All posts by Markus Pohlmeyer

Sterbende Erde, sterbende Menschheit, sterbende Roboter Essay und Rezension – von Markus Pohlmeyer Meiner Meinung nach gelingt diesem Roman von C. Robert Cargill das Kunststück, die Erzählperspektive plausibel zu gestalten. Denn: Wie von Robotern oder KIs (Künstlichen Intelligenzen) schreiben, um deren nicht-menschliche Alterität evident nach-zudenken, zu imitieren, zu imaginieren? Indem dies erst gar nicht versucht wird. Anders gewendet: die künstlichen Akteure sind hier kaum von ihren biologischen Vorbildern zu unterscheiden. Substitute – bis zu einem gewissen Grad. Und sie wissen darum. All diese coolen, durchgeknallten, super-irren Typen, sie fluchen, sindRead More

Posted On Juni 1, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMAg Juni 2019

Markus Pohlmeyer und Donald Duck

Donald Duck zum 85. Geburtstag – Kollage und Analyse Donald Duck, einzigartiger Einwohner aus Entenhausen[1], feiert seinen 85. Geburtstag. Das aktuelle Lustige Taschenbuch informiert über das genaue Datum: „9.6.1934“[2]. Donald, das ist: ein Pechvogel, Normalversager, ewiger Schuldner seines überreichen Onkels Dagobert, Daisys Verlobter und alleinerziehender Onkel von drei frech-genialen Neffen, der Superheld Phantomias und zugleich der Geheimagent DoppelDuck, um nur die wichtigsten seiner vielen Identitäten zu nennen. Und auch bei dem Phänomen Donald scheint die Rezeptionsgeschichte bisweilen interessanter und bedeutsamer als das Original: „Dr. Erika Fuchs (1906-2005) ist die GrandeRead More
Essay und Rezension Es handelt sich um drei voluminöse Bände mit Anhängen: Cixin Liu: Die Drei Sonnen (591 Seiten)[1], Der Dunkle Wald (815 Seiten)[2] und Jenseits der Zeit (990 Seiten)[3]. Der Inhalt: In unserem, ehemals mehrdimensionalen Universum herrscht ein Krieg aller gegen alle. Diese Romane sind absolut phantastisch. Diese Romane sind eine Variationenreihe zum Thema Übersetzung, nicht nur aus dem Chinesischen. Diese Romane beschreiben die immer wieder verzögerte Auslöschung der Menschheit bzw. des Sonnensystems. Erster Band: Das Andere, die Anderen, die Trisolarier nämlich in ihrem gravitationsmäßig herausfordernden Dreifachsonnensystem und ihreRead More
I Theoretischer Versuch: platonische Science Fiction? Platon verwendet nicht selten in seinen Dialogen (Kunst)Mythen, wie z.B. den von Atlantis oder wie Eros in die Welt gekommen sei. Es ist keinesfalls so, dass Platon dann Mythen dichte, wenn er etwa mit seiner Philosophie (dem logos) am Ende wäre. Eine andere Erklärung wäre vielmehr, „[…] dass mythos und logos (so eine gängige terminologische Opposition) dem Begriffsgehalt ursprünglich beide das ‚vernünftig darstellende Reden‘ bedeuten, der eine eben vor allem in Erzählform, der andere in argumentativ nachvollziehbarer Form […].“[1] Eher durch Zufall fand ichRead More

Posted On Mai 1, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Mai 2019

Markus Pohlmeyer sieht „Hostiles“

Der Western als Totentanz und Modell von Versöhnung Ein Essay von Markus Pohlmeyer Das Grundgerüst der Handlung von Feinde – Hostiles (lat. hostilis = feindlich) wäre als episch zu beschreiben, auch wenn es sich ‚nur‘ um eine Reise handelt – fast wie bei der Odyssee, in welcher Odysseus nach langer Irrfahrt aus dem Trojanischen Krieg heimkehrt und dabei all seine Gefährten verliert. Jene Western-Reise führt nach den Kriegen gegen die Indianer durch phantastische Landschaften und in die Begegnung mit furchteinflößenden Monstern: Menschen und der eigenen Seele, in der das Unheimliche verdrängt und dämonisch lauert,Read More
Alita: Battle Angel (2019) oder Das Herz in der Maschine Frei nach Homer, auf ihr Musen, fangen wir irgendwo an! Es war einmal … Um mich von dem üblichen bürokratischen (sinn-, poesie- und lebenszeitvernichtenden) Wahnsinn an einem Donnerstag im Februar zu erholen, dachte ich mir: Mensch, geh doch wieder einmal ins Kino. Denn das Kino sei im Aussterben begriffen, tu was dagegen. (Hunderte von Millionen Dollar schwere Blockbuster, oft Science Fiction, kommen an die Qualität vieler Serien mittlerweile nicht einmal ansatzweise mehr heran.) Und die Erwartungen waren entsprechend hoch, denn:Read More

