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Ein Neubeginn der deutschen Gegenwartsliteratur Es ist für uns heute schon gar nicht mehr vorstellbar: Bis gegen Ende des letzten Jahrhunderts, vor drei Jahrzehnten noch, hatten wir keinen Begriff für das seelische Leid, keine besondere Wahrnehmung der Verstörungen von Opfern der Verwerfungen in Natur, Gesellschaft und Politik, Unterdrückung und Vertreibung, von sexueller Gewalt und Misshandlungen. Inzwischen werden sie allesamt als ein besonderes Phänomen des Leids verstanden, werden sie als traumatisch gekennzeichnet, „hat man endlich anerkannt, dass Ereignisse wie Krieg, Verfolgung und Naturkatastrophen – selbst bei physischer Unversehrtheit – schwerwiegende psychischeRead More
Im „Branchenmonitor“ kommen die unabhängigen Buchhandlungen mit ihren Zahlen kaum vor Ausgerechnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels übergeht in seinen Statistiken die Umsätze der unabhängigen Buchhandlungen – eine Recherche von Gerhard Beckmann. Die einflussreiche, offizielle Statistik zu den Umsätzen des Buchgewerbes kommt vom eigenen Verband, also vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt. Und damit ist jetzt gerade der Börsenverein in Misskredit geraten. Das unabhängige Online-Magazin „Langendorfs Dienst“ in Krefeld – ein analytisch nüchternes Nachrichtenorgan – hat die Statistik, die der Verband monatlich in seinem „Branchenmonitor“ herausgibt, als Popanz aufRead More

Posted On Dezember 31, 2021By Gerhard BeckmannIn Highlights, Highlights 2021

Mein Jahr 2021 – von Gerhard Beckmann

Das ganze nunmehr abgelaufene Jahr über hat mich die brennende Sorge bewegt, dass unser Land kulturell absaufen könnte. Ja, meine Sorge hat mit Büchern zu tun. Vor allem mit nicht-erzählender seriöser Literatur, die bei uns schon seit längerem, insbesondere jedoch seit etwa zwei Jahrzehnten  immer dünner gesät ist. Und was ist hierzulande eigentlich aktuell mit Sachbüchern los? Selbst  fundamentale, spannende, richtig wichtige, substanzielle Bücher, die den Horizont erweitern und dabei um kein einziges Wort zu lang sind,  von bedeutenden Experten und eminenten Autoren, tun sich heute sauschwer. Die Verkaufszahlen schwächeln.  SieRead More
Welch ein großartiges Vergnügen Hier und heute muss nun ein welthistorisches Ereignis in Erinnerung gerufen werden, das bisher von niemand gebührend aufgegriffen worden ist: nämlich dass vor anderthalb Jahrhunderten ein neues Tourismus-Zeitalter angefangen hat. Und dieser Event, der – genau gesagt, am 8. Juni 1867 – im Hafen von New York City stattfand, als das erste für Übersee-Fahrten ausgerüstete Kreuzfahrtschiff der Welt lzur ersten Luxus-Vergnügungsreise über einen Ozean  auslief – wäre vermutlich komplett untergangen, wenn da nicht ein bemerkenswerter junger amerikanischer Journalist gewesen wäre, der an der denkwürdigen Kreuzfahrt teilgenommen hätte. Read More
Offener Brief an WDR-Intendant Tom Buhrow Betr.: Film von Nina Gladitz: Zeit des Schweigens und der Dunkelheit, WDR, 1982 Sehr geehrter Herr Intendant, verehrter Tom Buhrow, ich möchte Sie ersuchen, den Dokumentarfilm über Leni Riefenstahl freizugeben, den Nina Gladitz im Auftrag des WDR gemacht hat und der – nach ein oder zwei Ausstrahlungen im WDR – in Reaktion auf das Urteil in einem von Leni Riefenstahl angestrengten Gerichtsprozess vom WDR seit 1982 nicht mehr gezeigt, sondern sekretiert worden ist. Darf ich Sie bitten, von diesem Dokumentarfilm der jetzt im AprilRead More

Posted On September 1, 2021By Gerhard BeckmannIn Crimemag, CrimeMag September 2021

