All posts by Christina Mohr

Posted On September 15, 2017By Christina MohrIn Musikmag

Richard Kleist: Nick Cave – Mercy On Me

Ideale Comicfigur Am 22. September wird Nicholas „Nick“ Edward Cave 60 Jahre alt – erstaunlich beinahe, vor allem, wenn man sich an die drogengeschwängerten Anfangsjahre seiner künstlerischen Laufbahn erinnert, als Cave mit Todessehnsucht und Destruktivität kokettierte. Im Lauf der Jahrzehnte wurde Cave zu einer Art „elder statesman“ des Pop (okay, im weitesten Sinne Pop: Blues, Gothrock, Gospel – nennt es, wie ihr wollt), ist überdies als Schriftsteller, Musiker, Poet, Komponist von Filmmusik und Drehbuchautor ein Allround-Künstler nach klassischem Bild. Cave gilt inzwischen als seriöse Instanz – doch der Kampf mitRead More
Anekdoten ohne Klatsch und Tratsch “Bop bopa-a-lu a whop bam boo Tutti Frutti, oh Rudy Tutti Frutti, oh Rudy Got a girl named Sue, she knows just what to do…” … so beginnt “Tutti Frutti”, einer der berühmtesten Rock’n’Roll-Songs aller Zeiten. Geschrieben anno 1955 von Little Richard, unzählige Male gecovert, von Elvis Presley und seinem Hüftschwung unsterblich gemacht. Dass es in diesem Stück nicht wirklich um Obstsalat, sondern um andere süße, saftige Dinge geht, sollte selbst streng katholischen Priesteranwärtern klar sein – aber auch nur wenige aufgeschlossene Rock’n’Roll-Fans kennen denRead More
Sherin - Christina Mohr

Posted On August 1, 2017By Christina MohrIn Litmag, News, SEXMAG, Specials

Christina Mohr: Growing up with Sex & Pop

Growing up with Sex & Pop Das Kind, es ist siebeneinhalb, hat ein neues Lieblingslied: „Augenbling“ von Seeed musste auf einer Geburtstagsparty als Stopptanzmusik herhalten und läuft seitdem zuhause in heavy rotation. Der Text wird eifrig mitgesungen, wirft aber Fragen auf: Warum wird der Typ denn dick, Mama?, will das Kind wissen. Es geht um folgende Zeile: „Du bist schön / ich geh der Sache auf den Grund / und dein Bauch wird rund.“ Ich antworte, „naja, der Sänger ist verliebt – und jetzt ist die Frau schwanger, sie kriegtRead More
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Posted On Juli 1, 2017By Christina MohrIn Musikmag, News

Lydia Lunch & Cypress Grove: Under the Covers

Großartig – meistens… Für Coverversionen hatte Spoken-Word-Ikone Lydia Lunch schon immer ein großes Faible, auch als sie noch die junge Wilde der New Yorker No-Wave-Szene war: Auf ihrem Solo-Debütalbum „Queen Of Siam“ von 1980 befinden sich mit „Gloomy Sunday“ und „Spooky“ gleich zwei überraschende Klassiker-Interpretationen; etwas später unterzog sie Led Zeppelins „In My Time Of Dying“ und – im Duett mit Rowland S. Howard – „Why Don’t We Do It In The Road?“ von den Beatles und Lee Hazelwoods „Some Velvet Morning“ ihrer ganz speziellen Behandlung. Doch so weit wieRead More
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Posted On April 2, 2017By Christina MohrIn Musikmag, News

Jesus and Mary Chain: Damage and Joy

Über Jahre gewachsen Neunzehn Jahre nach ihrem letzten Album sind Jesus and Mary Chain wieder da – und können sich über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen: Trotz der langen Abstinenz empfängt das Publikum die ergrauten, sonnenbebrillten Indie-Antihelden mit offenen Armen. Und warum? Weil The Jesus and Mary Chain (beinah) dasselbe machen wie immer. Bei jeder anderen Band wäre das Prädikat „wie früher“ eine Umschreibung für Erstarrung und Einfallslosigkeit, nicht bei Jesus and Mary Chain: Die gute Nachricht zu Beginn ist nämlich, dass die notorisch verfeindeten Reid-Brüder zurzeit bestens zusammenarbeiten beziehungsweise, dassRead More
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Posted On März 6, 2017By Christina MohrIn Musikmag

