All posts by Karsten Herrmann

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Posted On Mai 6, 2017By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Birk Meinhardt: Brüder und Schwestern

Völlige Umkehrung der Werte – Mit dem ersten Teil der Familiensaga „Brüder und Schwestern“ zeichnete der in Ostberlin geborene Birk Meinhardt ein lebenspralles Gesellschaftspanorama der DDR. Im zweiten, durchaus eigenständigen Teil, nimmt der gebürtige Ostberliner nun die Wendejahre von 1989 bis 2001 in den Fokus und zeigt auf beeindruckende Weise, wie das Leben seiner Protagonisten auf links gezogen wird und alles Bisherige seinen Wert verliert. Von Karsten Herrmann Am Tag der Maueröffnung befindet sich Erik Werchow gerade auf seiner ersten Dienstreise in West-Berlin und über ihn schlagen die „Farbwellen zusammen,Read More
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Posted On Mai 6, 2017By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag, News

Tom Kummer: Nina & Tom

Ein Buch mit Wucht und Pathos – Der Journalist Tom Kummer ist eine Skandalfigur, seitdem sich im Jahr 2000 seine unter anderem in der Süddeutschen Zeitung erschienenen Interviews mit Hollywood-Stars als Fiktionen entpuppten. Nun legt der Schweizer Meister des Fakes, der sich selbst als „Borderline“-Journalist bezeichnet, einen beeindruckenden Roman über die Liebe seines Lebens vor. Von Karsten Herrmann Kummers Protagonist Tom begegnet Nina zum ersten Mal im Herbst 1984 in einem Club in Barcelona: ein androgynes Fantasiewesen, eine „Symbolfigur der katalanischen Aufbruchstimmung“. Es entwickelt sich eine amor fou, eine obsessiv-exzessiveRead More
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Posted On Mai 6, 2017By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Franzobel: Das Floss der Medua

Endloses Theater der Grausamkeit – Der österreichische Schriftsteller Franzobel ist eine der größten literarischen Urgewalten im deutschsprachigen Raum und bespielt ein weites Spektrum von Genres und Sujets – vom Krimi über zeitkritische Gegenwartsbetrachtungen, Familien- und Schelmenromane bis hin zu historischen Stoffen. Immer wieder provoziert er dabei durch seine ironisch-sarkastische, deftige und obszöne Sprache, die keine Grenzen zu kennen scheint. Von Karsten Herrmann Mit „Das Floss der Medua“ legt Franzobel nun einen „Roman nach einer wahren Begebenheit“ vor. Es geht um den Untergang der Fregatte Medusa und dem nachfolgenden Drama derRead More
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Posted On Mai 6, 2017By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Clemens Meyer: Die Stillen Trabanten

Starke Stories – Clemens Meyer gehört mit seinen zwei Romanen „Als wir träumten“ und „Im Stein“ sowie dem Erzählband „Die Nacht, die Lichter“ zu den stärksten deutschen Erzählern. Er, der selber eine bewegte Vergangenheit als Gabelstaplerfahrer, Wachmann, Bauarbeiter oder Sozialhilfeempfänger hat und schon im Gefängnis saß, dringt dabei tief in Milieus und Figuren ein, die sonst selten oder gar nicht in der deutschen Gegenwartsliteratur auftauchen. Emphatisch zeigt er sich als Chronist der kleinen Leute, der Halb- und Unterwelt, der Nacht und ihrer Geschichten. Von Karsten Herrmann Dies ist nun auchRead More
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Posted On Mai 6, 2017By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Sven Amtsberg: Superbuhei

