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Posted On September 1, 2020By Peter Muender

Peter Münder: Hegel heute

Zwischen verklärender Denkmalpflege und kritischer Dialektik Peter Münder zu neuen Hegel-Biographien zum 250. Geburtstag des schwäbischen Philosophen Die Biographen Klaus Vieweg, Sebastian Ostritsch und Jürgen Kaube bewegen sich auf den Spuren des Weltgeistes und nehmen Witterung zu Hegels Begriff des Absoluten auf. Vieweg windet dem frankophilen Freiheitsdenker einen prächtigen Lorbeerkranz, Ostritsch versucht, ohne allzu komplexe Theorie-Exkurse einen Zugang zum Hegelschen Gesamtsystem inklusive der Philosophie der Logik und der Rechtsphilosophie zu liefern, Jürgen Kaube erfasst mit Betrachtungen über technisch-politisch-wissenschaftliche Umwälzungen zur Hegel-Zeit am eindrucksvollsten den Hegel-Kosmos und demonstriert mit Episoden aus dem Alltag des theologischenRead More

Posted On August 1, 2020By Peter Muender

Peter Münder: Der neue Markaris

Die Sehnsucht des Kommissars nach Nestwärme, Souflaki und Anerkennung Die Wonnen des familiären Glücks nach der Geburt des Enkels kann Kommissar Charistos nicht richtig auskosten, weil das „Heer der Nationalen Idioten“ sich mit Bombenterror an „Heuchlern“ rächen will. Der griechische Krimi-Altmeister Petros Markaris hat im neuesten Band „Zeiten der Heuchelei“ mal wieder das griechische Drama im Fokus, in dem verzweifelte Krisenverlierer und gutgläubige Ausgebeutete auf der Strecke bleiben. – Von Peter Münder.  „Zahltag“ hieß der 2011 veröffentlichte Krimi von Petros Markaris, in dem ein selbsternannter „nationaler Steuereintreiber“ plutokratische Steuerhinterzieher aufforderte,Read More

Posted On August 1, 2020By Peter Muender

Peter Münder über Siegfried Unseld

Autorenbetreuer, Vertreter, Programmentwickler und Talentinvestor Anlässlich des 70jährigen Bestehens des Suhrkamp-Verlags wird in diesen Tagen über das Wesen der „Suhrkamp-Kultur“ diskutiert, die vor allem vom Verleger Siegfried Unseld (1924-2002) geprägt wurde, der 1959 Nachfolger von Peter Suhrkamp geworden war. Der langjährige, vor kurzem verstorbene Cheflektor Raimund Fellinger hatte bereits 2014 zusammen mit Ulrike Anders und Katharina Karduck eine Portion von Unselds Reiseberichten als „Chronik 1971“ herausgegeben, in denen Unseld über Autorengespräche, Projekte und Enttäuschungen mit Ego-Monstern wie Thomas Bernhard oder Max Frisch berichtete. Fellingers neueste, gerade erschienene „Reiseberichte“ enthalten weitereRead More

Posted On Juli 1, 2020By Peter Muender

Peter Münder zu Zoë Becks „Paradise City“

Zufrieden, sicher, versorgt und immer überwacht mit implantiertem Chip – Wer vermisst da noch ein abstraktes Freiheitskonzept? Zoë Becks „Paradise City“ ist ein gelungener kritischer  Gegenentwurf zu Aldous Huxleys „Brave New World“ von 1932: Statt satirischer Übertreibungen, hedonistischer Exzesse und gigantischer Labore voller Teströhren, in denen zufriedene Dumpfbacken-Kreaturen ausgebrütet werden, beschreibt sie in einem Science Fiction-Scenario eine um das Jahr 2050 funktionierende Gesundheits-Diktatur: Nach einer verheerenden  Maser-Epidemie und gigantischen Überschwemmungen hat sich eine Giga-Behörde etabliert, die mit implantierten Chips und Rundum-Video-Überwachung die Aktivitäten der Bevölkerung  kontrolliert. Mit ihrer Protagonistin Liina, einer Journalistin, dieRead More