Xiu Xiu: Forget

Ans Vergessen erinnern Da dachte man, dass das Schwierigste überstanden wäre (Winter, Februar, Karnevalszeit), da kommt Jamie Stewart vorbei und legt wie beiläufig ein zart hellblau-rosa verpacktes Album auf den Tisch. „Wir vergessen“ bedeutet die schön geschwungene Kalligraphie auf dem Cover, „Forget“ heißt die neue Platte von Xiu Xiu, die mal wieder klarmacht, dass es wenig Gründe für unbeschwerte Freude auf den Frühling gibt. „Clap, bitches!“, fordert eine raue Stimme unerbittlich in „The Call“: „denounce yourself / and walk the street / A private and boring dream / don’t askRead More
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Posted On März 6, 2017By Christina MohrIn Musikmag

Jens Lekman: Life Will See You Now

Wehmut ohne Wehleidigkeit Ein paar Jahre lang hatte man nichts von ihm gehört – und jetzt, durch sein neues Album “Life Will See You Now”, merkt man erst, wie sehr man ihn vermisst hat. Die Rede ist von Jens Lekman, schwedischer Singer-/Songwriter mit Faible für Sixties-Arrangements und skurrile Geschichten. Variierten seine früheren Songs häufig das Boy-meets-Girl-Thema (auf Lekmans ganz besondere Weise natürlich), handelt „Life Will See You Now“ fast ausschließlich von männlichen Protagonisten – er habe dunkles, sehr dunkles Terrain betreten, so Lekman, und nur dank seines Talents, traurige ThemenRead More
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Posted On März 6, 2017By Christina MohrIn Musikmag

KaS Product: Black & Noir

Späte Entdeckung Dass Frankreich in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern über eine sehr vitale, experimentierfreudige Punkszene verfügte, machte unlängst der Souljazz-Sampler „Les Punks: The French Connection“ deutlich, der eine Reihe sträflich unbekannter Bands versammelt – darunter auch das Duo KaS Product. Gegründet 1980 in Nancy, spielen Ex-Psychiatriekrankenpfleger Spatsz und Sängerin Mona Soyoc (mit Jazz-Vergangenheit) bis heute Konzerte, wobei ihr letztes reguläres Album „Ego Eye“ 1987 erschienen ist. Soul Jazz Records veröffentlichen jetzt Aufnahmen aus den Jahren 1980 – ’83 wieder, die 1990 vom französischen Label Fan Club auf CDRead More
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Posted On Dezember 15, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Phillip Boa and The Voodooclub / The Human League

Lieblingscompilations Schon merkwürdig, wenn man sich kurz vor Jahresfrist mit der Lieblingsmusik seiner frühen Jugendjahre beschäftigt – unweigerlich kommt man in eine gleichsam melancholische wie euphorisierte Stimmung. Was natürlich auch an der nahenden Weihnachtszeit liegen kann, für die sich die vorliegenden Compilations ganz hervorragend als Geschenkideen eignen, aber das nur am Rande. Mir ist nämlich jetzt aufgefallen, dass Phillip Boa and the Voodooclub und The Human League für mich klare Herbst-/Winter-Bands sind, beziehungsweise groups, eine Unterscheidung, auf die The Human League sehr großen Wert legen. Meine Einschätzung ist natürlich höchstRead More
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Posted On November 15, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: French Connections

Pöööönk Immer mal wieder – und heuer im 40. Jahr des angeblichen Urknalls ganz besonders – wird darüber gestritten, ob nun New York City oder London die Hauptstadt des Punk sei. Ganz klar scheint jedoch die angloamerikanische, englischsprachige Provenienz der musikalischen und kulturellen Revolution zu sein – vergesst das mal besser. Denn die gerade erschienene Soul-Jazz-Compilation “Les Punks: The French Connection” belegt in Wort, Bild und Ton, dass die eigentliche Heimat des Punk ( = Pönk) in Frankreich liegt. Schlüssig herzuleiten aus der rebellischen Geschichte des Landes, die im vergangenenRead More
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Posted On November 2, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Marianne Faithfull: No Exit

