All posts by Frank Rumpel

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Posted On April 15, 2017By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Janis Otsiemi: Libreville

Mit heulenden Sirenen von Frank Rumpel In Gabun, das lernt man bei Janis Otsiemi, will man auf keinen Fall verhaftet werden, schon gar nicht von seinen zwei Protagonisten Louis Boukinda und Hervé Envame, Polizisten, deren Verhörmethoden eher robust sind. Geständnisse sind da obligatorisch. Und auch die Ermittlungen sind reichlich hemdsärmlig. Kein Wunder. Forensik gibt es nicht. Die digitale Welt ist für die beiden nur ein fernes Rauschen. Der einzige Computer im Präsidium steht bei ihrem Chef. Ihre Berichte tippen sie  auf einer Schreibmaschine, die noch aus den 1950ern stammt, alsRead More
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Posted On Juni 15, 2016By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Gioacchino Criaco: Schwarze Seelen

Fiktiv und doch sehr real Von einer untergegangenen, archaischen Welt in den kalabrischen Bergen erzählt der italienische Autor Gioacchino Criaco in seinem Debüt „Schwarze Seelen“. Von Frank Rumpel. Es ist eine geschichtsträchtige, mit Mythen und Traditionen vertraute, aber auch strukturschwache Gegend auf der italienischen Stiefelspitze, die er bestens kennt, weil er von dort stammt. In den abgeschiedenen Dörfern lebten die Leute in den 1960er und 70er Jahren noch von der Ziegenhaltung und mancher verdiente sich etwas dazu, indem er Entführungsopfer der N’drangheta, der kalabrischen Mafia, versteckte, bis Lösegeld bezahlt wurde.Read More
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Posted On Juni 15, 2016By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Mike Nicol: Power Play

Seeohren vom Kap Seeohren und blutiger Bandenkrieg, das muss man erstmal in einer Geschichte zusammen bekommen. Der südafrikanische Autor Mike Nicol schafft das spielend in seinem aktuellen Roman „Power Play“- und erzählt nebenbei von korrupten Politikern und dubiosen Geheimdienstinteressen. Von Frank Rumpel Seeohren? Das sind große Meeresschnecken, die auch Abalone heißen und als Delikatesse gelten, zumal sie inzwischen selten geworden sind. Ihr Fang wurde von der südafrikanischen Regierung erst reglementiert und schließlich ganz verboten. Aber das Geschäft vor allem Richtung China lief und läuft viel zu gut, so dass ganzRead More
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Posted On April 15, 2016By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Juan Villoro: Das dritte Leben

Dekadenz im Dschungel Von Frank Rumpel Warum sich im Urlaub nicht einfach mal entführen lassen? Des ultimativen Kitzels wegen, der sich womöglich beim Basejump schon nicht mehr einstellen mag. Zu wenig Lebensgefahr. Deswegen dringen ab und an ein paar bewaffnete Guerilleros – verkleidete Schauspieler, die die Gelegenheit nutzen, mal gut bezahlt brutal zu sein – in die Pyramide ein, um aus dem Luxusressort an der mexikanischen Karibikküste ein paar Gäste zu verschleppen, denen eine Exkursion in die eigene Angst als die ultimative Urlaubsform gilt. Aquarienfische machen Töne Ausgedacht hat sichRead More
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Posted On Februar 15, 2016By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Wolfgang Schorlau: Die schützende Hand

Beunruhigende Fiktionalisierung – „Finden und erfinden“ überschreibt der Stuttgarter Autor Wolfgang Schorlau sein Arbeitsprinzip, mit dem er sich stets gesellschaftlich brisanten Themen widmet, etwa der kriminellen Energie in der Pharma- und Fleischindustrie. In seinem achten Kriminalroman nimmt er sich nun den „Nationalsozialistischen Untergrund“ vor, dem zehn Morde,  zwei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle zugeschrieben werden. Dabei geht es auch um die lückenhaften Ermittlungen der Behörden und deren Glaubwürdigkeit. Von Frank Rumpel Der Roman verkaufte sich seit Erscheinen über 150 000 Mal. Es mag daran liegen, dass der Prozess gegen Beate Zschäpe,Read More
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Posted On November 4, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Roman: Charlotte Otter: Karkloof Blue

