All posts by Karsten Herrmann

Posted On Januar 29, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

HAM.LIT 2014: Stefanie de Velasco: Tigermilch

Am morgigen Donnerstag, dem 30.1., findet zum 5. Mal die „HAM.LIT – Lange Nacht junger Literatur & Musik“ im Hamburger Club Uebel & Gefährlich statt. Mit dabei ist auch Stefanie de Velasco, deren Debütroman Ihnen Karsten Herrmann vorstellt. Über Freundschaft, Liebe und Verzweiflung – Stefanie de Velasco erzählt in ihrem Debüt eine klassische Coming-Out-Geschichte über Freundschaft, Liebe und Verzweiflung in einer Welt, die nie so richtig heil war und immer mehr auseinanderzufallen droht. Seit sie denken können, sind die in einer Berliner Multikulti-Siedlung aufwachsenden Nina und Jamelaah unzertrennlich. Das LieblingsgetränkRead More

Posted On Januar 22, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Haruki Murakami: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Die Rückseite der Realität – Der ewige Literaturnobelpreiskandidat Haruki Murakami erzählt in seinem neuen und in Japan derzeit alle Auflagen- und Verkaufsrekorde brechenden Roman auf bestechende Weise von Einsamkeit, Freundschaft, Schuld und Zweifel. Von Karsten Herrmann. Murakami entführt den Leser in seiner neuen Erzählung zwar nicht wie gewohnt in fantastische Parallelwelten, spielt aber dennoch meisterhaft mit den oszillierenden Grenzen der Realität und Wahrnehmung. Mit 36 Jahren bricht sein Protagonist Tsukuru Tazaki, der alleine in der Großstadt Tokio lebt und Bahnhöfe baut, zu einer Reise in seine Vergangenheit auf. Denn dortRead More

Posted On Januar 15, 2014By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Daniel Galera: Flut

Ein Leben in der Unbehaustheit – In seinem ersten auf Deutsch erschienenen Roman schickt der Brasilianer Daniel Galera seinen Protagonisten auf eine gefährliche Suche nach dem verschwundenen Großvater, die auch zu einer dramatischen Erfahrung des eigenen unbehausten Seins wird. Von Karsten Herrmann Nachdem sein Vater sich erschossen hat, um seinen weiteren körperlichen Verfall nicht weiter erleben zu müssen, zieht Galeras namenloser Ich-Erzähler zusammen mit dem geerbten Hund Beta von Porto Alegra in das Küstenstädtchen Garopaba. Er will das Schicksal seines Großvaters aufklären, der hier vor vielen Jahren spurlos verschwand undRead More

Posted On Dezember 11, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Ben Lerner: Abschied von Atocha

Auf der Suche nach der verlorenen Erfahrung – In seinem Debütroman lässt der amerikanische Lyriker Ben Lerner den amerikanischen Lyriker Adam Gordon ein Jahr als Stipendiat in Madrid verbringen und ein ebenso unterhaltsames wie tiefsinniges „Forschungsprojekt“ rund um die Themen Ich-Bewusstsein, Kunst und Politik durchführen – Ähnlichkeiten zwischen dem Autor und dem Held sind dabei wohl nicht ganz ausgeschlossen. Von Karsten Herrmann Die meiste Zeit seines Forschungsprojektes verbringt Adam Gordon ganz relaxt mit Kaffetrinken, Kiffen, Schlucken von Anti-Depressiva und Besuchen im Prado, wo er die flämischen Meister meditativ betrachtet undRead More

Posted On Dezember 4, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Daniel Kehlmann: F

Bedeutungsschwangerer Nebel – Seit dem Mega-Erfolg „Die Vermessung der Welt“ scheiden sich an Daniel Kehlmanns Romanen die (Kritiker-) Geister. Und so wird auch sein neuer Roman „F“ auf einem Spektrum zwischen Weltliteratur und „Firlefanz“ (Der Spiegel) eingeordnet. In der Tat zeigt sich „F“ als ein ambivalentes Buch mit vielen Facetten zwischen Licht und Schatten. Von Karsten Herrmann Daniel Kehlmann erzählt in seinem neuen Roman die Geschichte der „im Rätsel ihrer Verdoppelung“ gefangenen Zwillinge Eric und Iwan, ihres (Halb-) Bruders Martin sowie ihres gemeinsamen Vaters Arthur. Dieser Arthur lebt in zweiterRead More

