All posts by Frank Goehre

bücher unscharf
Frank Göhre KLASSIKER SPECIAL 2017: Willkommen! Als Jungbuchhändler in den Siebzigern war ich in den Wochen und Tagen vor Weihnachten extrem gefordert. Von mir selbst. Es galt, die Verlagsneuerscheinungen an die Frau/den Mann zu bringen, vor allem die Titel, die nicht auf der „Spiegel Bestseller“-Liste standen. Diese apodiktische „Verkaufshilfe“ gab es schon damals, und die entsprechenden Romane und Sachbücher quasi vom Stapel weg zu verditschen, war und ist keine Kunst und eher frustrierend. Mein Anspruch und der etlicher Kollegen war, den „neuen Grass/Simmel/Lenz“ nicht kommentarlos über den Tresen zu schieben,Read More
Georg-Büchner+Wozzeck-Lenz-Inselbuch-92-1A

Posted On Dezember 6, 2017By Frank GoehreIn Klassiker Special 2017, Litmag, Specials

Georg Büchner: Werke und Briefe

Frank Göhre Georg Büchner – radikal revolutionär Der Siebzehnjährige verteidigt in einer Rede auf der Schulfeier den Freitod Catos, der sich am Ende seines vergeblichen Kampfes gegen die Methoden Julius Cäsars das Leben nahm: „… als der Altar der Freiheit zerstört war, war Cato der einzige unter Millionen, der einzige unter den Bewohnern einer Welt, der sich das Schwert in die Brust stieß, um unter Sklaven nicht leben zu müssen; denn Sklaven waren die Römer, sie mochten in goldenen oder ehernen Fesseln liegen – sie waren gefesselt.“ Der Zwanzigjährige StudentRead More
Fauser

Posted On Oktober 17, 2017By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne

Kolumne: Frank Göhre über Jörg Fauser

Jörg Fauser, der Geschäftsmann Gerade wieder war Buchmesse in Frankfurt, wo nicht nur über Bücher, sondern jenseits der Mikrofone auch über Geld geredet wird. Für unseren Kolumnisten Frank Göhre – ein Übersicht seiner CrimeMag-Beträge hier – ein Anlaß, dem 1944 in Bad Schwalbach/Taunus geborenen Fauser ein wenig ins Portemonaie zu schauen. Schriftsteller-Realitäten. „Heute weiß ich natürlich, dass es nicht genügt, so gut und so aufrichtig zu schreiben, wie man unter Anspannung aller Kräfte vermag, man muss, will man davon leben, das Geschriebene auch verkaufen.“ Für eine Anthologie-Seite gab es maximal einen Zwanziger, für einenRead More
haiti

Posted On September 19, 2017By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne

Essay: Frank Göhre: Haiti und die Romane von Gary Victor

Wo Hyänen, Schweine und Geier furchtlos herumstolzieren  von Frank Göhre Wir nähern uns einem Land in der Karibik, das 1492 von Christoph Kolumbus entdeckt und unter der Herrschaft der Spanier von Sklaven aus Afrika urbar gemacht wurde. Ein Land, dessen westliches Drittel dann den Franzosen überlassen wurde. Ein Land, in dem 1791 Schwarze und Mulatten in blutigen Aufständen über ihre Kolonialherren siegten und die Unabhängigkeit erklärten. Für die Anerkennung der Republik aber forderte Frankreich 150 Millionen Francs. Das ist die unmittelbare Fortsetzung einer Geschichte der Ausbeutung und Unterdrückung, der KorruptionRead More
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Nachts inmitten des Abfalls der Stadt Frank Göhre, letztes Jahr im Herbst. An einem Regentag in Rom. In den Bogengängen am Bahnhof Termini. Die Erinnerung, dass Pasolini hier den Stricher Pelosi aufgegabelt hat. Der Mord in der Nacht zum 2. November 1975. Es gibt seitdem mehrere Variationen über das Geschehen. Frank Göhre beginnt zu ermitteln. Viel Lesestoff (siehe Liste am Ende). Viel Internet-Recherche. Aber letztlich der eigenen Intention folgend. Assoziativ denkend und schreibend. Der eigentlichen Wahrheit fiktional näher kommend. Und zugleich der Versuch, die damalige Zeit zu beleuchten: Kultur & Politik, die politischen Intrigen. Eine Zeitreise inRead More
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Smile Jamaika Von Frank Göhre Die Geschichte eines Landes in den Rasta-Farben: Grün, Gelb, Rot oder auch: Grün ist die Insel, Gelb ist der Strand und Rot fließt das Blut auf Jamaika-Land. Das Städtchen Holcomb liegt auf der Weizenhochebene von West-Kansas, eine weite, einsame Gegend, die selbst für die anderen Kansaner „hinter dem Mond“ liegt. Um den 22. Juli 1955 fuhr Charles Manson zusammen mit seiner siebzehnjährigen schwangeren Frau in einem gestohlenen Mercury1951 von Bridgeport (Ohio) nach Los Angeles. Zwei erste Sätze. Zwei Autoren, die unterschiedlicher nicht sein können. Der eineRead More
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Posted On März 6, 2017By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