Von wegen nur ein Schmetterling Von einer bedrohten Schmetterlingsart zu den Verbrechen der Apartheidszeit – diesen Bogen schlägt die aus Südafrika stammende, seit etlichen Jahren in Deutschland lebende Autorin Charlotte Otter in ihrem zweiten Roman ganz locker. Verknüpft hat sie die beiden Themen durch ein weiteres: die Zerstörung von Urwäldern und Savanne durch die Holz- und Papierindustrie, die großflächig Plantagen mit schnellwachsenden Baumarten, wie Kiefern und Eukalyptus anlegt. Und mitten drin ist Charlotte Otters zupackende Protagonisten Maggie Cloete. Die ehemalige Polizeireporterin hatte Pietermaritzburg, die 220 000 Einwohner große Hauptstadt derRead More
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Posted On Juni 27, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Sergio Ramírez: Der Himmel weint um mich

Transit – Die Drogenthematik hat Mittelamerika fest im Griff und beeinflusst so ziemlich alle gesellschaftlichen Bereiche. Das gilt auch für das klassische Transitland Nicaragua. Obwohl der Fokus sonst eher auf Mexiko und Guatemala liegt, entstehen auch hier spannende Romane zum Thema. So wie Sergio Ramírez’ „Der Himmel weint um mich“. Eine Rezension von Frank Rumpel. In der sandinistischen Regierung war Sergio Ramírez Mercado sechs Jahre lang, von 1984 bis 1990, Vizepräsident von Nicaragua. In dieser Zeit schrieb er mit „Strafe Gottes“ seinen ersten Kriminalroman, der 2012 in der Schweizer Edition 8Read More

Posted On Juni 6, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Alan Carter: Prime Cut

Von Kühen und Menschen – Ein bemerkenswertes Debüt kommt wieder einmal aus Australien: „Prime Cut“ von Alan Carter. Down Under ist qualitatives Krimi-Boom-Land. Eine Rezension von Frank Rumpel. Erst mal einer toten Kuh den Kopf aufsägen – so beginnt der erste Einsatz von Philip „Cato“ Kwong beim westaustralischen Viehdezernat, das zuständig ist, wenn etwa Rinder oder Schafe gestohlen werden oder, wie in diesem Fall, erschossen am Straßenrand liegen. „Das war einer der großen Unterschiede zwischen dem Morddezernat und dem Viehdezernat, sinnierte Cato, man brauchte nicht auf die Obduktion zu warten,Read More

Posted On April 25, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Pete Dexter: Unter Brüdern

Virtuose Gewaltspirale – Die Romane von Pete Dexter sind richtige Kritikerlieblinge. Warum das so ist, zeigt am Beispiel der Neuausgabe (vormals „Bruderliebe“) von Dexters „Unter Brüdern“ bei Liebeskind, Frank Rumpel. Es ist eine ungewöhnliche Gangstergeschichte, die der 1943 geborene Pete Dexter da in seinem vierten Roman „Unter Brüdern“ erzählt. Der erschien im Original (unter dem Titel „Brotherly love“) 1991, 24 Jahre, die man ihm nicht anmerkt, was freilich auch daran liegen mag, dass die Geschichte zwischen 1961 und 1987 spielt. Sie beginnt mit einem achtjährigen Jungen namens Peter Flood – und sieRead More

Posted On April 11, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Mukoma wa Ngugi: Black Star Nairobi

Hart und rasant – Sinnvolle Kriminalliteratur braucht gesellschaftliche Spannungsfelder, um sich entfalten zu können. Deswegen ist Afrika ein (auch) kriminalliterarisch so interessanter und kreativer Kontinent. Zum Beispiel Kenia. Dort spielt Mukoma wa Ngugis zweiter Roman „Black Star Nairobi“. Perfekt ist das Buch nicht, aber es verdient jede Aufmerksamkeit. Eine Rezension von Frank Rumpel. Die kenianischen Präsidentschaftswahlen 2007 liefern den Hintergrund zu Mukoma wa Ngugis zweitem Kriminalroman „Black Star Nairobi“. Damals war dem amtierenden Präsident massive Wahlmanipulation vorgeworfen worden. Es kam zu Unruhen und Übergriffen zwischen Angehörigen der beiden großen Volksgruppen.Read More

Posted On Februar 14, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Sifiso Mzobe: Young Blood

