All posts by Joachim Feldmann

Posted On Oktober 11, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Don Winslow: Missing New York

Hölle Großstadt – Mit „Tage der Toten“  hatte Don Winslow ein Meisterwerk abgeliefert, mit „Vergeltung“ den Verdacht genährt, er sei doch nur ein versatiler Allesschreiber mit fragwürdigen politischen Positionen.  Ein Eindruck, der sich bei der Lektüre des jüngst erschienen Romans „Missing New York“ verdichtet. Joachim Feldmann ist eher gelangweilt. Frank Decker ist ein erfolgreicher Polizist in Lincoln/Nebraska, als ein Fall ihm die Chance gibt, sein altes Leben zu verlassen und sich als Ermittler im eigenen Auftrag neu zu erfinden. Es gilt, ein siebenjähriges Mädchen zu finden, das vermutlich entführt wurde. Und „weilRead More

Posted On August 23, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Orkun Ertener: Lebt

Trügerisches Puzzle Orkun Ertener gehört zu einer Reihe von Fernsehautoren, die in der jüngsten Zeit ihr Herz für den Roman entdecken. Logisch: glatte, routinierte Schreiber sind in den auf Arbeitsvermeidung und geringes Risiko erpichten Verlagen gern gesehen. Wer im TV-Geschäft funktioniert, macht auch auf dem literarischen Feld keinen Ärger. Nicht, dass dabei zwangsläufig schlechte Prosa rauskommen müsste. Von Erteners „Lebt“ jedenfalls ist Joachim Feldmann sehr angetan. Der Teufel in Menschengestalt ist ein sympathischer Typ. Kein Pferdefuß, kein Schwefelgeruch, stattdessen „leuchtend blaue, fröhliche Augen“ hinter einer „zarten goldfarbenen Nickelbrille“, die schulterlangenRead More

Posted On August 2, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Franzobel: Wiener Wunder

Na ja … „Hochliteraten“ beugen sich gerne entgegen dem Rat wohlmeinender Menschen zum Genre hinunter. Da kann man nichts machen, es passiert halt immer wieder. Jetzt also Franzobel mit „Wiener Wunder“. Joachim Feldmann hat sich wagemutig den Roman angeschaut. Wenig Gutes ist in der Regel zu erwarten, wenn Autoren, die sich der Produktion feuilletonkompatibler Literatur verschrieben haben, den Kriminalroman für sich entdecken. Nicht selten speist sich ihre Kenntnis des Genres aus dem Konsum einschlägiger Fernsehfilme und der Erinnerung an die kindliche Lektüre britischer Häkelkrimis. Der fatale Irrglaube, es sei vergleichsweiseRead More

Posted On Juni 11, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Litmag

Simon Wroe: Chop Chop

Unterhaltsame Sprachkunststückchen – Sie nennen ihn „Monocle“. Ob der Koch, den alle nur „Rassisten-Dave“ nennen, eigentlich das schöne Wort „mortarboard“ meinte, mit dem sowohl ein Mörtelbrett als auch der typische Doktorhut, den sich Absolventen amerikanischer und britischer Unis zum erfolgreichen Abschluss aufs Haupt pflanzen, bezeichnet wird, bleibt ein Geheimnis. Es spielt auch keine Rolle. Mehr als einen blöden Spitznamen hat man nämlich nicht von einem Studium der englischen Literaturwissenschaft, wenn man mangels Alternative als Küchenhilfe arbeiten muss. Und bliebe es bei verbalen Peinigungen, könnte der ansonsten namenlose Ich-Erzähler in SimonRead More

Posted On Mai 31, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Dominique Manotti: Ausbruch

Romane schreiben! Klassenkampf, das Lieblingsthema von Dominique Manotti, kann oft eine sehr ernsthafte Angelegengheit sein, obwohl ihre einschlägigen Politthriller einen manchmal sehr eisigen Witz haben. In ihrem neuen Roman „Ausbruch“ macht sich Dominique Manotti offen lustig – auch über eine gewisse Art des Schreibens. Joachim Feldmann stellt eine neue Facette der großen französischen Schriftstellerin vor. Italien im Februar 1987. Seit einem halben Jahr teilt der junge Kleinkriminelle Filippo Zuliani mit Carlo Fedeli, einem ehemaligen Angehörigen der Roten Brigaden, die Zelle. Carlo ist ein großer Erzähler. Jeden Abend lauscht Filippo gebanntRead More
Der Horror unserer Tage – Louise Welsh („Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar“) und Anne Goldmann („Lichtschacht“) versuchen sich an einem alten, schönen Genre – dem Psycho-Horror-Thriller. Eine Doppelrezension von Joachim Feldmann. Jane ist hochschwanger und allein in einer fremden Stadt. Das heißt, eigentlich ist sie ja mit ihrer Lebensgefährtin Petra von London nach Berlin übergesiedelt, doch diese ist als erfolgreiche Bankerin zu beschäftigt, um der jungen Schottin bei der Eingewöhnung zur Seite zu stehen. Und das ist gar nicht gut. Schon bald wird Jane ihre neue Umgebung unheimlich. Vor allemRead More

