All posts by Gisela Trahms

Maier_Der Ort

Posted On September 5, 2015By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Roman: Andreas Maier: Der Ort

Andreas und Katja und das Ganze Wahre Der Ort, an dem ich den Autor Andreas Maier kennen lernte, ist die Wiener Literaturzeitung „VOLLTEXT“, die Zeit ist „Neulich“, denn so heißt Maiers Kolumne. Sie gefiel mir so gut, dass ich die Zeitung sofort abonnierte, das war 2011. In den Jahren zuvor hatte er wohl auch oft von seinem Onkel J. erzählt, weshalb der Kolumnensammelband, 2010 bei Suhrkamp erschienen, „Onkel J.“ heißt und zusätzlich noch „Heimatkunde“. Die Heimat ist die Wetterau, eine Gegend, die außerhalb der Wetterau niemand kennt. Von Gisela Trahms.Read More

Posted On Dezember 3, 2014By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

PeterLicht, Lob der Realität

Auf der Leuchtspur – PeterLicht, ja genau, der 2007 in Klagenfurt zwei Preise gewann und sich weder fotografieren noch filmen ließ. Eine Kunstfigur mit Programm. Als Musiker, Autor, Zeichner, Stückeschreiber und -inszenator unterwegs, öffentlich und im Verborgenen, wo er sein PeterLicht strahlen lässt. Von Gisela Trahms Im schönen Saal des Düsseldorfer Heine-Hauses, wo die Literaturhandlung Müller & Böhm wohnt, absolvierte er jetzt eine schlichte Lesung. Sehr sichtbar, sehr sympathisch saß er auf dem Podium und las aus seinem neuen Buch „Lob der Realität“, das gerade mit der gleichnamigen Doppel-CD erschienenRead More

Posted On Mai 7, 2014By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Martin Lechner: Kleine Kassa

„Wissen Sie nicht, dass Sie heute früh tot aufgefunden worden sind?“ – Gisela Trahms hat Martin Lechners Roman gelesen. Mit dem Titel fängt er schon an, der halsbrecherische Spaß: Was, bitte, macht eine österreichische „Kassa“ in der niedersächsischen Heide?! Georg, der 17-jährige Lehrling, muss des Öfteren einen Koffer dorthin transportieren, den ihm sein Chef, ein leidenschaftlicher Verteidiger des Eisenwareneinzelhandels namens Spick, unter allerlei Beschwörungen in die Hand drückt. Georg wüsste gern, was in dem seltsam leichten Koffer drin ist, andererseits dämmert ihm dunkel, dass es sich mit dem Nichtwissen gefahrloserRead More

Posted On März 19, 2014By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur

An der Weser, Unterweser: Blog und Buch – Wer Wolfgang Herrndorfs Blog folgte, wusste, womit es enden würde. Wer die Seite aufrief und keinen neuen Eintrag fand, wurde nervös. Schon in der Absicht, die Seite aufzurufen, steckte das Wissen: Er stirbt, die Hoffnung: Aber jetzt, in diesem Augenblick, lebt er noch. Herrndorf lesen drückte den Wunsch nach Teilnahme aus und entsprang einem Gefühlsgemenge, das zu analysieren man keine Lust hatte. Bestimmt würde eines Tages ein Buch aus dem Blog werden, aber zwischen 2010 und 2013 zählte das nicht. Stattdessen: Jetzt,Read More

Posted On November 27, 2013By Gisela TrahmsIn Kolumnen und Themen, Litmag

Zum Tod von Peter Kurzeck

Ach Peta, hättest noch bleiben sollen… Ein Nachruf auf den einzigartigen Erzähler Peter Kurzeck. Von Gisela Trahms. Im November 2012 war er, nicht zum ersten Mal, in der schönen Buchhandlung Müller & Böhm in Heines Geburtshaus in Düsseldorf, um mit dem Fotografen Elger Esser über Literatur und Fotografie zu diskutieren. So lebhaft, so erzählfreudig sprach er über „seine“ Themen: die Erinnerung, das Reisen, das Bewahren, das Unterwegssein, das Schreiben. Ein kleiner, zarter, behender Mann mit lebhafter Mimik und Gestik, er hüpfte die Stufen hoch wie ein Eichhörnchen. Elger Esser hatteRead More

