All posts by Christina Mohr

Posted On November 2, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Veronique Vincent & Aksak Maboul: 16 Visions of Ex-Futur

Zeitlose Qualität Vor gut zwei Jahren haben wir an dieser Stelle das Album “Ex-Futur” vorgestellt – das lange Zeit verschollene bzw. bewusst auf Eis gelegte Album der belgischen Band Aksak Maboul mit Sängerin Véronique Vincent. „Ex-Futur“ sollte seinerzeit, also in den frühen Achtziger Jahren den Schritt Aksak Mabouls von der Avantgarde-Wave-Noise-Truppe zur Elektro-Popband markieren – das fanden Bandgründer Marc Hollander und KollegInnen dann aber doch irgendwie zu verrückt und gründeten lieber gleich eine neue Band: The Honeymoon Killers, die dank Mme Vincents exaltierter Auftritte die Lieblingsgruppe von Leuten wurden, dieRead More

Posted On Oktober 15, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Sorry Gilberto: Twisted Animals

Grauer Himmel über der Stadt Ich habe an dieser Stelle schon länger kein Loblied mehr auf Duos gesungen; diese kleinstmögliche Bandeinheit, die sich im Idealfall selbst genügt und keine Wünsche offenlässt. Sorry Gilberto aus Berlin – Anne von Keller und Jakob Dobers – sind eine solche Bandeinheit, die zu zweit ganz wunderbar funktioniert. Wobei „funktionieren“ ein viel zu techniklastiger Terminus ist, um die Musik von Sorry Gilberto zu beschreiben: Auf ihrem inzwischen vierten Album „Twisted Animals“ gehen Anne und Jakob ein paar Schritte weiter, geben aber ihren so sanften wieRead More

Posted On September 15, 2016By Christina MohrIn Musikmag

M.I.A.: AIM

M.I.A.: AIM “MIA – Uniting People Since 2003”: Wie eine Modemarke bewirbt sich Maya Arulpragasam alias M.I.A. auf dem Cover ihres neuen Albums selbst, die Wörter umrunden ein symbolträchtiges Logo aus Rosen, Händen und Schriftzeichen. Tatsächlich aber polarisiert seit 2003 kaum eine Künstlerin so stark wie M.I.A. Viele Leute kriegen M.I.A.s politisches Bewusstsein nicht mit ihrem glossy Pop-Image zusammen, bzw. unterstellen ihr, sie hänge sich plakative Parolen um wie ein It-Piece von Gucci. Genau diese – vermeintliche – Diskrepanz in Arulpragasams Performance und Output ist es aber, die sie auchRead More

Posted On Juli 5, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Kembrew McLeod: 33 1/3 Parallel Lines

Der Verlag Bloomsbury kann für die Buchreihe “33 1/3” gar nicht genug gelobt werden: Seit einigen Jahren erscheinen in erstaunlich rascher Folge kleine Bände über wegweisende Alben der Popgeschichte – und zwar nicht nur über die allfälligen Konsensplatten, die ohnehin in jeder Bestenliste à la „Die hunderttausend allerbesten Rockalben“ auftauchen. „33 1/3“ startete mit „Dusty in Memphis“, huldigte My Bloody Valentines „Loveless“ ebenso wie „Definitely Maybe“ von Oasis. The New York Times Book Review pries die „cleveren Herausgeber“ für die Erkenntnis, dass es ein Publikum gibt, das gewisse Platten genausoRead More

Posted On Juni 1, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Interview mit Die Heiterkeit

Die Heiterkeit: Im Zwiespalt Interview mit Stella Sommer / Die Heiterkeit zum Album „Pop & Tod I + II“ (Buback). Von Christina Mohr. „Mit dem dritten Album zeigt man, was man drauf hat“, schreibt Tino Hanekamp im Waschzettel zur neuen Platte von Die Heiterkeit: Eine Menge, darf man wohl behaupten. Die Band um Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Stella Sommer wartet mit einem zwanzig Stücke starken Doppelalbum auf, das den so lapidaren wie erhabenen Titel „Pop & Tod I + II“ trägt – ein Wagnis, zweifelsohne. Aber Die Heiterkeit passt seitRead More

Posted On Mai 17, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Interview mit Viv Albertine