Rasend ins Abseits – Sifiso Mzobes Romanerstling „Young Blood“ aus den Townships von Joburg erzählt keine neue Geschichte, die aber bemerkenswert gut. Frank Rumpel ist beeindruckt. Ein BMW 325is ist für die Jungs in Umlazi, einem Township außerhalb Durbans, das Größte. Ein sportlicher, gut ausbalancierter Wagen mit reichlich PS und Aufmerksamkeitsgarantie. Wer dort einen solchen Wagen fährt, hat es geschafft – auf welchem Weg auch immer. Kurz vor seinem 17. Geburtstag hat Sifizo Mzobes Protagonist Sipho die Schnauze voll. Er hat beschlossen, seine Zeit nicht länger auf der Schule zuRead More

Posted On Januar 31, 2015By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Norbert Horst: Mädchenware

Der Kommissar des Kommissars – Zu den verlässlichen Größen des deutschen Kriminalromans gehört seit 2003, seinem Debütjahr, Norbert Horst (bei CM hier und hier). „Mädchenware“ heißt das neue Buch. Eine Rezension von Frank Rumpel. Verdichteten Polizeialltag und einigermaßen glaubhafte Ermittlungsarbeit samt dem dahinterliegenden Bürokratiewust liefert Norbert Horst auch in seinem mittlerweile sechsten Kriminalroman „Mädchenware“. Gibt es bereits reichlich, stimmt schon, und doch stechen Horsts Romane heraus, weil er als Hauptkommissar all das aus dem echten Leben kennt – und eben schreiben kann. Vor allem Letzteres ist wichtig. Um Machtkämpfe inRead More

Posted On April 5, 2014By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag, Porträts / Interviews

Arne Dahl: Neid

Schweden ist zu klein Allmählich bricht die Schwedenwelle – eine Art Darwinismus hat eingesetzt und wir schauen, wer übrig bleiben wird. Arne Dahl ist ein heißer Kandidat dafür – „Neid“, sein neuer Roman, gibt zu schönster Hoffnung Anlass. Frank Rumpel hat mit Dahl gesprochen und den Roman gelesen. Seine Heimat Schweden, sagt der Autor Arne Dahl im Gespräch, sei ihm als Romanschauplatz mit den Jahren einfach zu klein geworden. Das deutete sich bereits in den letzten Romanen seiner ersten, elfteiligen Serie an. In seiner neuen, auf vier Bände angelegten ReiheRead More

Posted On März 22, 2014By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Heinrich Steinfest: Der Allesforscher

Amorphe Realitäten – Es ist kein Kriminalroman, den der in Wien aufgewachsene, seit vielen Jahren in Stuttgart lebende Autor Heinrich Steinfest da geschrieben hat. Das ist wenig überraschend, zeichnete sich diese Entwicklung doch schon seit Längerem in seinen Romanen ab. Den Schritt weg vom Genre scheint er nun endgültig vollzogen zu haben ‒ aber das ist ganz sicher kein Makel. Im Gegenteil: In „Der Allesforscher“ ist der Erzähler Steinfest stark wie nie. Frank Rumpel mag das Buch. Am Anfang steht ein explodierender Wal. Ein Pottwal ist in Tainan gestrandet, einerRead More

Posted On Februar 8, 2014By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Markku Ropponen: Faule Finnen fangen keine Fische

Don’t judge a book by its cover (und auch nicht nach bescheuerten Titeln) – Wir schätzen sie schon lange. Markku Ropponen und sein Privatdetektiv Otto Kuhala. Unprätentiös, relaxed, komisch und klug. Gut, dass der neue Roman „Faule Finnen fangen keine Fische“ keine unliebsamen Überraschungen bietet, sondern gewohnte Prime-Qualität. Findet auch Frank Rumpel. Immer wieder erfrischend sind die Romane des finnischen Autors und Bibliothekars Markku Ropponen, der gerne weitschweifig erzählt, dabei kluge Gesellschaftsanalysen und Alltagsbeobachtungen liefert, die er nicht selten in grandiose Bilder packt. Im aktuellen Fall soll Ropponens Privatdetektiv OttoRead More

Posted On Dezember 14, 2013By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Uta-Maria Heim: Wem sonst als Dir