Posted On April 26, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Qiu Xiaolong: 99 Särge

Alltag mit Mord – Wenn die Volksrepublik China noch keinen autochthonen international bekannten Autor von Kriminalromanen hat, so erledigt die Arbeit doch sehr reputierlich der Emigrant Qiu Xiaolong. Joachim Feldmann stellt seinen neuen Roman „99 Särge“ vor: Als Direktor der Wohnungsbaubehörde in Shanghai ist Zhou Keng ein einflussreicher Mann. Gerne nutzt er seine Position zur Mehrung des eigenen Wohlstands. Immobilien, europäische Luxusautos, ein Sohn, der in England studiert – Zhou scheint den Aufstieg geschafft zu haben. Doch dann taucht im Internet ein Foto auf, das ihn mit der Packung einerRead More
Im munteren Plauderton – Michael Maar blättert sich durch große Tagebücher von Viktor Klemperer bis Rainald Goetz. Von Joachim Feldmann. Eigentlich stand der Vorsatz fest. Nie wieder würde man sich von einem Subskriptionsangebot für die Gesamtausgabe eines legendären Tagebuchs verführen lassen, oder, sagen wir mal, man würde zumindest so lange warten, bis wenigstens einer der (bislang) acht prachtvollen rotleinenen Bände des Harry Graf Kessler’schen Diariums, die seit geraumer Zeit einen Ehrenplatz im Bücherregal einnehmen, in Gänze gelesen worden wäre. (Ehrenplatz heißt übrigens, dass man auf eine kleine Leiter steigen muss,Read More

Posted On Februar 15, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenfeuer

Gebissexperten und Rumpelkammer ‒ Man versucht ja immer zu verstehen, warum bestimmte Bücher und Serien zu Bestsellern werden, vor allem, wenn man keine Alleinstellungsmerkmale oder andere offensichtliche Qualitätskriterien finden kann. Ein solcher Fall sind die „Ostfriesen-Krimis“ von Klaus-Peter Wolf, deren achter Band „Ostfriesenfeuer“ gerade erschienen ist. Joachim Feldmann macht sich auf die Suche … Fat Ollie Weeks ist alles andere als ein Sympathieträger. Das war auch die Absicht seines Schöpfers Ed McBain, der den beleibten Bullen mit einem penetranten Körpergeruch, ungehobelten Manieren und einem ganzen Sortiment rassistischer und misogyner VorurteileRead More

Posted On Februar 1, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Bloody Chops

Bloody Chops – schnell, schmerzhaft, au point. Heute liegen bei Joachim Feldmann (JF) auf dem Hackklotz: Dirk van Versendaals „Die Engel warten nicht“, Ludwig Homanns „Jung Siegfried“ und „Attack. Unsichtbarer Feind“ von Preston & Child. Der gute, alte MacGuffin (JF) Dass der gute alte MacGuffin noch immer etwas taugt, um einen Plot in Gang zu halten, zeigt der Journalist Dirk van Versendaal in seinem beeindruckenden Krimidebüt „Die Engel warten nicht“. Das Objekt der Begierde ist eine Metallkiste, gefüllt mit wundersamer Elektronik, die in einem SUV der Luxusklasse versteckt ist. NatürlichRead More

Posted On Januar 18, 2014By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Regina Nössler: Wanderurlaub