Viv Albertine – A Typical Girl? Von Christina Morh Viv Albertine ist eine echte Legende: Die 1954 in Sydney geborene Künstlerin war Gitarristin der Londoner Postpunkband The Slits, eine der wenigen reinen Frauenbands dieser Zeit. The Slits existierten von 1977 bis 1982 und waren in vielerlei Hinsicht eine der wichtigsten und einflussreichsten Acts der Ära – wobei Albertine vehement darauf besteht, dass The Slits keine Punkband waren! Im popkulturellen Gedächtnis geblieben ist zum Beispiel das Cover ihres Albums „Cut“ von 1979, auf dem die Band nackt und mit Matsch beschmiertRead More

Posted On Mai 17, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Christof Meueler: Das ZickZack Prinzip

Füllhorn der Anekdoten Man soll ja sparsam mit der Verwendung des Begriffs „Legende“ sein, im Falle Alfred Hilsbergs ist er allerdings kein bisschen übertrieben. Es fängt schon damit an, dass man nicht weiß, wo man anfangen soll: Vielleicht damit, dass der 1947 in Wolfsburg geborene Hilsberg in einem Artikel für die Zeitschrift „Sounds“ den Begriff „Neue Deutsche Welle“ erfand, aber eine ziemlich andere Musik meinte als diejenige, die später als solche berühmt wurde? Mit der Gründung des Labels ZickZack? Oder mit dem später gegründeten Ergänzungs- und Erweiterungslabel What’s So FunnyRead More

Posted On Mai 3, 2016By Christina MohrIn Musikmag

The Honeymoon Killers: Les tueurs de la lune de miel

Knackig-zackig unkonventionelle Mixtur – Meine erste und unauslöschliche Erinnerung an The Honeymoon Killers: Ein Foto im Musikexpress anno 1982, die Band live on stage, Sängerin Véronique Vincent trägt ein Bikini-Oberteil über ihrem Pullover – sagenhaft. Ich war Fan, ohne bis dahin einen einzigen Ton der belgischen Band gehört zu haben. Das Hörerlebnis trat etwas später ein und verstärkte meine Begeisterung immens: Eine knackig-zackige, unkonventionelle, rasante Mixtur aus französischem Chanson, Elektropop, Postpunk, No Wave und Rock’n‘Roll mit diversen Einsprengseln von Jodeln bis Jazz, irgendwo zwischen Jaques Brel und Delta 5. MitRead More

Posted On April 1, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Violent Femmes: We Can Do Anything

Viel Spaß! – “We Can Do Anything” ist erstmal eine fröhliche, anarchisch-vogelfreie Ansage, ganz nach dem Motto, “uns kann keiner“ – und im gleichnamigen Rumpelpolka-Song geht’s genau darum: „I could do this / I could do that / I could pull an elephant out of my hat“, grölen Gordon Gano, Brian Ritchie und Brian Viglione vergnügt im Chor, aufrührerisch und mitreißend ist das, und man macht sofort gerne mit. Klar wird aber auch: Die Violent Femmes zaubern anno 2016 keine Elefanten aus dem Hut. Genau genommen machen sie das seitRead More

Posted On November 4, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: Melancholischer Herbst

Mit diesen beiden Platten werde ich gut durch den Herbst kommen, da bin ich mir sehr sicher – und nicht nur, weil die Cover so hübsch nebeneinander aussehen, geradezu miteinander zu kommunizieren scheinen. Die musikalische Schnittmenge von Fay Hallam und Roseau ist dabei gar nicht groß, es ist vielmehr die ruhige, leicht melancholische Stimmung, die in beiden Alben herrscht und kalte Tage erwärmt… Bei jedem Hören mehr Facetten Die in Colchester geborene und in London lebende Roseau ist keine Novizin im Popgeschäft: Die 30-jährige Britin mit irischen und karibischen WurzelnRead More

Posted On Oktober 3, 2015By Christina MohrIn Musikmag

New Order: Music Complete

Tempo statt Intuition Sie fängt ja erstmal richtig gut an, die neue Platte von New Order, der Band, der man mit diesem Output – neun Studioalben in 35 Jahren – jedenfalls keine Überproduktion vorwerfen kann. Die Single „Restless“, die „Music Complete“ eröffnet, ist ein klassischer New Order-Track: Elektronisch, tanzbar, warm; mit zugleich melancholischem und euphorischem Refrain, man fühlt sich an Hits wie „True Faith“ erinnert. In 35 Jahren Bandgeschichte (zählt man die Joy-Division-Zeit dazu, sind es noch ein paar Tage mehr) hat sich ein umfangreiches musikalisches Erbe angesammelt, aus demRead More