Posted On Juni 1, 2020By Peter Muender

Peter Münder: Lutz Seiler „Stern 111“

Maurer, Dichter, Shigulimann Wendezeit ist Dichterzeit: Jedenfalls für einen so begnadeten Autor wie den 1963 in Gera geborenen Lutz Seiler. Nach seinem grandiosen „Kruso“ (2014, Deutscher Buchpreis) nun also „Stern 111“ (Leipziger buchpreis 2020). Statt Flucht-Visionen der Hiddensee-Kommune nun also Berliner  Umbruch-Aufbruch-Abbruch-Szenarios mit eigenwilligen Außenseiter-Typen. Carl taucht nach dem Fall der Mauer und dem „Weggang“ der Eltern in den Westen in die turbulente  Berliner  Nachwendezeit ein, als Häuser besetzt wurden, um sie bewohnbar zu machen. – Von Peter Münder.  Im „Heimathafen der Gedichte“ fühlte sich der Lyriker Lutz Seiler („im federlatein“, 2010) immerRead More

Posted On Mai 1, 2020By Peter Muender

Peter Münder: „Text“ von Dmitry Glukhovsky

Im Bodensatz von App-Chats eine neue Identität gefunden Ilja hat sieben Jahre im russischen Straflager abgesessen und steht vor einem Neuanfang. Doch der Tod der Mutter und die Aversion  seiner damaligen Freundin werfen ihn völlig aus der Bahn: Er lässt sich im Affekt zum Mord seines skrupellosen Peinigers Petja („Das Schwein“) hinreißen und fischt in den Chats auf dessen Smartphone nach Informationen, die ihn über Wasser halten können. Der brillante russische Autor Dmitry Glukhovsky entwickelt in Text einen faszinierenden Hybrid aus Entwicklungs-Roman und Thriller. –  Von Peter Münder    PS: Der Kritiker begeht mitRead More

Posted On April 1, 2020By Peter Muender

Peter Münder: Morbider Rostlauben-Charme

„Rost in Peace“ nannte der Photograph Heribert Niehues seinen ersten Bildband, in dem er die ästhetisch faszinierende Symbiose von Lost Places und derangierten Autos in Bildern von betörender Intensität festhielt. In diesem  zweiten Bildband „Poesie der Vergänglichkeit“ zelebriert Niehues  diese Dekadenz eingebettet in Kulissen  verlassener Tankstellen, Diner, Motels und Farmhäuser, wobei der Bezug zu schrottigen  Autos einen spezifisch morbiden Charme entwickelt.  Von Peter Münder    Für europäische Besucher amerikanischer  Ghost Towns ist es ebenso faszinierend wie irritierend, beim Betrachten all der verlassenen Goldgräber-Siedlungen und der zurückgelassenen Habe der Goldsucher auchRead More

Posted On März 1, 2020By Peter Muender

Peter Münder über „Middle England“ von Jonathan Coe

Die neue radikale Unentschiedenheit  Wutbürger gibt es auch in England- aber es wäre kleinkariert, gegenwärtige Irritationen und Turbulenzen allein auf den Brexit zu projizieren oder mit der Inkompetenz einiger politischer Funktionsträger zu erklären. Wut, Frust und Abscheu gegenüber einem debilen, dekadenten Establishment gab es schon unter Queen Victoria, zur Zeit von Disraeli , Palmerston, Gladstone und vor allem während der Thatcher-Regentschaft – von Gordon Brown, Harold Wilson, John Major und dem opportunistischen Bush-Kumpel Tony Blair ganz zu schweigen. Der Romancier Jonathan Coe („Number 11“) versucht mit subtilem Einfühlungsvermögen und demRead More

Posted On Dezember 1, 2019By Peter Muender

Peter Münder über „Killer’s Choice“ von Louis Begley

Wehe, wenn die Kobra tänzelt und zittert! Was ist los mit Louis Begley? Der sensible Chronist fataler gesellschaftlicher  Entwicklungen und gefährdeter Figuren, deren Alterungsprozesse er zu beeindruckenden Porträts verdichtete („About Schmidt“, „Mistler’s Exit“), hatte sich 2015 entschlossen, das eher Filigran-Schöngeistige in der Schublade zu versenken und als Quereinsteiger im Krimi-Genre für Furore zu sorgen: Nach „Killer, Come Hither“, „Kill and Be Killed“ (2016) beglückt der 86-Jährige die Trash- und Thriller-Freaks nun mit „Killer’s Choice“. Will er beweisen, dass er als „The Man Who Was Late“ (Begley-Romantitel von 1993) auch im hohenRead More