Kein bisschen feierlich “Celebrating 50 Years in Music” – mit diesem schier unglaublichen Banner wird Marianne Faithfulls Livealbum beworben, das die besten Momente ihrer Auftritte aus den vergangenen zwei Jahren versammelt. Andererseits sind fünfzigjährige Laufbahnen in Pop und Rock heutzutage gar nicht so selten, siehe Rolling Stones, die ja auch eine neue Platte am Start haben. Zum Stones-Umfeld gehörte auch die junge Marianne Faithfull, die ihre Karriere 1964 mit dem Jagger/Richards-Song „As Tears Go By“ begann. Dieses auch heute noch in seiner Schlichtheit und Aufrichtigkeit berührende Stück befindet sich inRead More
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Posted On November 2, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Veronique Vincent & Aksak Maboul: 16 Visions of Ex-Futur

Zeitlose Qualität Vor gut zwei Jahren haben wir an dieser Stelle das Album “Ex-Futur” vorgestellt – das lange Zeit verschollene bzw. bewusst auf Eis gelegte Album der belgischen Band Aksak Maboul mit Sängerin Véronique Vincent. „Ex-Futur“ sollte seinerzeit, also in den frühen Achtziger Jahren den Schritt Aksak Mabouls von der Avantgarde-Wave-Noise-Truppe zur Elektro-Popband markieren – das fanden Bandgründer Marc Hollander und KollegInnen dann aber doch irgendwie zu verrückt und gründeten lieber gleich eine neue Band: The Honeymoon Killers, die dank Mme Vincents exaltierter Auftritte die Lieblingsgruppe von Leuten wurden, dieRead More
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Posted On Oktober 15, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Sorry Gilberto: Twisted Animals

Grauer Himmel über der Stadt Ich habe an dieser Stelle schon länger kein Loblied mehr auf Duos gesungen; diese kleinstmögliche Bandeinheit, die sich im Idealfall selbst genügt und keine Wünsche offenlässt. Sorry Gilberto aus Berlin – Anne von Keller und Jakob Dobers – sind eine solche Bandeinheit, die zu zweit ganz wunderbar funktioniert. Wobei „funktionieren“ ein viel zu techniklastiger Terminus ist, um die Musik von Sorry Gilberto zu beschreiben: Auf ihrem inzwischen vierten Album „Twisted Animals“ gehen Anne und Jakob ein paar Schritte weiter, geben aber ihren so sanften wieRead More
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Posted On September 15, 2016By Christina MohrIn Musikmag

M.I.A.: AIM

M.I.A.: AIM “MIA – Uniting People Since 2003”: Wie eine Modemarke bewirbt sich Maya Arulpragasam alias M.I.A. auf dem Cover ihres neuen Albums selbst, die Wörter umrunden ein symbolträchtiges Logo aus Rosen, Händen und Schriftzeichen. Tatsächlich aber polarisiert seit 2003 kaum eine Künstlerin so stark wie M.I.A. Viele Leute kriegen M.I.A.s politisches Bewusstsein nicht mit ihrem glossy Pop-Image zusammen, bzw. unterstellen ihr, sie hänge sich plakative Parolen um wie ein It-Piece von Gucci. Genau diese – vermeintliche – Diskrepanz in Arulpragasams Performance und Output ist es aber, die sie auchRead More
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Posted On Juli 5, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Kembrew McLeod: 33 1/3 Parallel Lines

Der Verlag Bloomsbury kann für die Buchreihe “33 1/3” gar nicht genug gelobt werden: Seit einigen Jahren erscheinen in erstaunlich rascher Folge kleine Bände über wegweisende Alben der Popgeschichte – und zwar nicht nur über die allfälligen Konsensplatten, die ohnehin in jeder Bestenliste à la „Die hunderttausend allerbesten Rockalben“ auftauchen. „33 1/3“ startete mit „Dusty in Memphis“, huldigte My Bloody Valentines „Loveless“ ebenso wie „Definitely Maybe“ von Oasis. The New York Times Book Review pries die „cleveren Herausgeber“ für die Erkenntnis, dass es ein Publikum gibt, das gewisse Platten genausoRead More
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Posted On Juni 1, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Interview mit Die Heiterkeit