Das Wandern ist des Mörders Lust … Unauffällige, ganz normale Settings und deren kriminelle Potentiale sind die Spezialität von Regina Nössler. Ihr neuer Roman „Wanderurlaub“ beschäftigt sich genau damit: mit dem normalerweise unspektakulären Wandern. Joachim Feldmann wandert wohlgemut mit … Wer mit der IWO (Internationale Wanderorganisation) auf Tour geht, gehört nicht zu den Ärmeren im Lande. Und das findet der Apotheker Julius auch gut so. Es ist schließlich schon schlimm genug, mit irgendwelchen Pauschaltouristen das Hotel teilen zu müssen. Auch Carina, der ihre Herkunft aus einer Reihenhaussiedlung im Ruhrgebiet nochRead More

Posted On November 2, 2013By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Klassiker-Check: Charlotte MacLeod

Der Charme des Schrulligen ‒ Klassiker-Check ‒ Lektüre für Ferienhäuser unter besonderer Berücksichtigung von Charlotte MacLeod. Es checkt Joachim Feldmann. Eine Woche Ostsee, dabei eine ganze Jutetasche voller Bücher, schließlich will man nicht den ganzen Tag am Strand auf und ab gehen. Und da es sich beinah ausnahmslos um just erschienene Kriminalromane handelt, lässt sich vielleicht auch gleich ein wenig Arbeit miterledigen. Doch schon bald bleibt nicht viel vom guten Vorsatz. Zu ansteckend ist die Melancholie des neuen „Süden“-Romans von Friedrich Ani, zu nordisch ein Mord-Mysterium aus dem fernen IslandRead More

Posted On August 17, 2013By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Dror Mishani: Vermisst

Interpretationsbedürftiges Regelwerk ‒ Kriminalromane aus Israel erfreuen sich seit Batya Gur und Shulamit Lapid bei uns seit Jahrzehnten großer Beliebtheit. Jetzt gibt es den Kriminalroman über israelische Kriminalromane, die es angeblich nicht gibt. Joachim Feldmann über Dror Mishanis „Vermisst“ ‒ ein etwas zähes Meta-Exerzitium. Würde Inspektor Avi Avraham selbst beherzigen, was er der Mutter eines verschwundenen Sechzehnjährigen erzählt, wäre er erheblich näher an des Rätsels Lösung. Doch der Kriminalist aus Cholon in der Nähe Tel Avivs, dessen liebster Zeitvertreib darin besteht, fiktiven Ermittlern wie Hercule Poirot Fehler nachzuweisen, hat eigentlichRead More
Rowling goes crime ‒ Einen mittelmäßigen Krimi von Mr. Galbraith hätte man nicht groß beachtet. Warum auch? Dass Mr Galbraith sich dann in J. K. Rowling verwandelte, ändert nur etwas an der Aufmerksamkeit. Der Text bleibt, was er ist: mittelmäßig. Für Joachim Feldmann Regenwetterlektüre … Es kommt nicht oft vor, dass Daheimgebliebene neidisch reagieren, wenn man von leichtem Nieselregen und Temperaturen um die 20 Grad berichtet. Nach einer sogenannten Hitzewelle, über deren Höchsttemperaturen um die 30 Grad Kontinentaleuropäer eher schmunzeln würden, herrschen in Britannien wieder die gewohnten Wetterverhältnisse. Und was istRead More

Posted On Juni 22, 2013By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Liz Jensen: Die da kommen

Grausamkeiten à la Grimm – Tötende Kinder – ein Schock-Thema. Gut, dass Liz Jensen in „Die da kommen“ nicht in erzählerische Hysterie ausbricht. Ein Lob von Joachim Feldmann. Es dürfte kaum ein literarisches Motiv geben, das derart geeignet wäre, erwachsenen Lesern einen gehörigen Schrecken einzujagen, wie das des mordenden Kindes. Unter den an Grausamkeiten nicht armen Grimm’schen Märchen beispielsweise nehmen zwei Erzählungen, die im Protokollton davon berichten, wie fünf- bis sechsjährige Kinder mit verteilten Rollen nachspielen, was sie am Schlachttag gesehen haben, eine ganz besondere Stellung ein. Wohlweislich verzichteten die Brüder abRead More
„Wer Musik verstehen will, muss auch ihre Vergangenheit kennen“ – Martin Büsser war ein kenntnisreicher Enthusiast, dem das aufbegehrende Element in der populären Musik eine Herzensangelegenheit war. Joachim Feldmann über Büssers neuaufgelegte „wahre Geschichte der Popmusik“. Im Herbst 1967 erschien in der als Fachblatt für Jazzfreunde gegründeten Zeitschrift „Sounds“ eine ungewöhnliche Plattenbesprechung. Gegenstand der ebenso euphorischen wie programmatischen Rezension war „Freak Out“, die bereits im Vorjahr veröffentlichte erste Schallplatte der Mothers of Invention. „Sounds“-Gründer Rainer Blome zeigte sich überwältigt: „Diese Musik ist so spontan und kreativ, dass man sie nichtRead More
Im Auftrag – Pünktlich zu dessen 60. Geburtstag (29.3.) beschenkt der Rowohlt Verlag seinen Autor Georg Klein mit einer opulent ausgestatteten Sammlung seiner Arbeiten für die Tagespresse. Joachim Feldmann hat sich die „77 abverlangten Texte“ angesehen. Am 18 Januar 1907 teilt der 28-jährige Robert Walser seinem Lektor Christian Morgenstern mit, dass die Zeitschrift „Zukunft“ einen Beitrag von ihm angenommen habe. „Zeitschriftenlieferant“ allerdings, so der selbstbewusste Jungautor, wolle er nicht werden, lieber ginge er „unter die Soldaten“. Dass Walser sich nicht an diesen Vorsatz gehalten hat, sondern in den kommenden zwei JahrzehntenRead More