Für die Langstrecke fehlt dem Buch etwas der Atem – Sven Amtsberg ist als rühriger Veranstalter, Verleger Entertainer, Kolumnist, Geschichtenerzähler und fiktionaler Hamburger Stadtführer ein literarisches Multitalent. Doch auf der Langstrecke seines Debüt-Romans droht dem Meister der kleinen Form zunehmend die Puste auszugehen. Von Karsten Herrmann Amtsbergs Protagonist Jesse ist ein skurriler Sicherheitsfanatiker, der die Liebe für den natürlichen Feind der Sicherheit und damit letztlich auch des Glücks hält. Und so mischt er seiner Freundin, mit der er zusammen in einem Einfamilienhaus lebt, auch stetig Schlafmittel ins Essen, um alleineRead More
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Pointiertes Gesellschafts-Mosaik – Rund 400 „Streichholzbriefchen“ hat der im Februar letzten Jahres verstorbene Umberto Eco für das römische Nachrichtenmagazin „L’Espresso“ seit 1985 geschrieben. In diesen kurzen Kolumnen, von denen der Hanser-Verlag jetzt unter dem Titel „Pape Satán“ eine Auswahl vorlegt, beleuchtet der Schriftsteller und Wissenschaftler aktuelle gesellschaftliche Phänomene und Tendenzen. Von Karsten Herrmann. Ein zentrales Thema der zwei bis drei Seiten umfassenden Miniaturen ist die von Zygmunt Baumann diagnostizierte „flüssige Gesellschaft“, in der nach dem Ende der Utopien alles ineinander zu verschwimmen droht und niemand mehr weiß, wohin es gehenRead More
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Posted On März 6, 2017By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Lyonel Trouillot: Yanvalou für Charlie

Verborgene Perlen Viel zu wenig präsent sind auf dem heimischen Buchmarkt die Bücher von Autoren aus den kleineren Literaturen dieser Welt, aus Afrika, Asien, Südamerika oder auch der Karibik. Der Roman „Yanvalou für Charlie“ (der auf der 33. Ausgabe der Litprom-Bestenliste „Weltempfänger“ stand) des Haitianer Lyonel Trouillot ist ein weiteres Beispiel dafür, welche Perlen es dort zu entdecken gibt. Lyonel Troillots Protagonist Dieutor Mathurin Saint-Fort ist ein aufstrebender Anwalt in einer Kanzlei in Port au Prince. Sein Chef ist ein reicher mittelmäßiger Erbe, seine eine Kollegin Elisabeth ist eine IdealistinRead More
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Posted On März 6, 2017By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben

Über Freundschaft und unermessliche Abgründe Mit gewaltigen Vorschusslorbeeren ist der vielseitige Roman „Ein wenig Leben“ der Amerikanerin Hanya Yanagihara jetzt auch in Deutschland erschienen. Die enthusiastische US-Kritik zu diesem mit Anna Karenina verglichenen „Meisterwerk“, über seine aufwühlende und mitreißende Kraft, erweist sich beim Lesen nicht als falsch, aber als doch nur eine Seite der Medaille. Von Karsten Herrmann. Die 1974 geborene Yanagihara, die bei der New York Times als Redakteurin für ein Stil-Magazin arbeitet, erzählt in ihrem zweiten Roman von der lebenslangen Freundschaft von vier Männern ganz unterschiedlicher sozio-kultureller Herkunft:Read More
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Posted On Dezember 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Teju Cole: Vertraute Dinge fremde Dinge

Engagierte Essays mit Esprit Der in den USA geborene und in Nigeria aufgewachsene Teju Cole gehört seit seinem Debut „Open City“ und dem folgenden Roman „Jeder Tag gehört dem Dieb“ zu einem der international spannendsten Autoren. Er verkörpert dabei auch die vom Aussterben bedrohte Spezies des enzyklopädisch interessierten und politisch engagierten Intellektuellen, der insbesondere auch den Rassismus in all seinen offenen und sublimen Spielarten durchdekliniert. Einen überzeugenden Eindruck davon gibt der Essayband „Vertraute Dinge fremde Dinge“, in dem Teju Cole über Literatur, Fotografie, Film, Kunst, Theater, das Unterwegsseins sowie aktuelleRead More
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Posted On Dezember 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Nir Baram: Weltschatten

Der Schwindel der Globalisierung In seinem Roman „Weltschatten“ erzählt der 1976 in Jerusalem geborene Nir Baram, wie die Globalisierung mit ihren Hedgefonds und Bankenspekulationen auch Israel erreicht und wie sich über die sozialen Medien eine globale anarchische Protestbewegung gegen diese aufbaut. Einer der Hauptprotagonisten in diesem sich aus drei Erzählsträngen zusammen setzenden Roman ist Gavriel Manzur. Als Sohn eines Ghostwriters für reiche jüdische Geschäftsleute in der ganzen Welt lernt er in New York die Welt der Hochfinanz  kennen. So wird er für den Hedgefonds „Brookman, Stanton & Barnes“ in IsraelRead More
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Posted On Dezember 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Philipp Winkler: Hool