Die Heiterkeit: Im Zwiespalt Interview mit Stella Sommer / Die Heiterkeit zum Album „Pop & Tod I + II“ (Buback). Von Christina Mohr. „Mit dem dritten Album zeigt man, was man drauf hat“, schreibt Tino Hanekamp im Waschzettel zur neuen Platte von Die Heiterkeit: Eine Menge, darf man wohl behaupten. Die Band um Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin Stella Sommer wartet mit einem zwanzig Stücke starken Doppelalbum auf, das den so lapidaren wie erhabenen Titel „Pop & Tod I + II“ trägt – ein Wagnis, zweifelsohne. Aber Die Heiterkeit passt seitRead More
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Posted On Mai 17, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Interview mit Viv Albertine

Viv Albertine – A Typical Girl? Von Christina Morh Viv Albertine ist eine echte Legende: Die 1954 in Sydney geborene Künstlerin war Gitarristin der Londoner Postpunkband The Slits, eine der wenigen reinen Frauenbands dieser Zeit. The Slits existierten von 1977 bis 1982 und waren in vielerlei Hinsicht eine der wichtigsten und einflussreichsten Acts der Ära – wobei Albertine vehement darauf besteht, dass The Slits keine Punkband waren! Im popkulturellen Gedächtnis geblieben ist zum Beispiel das Cover ihres Albums „Cut“ von 1979, auf dem die Band nackt und mit Matsch beschmiertRead More
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Posted On Mai 17, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Christof Meueler: Das ZickZack Prinzip

Füllhorn der Anekdoten Man soll ja sparsam mit der Verwendung des Begriffs „Legende“ sein, im Falle Alfred Hilsbergs ist er allerdings kein bisschen übertrieben. Es fängt schon damit an, dass man nicht weiß, wo man anfangen soll: Vielleicht damit, dass der 1947 in Wolfsburg geborene Hilsberg in einem Artikel für die Zeitschrift „Sounds“ den Begriff „Neue Deutsche Welle“ erfand, aber eine ziemlich andere Musik meinte als diejenige, die später als solche berühmt wurde? Mit der Gründung des Labels ZickZack? Oder mit dem später gegründeten Ergänzungs- und Erweiterungslabel What’s So FunnyRead More
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Posted On Mai 3, 2016By Christina MohrIn Musikmag

The Honeymoon Killers: Les tueurs de la lune de miel

Knackig-zackig unkonventionelle Mixtur – Meine erste und unauslöschliche Erinnerung an The Honeymoon Killers: Ein Foto im Musikexpress anno 1982, die Band live on stage, Sängerin Véronique Vincent trägt ein Bikini-Oberteil über ihrem Pullover – sagenhaft. Ich war Fan, ohne bis dahin einen einzigen Ton der belgischen Band gehört zu haben. Das Hörerlebnis trat etwas später ein und verstärkte meine Begeisterung immens: Eine knackig-zackige, unkonventionelle, rasante Mixtur aus französischem Chanson, Elektropop, Postpunk, No Wave und Rock’n‘Roll mit diversen Einsprengseln von Jodeln bis Jazz, irgendwo zwischen Jaques Brel und Delta 5. MitRead More
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Posted On April 1, 2016By Christina MohrIn Musikmag

Violent Femmes: We Can Do Anything

Viel Spaß! – “We Can Do Anything” ist erstmal eine fröhliche, anarchisch-vogelfreie Ansage, ganz nach dem Motto, “uns kann keiner“ – und im gleichnamigen Rumpelpolka-Song geht’s genau darum: „I could do this / I could do that / I could pull an elephant out of my hat“, grölen Gordon Gano, Brian Ritchie und Brian Viglione vergnügt im Chor, aufrührerisch und mitreißend ist das, und man macht sofort gerne mit. Klar wird aber auch: Die Violent Femmes zaubern anno 2016 keine Elefanten aus dem Hut. Genau genommen machen sie das seitRead More
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Posted On November 4, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: Melancholischer Herbst

Mit diesen beiden Platten werde ich gut durch den Herbst kommen, da bin ich mir sehr sicher – und nicht nur, weil die Cover so hübsch nebeneinander aussehen, geradezu miteinander zu kommunizieren scheinen. Die musikalische Schnittmenge von Fay Hallam und Roseau ist dabei gar nicht groß, es ist vielmehr die ruhige, leicht melancholische Stimmung, die in beiden Alben herrscht und kalte Tage erwärmt… Bei jedem Hören mehr Facetten Die in Colchester geborene und in London lebende Roseau ist keine Novizin im Popgeschäft: Die 30-jährige Britin mit irischen und karibischen WurzelnRead More
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Posted On Oktober 3, 2015By Christina MohrIn Musikmag