Posted On November 3, 2019By Peter Muender

Peter Münder über einen wilden Fußball-Roman

Ivo, der kafkaeske Premier League-Kicker Tonio Schachingers „Nicht wie ihr“ Ivo Trifunovic ist ein erfolgreicher Profi- Fußballer: in den Medien präsent, mit Bugatti und Aston Martin-Status-Symbolen unterwegs, ausgerüstet mit Spieler- und Vermögensberater; die schicke Frau gehört auch zu ihm, nebenher  hat er noch eine feurige Geliebte. Aber warum ist er meistens total genervt und zweifelt an sich? Der österreichische Autor Tonio Schachinger zieht in seinem Debut-Roman „Nicht wie Ihr“ den Leser in einen rasanten Strudel: Er serviert verstörende Impressionen aus dem Leben eines Profi-Kickers, die hinter kurzen Erfolgsphasen das totale Ennui mit den Redundanzschleifen eines ThomasRead More

Posted On November 3, 2019By Peter Muender

Peter Münder zum neuen Forsyth „Der Fuchs“

Autistischer junger Hacker wird als Terminator eingesetzt  Nun hat er den Weg zurück zur geliebten Nakashima-Schreibmaschine doch noch gefunden: Nach seiner glänzenden Autobiographie „Outsider“ (2015) hatte der inzwischen 80jährige Superbestseller-Autor Frederick Forsyth („Der Schakal“, „Die Todesliste“) ja bereits seinen Autoren-Ruhestand angekündigt; nun ist  also sein „allerletzter“  Thriller „Der Fuchs“ erschienen. – Von Peter Münder. Schon seit  dem Verschwinden eindeutiger Feindbilder nach dem Ende des Kalten Krieges hatten Thriller-Autoren enorme Probleme; nach den Nine-Eleven-Terrorattacken bestand ihr Problem offensichtlich auch darin, ein diffuses globales  Konfrontations-Phantom überhaupt noch präzise in den Fokus zu bekommen: „Die Realität istRead More

Posted On Oktober 3, 2019By Peter Muender

Peter Münder über Garry Disher „Hitze“

Wyatts Vorliebe für Solo-Jobs Der abgebrannte Wyatt wollte eigentlich mit jungen Typen einen Geldtransporter überfallen, merkte aber rechtzeitig, dass diese Wichtigtuer von behutsamer, genauer Planung keine Ahnung hatten. Nun will er als Einzelkämpfer für hundert Riesen ein altes  flämisches Gemälde stehlen – ein Kinderspiel für den ausgebufften Profi? Gary Dishers Krimi „Hitze“ demonstriert, wie ein lässiges kleines Meisterwerk funktioniert: Wenn das filigran gezimmerte Psychogramm des Anti-Helden schlüssig kombiniert wird mit dem analytischen Blick fürstrukturelle Besonderheiten und den ambivalenten Grautönen einer saturierten Gesellschaft. – Von Peter Münder.  Verheißungsvoll klingt schon der ersteRead More

Posted On August 5, 2019By Peter Muender

Peter Münder: Romantik und Apokalpyse

Waldeinsamkeit oder Napalmgeruch am Morgen Zum Naturbegriff zwischen Romantik und „Apocalypse Now“ – von Peter Münder Schon am ersten Tag unserer Radtour durch einsame litauische Wälder – von der Kurischen Nehrung bis nach Vilnius und an die Grenze zu Weißrussland – ging mir der  Ruf des mysteriösen sprechenden Vogels aus Tiecks Novelle „Der Blonde Eckbert“  (von 1797) durch den Kopf: „Waldeinsamkeit! Oh wie mich freut Waldeinsamkeit!“   Das Schwelgen in dieser litauischen Wald-Einsamkeit  war  einerseits der Auslöser eines Glücksgefühls, das die Symbiose von Mensch und Natur zelebrierte, wozu unterwegs auch noch das stundenlange Dösen inRead More