Debütroman: Jens Eisel: Bevor es hell wird

Eindringliches Debüt Von Frank Göhre. Die erste Veröffentlichung des zu der Zeit 34jährigen Jens Eisel waren 17 kurze Geschichten unter dem Titel „Hafenlichter“. Sie wurden von den Rezensenten sehr kontrovers beurteilt. Was für den einen „bildmächtige Beschreibungen“ und „genaue Zeichnungen seiner Figuren“ sind, bezeichnet der andere als „Fleißarbeiten ohne Seele“, nicht ohne voraus zu schicken, dass Eisels Kurzgeschichten „auf eine Tradition [verweisen], der sie nichts hinzuzufügen haben.“ Gemeint sind Ernest Hemingway und Raymond Carver – „diesen Meistern der Reduktion“. Da hat er uns – in diesem Fall ein freier AutorRead More
trimmel

Posted On November 15, 2016By Frank GoehreIn Crimemag

Frank Göhre über den Tatort-Kommissar Paul Trimmel

Trimmel in Folge – Tausend Folgen „Tatort“ in 46 Jahren, da haben wir uns bei CrimeMag nach Folge 001 vom Sonntag, 29. November 1970, gefragt. Der erste Kommissar der „Tatort“-Reihe hieß Paul Trimmel. Dargestellt von Walter Richter in den Jahren 1970 bis 1982, ist er der Leiter der 1. Kriminalgruppe in Hamburg. Zwischen 1969 und 1982 wurden elf seiner Fälle für die Reihe verfilmt, auf  15 Bände haben es die Trimmel-Romane von Friedhelm Werremeier gebracht. Es sind Sittenbilder der Bundesrepublik, auch der allererste „Tatort“ wirkt immer noch erstaunlich frisch. Friedhelm WerremeierRead More
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Posted On November 15, 2016By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne

Kolumne: Frank Göhre: Gelesen. Gehört. Gesehen (12)

Ein Sonntagabend: Sie hat gesagt, er hat gesagt, und einen herzlichen Dank an uns alle. Mein Leben mit Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen? Die Moderatorin blickt mit hoch erhobenen Kopf (sprich: selbstbewusst) in die Kamera: Guten Abend, meine Damen und Herren, willkommen zu unserer Sendung. Auch wir haben gemeinsam den ‚Tatort‘ gesehen  –  der kein klassischer „Tatort“ war, eher ein Thesenfilm, aber gut, warum nicht? Aufgrund eines SZ-Artikels von der knallhart auf Quote getrimmten NDR-Redaktion Fernsehfilm an die Dienstleister Buch & Regie in Auftrag gegeben, heißes Thema,Read More
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Posted On Oktober 15, 2016By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne

Kolumne: Frank Göhre: Gelesen. Gehört. Gesehen (11)

Gelesen. Gehört. Gesehen (11) Es sind die Jahre, in denen die Söhne ihre Väter fragen, wo sie im Krieg gewesen sind und was sie getan haben: „Warst du dort ein anderer als zu Hause? Hast du nie deine Familie an die Wand gestellt, nie deinen Sohn getroffen, wenn du abgedrückt hast?“ Das fragt der eine (Philipp Luidl) und bekommt keine Antwort. Und ein anderer prügelt auf seinen Vater ein, weil er mit dem Blick auf ihn die „Veranlagung zu Grausamkeit und Heimtücke“ in sich selbst erkennt (John Fante). Es sind die Jahre, in dem einem die großenRead More
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Posted On September 15, 2016By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne

Kolumne: Frank Göhre – Gelesen. Gehört. Gesehen (10)

Reisenotizen Island – von Frank Göhre. Der Kommissar hat Familie und ein stark schmerzendes Knie. Doch er muss einen Mord aufklären. Da gibt’s kein Pardon. So ist das nun mal in den leserfreundlichen Krimis aus deutschen Landen und auch anderswo. Die Queen Elisabeth nimmt Kurs gen Norden, Richtung Skagen. Danach geht es weiter nach Norwegen und Island. Ich stimme mich mit einigen Krimis isländischer Autoren auf das Land ein. Die Temperatur liegt bei 25 Grad. Es ist sonnig, bei wolkenlosem Himmel. Die Bordzeitung dieses und der nächsten Tagen meldet: GabrielRead More
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Posted On August 15, 2016By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne

Kolumne: Frank Göhre: Gelesen. Gehört. Gesehen (9)

Undercover Agent for the Blues Von Frank Göhre Wieder auf Tour Er sitzt vorn auf der Bühne, ein großer, schlaksiger Typ. Er erinnert ein wenig an Michael Madsen, den Mr. Blonde in Tarantinos Reservoir Dogs. Wie er zu Stuck in the middle with you von Stealers Wheel mit dem Rasiermesser um den gefesselten und geknebelten Cop herum tänzelt und ihm ein Ohr abschneidet. Der Mann auf der Bühne aber tickt nicht so. Er wird in wenigen Tagen Siebzig und ruht nach einem durchaus bewegten Leben in sich selbst. Er sitzt im Rampenlicht und trägt zu einem kurzärmeligen Hemd und schlichterRead More
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Im Auftrag Deutschlands an vorderster Front – Natalia Wörner. Sie hat die Lee Strasberg Schauspielschule in New York und den Tsunami im thailändischen Khao Lak überstanden, physisch zumindest, aber tief berührt: Eine junge, schwer verwundete Frau aus Deutschland, 20 Jahre  alt, sagte zu mir: Ich kenn dich doch! Du bist Schauspielerin! Du bist Natalia. Natalia! Die Schauspielerin! – Die Natalia Wörner! Bleibst du bei mir, passt du auf mich auf? – Ich kümmerte mich um sie. Das hat sie oft und gern erzählt in Talkrunden und in „Bild“ und „Welt“,Read More
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Posted On April 15, 2016By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne

Kolumne: Frank Göhre Gelesen. Gehört. Gesehen (7)

Selbst Wickenrode bleibt nicht verschont. Fundstücke aus dem öffentlich-rechtlichen Tollhaus Es herrscht kein Mangel an Köchen und Kommissaren in den öffentlich-rechtlichen Sendern. Abend für Abend wird in Weimar und Wismar, Kitzbühel und Köln, Leipzig, Hamburg und Rosenheim schweißtreibend und kräftezehrend polizeilich ermittelt. Eine Mutter vermisst ihren 29jährigen Sohn. Da schließt die Kommissarin nach intensivem Grübeln messerscharf: Da steckt mehr dahinter! Wohl wahr, und zudem ein gern verwendeter Dialogsatz in den Vorabendserien und auch im sonntäglichen „Tatort“ aus 16 Bundesländern, Österreich und der Schweiz: … zweifelsohne eine Perle des Fernsehschaffens, wieRead More
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Erinnern leicht gemacht. Ein Blick zurück, auch in eigener Sache. Eine Schweizer Buchhändlerin und eine deutsche Lektorin kaufen sich einen traditionsreichen Zürcher Verlag. Die eine nimmt dafür das Erbe ihrer Mutter, die andere investiert den großzügigen Bonus für ihre vorherige Verlagstätigkeit und gibt später nach dem Tode meiner Mutter noch ein kleines Stückchen hinzu. Die eine ist fortan die Zahl, zuständig für die Finanzen, für den Verkauf und die Autorenhonorare, die andere ist das Wort, zuständig für das Programm, die Werbung und die Lizenzen. Zweieinhalb Jahrzehnte lenken sie die GeschickeRead More
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Glut und Asche: Blaise Cendrars Er ist ein Weltreisender, ein Abenteurer. Er stellt sich jeder Situation mit offenem Blick. Bereit, neue Erfahrungen zu machen. Er ist ein Kämpfer. Seine Linke ist gefürchtet. Der rechte Arm ist ihm weggeschossen worden. Sein Gesicht ist wie aus Leder, wettergegerbt. In seinem Mundwinkel klebt immer eine Zigarette. Er raucht Kette, und er trinkt: Gebt mir Wein, Champagner, Cognac, Whisky zu trinken, aber bleibt mir vom Hals mit Gin und all diesen Getränken auf Ginbasis, mit denen die ganze Welt sich benebelt und die mirRead More
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Eine Art Weihnachtsmärchen. Es begab sich aber, dass im fernen Sibirien ein Kind geboren ward, auserkoren, zu jubilieren und zu preisen all das, was Licht und Freude in unseren tristen Alltag bringt oder auch: Starke Emotionen: Stell´ für dich 
die Uhr auf Sonnenzeit, geh´ ins Licht, die Hoffnung wird dich tragen.  Es ist ein Mädchen, das im vierten Lebensjahr von seinen Eltern Maria und Peter behutsam in eine schlichte Tragetasche gelegt und mit auf eine weite, sehr weite Reise genommen wird: Lass uns zusammen ein Stück gehen, schenk‘ mir einRead More
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Posted On November 4, 2015By Frank GoehreIn Crimemag, Kolumne, News