New Order: Music Complete

Tempo statt Intuition Sie fängt ja erstmal richtig gut an, die neue Platte von New Order, der Band, der man mit diesem Output – neun Studioalben in 35 Jahren – jedenfalls keine Überproduktion vorwerfen kann. Die Single „Restless“, die „Music Complete“ eröffnet, ist ein klassischer New Order-Track: Elektronisch, tanzbar, warm; mit zugleich melancholischem und euphorischem Refrain, man fühlt sich an Hits wie „True Faith“ erinnert. In 35 Jahren Bandgeschichte (zählt man die Joy-Division-Zeit dazu, sind es noch ein paar Tage mehr) hat sich ein umfangreiches musikalisches Erbe angesammelt, aus demRead More
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Posted On September 5, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Hiatus Kaiyote: Choose Your Weapon

Feier der Vielfalt Nach dreijähriger Wartezeit werden die Fans von Hiatus Kaiyote endlich mit „Choose Your Weapon“ belohnt: Mit diesem Album öffnet das australische Neo-Soul-Quartett seinen Sound für neue, wild und heftig variierende Einflüsse. Die Songs bilden einen sich ständig verändernden Prozess mit Anleihen aus Prog-Rock-, Jazz- und Psychedlic-Traditionen; Weather Report, Mars Volta und Rush sind für Hiatus Kaiote keine Widersprüche, sondern energetisierende Kontrapunkte. Für Leute, die sich gern an verlässlichen Streckenposten festhalten, ist das nichts: Eben noch singt die umwerfende Bandchefin Nai Palm sweet-soulig und becircend (z.B. „Laputa“ oderRead More
balbina

Posted On Juni 17, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: Rocko Balbina

Rocko Schamoni & Le Orchestre Mirage: Die Vergessenen –Ihr erinnert euch: Vor einigen Jahren verkündete Rocko Schamoni während seiner (vorläufig) letzten Tournee, dass er nicht mehr als Musiker in Erscheinung treten wolle, sondern sich künftig um andere Projekte wie Bücher, Filme, etc. kümmern wolle. Vielleicht war diese (vorläufige) Entscheidung von der ernüchternden Erfahrung gespeist, dass King Rocko mit Lesungen aus „Dorfpunks“, „Tag der geschlossenen Tür“ und seinen anderen Büchern ungleich erfolgreicher war als mit seinen Platten und Konzerten – sei’s drum. Dann kamen Fraktus und damit wahrscheinlich auch wieder dieserRead More
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Posted On Mai 13, 2015By Christina MohrIn Musikmag

MoMu: NDW + Dorau

Erste komplette Dokumentation der NDW – Natürlich gibt es massenhaft Bücher und Tonträger, die sich mit der Neuen Deutschen Welle, kurz NDW befassen – angefangen mit Jürgen Teipels bahnbrechendem „Doku-Roman“ plus Compilation „Verschwende Deine Jugend“ über „Fetenhits – Neue Deutsche Welle 1 – ∞“ lassen sich problemlos mehrere Regalmeter mit dem Thema füllen. Meistens steht eine Spielart/Auslegung der NDW im Mittelpunkt: Entweder „Spaß“ bis der Arzt kommt vom Schlage UKW’s „Sommersprossen“ oder die punkig-avantgardistische, wenig kommerzielle Gründerzeit mit Pionieren wie Frieder Butzmann. Was es bisher noch nicht gab, ist derRead More

Posted On Mai 6, 2015By Christina MohrIn Musikmag

Mohr Music: The World is Tocotronic

In Malewitsch’sches Rotes-Quadrat-Rot getaucht –Am vergangenen Wochenende wurde yours truly reich beschenkt: Neben dem Original-Album „Tocotronic: Das Rote Album“ (nicht etwa Download oder Stream) trafen auch noch – verpackt im größten Paket, das ich seit langer Zeit erhielt – zusätzlich die luxuriös ausgestatteten Tocotronic Chroniken, verlegt bei Blumenbar, bei mir ein. Alles rot, rot, rot überall – die revolutionären Mai-Feiertage im Namen Tocotronics konnten also beginnen. Nun ist ja Skepsis angesagt, wenn sich alle einig sind, und bei „Tocotronic: Das Rote Album“ waren sich alle einig: Eine wundervolle Platte überRead More