Posted On März 4, 2019By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag März 2019

Markus Pohlmeyer über „Missions“

„Missions“ – Platon, der Mars und Was wir schon einmal verloren haben. „Die Hemmungen vor der unverantwortlichen Anwendung der Techniksind klein und weltweit fast immer kurzfristigen nationalen oderunternehmerischen Interessen untergeordnet.Heute sind wir in der Lage, absichtlich oder unbeabsichtigt, die globale Umwelt zu verändern.“[1] (Carl Sagan) „Narren, die des Hyperions-Sohnes, des Helios, Rinderin sich stopften; doch der nahm ihnen den Tag ihrer Heimkehr.Davon berichte – beginn, wo du willst –, Zeus’ Tochter, auch uns nun!“[2](Homer) „Missions“[3]: eine europäischen Raumfahrtmission, gesponsert von dem Milliardär W. Meyer, führt zum „♂ Mars“. Die Episodentitel werdenRead More
Endlich zu den Sternen! Eine Rezension von Markus Pohlmeyer I „Die Sonne Chinas“ [1]   Shuiwa verlässt seine Eltern und sein von Dürre geplagtes Dorf, wird Minenarbeiter und schließlich Schuhputzer in einer Stadt. Die fettgedruckten Kommentare über den einzelnen Kapiteln sind eine Art Minimalanleitung für biographischen Erfolg und wachsende Lebensqualität: von Station zu Station wird Wasser sauberer, wird Licht heller. Und auch das Geld wächst, wenn auch nur bescheiden. Shuiwa lernt in seiner Wanderarbeiterbruchbude Lu Hai kennen, der einen Solarkocher auf Nanotechnologiebasis erfunden hat, einen armen, ehemaligen Professor, dem bisherRead More
Etwas in der Erde zu finden, das ein Weltbild erschüttert Saurier, Wilder Westen, Raubtierkapitalismus und (fast) theologische Dispute – Eine Rezension von Markus Pohlmeyer Michael Crichtons (1942-2008) posthum publizierter Roman „Dragon Teeth“[1]von 1974 ist eine mehrfache Zeitreise: zurück zu den Anfängen von Jurassic Park, zurück zu den Anfängen der Paläontologie in Nordamerika überhaupt.[2]Und zurück zu den Indianerkriegen, zurück in den Wilden Westen, der – brutal, schmutzig, voller Revolverhelden und Desperados – nur ein Abbild des Kampfes zwischen den Fossilienjägern Cope und Marsh darstellt – oder des Raubtierkapitalismus an der Ostküste. „Die FigurRead More
  Allegorese I Gründonnerstag Überfischte Meere Vermüllte Strände Karfreitag Millionen Kinder Ohne Schule, Millionen auf der Flucht, Getötet, versklavt: Eines liegt am Strand, Die Welt geht Vorüber und interessiert. Ostersamstag Volle Gräber, Weinende Frauen. Den letzten Fisch, Das letzte Boot Wir teilen. II In der tiefsten Tiefsee Zwei Gerippe, Ineinander verfugt: Das eine Von einem Wal, Von einem Menschen Das andere: Verstehe Dies Gleichnis! Elegie colt und ständer, ständer und colt: dollars, noch feucht vom blute der toten indianer, sklaven und … (werbepause:peng, peng, peng!) … schüler, schülerinnen, lehrerinnen undRead More

Posted On November 15, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag November 2018