Posted On Februar 9, 2013By Joachim FeldmannIn Crimemag, KickAss

KickAss – Bloody Splinters aus dem Branchen-Wahnsinn

KickAss – Überarbeitete Jungfeuilletonisten: Parker kommt mal wieder ins Kino. Am Donnerstag ist bei uns Taylor Hackfords Verfilmung von Richard Starks (a.k.a. Donald E. Westlake) „Flashfire“ (dt. Irgendwann gibt jeder auf, 2010) angelaufen. Einst gab Lee Marvin („Point Blank“, 1967) den geschäftsmäßigen Gangster, heute schlüpft „Transporter“ John Statham in die Rolle. Das ist für die Frankfurter Allgemeine am Sonntag vom 3.2.2013 nicht nur Anlass zu einem jener ebenso beliebten wie überflüssigen Schauspielerinterviews, sondern auch zu einer Besprechung des Films. Rezensent Daniel Haas beschreibt Parker als den Helden von „rund dreißigRead More

Posted On Dezember 19, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Litmag

Hunter S. Thompson: Die Rolling Stone Jahre

Begräbnis erster Klasse Das dicke, etwa ein Kilo schwere Buch versammelt Reportagen und sonstige Artikel, die Hunter S. Thompson für das gleichnamige Magazin geschrieben hat. Als Bettlektüre eignet es sich nicht, eher zur Dekoration auf dem Kaffeetisch. Von Joachim Feldmann Allerdings ist es auch zweifelhaft, ob es überhaupt zur Lektüre gedacht ist. Aber vielleicht gibt es ja tatsächlich hierzulande jemanden, der nur darauf brennt, sich einige hundert Seiten intimer Berichterstattung über den US-Präsidentschaftswahlkampf 1972 einzuverleiben. Für diejenigen, die sich nicht mehr erinnern oder schlicht zu jung sind: Gegenüber standen sichRead More

Posted On November 28, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Litmag

Paul Lukas: Vinyl

Durch nasskalte Pipelines kriechen – Paul Lukas, Gründungsmitglied der Band „Element of Crime“, schreibt mit „Vinyl“ seine Lebensbeichte: Wer noch Illusionen über das Geschäft mit der populären Musik hat, dem wird die Lektüre von „Vinyl“ unbedingt empfohlen. Von Joachim Feldmann Berlin kurz vor der sogenannten Jahrtausendwende. Ein Mann Anfang 40 hadert mit der Welt. Und mit sich selbst. In den Achtzigern war er so etwas wie ein Popstar wider Willen. Als Bassist einer Rockcombo, die sich in dieser an skurrilen Bandnamen nicht armen Zeit „Sonntagsmörder“ getauft hat, erlebt er einenRead More

Posted On November 24, 2012By Joachim FeldmannIn Mitarbeiter

Joachim Feldmann

Joachim Feldmann, geboren 1958, studierte Anglistik und Germanistik in Münster und arbeitet seit vielen Jahren als Lehrer an einer berufsbildenden Schule. Er ist Mitbegründer und Herausgeber der Literaturzeitschrift Am Erker, in der auch regelmäßig seine Krimikolumne „Mord und Totschlag“ erscheint. Außer für das Cultmag bespricht er Kriminalromane für die WELT und ist Mitglied in der Jury für den Deutschen Krimipreis. Zu den CULTurMAG-Beiträgen von Joachim Feldmann.Read More

