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Posted On Mai 1, 2022By Sonja Hartl

Sonja Hartl über Walter Mosleys Easy Rawlins

Sonja Hartl zu einer publikationspolitisch bei uns sehr zersplitterten Romanreihe Manche Autor:innen haben eine sehr wechselvolle Publikationsgeschichte – Walter Mosley gehört definitiv dazu. Seine beiden Socrates-Forlow-Bände sind im Unionsverlag (in hervorragender Übersetzung von Pieke Biermann) erschienen. Die Leonid-McGill-Serie bei Suhrkamp. Seine Reihe um Easy Rawlins erschien bereits bei Knaus, Argon und S. Fischer, die Taschenbücher teilweise bei btb, der letzte Band in deutscher Übersetzung ist „Blonde Faith“ aus dem Jahr 2010. In den USA sind seither drei weitere Bände erschienen, aber eben hier nicht übersetzt. Und deshalb habe ich michRead More

Posted On April 1, 2022By Sonja Hartl

Sonja Hartl über eine neue Highsmith-Verfilmung

„Deep Water“ von Adrian Lyne Seit ich das erste Mal davon gehört, dass Adrian Lyne Patricia Highsmiths „Tiefe Wasser“ verfilmt, verfolgte ich diesen Film mit einer, ja, skeptischen Befürchtung. Denn Adrian Lyne ist bekannt für „erotische Psychothriller“, in denen in der Regel eine Frau amoralisch ist und den guten, armen, treuen Ehemann auf Abwege führt. Es sind Filme, wie sie heute kaum mehr gemacht werden, bei denen ich mich aber auch frage, wie ich sie wohl heute sehen würde. Der Trailer ließ dann Schlimmes befürchten – womit ich wirklich garRead More
Am Ende von „Sommer bei Nacht“ fragte ich mich, wie Jan Costin Wagner mit seiner Hauptfigur, dem pädophilen Polizisten Ben Neven, bloß weitermachen will. Nun: er macht in „Am roten Strand“ einfach weiter, wo er aufgehört hat. Das Buch schließt gleich mehrfach an den Vorgänger an: der Fall, der dort aufgeklärt wurde, hat weitaus größere Dimension, so dass es eine bundesweite Ermittlung gibt, die sich insbesondere gegen vier Männer richtet, die Gewalt gegen Kinder verüben und Bilder sowie Videos davon vertreiben. Die Ähnlichkeiten des Falls in diesem Buch mit demRead More

Posted On März 1, 2022By Sonja Hartl

Sonja Hartl über Valerie Wilson Wesley

Im Zuge der Wiederauflagen-Welle in der Kriminalliteratur ist Ende Oktober 2021 im Diogenes Verlag auch der erste Band von Valerie Wilson Wesleys Tamara-Hayle-Reihe erschienen. Erstmals in den USA 1994 veröffentlicht, gab es bereits 1996 eine erste Ausgabe von „Ein Engel über deinem Grab“ im Diogenes Verlag, auch die weiteren Teile wurden bis 2009 dort veröffentlicht. Sonja Hartl hat den ersten Band mit der Schwarzen Privatdektivin gelesen. Tamara Hayle ist eine ehemalige Polizistin, die mittlerweile als Privatdetektivin arbeitet und mit ihrem 14-jährigen Sohn Jamal in Newark, New Jersey lebt. Am AnfangRead More

Posted On Dezember 31, 2021By Die Redaktion

Sonja Hartl, John Harvey, Bodo V. Hechelhammer

Sonja Hartl Ich wäre gerne romcommunist. Auf Twitter habe ich geschrieben, ich sei es – aber bei genauerem Nachdenken muss ich zugeben: ich bin es nicht. Aber Ted Lassos unbeirrbarer Glaube, dass „everything’s gonna work out in the end“ hat mir nicht nur eine der schönsten Serienfolgen seit langem beschert, sondern auch eine Erkenntnis, die mir in den letzten Wochen des Jahres geholfen hat: Ich glaube zwar nicht daran, dass am Ende schon alles gut gehen wird. Aber ich will mich auch nicht einfach dem Zynismus oder Fatalismus ergeben. Ich magRead More