Posted On November 13, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

David Foster Wallace: Der bleiche König

Literarischer Urknall – In seinem posthum erschienenen Roman „Der bleiche König“ zeigt der früh verstorbene David Foster Wallace noch einmal auf bewundernswerte Weise sein ganzes literarisches Können und unterstreicht, dass er zu Recht in einer Reihe mit Heroen der amerikanischen Postmoderne wie Thomas Pynchon oder Don DeLillo genannt wird. Von Karsten Herrmann David Foster Wallace, der im Alter von nur 46 Jahren aufgrund schwerer Depressionen Selbstmord beging, hat in kurzer Zeit ein gewaltiges Werk aus Romanen, Kurzgeschichten und Essays hervorgebracht. Sein 1996 im Original und nach langjähriger Übersetzungsarbeit erst 2009Read More

Posted On November 6, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Iris Radisch: Camus. Das Ideal der Einfachheit. Eine Biografie

Das Absurde und die Revolte – Am 7. November 2013 wäre Albert Camus 100 Jahre alt geworden. Der früh verstorbene Literaturnobelpreisträger gilt als ein James Dean der Literatur und prägte mit seiner Philosophie des Absurden und der Revolte das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Die Feuilleton-Chefin der ZEIT, Iris Radisch, nimmt das Jubiläum zum Anlass, Leben und Werk dieser Legende näher und neu zu beleuchten. Von Karsten Herrmann. Iris Radisch verschränkt in ihrer Biographie aufs engste Leben und Werk von Albert Camus und markiert schon in den ersten Jahren entscheidende EreignisseRead More

Posted On September 25, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

William T. Vollmann: Europe Central

Monumentales Manifest gegen das Vergessen – Seien Sie gewarnt: Dieses Buch ist ein Panoptikum des Schreckens und der Grausamkeit, ein gewagter Höllentrip in das Herz der Finsternis. Erzählt wird der Zweite Weltkrieg. Die Gewalt zweier totalitärer Systeme. Die Auslöschung der Juden in Europa. Lichtblicke gibt es keine. Von Karsten Herrmann. (Ein CM-Porträt des Autors William T.Vollmann finden Sie hier.) Auf gut 1000 Seiten und in 37 Kapiteln mit verschiedenen realen und fiktiven Personen durchmisst William T. Vollmann inklusive Prolog und Epilog die Jahre des Zweiten Weltkriegs. Die Liste Protagonisten reichtRead More

Posted On September 11, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Clemens Meyer: Im Stein

Literatur, die auf’s Ganze geht – Clemens Meyer hat den Sprung auf die Shortlist des „Deutschen Buchpreises“ geschafft, mit einem Roman, der sich wenig schert um Konventionen oder Erwartungshorizonte. Karsten Herrmann ist gepackt, fasziniert – und ein wenig genervt. In einem Interview bezeichnete sich der 1977 in Halle an der Saale geborene Clemens Meyer selber einmal als „Kind der Straße“, das „in der Gosse rumkrebste“. Auch später, während seines Studiums am Literaturinstitut Leipzig, schlug er sich als Bauhelfer, Wachmann und Möbelpacker durch und landete sogar einmal im Jugendarrest. Die AnnahmeRead More
Glanzstücke des rasenden Reporter – Der rasende Reporter Egon Erwin Kisch ist eine journalistische Legende. Mit seinen Berliner Reportagen brachte er in den ersten Dekaden des letzten Jahrhunderts die Symphonie der nie schlafenden und einem neuen Zeittakt folgenden Großstadt zum Erklingen. In einer feinen und in edles rotes Leinen gebundenen Ausgabe des Wagenbach-Verlags sind jetzt einige Glanzstücke seiner Reportagen (wieder) zu entdecken. Von Karsten Herrmann. In ebenso geschliffener wie flotter Prosa nimmt Kisch in seinen Reportagen das Berliner Leben in seinen schillernden und auch abseitigen Ausprägungen in den Fokus –Read More

Posted On Juni 26, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Thomas Martini: Der Clown ohne Ort