Posted On November 6, 2013By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Mark Kubitzke: Mit Tomsky über Grenzen

Für Oscar, zum Vorlesen – Eine Katzengeschichte, die beste, die ich kenne, und hat nur den Nachteil, dass sie zu Ende ist, eh man’s gedacht. Andererseits liegt genau darin der Reiz, sie ist so dicht gestrickt, dass die Leserphantasie immer aufs Neue angekratzt und auf Touren gebracht wird. Bei jedem Szenenwechsel gibt’s sozusagen einen sanften Ratsch mit der Kralle: Achtung, stell dir das bitte ausführlich und deutlich vor, mit Tageszeit, Temperatur, Personen, Hundegebell und lausekalter Grenzerhütte! Passiert ungefähr dreimal pro Seite, man muss aufpassen und darf über keinen noch soRead More

Posted On Oktober 30, 2013By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Jochen Schmidt/Line Hoven: Schmythologie

Leukotrychie wg. Oligochäten oder: Klugscheißen zweiten Grades – Jochen Schmidt stärkt nicht nur regelmäßig die Nationalmannschaft der Autoren, er stemmt auch staunenswerte Projekte. Jeden Tag zwanzig Seiten Proust lesen und hinterher wird ein hoch gepriesenes Buch daraus. Oder den Duden durchforsten und zu jedem Buchstaben einen Kurztext erfinden („Dudenbrooks“). Oder einfach mal Griechisch lernen, Altgriechisch natürlich. Das Graecum zu machen war „eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens“, so Schmidt. Kein Wunder also, dass wieder eine Serie daraus wurde und jetzt ein Buch. „Schmythologie“ heißt es, „Wer kein Griechisch kann, kannRead More

Posted On Oktober 23, 2013By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Postkartenkalender: Fliegende Wörter 2014. Gedichte

Fliegen und Bleiben – Auf den Tischen der Buchhandlungen ist schon im Sommer Neujahr, bei den Kalendern. Es geht weiter!, heißt das, oder, mit den Worten von Sabine Lange: „Die Garantie fürs nächste Jahr / hab ich nun in der Hand“. Nicht nur das eigene Ich sollte man mit dieser in den „Fliegenden Wörtern“ zu findenden Versicherung aufmuntern, sondern gleich einen kleinen Vorrat mitnehmen für jene, die auf der weihnachtliche Geschenkliste versehentlich vergessen wurden, für die Geburtstagskinder in Herbst und Winter und natürlich für alle, die sich als klug genugRead More

Posted On September 25, 2013By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Peter Kurzeck: Der radikale Biograph

„Aus Böhmen und ohne Haus“ –Dass dieser Bildband zustande kam, um Peter Kurzecks 70. Geburtstag zu feiern (eine Liste der Gratulanten, sprich Sponsoren, findet sich im Anhang, und stolze Buchhandlungen sind darunter), ist ein Glück. Mit Klugheit und Empathie zusammengestellt, schön gedruckt auf schönem Papier, ist dies ein Geschenk, wie es ein Autor nur wünschen kann. Von der ersten bis zur letzten Seite erzeugt das Buch jene singuläre Kurzeck – Wehmutsfreude, die alle, die zu seinen Lesungen pilgern oder seine unvergleichlichen CDs hören, immer aufs Neue suchen. Von Gisela Trahms.Read More

Posted On August 28, 2013By Gisela TrahmsIn Litmag, Porträts / Interviews

Zum Tod von Wolfgang Herrndorf

Schluss – „Maligne“ ist die entscheidende Vokabel in Pschyrembels Klinischem Wörterbuch über das Glioblastom. Bösartig. Aggressive Zellen infiltrieren die Hirnsubstanz bis in feinste Verästelungen hinein, so dass sie nie vollständig entfernt werden können. Unerbittlich wachsen sie nach, selbst wenn der Kerntumor ausgeräumt ist. Wer davon erwischt wird, stirbt in der Regel innerhalb von zwei Jahren. Und je nach Hirnregion leiden die Betroffenen während dieses Untergangs unter schweren Ausfällen (Lähmung, Verlust der Sprache). Wolfgang Herrndorf hat es drei Jahre lang geschafft, mit der Krankheit zu leben. Das heißt: an ihr zuRead More