„Stay Away from Gretchen“

Gerhard Beckmann über den Debutroman von Susanne Abel Susanne Abels Debütroman „Stay Away from Gretchen“ ist ein Roman über farbige GIs, junge deutsche „Negernutten“ und die „brown babies“. Ein Meisterwerk über die Traumata, in denen der Rassismus der Nachkriegszeit bis heute nachwirkt.      Der neue Autorinnen-Name weckt hohe Lesehoffnungen. Denn Susanne Abel schließt soeben das Manusskript des Fortsetzungsromans ab, der von einer gleichen Substanz und literarischen Qualität ist. Es ist eine spannende Lektüre, die dieser Roman uns bietet. Er fesselt so ungemein, auf eine solch schriftstellerisch perfekte, überzeugende Weise, dass ihn allein dasRead More
Der türkische Faktor Hans-Lukas Kiesers Biographie des letzten osmanischen Großwesirs Talât Pascha enthüllt tiefe neue Ursachen und Wurzeln  des Ersten Weltkriegs als „Urkatastrophe“ der modernen europäischen Geschichte.   Anfang Juli vor genau einhundert Jahren rückte ein Prozess vor dem Landgericht III zu Berlin schlagartig eine gravierende juristische Lücke, ein zentrales, internationales Rechtsproblem ins Rampenlicht. Am 15. März 1921 war der letzte Großwesir des Osmanischen Reiches, Mehmet Talât Pascha, vom armenischen Studenten Soghomon Tehlerian vor seiner Wohnung in Charlottenburg erschossen worden, wo er unter falschem Namen im Exil lebte. Und die Geschworenen in Berlin-Moabit standen nun vorRead More
Literatur als Realitätsshow von Cybercrime Über den einzigartigen Thriller „Berlin Heat“ von Johannes Groschupf   Als „Berlin-Roman“ wurde der Erstling „Berlin Prepper“ von Johannes Groschupf immer wieder propagiert. Sein zweiter Thriller ist nun auf ähnliche Weise etikettiert worden. Das entspricht einer Mode, die heute in der Verlagswelt und im Buchhandel, in Marketing, Medien und Werbung gängig ist. Selbst die Krimi-Bestenliste führt ihre Qualitätstitel inzwischen mit dem Hinweis auf den Schauplatz ihrer Mordsgeschehnisse ein, ganz als ob diese Bücher wie Traum-Regionen für Pauschalreisen der Tourismus-Industrie angepriesen gehörten. Was mich anfangs zu JohannesRead More
Die Insel des richtigen Lebens Gerhard Beckmann über Malachy Tallacks Erstlingsroman, ein Wunderwerk schottisch nordischer Literatur Und wieder einmal bezeugt ein Roman aus Schottland die geradezu mythische Kraft und den tiefen Einfluss, den Inseln auf unsere Anschauung vom Leben und unserer Sehnsucht nach einer Heimat in der Welt haben können. Es kann darum auch kaum wundernehmen, dass es in diesem von so vielen einzigartigen Inseln umsäumten alten Land – man denke nur an die Inneren und Äußeren Hebriden, die Orkneys und die Shetlands – zwei Insulaner waren, die die LiteraturRead More
Verlage sind Kernzellen erneuerbarer Energie in Kultur und Gesellschaft Warum die Hintergründe für die Schließung der Publikumsverlage von Orell Füssli, dem zweitältesten Verlag im  deutschen Sprachraum, ein Menetekel für die deutsche Buchbranche bedeuten – und insbesondere unsere  Buchhändler betreffen.    So offen wie im Fall  Orell Füssli liegen die Karten selten auf dem Tisch:  Konzernmanager haben sich in ihrem Umgang mit dem Verlag unter ihrem Dach  so nackt und bloß gezeigt, dass es hätte Entsetzen hervorrufen müssen. Aber hat jemand  Zeter und Mordio gerufen? Keiner. Nirgends. Für die Buchbranche sollte dies die erste schmerzhaft harte Lektion sein:Read More
Ein Blick auf die Gegenwart des deutschen Buchhandels – und per Exkurs nach Australien im Jahr 2007 ein Ausblick auf die Zukunft: Ein Großfilialist, der nicht mehr Buch-Händler, sondern Margen-Einkäufer ist – Ein Geschäftsmodell, das buchhändlerisch, kulturell und kommerziell nur scheitern kann.   Ich weiß nicht, wo er es gesagt hat, und kann es auch nicht im genauen Wortlaut zitieren, aber die Botschaft war klar, die Heinrich Riethmüller verkünden wollte: Dass es heutzutage Großfilialisten sind, die für den Fortschritt und die Zukunft in der Buchbranche stehen. Dass jemand – im kleinenRead More
Ende vergangenen Jahres ereignete sich der spektakulärste Shutdown der Corona-Zeit in der Verlagswelt. Er hatte jedoch mit der Pandemie nichts zu tun, und wurde, zweitens, mit einer perfiden PR-Strategie so geschickt kaschiert, dass ihr die deutschsprachige Buchbranche wie auch die Branchenpresse auf den Leim ging und  das Schweizer und deutsche Feuilleton ebenso wie das Fernsehen den Skandalfall überhaupt nicht registrierten. Unser Buchmarkt-Experte Gerhard Beckmann analysiert das skandalöse Ende von Orell Fuessli, des ältesten, seit über 500 Jahren bestehenden deutschen und europäischen Publikums-/Sachbuchverlags  – in einem Industriekonzern für Sicherheitsdruck, dessen Hauptkunde undRead More