Abdriften, Abheben, Wegfliegen – Ohne Netz und doppelten Boden geht der junge Thomas Martini in seinem Debüt aufs Ganze und schickt seinen Protagonisten auf einen radikalen Höllentrip zwischen Sinnsuche und Selbstzerstörung. Von Karsten Herrmann. Martinis Protagonist Nain hätte eigentlich das Zeug für eine Bilderbuchkarriere: Nach einem Politikstudium mit Auslandssemester in Barcelona und einem Praktikum im Bundestag hat er einen gut bezahlten Job im Europaparlament vor Augen. Doch ihm graust vor einem Leben nach wohl temperiertem und von einer „verrückten Vernunft“ bestimmten Schnittbogenmuster. Immer drängender fragt er sich, was den MenschenRead More

Posted On Juni 19, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Ned Beauman: Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus…

Überschäumende Fabulierlust – Nach seinem schräg-lustigen Debüt „Flieg, Hitler, flieg“ inszeniert der junge Engländer Ned Beauman in seinem zweiten Roman mit dem endlosen Titel „Egon Loesers erstaunlicher Mechanismus zur beinahe augenblicklichen Beförderung eines Menschen von Ort zu Ort“ die Literatur als ebenso hintersinniges wie überschäumendes Spektakel. Von Karsten Herrmann Beaumans Protagonist Egon Loeser ist als selbst ernannter „Neuer Expressionist“ Bühnenbauer zur Zeit der Weimarer Republik. Der begnadete Rhetoriker und Antimoralist bewegt sich auf den Spuren Lavincinis, der im Venedig der Spätrenaissance eine Teleportationsmaschine auf die Bühne brachte und dabei das ganzeRead More

Posted On Juni 12, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Dan Kieran: Slow Travel. Die Kunst des Reisens

Die Entdeckung der Langsamkeit – Vollgestopfte und Kontinente überbrückende Chartermaschinen, überfüllte Strände, All-inclusive-Hotelanlagen und mit klickenden Kameras von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzende Touristengruppen – so sieht das (Klischee-)Bild des modernen Tourismus aus, das schon den großen Reiseschriftsteller Bruce Chatwin zu dem Ausspruch verleitete: „Tourismus ist eine Todsünde.“ Von Karsten Herrmann Ganz in diesem Geiste stellt Dan Kieran in seinem Buch „Slow Travel“ eine andere Art des Reisens dar, die sich fernab vom „Zwangskorsett“ der Reiseführer und der damit verbundenen Touristenrouten abspielt. Erhellend zeigt er, wie die Sehnsucht so vieler MenschenRead More

Posted On Mai 15, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Saphia Azzeddine: Zorngebete

Gefangene des Schleiers – Mit „Zorngebete“ hat die gebürtige Marokkanerin Saphia Azzeddine ein mutiges Buch über das Leben einer Muslima geschrieben, die sich vom Schleier befreit, für die vermeintliche Freiheit verkauft und doch immer auf ganz eigene Weise bei Allah bleibt. Von Karsten Herrmann Azzeddines junge Ich-Erzählerin Jbara lebt unter ärmlichsten Verhältnissen mit ihrer Familie in einem Ziegenlederzelt im marokkanischen Tafafilt und hütet als „Gefangene des Schleiers“ die Schafe. Übermächtig liegt der düstere Schatten Allahs über diesem Leben und alles ist „haram“, Sünde. Doch schon früh verkauft sich Jbara anRead More

Posted On Mai 8, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Jörg-Uwe Albig: Ueberdog

Haiku-Rezension von Friederike Moldenhauer Hohle Glückssuche Mit oder ohne Obdach Heimatsehnsucht bleibt Jörg-Uwe Albig: Ueberdog. Tropen-Verlag 2013. 224 Seiten. 19,95 Euro. Der Glamour der Straße Der Hamburger Jörg Uwe Albig erzählt in seinem neuen Roman „Ueberdog“ eine rauschhafte Metropolengeschichte, die vom glitzernden Glamour in den Dreck der Straße führt und doch eine Art Erweckungsgeschichte ist. Von Karsten Herrmann Albigs Ich-Erzählerin Stella Sachs ist eine Jüngerin des Pops, des schönen Scheins, der reinen Oberfläche. Mit ihrer Kamera zieht sie durch Vernissagen, Modenschauen und After-Shows, sieht sich und ihre Bilder als „BotschafterinRead More

Posted On April 10, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Michael Köhlmeier: Die Abenteuer des Joel Spazierer