Posted On Juli 1, 2019By Peter Muender

Peter Münder über Michael Wolff „Siege“

Wo ist der Killer-Anwalt? Peter Münder über das neue Buch von Michael Wolff Hatte Michael Wolff in „Fire and Fury“ über das Chaos im Weißen Haus und über den labil-egomanischen und völlig überforderten Präsidenten Trump während des ersten Amtsjahres nicht schon eine glänzende, umfassende Systemkritik sowie ein präzises Psychogramm geliefert? Nun sei im zweiten Amtsjahr des laut Verdikt des ehemaligen Chefstrategen Steven K. Bannon „fucking crazy“ Präsidenten jedoch eine stark veränderte Situation eingetreten, erklärt Wolff im Vorwort zum neuesten Band „Siege“: Viele Trump-Mitarbeiter seien inzwischen gefeuert worden oder aus FrustRead More

Posted On Juni 1, 2019By Peter Muender

Peter Münder: Veit Heinichen „Borderless“

Xenia räumt auf „Borderless“ ist zwar der elfte Thriller von Veit Heinichen, 62, der im Umfeld von Triest spielt, aber der Spezialist für mafiöse Strukturen und skurrile Marotten des sympathischen Querdenkers Commissario Proteo Laurenti hat nun eine dynamische Runderneuerung vorgenommen: Die beinharte Kung-Fu Kämpferin Xenia Zannier hat Laurenti als Commissario abgelöst; sie will die korrupte Senatorin Romana Costella de Poltieri mitsamt ihrer Banker-Politiker- und Unternehmer-Netzwerke zu Fall bringen und dabei auch den Mord an ihrem Bruder rächen. Nun ist das sonst so beschauliche Grado der Hauptschauplatz: Von hier aus wirdRead More

Posted On Mai 1, 2019By Peter Muender

Peter Münder: 200 Jahre Fontane (Teil 2)

Journalist, Kritiker und Romancier „Diese unmoderne Persönlichkeit mit unglaublich modernen Ansichten“ (Alfred Kerr) Selten gab es so ein literarisches Allround-Talent wie Theodor Fontane: Schon als  junger Apotheker schrieb er Gedichte und Balladen, wechselte dann als Quereinsteiger zum Journalismus, machte während des Krim-Krieges 1855 PR in London für die preußische „Centralstelle für Preßangelegenheiten“, schrieb für die Berliner „Kreuz“-Zeitung und die „Vossische Zeitung“ Feuilletons und Theaterkritiken, bis er sich dann „im zarten Alter von sechzig Jahren entschloß, ein naturalistischer Dichter zu werden und  mit „Irrungen, Wirrungen“ flugs den besten Berliner Roman schrieb“ (Alfred Kerr). WelcheRead More

Posted On April 1, 2019By Peter Muender

Peter Münder über einen Dichterfürsten (1)

Fontanes Bauchladen mit angeschlossener Roman- und Reportage-Manufaktur Unser Beitrag zu 200 Jahre Theodor Fontane (Teil 1) Zum Fontane-Jahr, in dem wir nun den 200. Geburtstag (am 30. 12.) des milden  Dialektikers feiern, sind gleich vier Biographien über den Balladendichter, Brandenburg- Wanderer, Theaterkritiker, Zeitungsreporter und Romancier erschienen. Abgesehen davon gibt es  bis zum Jahresende  Dutzende von Ausstellungen, Diskussionen und Spezialveranstaltungen im Rahmen der FONTANE 200-Aktivitäten (vgl. www.Fontane-200.de). Die altbekannte Frage nach der passenden Schublade für diesen eigenwilligen, so vielseitigen Autoren, die sich Kritiker schon seit seinem 100. Geburtstag stellten, geistert nun auch wieder durch dieRead More