Posted On September 5, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Hiatus Kaiyote: Choose Your Weapon

Feier der Vielfalt Nach dreijähriger Wartezeit werden die Fans von Hiatus Kaiyote endlich mit „Choose Your Weapon“ belohnt: Mit diesem Album öffnet das australische Neo-Soul-Quartett seinen Sound für neue, wild und heftig variierende Einflüsse. Die Songs bilden einen sich ständig verändernden Prozess mit Anleihen aus Prog-Rock-, Jazz- und Psychedlic-Traditionen; Weather Report, Mars Volta und Rush sind für Hiatus Kaiote keine Widersprüche, sondern energetisierende Kontrapunkte. Für Leute, die sich gern an verlässlichen Streckenposten festhalten, ist das nichts: Eben noch singt die umwerfende Bandchefin Nai Palm sweet-soulig und becircend (z.B. „Laputa“ oderRead More

Posted On Juni 17, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: Rocko Balbina

Rocko Schamoni & Le Orchestre Mirage: Die Vergessenen –Ihr erinnert euch: Vor einigen Jahren verkündete Rocko Schamoni während seiner (vorläufig) letzten Tournee, dass er nicht mehr als Musiker in Erscheinung treten wolle, sondern sich künftig um andere Projekte wie Bücher, Filme, etc. kümmern wolle. Vielleicht war diese (vorläufige) Entscheidung von der ernüchternden Erfahrung gespeist, dass King Rocko mit Lesungen aus „Dorfpunks“, „Tag der geschlossenen Tür“ und seinen anderen Büchern ungleich erfolgreicher war als mit seinen Platten und Konzerten – sei’s drum. Dann kamen Fraktus und damit wahrscheinlich auch wieder dieserRead More

Posted On Mai 13, 2015By Christina MohrIn Musikmag

MoMu: NDW + Dorau

Erste komplette Dokumentation der NDW – Natürlich gibt es massenhaft Bücher und Tonträger, die sich mit der Neuen Deutschen Welle, kurz NDW befassen – angefangen mit Jürgen Teipels bahnbrechendem „Doku-Roman“ plus Compilation „Verschwende Deine Jugend“ über „Fetenhits – Neue Deutsche Welle 1 – ∞“ lassen sich problemlos mehrere Regalmeter mit dem Thema füllen. Meistens steht eine Spielart/Auslegung der NDW im Mittelpunkt: Entweder „Spaß“ bis der Arzt kommt vom Schlage UKW’s „Sommersprossen“ oder die punkig-avantgardistische, wenig kommerzielle Gründerzeit mit Pionieren wie Frieder Butzmann. Was es bisher noch nicht gab, ist derRead More

Posted On Mai 6, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: The World is Tocotronic

In Malewitsch’sches Rotes-Quadrat-Rot getaucht –Am vergangenen Wochenende wurde yours truly reich beschenkt: Neben dem Original-Album „Tocotronic: Das Rote Album“ (nicht etwa Download oder Stream) trafen auch noch – verpackt im größten Paket, das ich seit langer Zeit erhielt – zusätzlich die luxuriös ausgestatteten Tocotronic Chroniken, verlegt bei Blumenbar, bei mir ein. Alles rot, rot, rot überall – die revolutionären Mai-Feiertage im Namen Tocotronics konnten also beginnen. Nun ist ja Skepsis angesagt, wenn sich alle einig sind, und bei „Tocotronic: Das Rote Album“ waren sich alle einig: Eine wundervolle Platte überRead More

Posted On April 29, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: Altherrenrunde

