Griechisch; unter anderem); und jedes Mal, wenn ich sie wieder lese, erscheinen sie noch faszinierender. Und je mehr ich sie zu verstehen vermeine (z.B. mit Hilfe von Kommentaren und Lebenserfahrung), umso mehr entziehen sie sich und wirken geheimnisvoller. Und: ich lese diese Texte zuerst und vor allem als Kunstwerke.  Homers Werke „Ilias“ und „Odyssee“ sind ein ‚Urknall‘ der westlichen, ja der WeltliteraturRead More

Posted On Mai 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Mai 2020

Markus Pohlmeyer: „Picard“, gelesen

Ein wahrlich freier Diener des Lebens Ein Essay von Markus Pohlmeyer Una McCormack: Star Trek – Picard. Die letzte und einzige Hoffnung. Die Vorgeschichte der TV-Serie. Cross Cult, Ludwigsburg 2020. 400 Seiten, 15 Euro. I Supernova „La Barre, Frankreich Wie findet man ein Zuhause, wenn das Zuhause verschwunden ist? Wie lässt man sich an einem Ort nieder, wenn man lieber überall sonst wäre? Jean-Luc Picard ließ seine Koffer in der Eingangshalle fallen und sah sich um. […] Ich bin nutzlos, dachte er. Ich habe keine Bestimmung.“[1] So beginnt der Epilog. Ein Sprung zurück, zum Anfang: CaptainRead More

Posted On Mai 1, 2020By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Mai 2020

Lucky Luke, jünger

Neues von Lucky Kid Rezension von Markus Pohlmeyer  „Volle Fahrt voraus“[1], das bedeutet neue Abenteuer von Lucky Kid, dem jungen (späteren) Lucky Luke. So träumt der kleine Supercowboy in einer Episode davon, wie er durch Sturm und Regen reitet, wie er einen Pfeilhagel von Indianern besteht, wie er einen Bären besiegt und einen Revolverhelden und wie er kämpfen will „[…] gegen die größten Diebe der Vereinigten Staaten … der gesamten westlichen Welt!“[2] Auf dem Bild zu sehen: ein gefesselter Schurke, um ihn herum Dollarscheine. Es könnte vielleicht und möglicherweise und eventuell sein, dassRead More

Posted On Dezember 1, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2019

Markus Pohlmeyer zur Serie „Chernobyl“

Das Ende der Welt … Eine Elegie – von Markus Pohlmeyer Erinnerung „So kam es in der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 im Block vier des AKW zu einer verheerenden Explosion. […] So gelang es nur unter großen Anstrengungen und erst nach mehr als einer Woche, das radioaktive Feuer zu löschen. Unmittelbar danach wurde mit dem Bau des sog. Sarkophags begonnen, einem massiven Betonmantel, rund um den offenen Reaktor zur Abschirmung der Strahlung. Die Arbeiten waren im November 1986 abgeschlossen. Schätzungsweise 600.000 bis 800.000 sog. Liquidatoren waren an diesen und anderen AufräumarbeitenRead More

Posted On Dezember 1, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Dezember 2019

Markus Pohlmeyer zum Film „Joker“

Die Härte an sich Joker ist eine US-amerikanische Comicverfilmung von Todd Phillips aus dem Jahr 2019, Markus Pohlmeyer hat sich für uns diesem Werk ausgesetzt. – Robert De Niro über „Joker“: „Der Film ist sehr interessant und ein Abbild der Gegenwart, so wie ‚Taxi Driver‘ meiner Ansicht nach ein Abbild seiner damaligen Zeit war.“[1]  … Ich war allein in dem riesigen Kinosaal, als ich „Joker“ (2019) sah – ein Film, von dem ich im Vorfeld schon viel Fürchterliches und Abschreckendes gelesen und gehört hatte, aber auch Spannendes. Im Vergleich zu Avengers–Read More

Posted On November 3, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag November 2019

Markus Pohlmeyer über Thomas Mann

Thomas Mann und Joseph: im Exil – Variationen zu Sprache als Heimat Thomas Manns biographisch-räumliches Exil[1] seit 1933 verbindet sich mit dem Anliegen, eine deutsche Kulturtradition vor den Barbaren zuhause zu retten und einen mythopoetischen Gegenentwurf durch die Variation einer (biblischen) Geschichte über einen anderen Exilierten zu erschaffen, und zwar mit den Joseph-Romanen[2]. Im Folgenden war es mir vor allem wichtig, der Stimme Thomas Manns den Vorrang zu lassen; darum auch längere Zitate, die nur einen kleinen Einblick in das umfangreiche Schaffen seiner Exilzeit geben können. In der Tat handeltRead More