Zu karstiger Zeit ‒ Uta-Maria Heim ist schon immer eine glücklicherweise nicht ausrechenbare Autorin, komplex, spröde und konturiert. Das gilt auch für ihr neues Buch „Wem sonst als Dir“. Eine Rezension von Frank Rumpel. „Wem sonst als Dir.“ ‒ so widmete Friedrich Hölderlin den Hyperion seiner heimlichen Geliebten Susette Gontard und so hat nun Uta-Maria Heim ihren neuen Roman betitelt. Hölderlin ist darin ein  wichtiger Bezugspunkt. Heims Protagonist Christian Schöller war Gymnasiallehrer und schrieb nebenher, nachdem es mit einer Promotion nicht klappen wollte, an einem Roman über Hölderlin. Er lebteRead More

Posted On Juni 29, 2013By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Arne Dahl: Bußestunde

Fast das Ende – Mit „Bußestunde“ ist, sechs Jahre nach dem Original, der zehnte und fast letzte Band von Arne Dahls Reihe um eine Gruppe schwedischer Elitepolizisten erschienen. Eine Besprechung von Frank Rumpel. Zehn Bände in zehn Jahren – Arne Dahl hatte sich da eine sportliche Marke gesetzt, die sich freilich an Maj Sjöwall und Per Wahlöö orientierte, jenen Autoren, die bis heute meist herhalten müssen, wenn es um schwedische Kriminalromane geht – bei zehnbändigen sowieso. Die beiden veröffentlichten zwischen 1965 und 1975 ihren zehnteiligen „Roman über ein Verbrechen“, in demRead More

Posted On Mai 11, 2013By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Robert Hültner: Am Ende des Tages

Vielschichtig, präzise, gewitzt – Bei Robert Hültners historischen, im Bayern der 1920er Jahre spielenden Kriminalromanen kann man getrost von einem Langzeitprojekt sprechen. Genau 20 Jahre ist es her, seit sein Polizei-Inspektor Paul Kajetan im Roman „Walching“ seinen ersten Auftritt hatte. Mit „Am Ende des Tages“ legt Hültner nun den sechsten Teil der Reihe vor. Frank Rumpel hat ihn gelesen. „Am Ende des Tages“ spielt 1928, in den politisch unruhigen Zeiten der Weimarer Republik. Paul Kajetan war mal ein angesehener Polizei-Inspektor in München, wurde aber entlassen, nachdem er eine politische VerschwörungRead More

Posted On April 27, 2013By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Lothar Müller-Güldemeister: Uhlandgymnasium

Zwei weit auseinanderliegende Tage – Provinz, Alltag, ganz „normales“ Verbrechen – Romane in diesem Spannungsfeld können schiefgehen. Aber nicht, wenn der Autor schreiben kann. Frank Rumpel hat ein solches Exemplar gefunden: Einen realen Fall aus dem Tübingen der 1960er hat sich der in Berlin lebende Jurist und Autor Lothar Müller-Güldemeister in seinem Roman „Uhlandgymnasium“ vorgenommen. Damals machte in dem baden-württembergischen Unistädtchen die sogenannte Rotbartbande mit Einbrüchen und einem Banküberfall von sich reden. Der Skandal: Die Täter waren doch tatsächlich Gymnasiasten. Einige wurden zu Haftstrafen verurteilt. „Gerüchte, weitere Schüler seien vonRead More

Posted On Dezember 8, 2012By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Heinrich Steinfest: Das himmlische Kind

Zeit der krimifreien Themen – „Das himmlische Kind“ heißt der neue Roman von Heinrich Steinfest, aber noch mehr als seine anderen Bücher verweigert sich das Buch jeder Rubrik. Frank Rumpel hat sich für seine Besprechung mit Heinrich Steinfest unterhalten. Verwundert die Augen reiben werden sich nach der Lektüre des neuen Romans von Heinrich Steinfest wohl manche, die da beherzt ins Regal griffen und sich auch vom etwas lieblichen Titel „Das himmlische Kind“ nicht abschrecken ließen. Der Mann ist schließlich in der Lage, aus nahezu beliebigen Ingredienzien fantastische Geschichten zu PapierRead More

Posted On Juni 16, 2012By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Massimo Carlotto & Mama Sabot: Tödlicher Staub