Film: Die Unglaublichen 2

Die Titel ist nicht zu hoch gegriffen Von Markus Pohlmeyer Im Kino sitzen, überrascht werden, vor Lachen am Rande der Atemnot und kullernde Tränen vor Begeisterung! Die Unglaublichen 2 hat zwei Haupthandlungen. Erstens: Helen Parr/Elastigirl kämpft – medial hochwirksam in Szene gesetzt – mit Unterstützung von zwei Geschwistern für die erneute Legalisierung von Superhelden. Deren Vater wurde getötet, weil Superhelden ihm nicht helfen durften, da sie kurz vorher als illegal erklärt worden waren. Helen ist selbstbewusst, intelligent, meistert unglaubliche Verfolgungsjagden und dramatische Kämpfe, bis sie von ihrer Verbündeten (der Schwester)Read More
Lucky Luke: Ein Cowboy in Paris Von Markus Pohlmeyer Der neue Lucky Luke-Band (97) trägt den Titel „Ein Cowboy in Paris“. Auf dem Cover:  Lucky Luke nicht auf der Prärie, sondern hinter kleinen Schornsteinen – und über die Dächer hinweg ist die eingerüstete Freiheitsstatue zu sehen. Und so beginnt die Geschichte damit, dass der Arm dieser Dame – wir sind noch in Amerika – mitten in der Landschaft aufragt. Lucky bringt die Daltons gerade wieder einmal in ein Gefängnis. Für Averell Dalton, dem Ewig-Hungrigen, liegt die Deutung auf der Hand:Read More
Als ich zu den Sternen ging … (2. Fassung) Die Blätter am Hang rauschen Regengemurmel … Wellenschwer … Ich lief auf einem Meeresgrund Von einst, über mir schwebten Ichtyosaurier, ein Liopleurodon Schnappt nach Luft, seine mächtigen Flossen wie Schwingen eines Über mich hinweggleitenden Flugzeuges; ein Luftschiff macht fest An einem erloschenen Vulkan, Umringt von Moby Dicks Und Delphinen; die Erde hebt sich, Faltet Gebirge, faltet den Himalaya, Sie werden sinken, driften, Wieder eingeschmolzen, umgeschmolzen Zu den Wegen, die ich jetzt gehe, Blätter rauschten Regen: ein Echo Jenes fernen Meeres; hinterRead More

Posted On Oktober 16, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Oktober 2018

