All posts by Lisette Buchholz

Posted On Juli 1, 2021By Lisette BuchholzIn Crimemag, CrimeMag Juli 2021

„Unterwegs nach Xanadu“

Lisette Buchholz über das Buch von Elmar Schenkel „The West shall shake the East awake … while ye have the night for morn‘“, raunt es in „Finnegan’s Wake“. Der Charakter und die Vielzahl west-östlicher Beziehungen und Bezüge sind kaum zu überblicken. Den Versuch eines Kompendiums unternimmt Elmar Schenkel mit den Schwerpunkten Indien – China – Japan, wohl wissend, dass „das Wesen von Xanadu darin besteht, dass es nie erreicht wird“. Der Autor ist selbst viel gereist und hat in zahlreichen Publikationen davon erzählt, dazu kommt sein lebhaftes Interesse an GrenzgebietenRead More
Kein überflüssiges Wort „Weglassen ist eine schöne Übung“, meinte Wolfgang Kohlhaase in einem Gespräch. Darin hat er es zur Meisterschaft gebracht, wie wir aus seinen berühmten Drehbüchern wissen und nun in diesem hübschen Band nachlesen können. Dreizehn Erzählungen, und bei jeder habe ich bedauert, wenn sie zu Ende war.  Die verdichteten Texte enthalten kein überflüssiges Wort, dafür schwingen jede Menge Obertöne mit, und der Leser kann für sich all die vom Autor verschwiegenen Sätze ergänzen. So sitzt man dann noch eine Weile da, hält das Buch in Händen und blicktRead More

Posted On Mai 1, 2021By Lisette BuchholzIn Crimemag, CrimeMag Mai 2021

Lisette Bucholz: Berlin um 1800

Welch geistiges Leben Über den Band Jüdische und christliche Intellektuelle in Berlin um 1800 Berlin um 1800 muss ein auf- und anregendes Pflaster gewesen sein! Der vorliegende Band ist das Resultat einer Tagung, die 2016 im Berliner Jüdischen Museum stattfand. Den Herausgebern geht es um die Darstellung „sozialer Öffnung“, um das „Hereinholen der jeweils anderen Seite in das spezifisch Eigene“. Aktueller kann ein Thema nicht sein. Eine kleine Auswahl dessen, was sich an Diskussionen, Streitgesprächen, Lebensentwürfen und Standortbestimmungen in dieser Epoche entdecken lässt, tritt uns in den fünfzehn Beiträgen lebendigRead More
Das Unsagbare sagen „Das Leben ist dünn wie eine Rasierklinge. Alles andere ist Gott.“ (John Berger). Daran musste ich bei der Lektüre dieses verzaubernden Buches denken.  Wir lernen kennen: die vierzigjährige Hege, ihren etwas jüngeren Bruder Mattis, zwei junge Mädchen, Anna und Inger, den Waldarbeiter Jørgen, dazu eine Schnepfe, einen Fliegenpilz, Kampferbonbons, den Wald, den See, ein morsches Ruderboot. Ein Kammerspiel, dessen Zentrum Mattis ist. Mattis ist ein „Dussel“, er schafft es nicht, sich wie andere Männer auf eine Arbeit zu konzentrieren, geschweige denn regelmäßig Geld zu verdienen. Hege ernährtRead More

Posted On März 1, 2021By Lisette BuchholzIn Crimemag, CrimeMag März 2021

Die Memoiren von Sherman Alexie

Lisette Buchholz über einen bei uns vernachlässigten Autor Sherman Alexie: You Don’t Have to Say You Love Me. A Memoir. Little, Brown and Company, New York 2017. 457 pages. „Black Lives Matter“ ist in den europäischen Köpfen und Medien angekommen, es wird kontinuierlich darüber berichtet. Weit weniger im Fokus ist hierzulande das 1968 gegründete American Indian Movement und dessen Kampf um die Rechte der sog. Indianer. Ein Aktivist des AIM, Leonard Peltier, sitzt seit 1976 im Gefängnis ohne Aussicht auf Entlassung. Vorgeworfen wird ihm ein Mord an zwei FBI-Agenten. DieRead More