Ganz reale Sauereien fiktionalisiert – Massimo Carlotto ist immer dann gut, wenn er ganz nahe an der Realität bleibt und sich italienische Missstände vornimmt. Für die Realität sorgt „Mama Sabot“. Was es damit auf sich hat? Frank Rumpel erklärt es: Im Südosten Sardiniens liegt das militärische Sperrgebiet „Salto di Quirra“, das 116 Quadratkilometer groß ist und seinen Stützpunkt im Dorf Perdas de Fogu hat. Rechnet man die regelmäßig für Übungen gesperrte Meeresfläche hinzu, wächst es auf 28.000 Quadratkilometer an. Eine Fläche, die größer ist als die Insel selbst und dasRead More

Posted On März 3, 2012By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Marko Leino: In der Falle

Stachliger Witz – Man sollte nicht den Fehler machen und die Finnen den anderen nordischen kriminalliterarischen Kulturen zuschlagen. Zumindest nicht automatisch. Finnische Kriminalromane sind vor allem oft komisch, eine Qualität, die den meisten schwedischen Depri-Schmökern abgeht. Frank Rumpel findet zumindest dieses positive Vorurteil bei Marko Leino bestätigt. Einiges in Marko Leinos Kriminalroman „In der Falle“  mag einem von anderen finnischen Romanen einigermaßen bekannt vorkommen. In diesem Fall sind das finnische Kleinkriminelle, die von einem etwas unbestimmten, besseren Leben träumen und dabei an ziemlich ungemütliche, russische Großkriminelle geraten. Ganz nebenbei wirdRead More

Posted On Februar 25, 2012By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Donald Ray Pollock: Das Handwerk des Teufels

Wuchtig, intensiv, melancholisch – Frank Rumpel ist sehr beeindruckt. Wer einen schlechten Tag hat, sollte besser die Finger von Donald Ray Pollocks Roman „Das Handwerk des Teufels“ lassen, denn besser wird der Tag davon sicherlich nicht. Das liegt keineswegs an der Qualität des Textes, sondern ganz allein an der nachtschwarzen Geschichte, die der 1954 geborene Pollock in seinem Romandebüt so perfekt mitleidlos erzählt, dass man ohne Weiteres auf den Gedanken kommen könnte, die Menschheit sei ein ziemlich hoffnungsloser Fall und jener Ausschnitt des Mittleren Westens der USA, wo Pollocks GeschichteRead More

Posted On September 10, 2011By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Heinrich Steinfest: Die Haischwimmerin

Die Welt im Dschugdschurgebirge Heinrich Steinfest ist und bleibt ein Solitär. Wir raten noch einmal und nachdrücklich von Nachahmung und Klonierung ab. Wir haben schließlich das Original und einen neuen Roman. Frank Rumpel hat ihn freudig gelesen … Schnöde Durchschnittskost war von Heinrich Steinfest noch nie zu erwarten. Dafür ist der Stuttgarter Autor zu sehr an philosophischen Fragen interessiert, die in den letzten Romanen zu immer phantastischeren Geschichten führten. Der Autor freilich war und ist bemüht, diese phantastischen Elemente als gerade mal ungewöhnlich zu verkaufen, als kleinen Makel in unsererRead More

Posted On März 26, 2011By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Heinrich Steinfest: Wo die Löwen weinen

Geglückte Literarisierung – An einem Stuttgarter Bahnhofsprojekt scheiden sich derzeit mindestens baden-württembergweit die Geister. Nun hat sich mit Heinrich Steinfest ein bekennender Gegner von Stuttgart 21 literarisch an das Thema gewagt. Entstanden ist ein furioser Roman. Frank Rumpel ist voll des Lobes. Nicht in seinem Stammverlag Piper, sondern in der Regionalkrimireihe des Stuttgarter Theiss-Verlages (der sonst vor allem Bücher zu Archäologie, Geschichte und Landeskunde verlegt) ist Heinrich Steinfests neuer Roman erschienen. Das lässt erst einmal aufhorchen. Doch für den in Stuttgart lebenden Autor war klar, dass sein Buch zu diesemRead More

Posted On Juni 19, 2010By Frank RumpelIn Bücher, Crimemag

Marko Kilpi: Erfrorene Rosen

Ein etwas schwermütiger Kriminalroman ist das Debüt des Finnen Marko Kilpi, der eine durchaus raffinierte Geschichte liefert, die allerdings nicht so richtig zünden will. Frank Rumpel ist nicht so recht zufrieden …Read More