Markus Pohlmeyer: Zeitreise mit Stephen King

Zeitreisender, worüber klagst du?  Zur Verfilmung von Stephen Kings Roman „Der Anschlag“ – Versuch einer hinduistisch-buddhistischen Relecture mit Max Weber Epilog „Die Ruinen von Al-Zahrā’ Paläste, die der Glanz der Fest füllte – wer kann in den Ruinen jetzt noch wohnen? Der Vögel Klage tönt von allen Seiten; bald schweigen sie, bald hallt ihr Zwitschern wider. Da wandte ich mich einem Vogel zu, auf dessen Herz erschrockne Trauer lag: «Worüber klagst und weinst du, kleiner Sänger?» – «Über die Zeit, die ging und niemals wiederkehrt!»“[1] 11.22.63 Angenommen, es wäre einfachRead More
Gigantisch, episch, kosmisch … Von Markus Pohlmeyer Eine wunderbare kleine Novelle, gigantisch groß und episch in den kosmischen Perspektiven. Oder: Eine Meditation über Fressen und Gefressen-Werden? Ein Drama auf jeden Fall! Das ich mit meiner europäischen Perspektive so deute: Eine UNO-Weltraumpatrouille unter der Führung eines chinesischen Kommandanten entdeckt einen Kristall aus dem Epsilon-Eridani-System, der vor der Ankunft des Weltenzerstörers warnt, einer „Weltraumarche“[1] – das sei ein Ring (50 000 km im Durchmesser![2]) mit unvorstellbarer Gravitationskraft, der sich um Planeten lege und deren Ressourcen plündere. So weit die Exposition. Dann dieRead More
Ein Buch wie ein Monument Eine Ausstellung im Filmmuseum Frankfurt feiert 50 Jahre Stanley Kubricks „2001“. Der Verlag Benedikt Taschen hält ein vormals mit 1000 Euro gehandeltes Buch in einer Volksausgabe zugänglich. Unser Science Fiction-Experte Markus Pohlmeyer hat es sich angeschaut. Manche Bücher sind ein Ereignis – so wie dieser Band: vom Design und vom Gewicht her seine eigene Klasse! In der Form dem berühmten Monolithen nachempfunden, wirkt schon die Bildfolge des Schubers wie eine Zusammenfassung des Films (und wie ein Hinweise auf das zentrale Motiv des Kreises und des Kreisens, der Bewegung):Read More
Liebe  & Ufos Das Lustige Taschenbuch 507[1] mit dem (rückschauend betrachtet illusorischen) Thema „Auf zum Titel!“ – wir sehen Donald auf dem Einband, schwungvoll, dynamisch, mit Leidenschaft, im Tor und in einem deutschlandfarbenen Trikot den gegnerisch Ball abwehren – dieses Taschenbuch bietet eine phantastische Geschichte, die in Kürze einiges über Postmoderne und Medien zu sagen weiß: „Eine Frage des Alters“[2]. Wie wunderbar und wunderbar irritierend auch das Theoriegedöns der Postmoderne sein kann, ich mag einfach ihre performativ-popkulturellen Epiphanien! Nennen wir es ein Wirtschaftsdrama: Nicht Onkel Dagobert und auch nicht seinRead More
Fargo 3 – Episode: The Law of Non-Contradiction[1].  Ein Essay von Markus Pohlmeyer Vor Kurzem war unser Autor „Mit Kierkegaard im Serienland„, machte sich Gedanken zur zweiten Staffel von „Fargo“. Jetzt hat er noch näher hingeschaut. Minnesota 2010: Gloria, Polizistin – ihr aktueller Status ist entweder-sowohl Welle oder-als-auch Teilchen, fliegt nach Hollywood, um den Tod an ihrem Stiefvater Ennis Stussy aufzuklären. In ihrem Motel findet ein Weihnachtsmännertreffen (bei 22 Grad?) statt; und prompt stiehlt auch ein Weihnachtsmann, traditionell Gabenbringer, nicht Gabenwegnehmer, ihren Koffer, was natürlich eine präzise Täterbeschreibung erschweren sollte. Dabei lernt sieRead More
Gier und Dummheit als Beschleuniger der Evolution Natürlich sollte man an solch eine Besprechung nur jemanden heranlassen, der absolut unparteiisch in Sachen Dinosaurier wäre, der auf die Kohärenz einer evaluierbaren Handlung und deren Standards achten würde oder auf die nachhaltige Integrierbarkeit von Wesen mit anderem evolutionären Hintergrund, also jemand, der nicht nur die unglaublichen Effekte genießen würde, nein, sondern einer, der hinter dem schönen Schein das wahre Sein usw. Mag sein: während in Jurassic Park I die tricktechnische Präsentation der Dinosaurier noch revolutionär wirkte, kommt sie heute etwas altbacken daher.Read More

Posted On Juli 21, 2018By Markus PohlmeyerIn Litmag, News, ReiseMag 2018, Specials

Markus Pohlmeyer: Reisender Dichter

    Markus Pohlmeyer Reisender Dichter Culturmag-Leser kennen Markus Pohlmeyer als Essayisten; das ReiseMag 2018 freut sich nun, ihn als Dichter vorzustellen, als Reisenden, der seine Eindrücke in lyrischen Schnappschüssen festhält. Die vier Gedichte, die wir unten vorstellen, erschienen allesamt im Igelverlag in dem Lyrikband: Als ich zu den Sternen ging (2016). Wir danken Autor und Verlag für die freundliche Erlaubnis zum Nachdruck.  Read More
Die CULTurMAG-Redaktion dankt Markus Pohlmeyer für seine wunderbaren Beiträge und gratuliert zu einem Jubiläum. Zum 50. Jahrestag des Kultfims 2001 (das Deutsche Filmmuseum zeigt dazu eine Ausstellung) dürfen wir Ihnen seinen 50. Essay präsentieren. Beachten Sie außerdem die Literarurliste am Schluss, die alle bei uns erschienen Artikel enthält. Viel Vergnügen beim Lesen und Nachdenken!   2001 – Stanley Kubrick: Homer im Weltraum. Ein Essay zum Jubiläum I 1968 erschien ein seltsames Ding am Kinohimmel – anfänglich umstritten –, das in seiner Rezeption schon bald zu einem der besten Science Fiction-Filme, sogarRead More