Posted On April 1, 2021By Gerhard BeckmannIn Crimemag, CrimeMag April 2021

Nina Gladitz gegen Leni Riefenstahl

Nazi-Propagandistin, Plagiatorin, Menschenrechts-Verbrecherin  Gerhard Beckmann über die Ermittlungen der Dokumentarfilmerin Nina Gladitz                                       . Dies ist ein Lebenswerk. Das Lebenswerk der deutschen Dokumentarfilmerin Nina Gladitz, für das sie den Geschwister-Scholl-Preis verdient hätte – jenen  Literaturpreis für eine herausragende künstlerische, schriftstellerische oder wissenschaftliche Arbeit, die „geistige Unabhängigkeit bezeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen, Intelektuellen und ästhetischen Mut zu fördern und dem gegenwärtigen Verantwortungsbewusstsein neue Impulse zu geben“.                                                                                                                                                                                                                                                                                                Nina Gladitz kämpft gegen einen tief verwurzelten, mehr oder weniger allgegenwärtigen modernen Mythos an. Es ist ein Mythos, der in den 1930ern aus Deutschland hervorgegangen istRead More
„Was andere in der Kunst fanden, fand ich in der Natur, was andere in der menschlichen Liebe fanden, fand ich in der Natur“ Zwei wegweisende Gedichtbände der Literaturnobelpreisträgerin Louise Glück in der vorzüglichen Übertragung der deutschen Lyrikerin Ulrike Draesner Es ist eine Lyrikerin, der im Oktober letzten Jahres der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde, und diese Verleihung an eine Dichterin  ist hochaktuell – ein Signal, dass es etwas Dringlicheres, Fundamentaleres zu bedenken gibt als die Corona-Pandemie, so bedrohlich und verstörend sie für uns auch ist: den Schutz des Klimas und derRead More
Die Buchbranche braucht dringend eine gesetzliche Ermächtigung, um gegen massive Verletzungen durch Großfilialisten und Konzernverlage vorgehen zu können Offener Brief anFrau Karin Schmidt-Friederichs, Vorsteherin des Börsenvereins des deutschen Buchhandels,Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels,Professor Dr. Christian Sprang, Justitiar des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels   Kann sich die Starre, die die deutsche Buchbranche seit jetzt fast zwei Jahrzehnten lähmt, vielleicht doch lösen? Dazu bedürfte es vor allem einer konsequenten Entschlossenheit im Börsenverein des deutschen Buchhandels in Sachen Buchpreisbindung – und einer breiten, entschiedenen Öffentlichkeitsarbeit. So ratlos und voller Angst wie heuteRead More
In Sachen Thalia Offener Brief von Gerhard Beckmann an den Präsidenten des Bundeskartellamts in Bonn  Sehr geehrter Herr Mundt, es sind kaum ein Dutzend Jahre vergangen, seit dem auf Papier gedruckten Buch die Zukunft abgesprochen  wurde. Es galt für überholt. Mit den Neuen Technologien habe das Buch – so die damals gängig moderne Überzeugung – seine fünfhundert Jahre währende gesellschaftliche Bedeutung und seine Funktion als gesellschaftliches Grund- und Leitmedium verloren. Es werde durch die elektronischen Medien, durch  die Digitalisierung unserer Welt verdrängt. Das Buch ist jedoch seither keineswegs verdrängt worden, und allemRead More