Hardcore-Realismus Philipp Winkler ist mit seinem Roman „Hool“ auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises gekommen und erhielt großes Lob für die authentische Ausleuchtung und Versprachlichung eines nur selten in die Literatur gelangenden Schmuddel- und Gewaltsujets. Gewonnen hat den Buchpreis dann aber doch die ebenso makellose wie elegante Novelle „Widerfahrnis“ von Bodo Kirchhoff mit ihren klassischen Protagonisten aus dem Bildungsbürgertum. Philipp Winklers Protagonist ist dagegen einer der fast schon klischeehaften Verlierer und Abgehängten dieser Gesellschaft: Er stammt aus einer zerrütteten Familie – Mutter früh abgehauen, Vater Alki –, hat sein AbiRead More
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Posted On Dezember 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Don DeLillo: Null K

Der unsterbliche Mensch Don DeLillo ist ein zeitkritischer Meister der amerikanischen Gegenwartsliteratur und bespielt ein breites Genre-Spektrum. Aber egal ob episches Gesellschaftspanorama wie in „Unterwelt“, intimes Kammerstück wie „Körperzeit“, egal ob Story oder Theaterstück: Er garantiert packende Leseerlebnisse und zieht den Leser mit seinem kristallklaren und atmosphärisch dichten Sound von der ersten Seite an in den Bann. Umso größer ist nun die Enttäuschung beim Lesen von DeLillos neuen Roman „Null K“, der zwar gesellschaftlich wichtige Fragen stellt, aber kaum zu einer überzeugenden Form findet. Erst ganz am Schluss können wirRead More
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Posted On November 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Thomas Melle: Die Welt im Rücken

Reise in das finstere Herz des Wahnsinns – Michel Focault bezeichnete den Wahnsinn einst als das „Andere der Vernunft“ und zeigte, wie er durch Kontrolle und Disziplinierung systematisch aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt wird. Der Romancier („Sickster“, „3000 Euro“), Dramaturg und Übersetzer Thomas Melle führt den Leser nun mit einer radikalen Selbstoffenbarung ganz tief in das Herz des Wahnsinns, in das Herz des Manisch-Depressiven oder Bipolaren. Von Karsten Herrmann Die minutiöse Chronik seiner Krankheit ist für Thomas Melle auch ein letzter Rettungsversuch, ein Versuch, das Geschehene zu verstehen, nachdem er allesRead More
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Posted On November 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Jan Brandt: Stadt ohne Engel

Reportagen zwischen Paradies und Hölle Nach seinem preisgekrönten Debut „Gegen die Wand“ von 2011 und seinem sich selbst und den Literaturbetrieb ironisierenden „Tod in Turin“ ist Jan Brandt mit „Stadt ohne Engel“ nun im Genre der Reportagen gelandet – nicht zuletzt wohl auch, weil sein großer geplanter Amerika-Auswandererroman ins Stocken geraten ist. Ausgangspunkt des neuen Buches ist ein Stipendium in der Künstlerresidenz „Villa Aurora“ in Los Angeles, die während der Nazi-Diktatur von Lion Feuchtwanger bewohnt und zu einem Zentrum der deutschen Exilschriftsteller wie Bertold Brecht, Thomas Mann oder Franz WerfelRead More
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Posted On November 2, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Christian Kracht: Die Toten

Konzentriertes Meisterwek Christian Kracht gilt als eine der bedeutendsten Stimmen der Gegenwartsliteratur und polarisiert doch immer wieder die Kritiker – so entfachte er mit seinem 2012 erschienenen Kolonialismus-Roman „Imperium“ eine große Debatte um seine mögliche Nähe zu rechtem Gedankengut, Menschenverachtung und Rassismus. In seinem neuen Roman begibt sich Kracht nun direkt in die Höhle des Löwen und erzählt in der Zeit des in Deutschland und auch in Japan aufblühenden Faschismus vom „Kino als Krieg mit anderen Mitteln“, vom Kampf um die kulturelle Hegemonie. Ausgangspunkt einer „zelluloidenen Achse“ zwischen Tokio undRead More
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Posted On Oktober 3, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Martin Mosebach: Mogador

Profi-Prosa mit lauwarmem Nachgeschmack – In seinem neuen Roman verbindet Martin Mosebach, der als einer der elegantesten und zugleich konservativsten Erzähler hierzulande gilt, die westliche Welt der Banken, der Karriere und des Betrugs mit der orientalischen Welt der Seher und Bettler, der Rituale und archaischen Traditionen. Seine pittoreske Prosa versickert schließlich in einer lauwarmen Auflösung. Im Mittelpunkt des Romans steht Patrick Elff, der nach einem Literaturstudium schnell die Karriereleiter in einer Beratungsfirma und schließlich in einer großen Bank hinaufgestiegen ist und dabei den Graubereich des gerade noch Erlaubten deutlich überschrittenRead More
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Posted On September 1, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Garth Risk Hallberg: City on Fire