Posted On März 20, 2013By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Jonas Lüscher: Frühling der Barbaren

Crash und Kamele – Stell dir vor, es ist Staatsbankrott und du sitzt in der Wüste – wäre das nicht übel? Jonas Lüschers Debüt „Frühling der Barbaren“ erzählt auf knapp 120 Seiten die Finanzkrise als Privatkatastrophe. Von Gisela Trahms Eine Gruppe junger britischer Touristen, allesamt im Finanzsektor tätig, will in dem Luxusresort einer tunesischen Oase eine Hochzeit feiern, hübsch exotisch und abgeschirmt vom Rest der Welt. Doch kaum ist die Zeremonie vollzogen, gibt es breaking news vom Zusammenbruch der Banken und dem Ruin Großbritanniens. Die dramatischen Auswirkungen erwischen die FeierndenRead More
Autor Matthias Nawrat
Mücken und Molybdän – Am 7. Februar ist es wieder so weit: Präsentiert u. a. von CULTurMAG, beginnt mit HAM.LIT 2013 der literarische Frühling. In der mittlerweile vierten „langen Nacht junger deutschsprachiger Literatur und Musik“ lesen im Hamburger Club „Uebel & Gefährlich“ 15 Autorinnen und Autoren spannende Literatur. Vom Roman über Lyrik und Erzählung bis zu experimenteller Prosa gibt der Abend einen Einblick in die junge deutsche Literaturszene. Zwischen den Lesungen und danach gibt es jeweils ein Konzert. Mit dabei ist auch Matthias Nawrat (21:30 Uhr, Terrace Hill), der imRead More

Posted On Dezember 19, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Lyrikkalender: Fliegende Wörter 2013

Jede Woche Licht – All dein Glück wie nie gewesen, die Tage kurz und nebelschwer, Ich spreiz die schmalen Hände weit Und fass das Paradies. Was soll denn das sein? Ein Gedicht? Nein. Was dann? Fliegende Wörter. ? Ein synergetisches Versmeeting. ? Ein Treffen illustrer Geister. ? Na, rate doch mal, von wem ist die erste Zeile? Eichendorff. Später. Benn. Fast. Der von „Die schönsten Verse der Menschen … sind die Gottfried Bennschen“? Genau. Wie hieß der noch mal? Wohnte in Hamburg. Ah ja. Und die beiden letzten Verse? EineRead More

Posted On November 28, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Gaito Gasdanow: Das Phantom des Alexander Wolf

In einem Atemzug mit Nabokov – Gaito Gasdanow versetzt uns mit dem 1947 erschienen Roman in die Zeit des russischen Bürgerkriegs. Gisela Trahms hat den nun erstmals in Deutsche übersetzten Klassiker gelesen. Ein russischer Autor, geboren 1903 und damit derselben Generation angehörig wie Nabokov, schrieb Mitte der vierziger Jahre in Paris einen Roman, der in einer in den USA erscheinenden Zeitschrift gedruckt wurde. International also, sollte man meinen, aber das Gegenteil war der Fall: Gaito Gasdanow schrieb russisch, die Zeitschrift wurde von Exilrussen herausgegeben und nur von Exilrussen gelesen. SoRead More

Posted On November 24, 2012By Gisela TrahmsIn Mitarbeiter

Gisela Trahms

Gisela Trahms geboren in Westfalen, lebt im Rheinland. Zu den CULTurMAG-Rezensionen von Gisela Trahms.  Read More

Posted On November 21, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Film/Fernsehen, Litmag

Michael Haneke: Liebe. Das Buch

Text, Bild, Form – Am 1. Dezember werden auf Malta die Europäischen Filmpreise verliehen. Hanekes „Liebe“ ist sechsmal nominiert (Film, Regie, Drehbuch, Kamera, Darsteller). Gleichgültig, wie oft er gewinnt, ob er zum Jahresende noch einmal ein paar Statuetten einsammelt oder nicht – Kritiker und Jurys haben sich längst darauf verständigt, dass er in der Höhenluft jenseits solcher Ehrungen angekommen ist. Von Gisela Trahms Der Film über den langen Weg zum Tod, seit September in den Kinos, läuft immer noch. Erzählt man einem/r Dreißigjährigen die Handlung, antwortet er/sie: Muss ich mirRead More