Posted On Dezember 31, 2020By Gerhard BeckmannIn Highlights, Highlights 2020

Gerhard Beckmann: Meine Sachbücher 2020

Ein Jahr großartiger deutscher Biographien  Biographien sind ein ganz besonderes literarisches Genre, in dem sich vor allem britische und amerikanische Autoren hervortun. In Deutschland ist es während der vergangenen ein, zwei Jahre geradezu aufgeblüht. Gelungene Biographien sind erzählerisch spannend zu lesen und geben historische Aufschlüsse, wie sie sonst selten zu finden sind. Darum werden sie von vielen gesucht und gern gelesen. Im auslaufenden Jahr haben mich fünf Biographien deutscher AutorInnen außergewöhnlich mitgerissen und beeindruckt – so sehr, dass ich sie weiterempfehlen und erklären möchte, warum sie so lesenswert und für lange Zeit vonRead More
Warum die Mega-Fusion von Thalia & Mayer‘sche & Ossiander so gefährlich ist Eine Brandrede von Gerhard Beckmann Die neue Vorsteherin und der neue Vorstand des Börsenvereins haben in der letzten Novemberwoche 2020 einen überraschenden, einstimmigen Beschluss gefasst, der dem deutschen Buchhandel neue Hoffnung gibt und von größter Bedeutung für Autoren, LeserInnen und Verlagsleute werden könnte. Es geht um eine Neufassung des Buchpreisbindungs-Gesetzes. Warum sie so wichtig ist, wird vom Hintergrund einer  skandalösen Geschichte dieses Jahres deutlich, die hier erstmals offen ausgebreitet wird.  Ein Appell an die deutsche Öffentlichkeit, den Börsenverein hier aktiv zu  unterstützenRead More
Die Neugestaltung der Welt Die erste umfassende kritische Geschichte über die Neugestaltung der Welt 1989 ist eine brillante Studie – Eine Rezension von Gerhard Beckmann In einem scheinen Historiker, Journalisten und TV-Programm-Macher und Politiker sich einig: Das Jahr 1989 war eines jener seltenen Momente,  die in der Geschichte der Menschheit einen Wendepunkt darstellen. Da ist es ein wahrer Segen, dass exakt eine Generation später die erste umfassende, eine grundlegende neue Darstellung dieses epochalen Augenblicks erschienen ist.                                                                                                                                                          Kristina Spohrs „Wendezeit“kommt genau im richtigen Moment. Für die nunmehr dreißig Jahre alte neue EpocheRead More