Kolumne: Frank Göhre: Gelesen. Gehört. Gesehen (3)

Auch eine Buchbesprechung. Von Frank Göhre. Es ist Freitagabend, es ist nach 23 Uhr, die Zeit also, in der im Verständnis der öffentlich-rechtlichen Sender dem Zuschauer auch schon mal was zugemutet werden darf. Ein Blick in die Abgründe der menschlichen Seele, zum Beispiel. Bei Bettina und Bommes, der Talkshow live aus Hannover, sitzen in munterer Runde ein norddeutscher Fernsehkoch, eine depressive Stimmungskanone aus Köln, die singenden Akrobaten-Zwillinge Claudia und Carmen aus Dresden, zwei Hamburger Hip-Hopper, ein Tierfilmer mit seiner Hündin, ein Synchronsprecher, der sich zum Comedian berufen fühlt und …Read More
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Es reicht! Trommelwirbel, Tusch! Wir freuen uns, Frank Göhre wieder für eine Kolumne für CrimeMag gewonnen zu haben, der uns regelmäßig von seinen Beobachtungen aus Lektüre, Radio, Fernsehen, Kino, Straße, Markt oder Restaurant wissen lassen wird. In seinem ersten Beitrag outet er sich als äußerst unzufriedener Gebührenzahler. Der Rundfunkbeitrag finanziert das vielfältige Programm von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Dabei gilt für volljährige Bürgerinnen und Bürger die einfache Regel: „Eine Wohnung – ein Beitrag”. Es spielt keine Rolle, wie viele Rundfunkgeräte in einer Wohnung vorhanden sind oder wie viele Menschen dort leben –Read More
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Posted On September 5, 2015By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

Roman: Volker Hage: Die freie Liebe

Ein ehemaliger „Spiegel“-Redakteur enthüllt sein wahres Ich. Wenn dem bis Ende 2014 fest angestellten Literaturkritiker des Spiegel“, Volker Hage (66), daran gelegen war, uns in seinem ersten Roman „Die freie Liebe“, ein Debüt also, einen emotional unterentwickelten Jüngling zu präsentieren, dann ist ihm das grandios gelungen. Von Frank Göhre. Es ist sein Alter Ego. Er nennt ihn Wolfgang („Wolf“) Wegener und schickt ihn von Lübeck in das München des Jahres 1971: „Ich habe zum Glück das Fischer-Taschenbuch mit Thomas Manns Novelle dabei.“ („Tonio Kröger“, die Unvereinbarkeit von Künstlertum und bürgerlichemRead More

Posted On Dezember 10, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

DebütantInnen (3): Güntner & Eisel

Frank Göhre wirft einen Blick auf aktuelle Debütromane. Diesmal betrachtet er die Debüts von Verena Güntner und Jens Eisel. Genau hingegöhrt Luis ist Sechzehn und ein dämliches Arschloch. Voll gestört, echt krass drauf oder wie auch immer es Luis selbst sagen würde, natürlich nicht auf sich bezogen, sondern auf irgendeinen anderen Typ, der in seiner Ecke rumeiert. Seine Ecke, das ist eine anonyme Hochhaussiedlung am Stadtrand, das ist ein Freibad und sonst eigentlich nichts. Das ist Luis Spielfeld. Da schließt er seine Fick- und Pisswetten ab („Hab sie gefickt, schöneRead More