Posted On August 1, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Michel Houellebecq: Karte und Gebiet

Dass Damien Hirst und Jeff Koons in diesem Sommer die Reisewege der Kunsttouristen dominieren (neben der documenta, natürlich), hat Michel Houellebecq schon 2010 vorausgesehen und in „Karte und Gebiet“ einen ernsthaften Konkurrenten für sie erfunden. Literatur und Malerei, Teil drei (zu eins und zwei) Jed Martin, Autist Punktgenau zu den großen Retrospektiven von Damien Hirst und Jeff Koons in London bzw. Frankfurt ist jetzt die Taschenbuchausgabe von Michel Houellebecqs „Karte und Gebiet“ erschienen. Nicht als folgsames Buch zum Event, sondern als Dokument ergrimmten Widerstands. So nicht! ruft es und beginntRead More
Literatur und Kunst, zweiter Teil (zu Teil eins): Im Mittelstück seines „Weltmüller“-Buchs verwandelt Frank Fischer einen Leipziger Platz in ein sensationell selbsttätiges Kunstwerk. Nachreichen, bitte! Frank Fischer hat in „Der Louvre in zwanzig Minuten“ vorgeführt, wie die Zeit, ist sie nur knapp genug, die Wahrnehmung des Orts erledigt und die der darin aufbewahrten Kunst gleich mit. Jetzt hat er mit „Leipzig, Augustusplatz“, dem Mittelstück seines „Weltmüller“ – Buches, den umgekehrten Prozess geschildert, nämlich auf welche Weise ein Kunstwerk einen Ort nachhaltig in die Zeit einsetzt, indem es eine Deutungslawine lostritt.Read More

Posted On Juli 4, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Wolfgang Herrndorf: Der Weg des Soldaten

Literatur und Bildende Kunst sind sehr unterschiedliche Kunstformen. Wo uns das eine als konkrete Tat (Aktions- und Konzeptkunst) oder als direkt sinnlich fassbares Objekt (Malerei) entgegentritt, steht bei der Literatur vor dem Erlebnis die alles andere als voraussetzungsfreie Lektüre. Interessant kann es werden, wenn die Literatur diese Unterschiede (und Gemeinsamkeiten?) reflektiert und sich in Erzählungen oder Romanen mit den Bildenden Künsten beschäftigt. Gisela Trahms hat sich ein paar Beispiele angeguckt. Diesmal: Wolfgang Herrndorfs Erzählung „Der Weg der Soldaten“. Was ist Schreiben gegen Schlucken? Ob ein Hase durch eine Geschichte hoppeltRead More

Posted On März 21, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Silvio D’Arzo: Des andern Haus

Gisela Trahms traf auf eine lit.cologne im Tranströmer-Hype – und hat dann doch ein ganz anderes Buch gelesen. Eine flanierende Rezension live aus der Kölner Buchhandlung Bittner. Ausharren – Die Macher der lit.cologne besitzen einen langen Atem. Als sie vor zwölf Jahren anfingen, wussten sie, dass sich niemand für einen betagten schwedischen Lyriker namens Tranströmer interessierte. Also warteten sie einfach, bis er mit achtzig den Nobelpreis erhielt und jetzt das Schauspielhaus füllen kann. Gehst du zu Tranströmer? Hast du Karten für Tranströmer? Kriegt man noch welche? Die Buchhandlung Bittner istRead More

Posted On Februar 22, 2012By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Peter Kurzeck: Mein wildes Herz

Das Herz, die Zeit und der jetzt genau richtige Mensch – Ja, eigentlich, zuerst… Mit diesen Worten beginnt die Erzählung und so zögernd, wie Peter Kurzeck sie spricht, ist das ein wirkliches Anheben und Sich Einstimmen. Der weiche Tonfall, der kaum merkliche Nachhall versetzen uns in einen fiktiven Raum, vielleicht ein altes Café, in dem man zusammensitzt. Nach ein paar tiefen Atemzügen (Kurzecks? Oder den eigenen?) geht es dann richtig los in diesem virtuosen Rhythmus, der die Hörer zu Lauschenden macht, denen auf einmal jedes Wort wichtig ist. Von GiselaRead More