Posted On März 4, 2019By Peter Muender

Peter Münder über Don Winslow „Jahre des Jägers“

Wenn die Drogenkartell-Krake sich im Weißen Haus einnistet Nach „Tage der Toten“ (2005, dt. 2010) und „Das Kartell“ (2015) hat Don Winslow, 65, nun mit dem fast tausend Seiten starken Band „Jahre des Jägers“ (O-Titel „The Border“) seine Trilogie um den Drogenfahnder Art Keller abgeschlossen. Die Brutalität ist jetzt noch exzessiver, die Drogen sind noch heimtückischer und die lockeren Koalitionen von Dealern, Clans, Killern, Banken und Politikern total unberechenbar geworden. Auch die  Grenzen zwischen organisierter Kriminalität und politischer Einflussnahme sind fließend; aktuelle brisante  Bezüge auf den geplanten Mauerbau an der  mexikanischen Grenze undRead More

Posted On Februar 3, 2019By Peter Muender

Peter Münder: Michael Ondaatje „Kriegslicht“

Abenteuerliche Spurensuche im nebulösen Zeitfenster     Michael Ondaatjes Roman „The English Patient “ (1992) war eine aus diversen Mosaiksteinen zusammengesetzte biographische Spurensuche, die in den diffusen Nebel einer  verschwommenen Vergangenheit führte.  In „Warlight“ („Kriegslicht“) beschreibt der aus Sri Lanka stammende, jetzt in Kanada lebende 75jährige Lyriker und Romancier nun die Suche der jugendlichen Geschwister Nathaniel und Rachel nach ethischen Normen im zerbombten Nachkriegs-London. Nathaniels Rückblende fünfzehn Jahre später auf  diese befreiende Initiations-Phase, in der ohne elterliche Obhut alles möglich schien, kreist um kleinkriminelle Machenschaften, Geheimdienst-Aktivitäten der abgetauchten Mutter und akribischeRead More

Posted On Dezember 16, 2018By Peter Muender

Essay von Peter Münder: Impeachment – Amtsenthebung

Fear, Loathing and Madness in the White House Eine merkwürdige Paralyse grassiert unter maßgebenden amerikanischen Politikwissenschaftlern, Historikern, Journalisten und aktiven Politikern: Wenn über das Thema Impeachment diskutiert wird, lautet die Devise der Wegducker: „Don´t mention the I-word“! Warum eigentlich? Als wirksame Drohkulisse hatte die Einleitung eines Impeachmentverfahrens bereits 1974  „Tricky Dick“ Richard  Nixon vor einer endgültigen Amtsenthebung zum Rücktritt veranlaßt. Von Peter Münder Den Wahlkampf von Donald Trump hatte Allan Lichtman genau verfolgt und sogar den völlig überraschenden, sensationellen Wahlsieg des egomanischen Dealmakers vorhergesagt, worauf der Wahlsieger T sich sogarRead More

Posted On November 15, 2018By Peter Muender

Peter Münder über D.B. John „Stern des Nordens“

Hunger, Folter, KZ und Zwangsarbeit: Danke, geliebter Führer! Der walisische Autor D.B. John hatte 2012 Nordkorea  besucht – die aufwühlenden, irren und deprimierenden  Eindrücke, vor allem auch die wahnwitzigen Propagandalügen während dieses Trips inspirierten ihn zum Thriller „Stern des Nordens“. Ein faszinierender Höllenritt für den Leser, der eintaucht in apokalyptische Szenen und sich gleichzeitig  mit 007-ähnlichen Verfolgungsjagden konfrontiert sieht – Von Peter Münder. Er wollte mehrmals laut „Lüge“ schreien, berichtet D.B. John im Nachwort seines Thrillers „Stern des Nordens“, weil die permanent auf ihn einprasselnden Propagandalügen während seines zweiwöchigen Nordkorea-Besuchs Read More