Packendes Großstadtpanorama – Was für ein Debüt: Auf knapp 1100 Seiten breitet der 36jährige  Garth Risk Hallberg in „City on Fire“ ein packendes New Yorker Großstadtpanorama aus und verzahnt auf der Folie der großen gesellschaftlichen Entwicklungen die Schicksale seiner Protagonisten in virtuoser Weise. Von Karsten Herrmann Der Roman ist im Jahre 1977 angesiedelt, dem Jahr, in dem ein massiver Stromausfall die ganze Stadt New York mit dramatischen Folgen lahm legte. Es ist eine Zeit, in der die Subkultur und der Punk in der vor dem Bankrott stehenden Metropole blühen und inRead More
Thomas von Steinaecker_Die Verteidigung des Paradieses

Posted On September 1, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Thomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses

Die Zukunft des hybriden Menschen – Thomas von Steinaecker ist ein Schriftsteller, der zwischen den Genres oszilliert und in seinen Romanen die Wirklichkeit auf surreale und fantastische Weise erweitert. In „Die Verteidigung des Paradieses“ zeigt er uns die Zukunft unserer Gegenwart in Form eines dystopischen Science-Fiction-Romans. Karsten Herrmann hat das Buch gelesen. Nach einem Super-GAU hat sich eine Gruppe Überlebender auf eine künstliche und unter einer Klimaglocke liegende Alm in den Alpen gerettet. Da sind Cornelius, der Anführer und Ex-Chef einer riesigen Fleischfabrik, Jorden, ein Ex-Söldner, Chang und Özlem, dieRead More
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Posted On September 1, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Szczepan Twardoch: Drach

Packende Jahrhundert-Collage – Der junge Pole Szcepan Twardoch ist derzeit eine der spannendsten Stimmen der europäischen Literatur. Schon mit seinem Debut „Morphin“, in dem er die widersprüchliche Atmosphäre vor dem Zweiten Weltkrieg im besetzten Warschau auf ebenso avancierte wie eindringliche Weise einfing, erregte er Aufsehen. Nun hat er mit „Drach“ einen inhaltlich und formal noch wagemutigeren Roman vorgelegt und erzählt in virtuoser Montage die Geschichte eines an Kriegen Katastrophen und Konflikten reichen Jahrhunderts am Beispiel Schlesiens. Im Fokus des Romans steht Josef Magnor, der 1906 auf dem elterlichen Hof dasRead More
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Posted On Juli 5, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Richard Russo: Diese gottverdammten Träume

Das flirrende Gesellschaftspanorama eines großartigen Erzählers – Bereits 2002 erhielt Richard Russo für seinen Roman „Diese gottverdammten Träume“ den Pulitzerpreis und erstaunlicherweise mussten die deutschen Leser bis jetzt auf eine Übersetzung des 750-Seiten-Werkes warten – und können nun endlich diesen großartigen Erzähler auf der Höhe seines Könnens erleben. Richard Russo erzählt in seinem Roman vom Leben in der Kleinstadt Empire Falls, die ihre glorreichen Zeiten mit florierenden Textilfabriken und Holzmühlen längst hinter sich hat. Doch noch immer gehört der alten Firmenerbin Mrs. Whiting die halbe Stadt, so auch das vonRead More
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Posted On Juni 1, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Thomas Glavinic: Der Jonas-Komplex

Tanz am Abgrund – von Karsten Herrmann Mit „Der Jonas-Komplex“ legt der österreichische Erfolgsschriftsteller Thomas Glavinic einen ganz und gar anarchisch-monströsen Roman vor, der an seine zahlreichen Vorgänger anknüpft und in dem neben einem Alter Ego des Schriftstellers auch der Milliardär Jonas wieder eine zentrale Rolle spielt. Der Roman besteht aus drei nebeneinanderher laufenden und sublim miteinander verschachtelten Erzählsträngen, die jeweils am Neujahrstag beginnen und über die Dauer eines Jahres laufen: Da ist der aus der Ich-Perspektive erzählende und ohne Zweifel autobiografisch gefärbte Erfolgsschriftsteller, der im zerstörten Zustand aufwacht und sich anRead More
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Posted On Juni 1, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Ronja von Rönne: Wir kommen