Posted On Dezember 14, 2011By Gisela TrahmsIn Bücher, Litmag

Wend Kässens: Das Große geschieht so schlicht

Überraschungen aus dem Dunkel – Wie haben Sie das gemacht, Mr. Hitchcock?, fragte einst François Truffaut den Meister des suspense. Daraus wurde ein Kultbuch. Film ist eben spektakulär, Cary Grant küsst Grace Kelly, dirigiert vom eifersüchtigen Magier… Gegen solch glamouröses Knistern wirkt der Schaffensprozess des Schriftstellers eher unterkomplex. Jeden Tag ein paar Stunden am PC, möglichst einsam, möglichst ungestört, mehr braucht es anscheinend nicht, damit der Leser am Ende das Buch zuklappt mit der bewundernden Frage: Wie zum Teufel hat er / sie das gemacht? Wend Kässens spürt dieser (undRead More
Wahre Geschichten – Wenn Anfang Oktober die ersten Blätter fallen und der Sommer durch ist, wenn die lesenden Köpfe nach Frankfurt schauen und der Wörthersee wieder den Rentnern gehört, erscheint das Jahrbuch zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Gisela Trahms hat es sich angesehen. Angenehm liegt die Anthologie in der Hand und erfreut durch die Sorgfalt, mit der sie gemacht ist. Auch erweckt eine dezente Danksagung an die Sponsoren des Preises den Eindruck, dass das Buch auf eigene Rechnung dem Schoß des Piper Verlags entsprang und nicht durch Charlotte Roches Gebete. Das erfreut nochRead More

Posted On September 21, 2011By Gisela TrahmsIn Film/Fernsehen, Litmag

Aki Kaurismäki: Le Havre

Alle tun sich zusammen, damit Einer es schafft – Wer in einen Kaurismäki-Film geht, ist nicht auf Überraschungen aus, sondern erhofft, was er kennt und liebt: die stete Meisterschaft der Bilder, die Sorgfalt, mit der sie aufgenommen und geschnitten sind, die Dialoge, deren Lakonie ein so würdevolles wie selbstironisches Pathos erzeugt. Die sympathischen Protagonisten sind Outsider oder kleine Leute, meist wehrlos, manchmal aber vom Glück begünstigt, was niemand glaubt, aber jeder gerne sieht. Märchenhaft ist das alles, dennoch fest verankert in der Wirklichkeit. Das Böse ist allezeit präsent und seineRead More
Geschichten vom Silberfluss – Nackt bis auf die Sonnenbrille und ihrer Wirkung gewiss, schreitet eine junge Frau durch die belebteste Einkaufsstraße von Paraguays Hauptstadt Asunción. Welche Turbulenzen sie erzeugt, schildert Ana María Strahms Erzählung „Calle Palma“ mit fühlbarem Vergnügen, die Motive der Blitzerin werden jedoch nur angedeutet. So schwebt trotz aller Entblößung ein zarter Schleier über dem Text, was ihm sehr bekommt. Dass die Schöne es auch auf das Cover schaffte, ganz ohne Schleier, versteht sich von selbst. Der Fluss, auf den der Titel anspielt, ist der Rio de laRead More
Argentinien ja, aber nicht allein – Gisela Trahms für CULTurMAG: In dem Band „Neues vom Fluss“ haben Sie 28 Erzählungen aus drei südamerikanischen Ländern versammelt. Wie haben Sie die Texte gefunden? In Deutschland gibt es seit einigen Jahren ein mobiles Festival lateinamerikanischer Literatur, die Latinale, die ich mit anderen Leuten zusammen organisiere. Dadurch lernte ich viele Schriftsteller aus Argentinien und Brasilien kennen. Als ich 2008 in Südamerika war, zum wiederholten Male in Argentinien, zum ersten Mal in Uruguay und Paraguay, habe ich durch diese Kontakte viele weitere geknüpft, die AutorenRead More