Posted On Juni 15, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2018

Serie: Fargo 2

Mit Kierkegaard im Serienland Gedanken zur zweiten Staffel von „Fargo“ – Ein Essay von Markus Pohlmeyer Prolog Vorangestellt das Motto dieser Serie: es handele sich um tatsächliche Begebenheiten; nur die Namen der Opfer seien geändert worden, aber: „Aus Respekt vor den Toten wird der Rest genauso erzählt, wie er passiert ist.“[1] Episodentitel wie The Myth of Sisyphus oder Fear and Trembling verweisen auf Camus und Kierkegaard. Letzteres baut schon von Anfang an ein dichtes Netz von Verweisungen auf. Ersteres wird sofort durch den Beginn von Episode 1 dekonstruiert. In Schwarz-Weiß: Titel Massacre At SiouxRead More

Posted On Juni 15, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag Juni 2018

Notizen aus dem Paläo-Museum

Saurier-Geschichten Markus Pohlmeyer über die Dinosaurier-Bücher „All Yesterdays“ und „Ausgestorben, um zu leben“. Bernhard Kegel gibt in seinem Buch Ausgestorben, um zu leben einen gut informierten Einblick in die Entdeckungsgeschichte der Dinosaurier, welche zugleich auch eine Mentalitäts- und Kulturgeschichte darstellt.[1] Leitendes Motiv ist, mit Evidenz und Analogien ein realistischeres Bild von Dinosauriern zu zeichnen, beispielsweise was ihre Krankheiten oder ihr Paarungsverhalten betrifft. Vieles hat vermutenden Charakter, wird aber plausibel und kritisch vorgetragen, denn: „Das Bild, das die Wissenschaftler von den Vorzeitechsen zeichnen, hat sich stark verändert. 85 Prozent aller heuteRead More
Kleine Hymne auf Robert Silverbergs „Science Fiction Hall of Fame 2“. Es hält sich das Gerücht, Science Fiction sei das (post)moderne Genre, was Religion am nächsten stehe. Man lese nur die Titel der in diesem Band versammelten Kurzgeschichten – in Auswahl: Die Suche nach dem Heiligen Aquin[1], Die neun Milliarden Namen Gottes[2] oder Dem Prediger der Rose[3]. Der Reihe nach: die erste Überschrift spielt auf den mittelalterlichen Scholastiker Thomas von Aquin an und zeigt die Suche – ja nach was? – eines Christen unter den Bedingungen einer Verfolgungssituation (die durchausRead More

Posted On April 14, 2018By Markus PohlmeyerIn Crimemag, CrimeMag April 2018

Essay: Markus Pohlmeyer über Stephen Hawking

Nachdenken über Stephen Hawking und andere kosmische Träume(r) – Ein Essay. „Wissenschaft ist das Beste, was wir haben! Sie ist die gemeinschaftliche Suche nach wahren, verlässlichen Erkenntnissen über die Welt einschließlich unserer selbst.“[1] In einem Plädoyer für Wissenschaft und ihr angemessene Vermittlungsformen in Schule und Medien verweist Stephen Hawking (+ 2018) auf die Tatsache eines unaufhaltsamen technisch-wissenschaftlichen Fortschritts: „In einer demokratischen Gesellschaft heißt das, die Öffentlichkeit braucht wissenschaftliche Grundkenntnisse, die es ihr erlauben, fundierte Entscheidungen zu treffen, um sie nicht Fachleuten überlassen zu müssen.“[2] Oder Populisten, Demagogen, religiösen Fanatikern usw.Read More
Liebe und Einsamkeit, transhuman und nach der Apokalypse I Die Welt von „Blade Runner 2049“ (2017, Regie: Denis Villeneuve) ist das Ergebnis eines Blackouts; die digitale Memoria wurde zerstört; Vergangenheit scheint nur noch über Fragmente rekonstruierbar. Es gibt nun eine weitere Generation von Replikanten, die jetzt ihren Schöpfern absolut untertan sind. In einem Bonuskurzfilm auf der DVD wird ein Replikant von seinem Schöpfer Niander Wallace vor die Wahl gestellt, ihn oder sich zu töten. Er bringt sich selbst um. Alte, im Verborgenen lebende Replikanten, da unberechenbar, werden von neuen BladeRead More