Posted On November 19, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

Debütantinnen (Teil 2): Lappert, Trompeter, Pfeifer

Frank Göhre wirft einen Blick auf aktuelle Debütromane. Diesmal betrachtet er die deutschen Autorinnen Simone Lappert, Julia Trompeter und Judith Nika Pfeifer. Genauer Blick Ihr Vorname beginnt und endet mit einem „a“. Es ist ein kurzer Name: Ada. Und ebenso kurz ist ihre Geschichte. Sie endet, wie sie begann. Anfangs nämlich steht Ada im Pyjama am Fenster und kaut auf dem Ende ihres Haarzopfs herum. Und das tut sie auch im Schlusskapitel des Debütromans der Schweizerin Simone Lappert. Nur den Pyjama trägt sie da nicht mehr. Den legt sie inRead More
Frank Göhre wirft einen Blick auf aktuelle Debütromane. Diesmal betrachtet er die deutschen Autorinnen Anne von Canal, Ela Angerer und Christine Koschmieder. Immerkalte Hände „Hier bin ich wieder.“ So meldet sich der im Jahr 2005 siebenundvierzigjährige Barpianist Victor Alexander Laurentius Simonsen, Laurits genannt, zu Wort. Geboren und aufgewachsen ist er in einem reichen Stockholmer Vorort, der Vater ein Klinikarzt, die Mutter nervig und mit „immerkalten Händen“. Er blickt zurück, der nur äußerlich erwachsene, in dem ihm von der Autorin Anne von Canal, Jahrgang 73, zugeschriebenen Denken und Fühlen aber nochRead More
Fünfzig Tage und 50 Nächte im Kongo – Bei diesem Buch macht es Sinn, erst einmal das kluge und informative Nachwort des Publizisten und Verlegers Klaus Bittermann zu lesen. Da nämlich erklärt er, was es mit dem Gonzo-Journalismus auf sich hat und woher der Begriff Gonzo stammt: Bezeichnet werde damit im irischen Boston-Slang derjenige, „der nach einem Saufgelage als letzter aufrecht am Tresen steht“. Gonzo, das heißt auch bizarr und hemmungslos, ist eine Form von subjektiven Journalismus, „wild und hektisch“ geschrieben. Hunter S. Thompsons Reportagen ab Ende der Sechziger JahreRead More

Posted On April 30, 2014By Frank GoehreIn Bücher, Litmag

Frank Göhre: So läuft das nicht

„… sie gingen raus, gemeinsam, das war wichtig“ – Im Aisthesis Verlag ist Frank Göhres früher Roman „So läuft das nicht“ als Neuauflage erschienen. Ein großes Lesevergnügen, findet Anne Kuhlmeyer. Das Ruhrgebiet in der Mitte der 1970er Jahre, als es noch von Kohle und Industrie geprägt war. Jens, Antje, Jule, Otto, Rita, Carsten, Bernadette, Hugo, Fred, Petra und Charly sind eine Clique, junge Leute, die erwachsen werden müssen. Was sie eint, ist das Viertel, aus dem sie stammen, die Jugend und der Zeitgeist. Was sie trennt, ist ihre jeweilige Herkunft,Read More
Tatort Buch – Fernsehdrehbuchautoren gehen in letzter Zeit zunehmend unter die Romanciers. Sascha Arango mit dem Roman „Die Wahrheit und andere Lügen“ und André Georgi mit Tribunal“ liefern solides Handwerk, wenn auch mit unterschiedlichem Erfolg. Frank Göhre hat beide Romane gelesen. Beide sind Drehbuchautoren. Der eine ist seit 10 Jahren im Geschäft, der andere doppelt so lang. Sie liefern gute, mitunter sogar überdurchschnittlich gute Arbeit ab, und wenn sie, und letztlich auch wir als TV-Konsumenten, Glück haben (sprich: mutige Redakteure und kluge Regisseure mit dabei sind), wird daraus dann auch einRead More