All posts by Judith Momo Henke

Posted On Oktober 16, 2013By Judith Momo HenkeIn Bücher, Litmag

Steve Sem-Sandberg: Theres

Das Meinhof-Mosaik – Judith Momo Henke über Steve Sem-Sandbergs Dokufiktion „Theres“. Erst ist da nur ein „vager Grauton“ über einer Stadt, die zu Europas Industriezonen gehört „und auch wieder nicht“. Langsam hebt die Dämmerung die Details hervor, enthüllt Gebäude, Dachfirste mit Fernsehantennen, Bäume. Es riecht nach Braunkohle, Möwen kreischen, das Licht gewinnt an Stärke, „es ist, als presse es die Dunkelheit mit beiden Händen von sich“. Was wir sehen, ist „ein langer Straßenzug, gesäumt von Bushaltestellen und Straßenlaternen in geraden Reihen, als markierten sie die Linie zu einem ständig entgleitendenRead More
Fredrika Bergman packt aus – Wenn man nicht mit der Autorin reden kann, aber ein paar heikle Fragen zum Buch hat, dann kann man sich ja immer noch mit der Protagonistin unterhalten. Kristina Ohlsson, die Autorin von „Tausendschön“, war nicht zur Hand, aber ihre Heldin, Fredrika Bergmann. Judith Momo Henke hat mit ihr gesprochen …. Judith Momo Henke: Frau Bergman, Sie wurden von der Autorin Kristina Ohlsson als zivile Ermittlerin in das Team von Kommissar Alex Recht in Stockholm berufen. Nun ist gerade der zweite Teil „Tausendschön“ auf Deutsch erschienen.Read More

Posted On November 14, 2012By Judith Momo HenkeIn Bücher, Litmag

Nora Bossong: Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Abgesang auf die narrativen Muster der Vergangenheit – Nora Bossong hat mit „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ einen Roman über die deutsche Wirtschaftsmacht nach der Finanzkrise geschrieben – Judith Momo Henke stellt uns diese Geschichte über „Aufstieg und Fall eines Familienunternehmens“ vor. Gerade in New York gelandet, nimmt ein deutscher Geschäftsmann im feinen Zwirn am Flughafen den falschen Ausgang. Statt am Taxistand findet er sich in der Warteschlange für den Bus wieder. Eine blondgefärbte Amerikanerin hievt ihre Koffer in den stählernen Bauch des Fahrzeugs. Eine andere Frau verwechselt ihn, ruft ihnRead More

Posted On August 22, 2012By Judith Momo HenkeIn Bücher, Litmag

Padgett Powell: Roman in Fragen

Entschuldigung, mögen Sie Sackleinen? Können Sie sich vorstellen, einen Roman in Fragen zu lesen? Kann ein solcher Text tatsächlich ein Roman sein und nicht nur ein über 180 Seiten reichender Fragenkatalog, dem ein findiger Autor den Stempel „Roman“ verpasst hat? Was ist eigentlich ein Roman? Können Sie ayurvedisch definieren? Fragen Sie sich gerade, wie um Himmels willen ein Roman in Fragen funktionieren soll oder interessiert Sie vielmehr, ob man die Fragen als Leser beantworten muss? Passiert etwas in Ihrem Kopf, wenn Sie eine Reihe von Fragen lesen, selbst wenn SieRead More

Posted On Juli 11, 2012By Judith Momo HenkeIn Bücher, Litmag

Maeve Brennan: New York, New York

Und plötzlich hält die Stadt den Atem an – Judith Momo Henke über Maeve Brennans in dem Band „New York, New York“ versammelte Kolumne, die mit einem Schnappschuss beginnen und sich dann zu allen Seiten hin weite Assoziationsräume öffnen. Bis vor kurzem konnte ich mit Amerikanern nicht viel anfangen. Und das meine ich jetzt nicht politisch, ich meine: Bis vor kurzem waren US-amerikanische Autoren not my cup of tea. Updike, Eugenides, Roth – jeder Schritt über den Teich misslang, ich platschte mit einem Fuß ins Wasser, ohne die fremde KüsteRead More