Lacht über alte Männer nicht Eine meiner ewigen Lieblingsplatten stammt aus dem Jahr 1985 und ist, epochengerecht, eine Maxisingle: Bronski Beat und Marc Almond coverten Donna Summers Hit “I Feel Love” und verschmolzen diesen mit “Love To Love You Baby” und Johnny Leytons “Johnny Remember Me” zu einem orgiastischen Medley. Fantastisch. Vielleicht übertreibe ich, wenn ich behaupte, dass Almond (Soft Cell) und Bronski Beats Jimmy Somerville die männlichen Stimmen der 1980e- Jahre waren – aber andererseits möge man mir bitte ernst gemeinte andere Vorschläge unterbreiten. Somervilles Falsett und Almonds dunkleRead More

Posted On April 15, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Billie Holiday: Autobiographie und Best Of

Essenziell, ohne Diskussion. „Man hat mir gesagt, dass niemand das Wort Hunger so singt wie ich. Genauso das Wort Liebe. Vielleicht liegt das daran, dass ich weiß, was diese Worte bedeuten. Vielleicht liegt das daran, dass ich stolz genug bin, mich an all das erinnern zu wollen, an Baltimore und Welfare Island, das katholische Heim und das Jefferson-Gericht, an den Sheriff vor unserm Haus in Harlem und die Städte in ganz Amerika, wo ich meine Beulen und Narben abbekommen habe, Philadelphia und Alderson, Hollywood und San Francisco, an jede Kleinigkeit.Read More

Posted On April 15, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: Pretty in Pink

Pretty in Pink Pink als typische Girlie-Lillifee-Farbe? Nicht unbedingt, wie zwei aktuelle Platten zeigen… Sehr gut möglich, dass frau die Stimme von Jemma Endersby schon öfters gehört hat, und zwar als Backgroundsängerin von Max Herre, Paul van Dyk, Rea Garvey und den Fantastischen Vier. Nach so vielen „Fremdeinsätzen“ war ein eigenes Album der in Deutschland lebenden Britin längst überfällig: Jetzt ist „Golly Gosh!“ draußen und überzeugt auf ganzer, pinkfarbener Linie. Wobei „pink“ bei Jemma Endersby nicht heißt, dass sie auf derselben pseudo-ironischen Powerpop-Schiene fährt wie Meghan Trainor (worauf frau angesichtsRead More
Das Zauberwort ist Liebe, ihr abgefuckten Jungs, Mädchen und queers! Gut drei Jahre ist es her, seit die junge britische Feministin Laurie Penny mit ihrem Buch „Fleischmarkt“ (Originaltitel: „Meat Market: Female flesh under Capitalism“) die Welt aufrüttelte – die ganze Welt? Leider nein, aber doch genug Leserinnen und Leser, die seither einen anderen Blick auf den bis dato angesagten Wohlfühl- bzw. des von ihr so verhassten „Mainstream“-Feminismus haben dürften. Penny, Journalistin, Aktivistin und selbsternannter geek, ließ schon in „Fleischmarkt“ wenig durchgehen, worin man sich so gemütlich eingerichtet hatte: Gleichberechtigung? Ach,Read More
Tote Füchse, Mohnblumen und Bio-Essen – Es war ja schon seit „The Double EP: A Sea of Split Peas“ klar: Courtney Barnett ist echt ‘ne Marke. Die australische Gitarristin und Singer-/Songwriterin (ein Begriff, der in Bezug auf Barnetts Musik viel zu betulich wirkt) belebt nicht nur die Post-Grunge-Slacker-Ära der Neunziger Jahre wieder, sie ist auch eine der originellsten Storytellerinnen, die man je gehört hat. Sie erzählt von Sachen, die so dermaßen Nicht-Rock’n’Roll sind, dass sie es deswegen natürlich erst recht sind: Wie man eine Rose aus einer Karotte schnitzt zumRead More