Posted On November 1, 2021By Sonja Hartl

Sonja Hartl: Lost Girls

Nachwort zu „Cordie“ von Felicity McLean Eine aufreibende Unruhe durchzieht Felicity McLeans „Cordie“ – eine Unruhe, die ihre Protagonistin und Erzählerin Tikka befallen hat, als vor 20 Jahren die Nachbarstöchter Cordelia, Ruth und Hanna verschwunden sind. Seither glaubt sie, sie zufällig zu sehen, sogar in ihrer neuen Heimat Baltimore, über 16000 Kilometer von Australien entfernt. Gesucht hat sie sie jedoch nie, genau wie Detective Senior Constable Mundy es direkt nach dem Verschwinden zu ihr und ihrer älteren Schwester Laura gesagt hat. „Sitzt und wartet, sagte er und wir haben unsRead More

Posted On Oktober 1, 2021By Sonja Hartl

Sonja Hartl zu Ivy Pochoda „Diese Frauen“

Auf den Straßen von Los Angeles Diese Frauen, die ihre toten Töchter nicht vergessen können. Diese Frauen, die ihr Geld auf der Straße verdienen. Diese Frauen, die sich einfach nicht mit Lügen abfinden wollen. Diese Frauen, die wegschauen. Diese Frauen, die die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgeben wollen. Diese Frauen, die in Gefahr geraten, nur weil sie Frauen sind. Von diesen Frauen erzählt Ivy Pochoda in ihrem bisher besten Kriminalroman. Sechs Frauen in Los Angeles im Jahr 2014 stehen im Mittelpunkt des Romans. Verbunden sind ihre Leben durchRead More
Paula Hawkins‘ „Wer das Feuer entfacht“ ist ein seltsames Buch. Das beginnt schon beim Titel. Tatsächlich ist die deutschsprachige Version „Wer das Feuer entfacht“ ganz stimmig: Es geht um die Frage, wer Donald Sutherland auf seinem Hausboot erstochen hat – und die Ursprünge dieser Tat reichen weit zurück. Dieser Mord entfacht also nicht das Feuer, sondern ist Endpunkt einer längeren Entwicklung, die nun nach und nach aufgedröselt wird. Aber genau deshalb passt der englischsprachige Titel „A Slow Burning“ fast noch besser: denn dieses Buch ist tatsächlich ein Slow Burner, beiRead More

Posted On August 1, 2021By Sonja Hartl

Sonja Hartl: „No way out“ von Cara Hunter

Ein Brand in Oxford Das wahre Leben, merkt DI Adam Fawley an, ist „sehr viel chaotischer als Inspector Morse“. Dieser Verweis kommt in Cara Hunters „No way out – Es gibt kein Entkommen“ nicht ohne Grund: Ihre Reihe spielt in Oxford, außerdem spricht DI Fawley gerade mit einer Akademikerin, die ihm wichtige Informationen vorenthalten hat. Und das kennen wir doch alle von Morse, Lewis und Hathaway. Aber trotz dieser Referenz an die berühmten Oxford-Rätselkrimis ist Cara Hunters Kriminalroman anders – moderner, differenzierter und viel stärker in der gegenwärtigen Welt verankert.Read More

