All posts by Lutz Goellner

burke
Eine Familie, so groß wie Texas  James Lee Burke hat seine Romane um die Familie Holland um die eigene Biografie herum aufgebaut.  Lutz Göllner hat diese Familiengeschichte für uns  recherchiert und rekonstruiert. So haben Sie das noch nirgends gelesen. Es gibt ja Autoren, die entdecken am Ende ihres Lebens, dass ihr Schaffen und Wirken ein großes Gesamtkunstwerk sei. Isaac Asimov war so einer, der von 1984 bis zum Ende seines Lebens 1992 versuchte, seine beiden Hauptwerke, die Roboter-Geschichten und die Foundation-Romane, miteinander zu verknüpfen. Mehr schlecht als recht, mit ganz vielenRead More

Posted On Juni 6, 2015By Lutz GoellnerIn Bücher, Crimemag, Film/Fernsehen

Kino: Kind 44

Back In The U.S.S.R.  – Der Schwede Daniel Espinosa hat Tom Rob Smiths Welterfolg „Kind 44“ (hier bei CM) verfilmt, nicht immer stringent und spannend. Ansehen sollte man ihn sich trotzdem. Lutz Göllner hat das schon getan. „Verbrechen gibt es nicht im Paradies“, drei Mal fällt dieser Satz im Laufe des Films. Das hat durchaus eine innere, fast schon orwellsche Logik, denn wo der Staat die größten Verbrechen begeht, verblassen andere Taten nahezu. Aber war es wirklich der sowjetische Staat, der Leo Demidow gebrochen hat? Als Kind ein Überlebender desRead More
Agents of Marvel – In den Comics haben die Superhelden des Marvel-Verlags ihre besten Zeiten schon lange hinter sich, aber im Kino feiern sie einen Erfolg nach dem anderen. Jetzt kommen sie auch ins Fernsehen. Lutz Göllner freut sich. Etwas überraschend war es schon, dass ausgerechnet die B-Serie um die Agenten von S.H.I.E.L.D. als erster TV-Spin-off erwählt wurde. Eine regelmäßige Comicheftserie um den charismatischen, einäugigen Agentenführer Colonel Nick Fury gab es seit Jahren nicht mehr. Überhaupt war S.H.I.E.L.D. tief in den 60er-Jahren verankert. Damals stand die Abkürzung für „Surpreme Headquarters,Read More

Posted On April 11, 2015By Lutz GoellnerIn Crimemag, Film/Fernsehen

Kino: The Gunman

Der alte Mann und das Six-Pack – Das kann eigentlich nur schiefgehen: Aus Jean-Patrick Manchettes erfreulich kaltem und abstraktem Roman „La position du tireur couché“ einen Film mit „substantiellen“ Herz- und Schmerz-Figuren und „Anspruch“ zu machen. Genau das aber hat Pierre Morel mit „The Gunman“ getan. Bald in den Kinos, aber Lutz Göllner sah’s schon mal mit Grausen. Er hat es schon einmal getan: 2008 nahm Regisseur Pierre Morel einen alternden Schauspieler – Liam Neeson – und verwandelte ihn in einen Action-Star. „Taken“ hieß der kernige Streifen – auf gutRead More

Posted On Oktober 11, 2014By Lutz GoellnerIn Crimemag, DVD

Blu-ray: Lilihammer. Staffel 1 + 2

Eine Hackfresse in Norwegen – Ein bisschen untergegurgelt war „Lilyhammer“ bei uns in dem ganzen TATORT-Gehype und Getöse schon. Das ist, wie bei so vielen anderen grandiosen Dingen, die nicht in unseren Plapper- und Tüddel-Mainstream passen, leider so. Dabei ist die Serie saukomisch und richtig gut. – Auch wenn sich Lutz Göllner über die lieblose Präsentation auf Blu-ray ärgert. Steven Van Zandt, das ist nicht nur seit ewigen Zeiten als Miami Steve der Gitarrist von Bruce Springsteens E Street Band, das war auch die schauspielerisch komplett talentlose, aber urkomische Hackfresse, dieRead More