Posted On März 25, 2015By Christina MohrIn Musikmag

LoneLady: Hinterland

Dystopische Vision von Einsamkeit, Kälte und Verlorenheit – LoneLady mag keinen übertrieben hohen Output haben, aber einen guten Sinn fürs Timing: Ihre zweite Platte „Hinterland“ erscheint fast auf den Tag genau fünf Jahre nach ihrem Debütalbum. „Nerve Up“ brachte der rothaarigen Multiinstrumentalistin aus Manchester zwar keinen Riesenerfolg, aber viel Beachtung seitens Kritik und Fans. Die kühlen Synthies und Campbells prägnantes Gitarrenspiel erinnerten an Postpunk-Bands wie Gang of Four, A Certain Ratio und Joy Division (die wie Campbell aus Manchester kamen): Die Musik wirkt kühl und distanziert, gleichzeitig leidenschaftlich und emotional.Read More
Manifeste einer klugen, selbstbewussten Frau –Manche Biografien lesen sich so unglaublich, als seien sie die Erfindung besonders phantasievoller Drehbuchschreiber – im Falle Helen Hessels war es vielmehr so, dass ihre Geschichte zum Filmemachen inspirierte. Konkret: Die 1886 in Berlin geborene und aufgewachsene Helen Grund, später verheiratet mit Franz Hessel, lebte ein so pralles, kühnes Leben, dass Francois Truffaut es in seinem Klassiker „Jules et Jim“ unsterblich machte. Von Christina Mohr Helen entstammt einer Berliner Bankiersfamilie, wollte zunächst Malerin werden, war Schülerin von Käthe Kollwitz. Als sie 1912 studienhalber nach ParisRead More

Posted On März 18, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mars Needs Women

Wie entsetzlich: Auf dem Mars gibt es keinen Rock’n’Roll! Das Hamburger Trio Mars Needs Women will diesem Übel abhelfen: Ihre Unerschrockenheit bewiesen Commander Valentina Chichikov (a.k.a. Peta Devlin), Lieutenant Ivana Punkawitch (a.k.a. Barbara Hass) und Dr Daphne Doublebind (a.k.a. Susie Reinhardt) schon mit der Namenswahl für ihre Band. „Mars Needs Women“ heißt ein trashiger Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1967, der wie viele B-Movies durch unfreiwillige Komik zum Kult wurde. Von Trash galaxienweit entfernt ist die Musik der silbern gewandeten Rock’onautinnen, die allesamt – wie es aufmerksamen Leserinnen aufgefallen sein dürfteRead More

Posted On März 4, 2015By Christina MohrIn Musikmag

SoKo: My Dreams Dictate My Reality

The Cure auf französisch – Um ehrlich zu sein: Ich war kein großer Fan von SoKos Debütalbum „I Thought I Was An Alien“ von 2012. Textlich wahnsinnig selbstbezogen, pendelte Stéphanie Alexandra Mina Sokolinski musikalisch unentschlossen zwischen süßem Folkpop und rauer Riot-Attitüde – aber wer bin ich zu urteilen? Die Französin mit polnischen, russischen und italienischen Wurzeln hatte und hat viele Fans, die genau darauf standen, also alles fein. Jetzt müssen sich die Fans umgewöhnen, denn SoKo hat sich neu erfunden: Wo vor drei Jahren noch braunes Langhaar wallte, strahlt jetztRead More

Posted On Februar 25, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Nneka: My Fairy Tales

Füllhorn schwarzer Musik –„Count your blessings, name them one by one“, heißt es in „Surprise“, einem Song von Nnekas neuem Album „My Fairy Tales“: Sie wolle Hoffnung verbreiten, sagt die in Nigeria geborene und in Deutschland aufgewachsene Songwriterin – und vor allem nicht die Vorurteile reproduzieren, die Afrika als unterentwickelten Kontinent darstellen, der für immer auf die Hilfe reicher Staaten angewiesen ist. Nnekas vierte Platte ist ihre erste Independent-Veröffentlichung und damit ein Zeichen von Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung: Fast alle Stücke wurden in Frankreich aufgenommen und produziert, wo sich Nneka regelmäßigRead More

Posted On Februar 18, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: Punk 45 x 2

PUNK 45 x 2 Es scheint, als hätten Soul Jazz-Gründer Stuart Baker und Popkritiker Jon Savage ihre Berufung gefunden: Die beiden (okay, Savage nicht durchgängig) compilen und kommentieren mit nicht nachlassendem Eifer ein PUNK 45-Album nach dem anderen. Nach einem großformatigen Buch zu Singles-Cover-Art und drei Alben über britischen, amerikanischen und Proto-Punk erschienen unlängst zwei neue Ausgaben, die qua Titel den Niedergang des Mittleren Westens der USA thematisieren: Exemplarisch dafür stehen die Städte Akron und Cleveland, nur knapp 50 km voneinander entfernte, in den sogenannten „Rust & Manufacturing Belts“ gelegene,Read More