Posted On September 1, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Jakob Arjouni: Bruder Kemal

Kayankaya kehrt zurück – Jakob Arjounis Kayankaya-Romane waren immer eher etwas für Leute, die „sonst keine Krimis“ lesen, aber sie gehörten immer zum Hintergrundrauschen des Genres. Jetzt kommt ein fünfter Roman, „Bruder Kemal“ – Joachim Feldmann hat ihn in milder Stimmung gelesen … Alle paar Jahre erfindet Jakob Arjouni einen neuen Fall für Kemal Kayankaya. Seinen ersten Auftritt hatte der türkischstämmige Privatschnüffler aus Frankfurt 1986. Im linken Hamburger Buntbuch Verlag erschien der Kriminalroman „Happy Birthday, Türke“. Der Rezensent, damals selbst noch ein manchmal sehr kritischer junger Mann, bescheinigte dem geradeRead More

Posted On August 25, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Heinrich Eppe: Kalte Mauern

Die Mumie im Turm – Irgendwelche skandinavischen Schocker und anderer Unfug demolieren so allmählich das Image des Genres „Kriminalliteratur“. Aber das muss nicht sein. Gute Kriminalromane sprießen überall. Joachim Feldmann wäre beinahe so ein Exemplar durchgerutscht. Der Klappentext verspricht Schröckliches. In Richmond, Virginia, wird der Konservator des Edgar-Allan-Poe-Museums „bestialisch ermordet“, während fast zur gleichen Zeit im norwegischen Trondheim „ein nahezu identischer Mord begangen“ wird. „Die Bibliothekarin Gunn Brita Dahle wird enthauptet und enthäutet aufgefunden. Auf beiden Seiten des Atlantiks beginnen die Ermittlungen. Doch der Killer hat sein nächstes Opfer längstRead More

Posted On August 15, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Litmag

Norbert Mappes-Niediek: Arme Roma, böse Zigeuner

Aufräumen mit Vorurteilen – Warum geht es den Roma in Osteuropa so schlecht? Der langjährige Balkan-Korrespondent Norbert Mappes-Niediek unterwirft die Stereotypen und bekannten Klischees einem Faktencheck. Von Joachim Feldmann. In der vierten Szene von Bertolt Brechts Schauspiel „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ nimmt der Makler Sullivan Slift die Titelheldin mit zu den Fleischfabriken, um ihr die Schlechtigkeit der Armen zu demonstrieren. Und tatsächlich mangelt es nicht an Beispielen für rohes, hartherziges und egoistisches Verhalten der Proletarier. Allein die resolute Johanna lässt sich nicht beeindrucken. Nicht „der Armen Schlechtigkeit“ habe SliftRead More

Posted On August 4, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Mark Billingham: Tödlicher Verdacht

Ein bisschen mehr Pep! Befindlichkeiten von literarischen Figuren geben, so sagt man, einem Roman Profil und Tiefe. Na ja. Man kann es natürlich auch übertreiben wie hier Mark Billingham, findet Joachim Feldmann … Meine momentane literarische Lieblingsfigur heißt Audun Vetti. Ich weiß nicht, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt, da die mir zugänglichen Informationen ziemlich spärlich sind. Den Namen fand ich in einem Kriminalroman, der erst im Oktober erscheinen wird und deshalb noch nicht besprochen werden darf. Dort heißt es, sie oder er habe nach einerRead More

Posted On Juli 14, 2012By Joachim FeldmannIn Bücher, Crimemag

Tana French: Schattenstill

Kühler Realismus – Trotz des Einwort-Titels „Schattenstill“ ist Tana Frenchs neuer Roman sehr ordentlich geraten, findet Joachim Feldmann. Brianstown: Das ist der Fantasiename einer Neubausiedlung an der See. Nach Dublin seien es nur 40 Minuten mit dem Auto, hat man den Käufern zu Zeiten des irischen Immobilienbooms erzählt. Wer hier ein Haus erwerbe, könne es mit Sicherheit schon in wenigen Jahren mit Gewinn wieder verkaufen. Und fast alle haben es gerne geglaubt. Auch Jennifer und Pat Spain. Doch dann verlor Pat wie viele andere seinen Job. Die weltweite Finanzkrise ließRead More