Ein schelmisches Meisterwerk – Michael Köhlmeiers Schelmenroman umspannt ein halbes Jahrhundert und verknüpft weltgeschichtliche Ereignisse mit dem ebenso außergewöhnlichen wie außermoralischen Leben des Ich-Erzählers – ein grandioses Meisterwerk, das seinesgleichen in der deutschen und internationalen Gegenwartsliteratur sucht. Von Karsten Herrmann Köhlmeiers Ich-Erzähler ist ein alter Freund des bereits aus seinen vorherigen Romanen bekannten Schriftstellers Sebastian Lukasser. Dass dieser, wie es auf der Hand liegen würde, nicht auch dieses Mal den Job des Erzählens übernommen hat, führt der titelgebende Ich-Erzähler selbst aus: „Ich habe ihm die Erlaubnis entzogen, mich erzählend zu retten.Read More

Posted On April 3, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Rainer Merkel: Bo

Nahe am erzählerischen Offenbarungseid – Rainer Merkel zählt spätestens seit der Nominierung seines Romas „Lichtjahre entfernt“ für die Short List des Deutschen Buchpreises zu den literarischen Schwergewichtlern in Deutschland. Und die literarische Qualität des S. Fischer Verlags, bei dem sein neuer Roman „Bo“ erschienen ist, steht sowieso außer Zweifel. Umso verwunderlicher ist es, wie dieser Roman auf der ersten Etappe einen exorbitanten Fehlstart hinlegen und dann über weitere 600 Seiten hilflos dahintrudeln kann. Von Karsten Herrmann Die Inspiration zu „Bo“ geht auf einen Aufenthalt von Rainer Merkel in Liberia zurück,Read More

Posted On März 6, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Nick Dybek: Der Himmel über Green Harbor

Grandioses Debüt – Mit einem grandiosen Debüt lässt der junge US-Amerikaner Nick Dybek aufhorchen: In „Der Himmel über Greene Harbor“ erzählt er auf mitreißende Weise vom Erwachsenwerden und dem Ende der Unschuld auf der abgeschiedenen Halbinsel „Loyalty Island“ im Bundesstaat Washington. Dybeks Protagonist und Ich-Erzähler ist der 14-jährige Cal, der die Romane von Robert. L. Stevenson und die frei weiterfabulierten Geschichten seines Vaters rund um Käpt’n Flint liebt. Sein Vater ist Fischer wie bereits Generationen seiner Vorfahren und seine Mutter ist aus dem sonnigen Kalifornien in die Aura der EinsamkeitRead More

Posted On Februar 27, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Peter Buwalda: Bonita Avenue

Eine „Great Dutch Novel“ – Mit einem starken Debüt, in dem er den mitreißenden Aufstieg und Fall einer Familie beschreibt, betritt der Niederländer Peter Buwalda die internationale Literaturbühne – und wird dafür schon jetzt mit den Größten seiner Zunft wie Jonathan Franzen oder Patrick Roth verglichen. Von Karsten Herrmann Im Mittelpunkt von „Bonita Avenue“ steht Siem Sigerius, ein Charakterkopf mit Ecken und Kanten: Als niederländischer Judo-Meister und brillanter Mathematiker hat er es zum hoch geachteten Rektor der Tubantia University in Enschede gebracht und wohnt mit seiner Familie in einem gemütlichenRead More

Posted On Februar 20, 2013By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Dave Eggers: Ein Hologramm für den König

Die Globalisierung und ihrer Verlierer – Dave Eggers ist einer der wenigen Autoren, die sich in ihren Werken beständig im Grenzgebiet zwischen Wahrheit und Fiktion bewegen und dies auch noch mit einem breit gefächerten gesellschaftlichen Engagement verbinden. Nach seinem vielfach ausgezeichneten Tatsachenroman „Zeitoun“ führt er dem Leser in „Ein Hologramm für den König“ nun eine sich selbst ad absurdum führende wirtschaftliche Globalisierung vor Augen. Von Karsten Herrmann Im Zentrum seines neuen Romans steht der alternde Alan Clay, Inhaber einer Ein-Mann-Consultingfirma, geschieden und so gut wie pleite. Nun hofft er aufRead More

Posted On Dezember 19, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Serhij Zhadan: Die Erfindung des Jazz im Donbass