Röntgenbild einer Generation – von Karsten Herrmann „Maja ist nicht tot. Wenn Maja gestorben wäre, hätte sie mir davor Bescheid gesagt. Solche Dinge haben wir immer abgesprochen.“ – mit diesem funkelnden, ebenso grotesken wie flapsigen und berührenden Absatz beginnt Ronja Rönne ihren Debütroman „Wir kommen“ und zeichnet in den überzeugenden Sätzen und Seiten danach das Porträt einer Milleniumsgeneration zwischen Überfluss, Egomanie und Orientierungslosigkeit. Maja war der Fix- und Angelpunkt in der Kindheit der Ich-Erzählerin Nora, und sie war ein „rotes Tuch in einem Dorf, in dem das Sterben ebenso zuRead More
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Posted On Mai 3, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag, News

Roman: Ben Lerner: 22:04

Brillante Meditation über Kunst und Sterblichkeit – Der 1979 geborene Ben Lerner ist derzeit einer der interessanten Schriftsteller aus den USA. Er startete als Lyriker und war der jüngste Finalist für einen National Book Award in dieser Sparte, bevor er 2012 seinen überraschend erfolgreichen und autobiographisch gefärbten Debut-Roman „Abschied von Atocha“ vorlegte. Dieser Erfolg ist auch der Ausgangspunkt seines neuen Romans „22:04“, in dem Lerner den Leser in ein ebenso gewagtes wie gewitztes Spiegelkabinett aus Leben und Literatur schickt. Ben Lerners Protagonist ist ein New Yorker Schriftsteller namens Ben (!),Read More
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Posted On Mai 3, 2016By Karsten HerrmannIn Bücher, Litmag

Roman: Stewart O’Nan: Westlich des Sunset

Die letzte Chance – Francis Scott Fitzgerald war mit Romanen wie „Der große Gatsby“ der literarische Shooting-Star der 1920er Jahre und führte zusammen mit seiner Frau Zelda ein extravagantes und exzessives Leben. Doch schon in den 30er Jahren versiegte sein Ruhm und er drohte in Vergessenheit zu geraten. Von Karsten Herrmann. In seinem biographischen Roman „Westlich des Sunset“ widmet sich Stewart O’Nan dieser schwierigen Phase, in der Fitzgerald „durch eine Reihe von Rückschlägen, die er als Pech betrachtete, zum Heimatlosen geworden [war].“ So war seine Frau Zelda in der PsychiatrieRead More
KHAYAT_RASHA_by Anna Maria Thiemann

Posted On April 1, 2016By Karsten HerrmannIn Litmag, News, Porträts / Interviews

Rasha Khayat im Interview

Rasha Khayat, geboren 1978 in Dortmund, wuchs in Jeddah, Saudi-Arabien, auf. Als sie elf war, siedelte ihre Familie nach Deutschland zurück. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Bonn. Rasha Khayat lebt in Hamburg und arbeitet als freie Autorin, Übersetzerin und Lektorin. Sie betreibt den Blog „West-östliche Diva“. Karsten Herrmann hat sich mit der Autorin über ihren ersten Roman „Weil wir längst woanders sind“ (Dumont) unterhalten. Karsten Herrmann: Mit offensichtlich starken autobiographischen Bezügen kreist Ihr Debütroman um die Frage, was Heimat bedeutet und wie man bzw. frau mit zweiRead More
Janko Marklein

Posted On März 2, 2016By Karsten HerrmannIn Litmag, News, Porträts / Interviews

Janko Marklein im Interview

Janko Marklein,  1988 in Bremen geboren, studierte Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und Philosophie an der Universität Leipzig sowie der Freien Universität Berlin. Für seinen bei Blumenbar erschienenen Debütroman „Florian Berg ist sterblich“ erhielt er den ersten Preis beim open mike und das Bremer Autorenstipendium. Karsten Herrmann: Wie viel von Ihrem Leben steckt in Ihrem Debüt? Die Herkunft Ihres Protagonisten Florian Berg aus der niedersächsisch-bremischen Provinz und das anschließende Studium in Leipzig lassen starke autobiographische Bezüge vermuten – oder liege ich da falsch? Janko Marklein: Sie liegen sehr richtig.Read More