Posted On September 27, 2014By Lutz GoellnerIn Crimemag, DVD

Braquo – Bluray, die komplette erste und zweite Staffel

Ein Mann sieht rot – Frankreich hat eine lange und schöne Tradition der schmutzigen, gemeinen Noirs, die bei uns allerdings nicht gerade breitenkompatibel ist. Das ist nicht gut, findet Lutz Göllner und empfiehlt die Serie „Braquo“, wenn auch mit der gebotenen Skepsis: 1977 war das ZDF mal in Experimentierlaune. Neben dem tranigen „Kommissar“-Nachfolger „Derrick“ wollte man auch eine Krimiserie etablieren, die etwas andere Wege ging. Dazu lud man den international erfahrenden französisch-schweizerischen Regisseur José Giovanni („Endstation Schafott“, „Der Rammbock“) ein, einige Folgen der neuen Serie „Der Alte“ zu inszenieren. WasRead More

Posted On April 12, 2014By Lutz GoellnerIn Bücher, Crimemag

Matt Ruff: Mirage

Das Böse ist immer und überall – Matt Ruff ist wieder da – mit „Mirage“ – Lutz Göllner hat sich sehr auf das Buch gefreut, aber … In den bisher 25 Jahren seines Wirkens als Schriftsteller hat Matt Ruff grade einmal fünf Romane veröffentlicht. Das zeugt nicht gerade von überschäumender Arbeitsfreude. Liest man allerdings auf seiner Webseite ( in der Rubrik „Odds & Ends“) wie viele Bücher er angefangen und abgebrochen hat, wird das Bild etwas anders. Vor sechs Jahren, nach seinem vorletzten Buch „Bad Monkeys“, erzählte er im InterviewRead More

Posted On Dezember 14, 2013By Lutz GoellnerIn Bücher, Crimemag

Klassiker-Check: Erskine Childers/Sam Llewellyn

Letzte Heuler ‒ Segelbücher von Erskine Childers und Sam Llewellyn und die Angst vor Deutschland im Wandel der Zeit. Ein Klassiker-Check von Lutz Göllner. Segelboote und Bücher sollten eigentlich natürliche Feinde sein. Ich meine: Wo verstaut man auf einem engen Boot das unhandliche Papierzeugs? Was tun, wenn das Buch nass wird? Und hat man beim Segeln überhaupt Zeit zu lesen? Trotzdem bieten sich ja doch einige Bücher für eine kleine, aber feine Segelbibliothek an: Patrick O’Brians „Aubrey & Maturin“-Serie kommt da in den Sinn (dazu TW auf kaliber.38), der ziemlichRead More

Posted On November 23, 2013By Lutz GoellnerIn Bücher, Crimemag

Martin Cruz-Smith: Tatjana

Die Geschichte des Wandels – Wie es sich für einen Journalisten gehört, waren Zeitungen mitverantwortlich für meine literarische Sozialisation. Seit ich als Kind in der Berliner Tageszeitung „Der Abend“ Ian Flemings Roman „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ gelesen habe, bin ich beinharter Fan von James Bond. Von Lutz Göllner Und Arkadi Renko begegnete mir – wenn ich mich richtig erinnere – zum ersten Mal auf den letzten Seiten des Stern. Hier erlebte Martin Cruz-Smiths Roman „Gorki-Park“ 1981 seine deutsche Erstveröffentlichung. Seitdem begleitet mich der Romanheld Renko durch mein eigenes Leben. UndRead More

Posted On Juni 15, 2013By Lutz GoellnerIn Crimemag, Porträts / Interviews

Nachruf auf Ian M. Banks

Der elegante Wüterich – Am 9. Juni 2013 ist Ian Banks verstorben, jenseits aller U/E-Gehege geschätzt von Lesern, die Intelligenz, Originalität, Eleganz und eine gewisse Komplexität für willkommene Tugenden halten. Ein Nachruf von Lutz Göllner. Ich bin auf Ian Banks gestoßen, weil ich Bret Easton Ellis’ „American Psycho“ so doof fand. (Ja, gut, es war Satire, aber wer erträgt schon seitenlange Elogen auf Genesis, Whitney Houston und Huey Lewis And The News?) „Du musst mal ‚Verschworen‘ lesen“, empfahl mir mein Kumpel Bernie, damals Chefredakteur der „Speedline“, des besten deutschen FachblattsRead More