Posted On Oktober 16, 2018By Peter Muender

Peter Münder: Sarah Bailey „Dark Lake“

Düsteres jetzt, Düsteres damals in Downunder Die beliebte junge Lehrerin Rosalind Ryan wird in der australischen Kleinstadt  Smithson ermordet – ausgerechnet nach der Schultheater-Premiere ihrer eigenen modernen „Romeo und Julia“-Version. Die junge Detective Gemma Woodstock soll den Fall aufklären – doch eigentlich ist sie befangen, da sie Rosalind noch selbst auf der Highschool gekannt hatte. Aus der attraktiven Pädagogin war nie jemand so richtig schlau geworden: Sie besaß zwar ein unwiderstehlichen Sendungsbewußtsein, wirkte aber auch extrem manipulativ und selbstherrlich. Die Autorin Sarah Bailey entfaltet in „Dark Lake“ ein hochemotionales  Beziehungs-Panorama, inRead More
Fetisch, Rendite-Objekt oder Kunstwerk? Ein großer Bildband über die Kultmarke Ferrari treibt die  Marken-Verehrung auf die Spitze: Der Taschen-Verlag hat eine handgefertigte, ledergebundene Collector’s Edition in einer preziösen Präsentationsbox aus Aluminium fabriziert, die einem Ferrari-V12-Motor nachempfunden wurde – für schlappe 5.000 Euro. Signiert von Piero Ferrari, limitiert auf 1947 Exemplare – ein Hinweis auf 1947, das Gründungsjahr der mythischen Autoschmiede. Für uns ein Anlaß zu einem kleinen Exkurs über Kult, Kohle, Design, die Ästhetik der Geschwindigkeit (hach, Lektüre, die einen auf  250 bringt) und und automobile Kunst. – Von Peter Münder,Read More

Posted On August 15, 2018By Peter Muender

Peter Münder über Harold Pinters „NUKE LONDON!“

US-Präsident befiehlt Atombombenangriff auf London, Gentlemen schwadronieren beim Sonnenbaden über Regenschirme Über bisher unbekannte Sketche von Har0ld Pinter Von Peter Münder Sie wäre beinah in Ohnmacht gefallen, berichtete Harold Pinters Witwe Lady Antonia Fraser im letzten Herbst im Guardian, als sie beim Herumkritzeln auf einem alten  Notizblock des 2008 verstorbenen Dramatikers  herumblätterte und darin einen  Entwurf für einen kurzen Sketch entdeckte, den Pinter vor vielen Jahren fabriziert und dann vergessen hatte. „Nuke London“ war wohl als scharfe Kritik an Präsident Bush und den mit  aberwitzigen Lügenkonstrukten begründeten kriegerischen Interventionen  imRead More

Posted On Juli 21, 2018By Peter Muender

Peter Münder unterwegs mit Paul Theroux

  Peter Münder „Ich brauche kein Aspirin – ich fahre nach Indien!“ Mit seinen pittoresken Railway-Reportagen „The Great Railway Bazaar“ (1975) und „The Old Patagonian Express“ (1979) war der amerikanische Autor Paul Theroux, 77,  schnell zum Kult-Autor avanciert. Dann erkundete er 1982 entlang der britischen Küsten „The Kingdom by the Sea“ per Bahn sowie wandernd und wurde in englischen Medien heftig wegen polemischer Verzerrungen und  düsterer  Untergangs-Szenarios kritisiert. Nach diversen Afrika- Reisen („Dark Star Safari“, „Last Train to Zona Verde“) und  seiner Pazifik-Exkursion mit  einem  zusammenklappbaren Faltboot („The Happy Isles ofRead More

Posted On April 14, 2018By Peter Muender

Peter Münder über „Die 69 Stationen des Kisokaido“

On the Road von Edo nach Kyoto: Big Shogun Is Watching You! Die beiden  neben Hokusei (1760-1849) bekanntesten japanischen Holzschnitt-Künstler Utagawa Hiroshige (1797-1858) und  Keisai Eisen (1790-1848) produzierten  zwischen 1835-1838  Drucke mit Impressionen vom 543 Kilometer langen  Kisokaido zwischen der  1603 neugegründeten  Hauptstadt Edo (dem heutigen Tokyo) und der Kaiserstadt Kyoto. Diese Epoche der Frühmoderne war eine isolationastische  Phase, die geprägt war  von diktatorischer  Restauration der  herrschenden  Shogune und  allmählich zunehmendem wirtschaftlichem Wachstum. Der prächtige Bildband  „Hiroshige & Eisen“ zeigt 70 faszinierende  Drucke im Großformat:  Souvenirverkauf an Kiosken, Naturstudien, Bordellbetrieb,Read More