Posted On November 1, 2020By Gerhard BeckmannIn Crimemag, CrimeMag November 2020

Noch einmal „Das Ding“ von Jürgen Neffe

Die gewichtige Bedeutung der Literatur für Gesellschaft und Politik – im Guten wie im Bösen  „Das bedeutendste politische Buch des Jahres“ nannte Gerhard Beckmann „Das Ding“ von Jürgen Neffe bei uns in der Oktober-Ausgabe. Jetzt legt er noch einmal nach, weil es über dieses Buch noch deutlich mehr zu sagen gibt. Es war ein ungewöhnlicher, politisch wacher Deutschlehrer, der den Geist den Studentenrevolte weitertrug und dem Heranwachsenden insbesondere die Literatur von Böll, Grass und Lenz nahebrachte, „um Licht auf die dunklen Seiten der deutschen Vergangenheit zu werfen, deren Schattens bisRead More
Das bedeutendste politische Buch des Jahres Ein deutscher „Roman“ über die USA am Wendepunkt  Der weltweit  anerkannte Biograph Jürgen Neffe zeichnet in einem innovativen, authentischen, autobiographischen  Roman erst- und einmalig ein überzeugendes Portrait  von Donald Trump. Es erklärt, warum wir seine Wiederwahl als US-Präsident im November befürchten und fürchten müssen. – Von Gerhard Beckmann.  „Meine letzte Reise nach Amerika gleicht einem Albtraum nach fahrig durchwachter Nacht. Er will nicht enden, bevor ich  mir über mein Vergehen nicht Rechenschaft abgelegt habe. Alles, was ich darüber zu sagen habe, werde ich wahrheitsgemäß zu Papier bringen. Ich greife hierfürRead More
Ein dreifaches Jubiläum Benno Käsmayr zu seinen 50 Jahren als Maro-Verleger, zur Geschichte und Bedeutung seines ersten Stammautors Charles Bukowski, der vor genau 100 Jahren in Andernach geboren wurde, und zu der Rolle, welche die Frankfurter Buchmesse vor genau fünfzig Jahren für seine verlegerische Entwicklung gespielt hat. – Ein Gespräch von Gerhard Beckmann. Frage: Maro gehört zu den kleinen, feinen Verlagen, die hohe Anerkennung genießen. Sie hat sich auch in besonderen Auszeichnungen niedergeschlagen. 2002 bekam Maro den Kurt-Wolff-Preis zur Förderung einer vielfältigen Verlags- und Literaturszene, 2017 den Preis des LandesRead More
Fakten zur großen Wirksamkeit von Buchhandlungen vor Ort  Gerhard Beckmann zu einer wichtigen Innsbrucker Pilotstudie In einer Kommune mit stationärem Buchhandel werden pro Kopf  signifikant mehr Bücher gekauft – und auch gelesen – als in Gemeinden ohne ein lokal ansässiges Sortiment. Eine Pilotstudie der Universität Innsbruck bietet Wegweisungen für die Buchbranche. Sie bringt schlagende neue Argumente für die Buchpreisbindung. Sie macht – mit ersten belastbaren Zahlen – klar, warum für das Überleben der Verlage neue Marketing- und Vertriebsstrategien in Ausrichtung auf die örtlich engagierten  Sortimentern zwingend sind. Sie belegt außerdem – erstmalsRead More

Posted On Juli 1, 2020By Gerhard BeckmannIn Crimemag, CrimeMag Juli 2020

Gerhard Beckmann: Gesetzgeber gefragt

Omerta bei den Großfilialisten Wenn die Buchpreisbindung nur auf dem Papier steht und das Barsortiment bedroht ist … Die Corona-Krise hat ganz konkret noch etwas noch notwendiger werden lassen: Eine Novellierung von Paragraph 6 des Buchpreisbindungs-Gesetzes, damit offenbar völlig aus dem Ruder laufende illegale Konditionen zwischen Großverlagen und Großfilialisten endlich unter Kontrolle kommen können. Gerhard Beckmann zeigt am Beispiel der Barsortimente, warum hier der Gesetzgeber gefragt ist.  „Liebe Buchhändlerinnen, Liebe Buchhändler, wir lieben Euch. Und weil wir Euch lieben, haben wir Euch eine Art Gedicht geschrieben. Es besteht aus 4.000 Zeilen. Denn, liebe Buchhändlerinnen, liebeRead More
Und die Zukunft des Buches kann nur mit der unersetzbaren Arbeit des stationären Sortiments gesichert werden. Manfred Keiper – „Die andere Buchhandlung“ in Rostock – erklärt, was seit dem Strukturwandel in der deutschen Buchbranche schief gelaufen ist und warum ein von Grund auf neues Marketing für Bücher entwickelt werden muss. BECKMANN:  Für die einen ist die  neue Technologie das Allheilmittel zum Kurieren von allem,  was sie an und in der Welt stört, für die andern ein Schreckgespenst, das den Nieder- und Untergang von allem heraufbeschwört, was wir gewohnt sind, wasRead More
Der 17. März 2020 – ein Dienstag – wird als ein Wendepunkt in die Geschichte der deutschen Buchbranche eingehen Angefangen hat es in der  ersten Woche einer ganz neuen Krise für die Branche: mit einem Schock für die Verlagsauslieferungen am Montag, dem 16. März. Da hatte der schlagartige Rückgang des Bestellvolumens durch Amazon begonnen.  Ohne Vorankündigung: Amazon listet Bücher aus „Wenn überhaupt, kommen wir gerade mal auf ein halbes Prozent der üblichen Menge – unangemeldet, ohne Vorankündigung“, wie Prolit-GF Jochen Mende berichtet und „die Rundmail von Amazon an die Verlagskunden kam dann erst am Dienstag“, also demRead More