Ein Roman wie ein Hefeteig Serhij Zhadan ist neben Juri Andruchowitsch einer der profiliertesten jungen Autoren in der Ukraine. Der 1974 in Starobilsk geborene Autor fängt in seinen Gedichten, Erzählungen und Romanen das Lebensgefühl einer sich im Übergang zwischen bürokratischem Sozialismus und entfesseltem Kapitalismus befindlichen Gesellschaft ein und zeigt ein Land, in dem sich die Einflüsse von West und Ost kreuzen, vermischen und beharken. Von Karsten Herrmann Im Zentrum von Zhadans neuem Roman „Die Erfindung des Jazz im Donbass“ steht der junge Hermann, der als PR-Referent einer Partei in CharkiwRead More

Posted On November 28, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Florian Illies: 1913. Der Sommer des Jahrhunderts

Das magische Jahr 1913 – Das Jahr 1913 bildet in der Weltgeschichte ein magisches Jahr: Es ist das Jahr bahnbrechender Werke in Literatur, Kunst, Musik, Philosophie und Wissenschaft, es ist aber auch das Jahr, in dem schon dunkle Kriegswolken heraufziehen und das kommende Verhängnis in Europa ahnen lassen. 1913 ist der entscheidende Moment zwischen Tradition und Moderne, zwischen einem „nicht mehr“ und einem „noch nicht“, zwischen Triumpf und Untergang. Von Karsten Herrmann Dieses magische Jahr 1913, dieser „Sommer des Jahrhunderts“, steht im Fokus des neuen Buches von Florian Illies, demRead More

Posted On November 24, 2012By Karsten HerrmannIn Mitarbeiter

Karsten Herrmann

Karsten Herrmann, geboren 1966, Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie, Promotion über Rolf Dieter Brinkmanns Collagebücher, vor der Mitgründung des Online Kulturmagazins TITEL im Jahr 2000 Mitherausgeber des kleinen aber legendären Underground-Magazins „Labyrinth & Minenfeld“. Lebt und arbeitet heute als Pressesprecher des „Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung“ mit seiner Familie in Osnabrück. Zu CULTurMAG-Rezensionen von Karsten Herrmann.  Read More

Posted On Oktober 31, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Teju Cole: Open City

Feinsinniger Metropolenroman – Mit „Open City“ hat der 1975 in den USA geborene, in Nigeria aufgewachsene und heute wieder in Brooklyn lebende Teju Cole einen bemerkenswerten Flaneurs- und New-York-Roman über das Eigene und das Fremde und die bis heute währende Geschichte von Verfolgung und Völkermord geschrieben. Von Karsten Herrmann Teju Coles Protagonist ist der junge, farbige Psychiater Julius, der als Kontrapunkt zu seinen Arbeitstagen im Krankenhaus immer ausgedehntere Spaziergänge durch seine Heimatstadt unternimmt: „So drang New York City … im Schritttempo in mein Leben ein.“ Einsam im Gewimmel der MenschenRead More

Posted On Oktober 24, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Geoff Dyer: Sex in Venedig, Tod in Varanasi

Vollkommen im Hier und Jetzt – In zwei ganz unterschiedliche Welten führt der englische Kultautor Geoff Dyer in seinem neuen Roman. Auf der einen Seite steht das „carpe diem“ der Biennale-Kunstschickera in Venedig, auf der anderen Seite das „memento mori“ einer tief von religiösen Riten und Gebräuchen geprägten indischen Pilgerstadt am Ganges. Von Karsten Herrmann In Venedig soll der alternde und resignierte englische Journalist Jeff Atman von der Biennale berichten und ein Interview mit dem Ex-Star Julia Berman führen. Doch der Job ist nur ein Randaspekt, denn „mit der BiennaleRead More

Posted On Oktober 10, 2012By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Helmut Krausser: Nicht ganz schlechte Menschen

Zwischen Triumpf und Niederlage – Große literarische Stoffe bergen für einen Schriftsteller ebenso große Chancen wie Risiken, und Triumpf und Niederlage liegen hier oft nahe beieinander. Dies ist auch in dem neuen Roman des vielseitigen Dichters, Bühnen- und Hörspielautors Helmut Krausser deutlich zu spüren, der nichts weniger als die in die historische Katastrophe führenden 20er – und 30er-Jahre des vorigen Jahrhunderts umspannt. Von Karsten Herrmann An den Stationen Berlin, Paris und Barcelona nimmt Krausser die rasanten Entwicklungen in Kunst und Politik sowie den Kampf der Utopien und Ideologen ins VisierRead More