Posted On Juli 1, 2021By Sonja Hartl

Sonja Hartl: Nachdenken über Kriminalliteratur

Geschichte, Kanon und Crime Fiction Seit einiger Zeit denke ich über die Geschichte der Kriminalliteratur nach. Aber schon hier muss ich einhaken: Gibt es überhaupt „die“ Geschichte der Kriminalliteratur? Und falls ja, warum hat sie bisher niemand geschrieben? Daher ist der Eingangssatz zu unscharf. Also: Seit einiger Zeit denke ich darüber nach, welche Kriminalromane aus vergangenen Zeiten – ja, was? Heute noch bekannt sind? Als relevant betrachtet werden (was ist Relevanz in diesem Zusammenhang?)? Als stilbildend betrachtet werden? Damit komme ich einen Schritt weiter. Niemand wird wohl bestreiten, dass DashiellRead More
Große Figur, keine überlebensgroße Rächerin Es sind zwei Tote ohne Namen, mit denen es die Privatdetektivin und gelegentliche Kopfgeldjägerin Alice Vega in Louise Lunas Kriminalroman zu tun bekommt: zwei mexikanische Mädchen, zwischen 12 und 14 Jahren alt, zu Lebzeiten zur Prostitution gezwungen, nach dem Tod einfach abgeladen. Alter, Todesart und die Seriennummer der eingesetzten Spirale verbindet sie – und letztere verrät noch mehr: Es muss außer ihnen noch vier weitere Mädchen geben. Weil nun eine der Toten einen Zettel mit dem Namen von Alice Vega in der Hand hält, kommtRead More

Posted On März 1, 2021By Sonja Hartl

Sonja Hartl bespricht „Die Experten“

Eine Frage der Perspektive(n) Sonja Hartl über den neuen Roman von Merle Kröger Wer genau erzählt hier eigentlich? Diese Frage ließ mich nicht los bei Merle Krögers „Die Experten“, sie war es, die sich von Seite zu Seite immer drängender stellte. Noch auf der ersten Seite habe ich notiert, die Perspektive erinnere mich an eine Kamera, präziser ausgedrückt eine Überwachungskamera, eine jener runden Dinger, die an Decken oder in Ecken angebracht sind. Dieser Vergleich drängt sich auf, Merle Kröger ist auch Filmemacherin – und doch greift er zu kurz: dennRead More
no thumb
Für „Schweige still“, den ersten Teil seiner Reihe um den Psychologen Cyrus Haven und Evie Cormack, hat Michael Robotham 2020 den Gold Dagger Award erhalten, im Dezember 2020 ist der zweite Teil in deutscher Übersetzung erschienen. Sonja Hartl hat sich die Reihe angesehen. Ein Psychologe und ein „gutes“ Mädchen Der forensische Psychologe Cyrus Haven wird von einem Sozialarbeiter gebeten, sich einen seiner Schützlinge anzusehen: die Teenagerin Evie Cormac, die in der geschlossenen Jugendeinrichtung Langford Hall in Nottingham lebt. Der Sozialarbeiter glaubt, Evie sei ein „Truth Wizard“, eine Person, die erkennenRead More

Posted On Dezember 1, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl zu Maria Lazars „Leben verboten“

Mit gefälschter Identität in Wien Erstmals ist 2020 der 1932 geschriebene Roman „Leben verboten“ der jüdischen Schriftstellerin Maria Lazar in vollständiger deutschsprachiger Originalfassung erschienen. – Einen Auszug daraus haben wir in unserem August-Magazin veröffentlicht. „Mein ganzes Leben habe ich mich immer nur benützen lassen, von meiner Frau, der Firma, der Versicherungsgesellschaft, bis sie mir alle miteinander das Leben verboten haben.“ Mit diesem Satz, so überlegt Ernst von Ufermann, könnte er seine Entscheidung verteidigen, seinen Tod vorgetäuscht zu haben. Denn eigentlich wäre er ja in dem Flugzeug gewesen, das 1931 auf demRead More

Posted On November 1, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl über „Rebecca“

Zurück nach Manderley „Vergangene Nacht träumte ich, ich wäre wieder in Manderley“. Mit diesem Satz beginnt Daphne Du Mauriers 1938 veröffentlichter Roman Rebecca, mit diesem Satz beginnt Alfred Hitchcocks Verfilmung aus dem Jahr 1940 und mit diesem Satz beginnt nun auch Ben Wheatleys Adaption im Jahr 2020.  Erzählt wird die Geschichte von einer jungen Frau, die als Gesellschafterin einer neureichen Amerikanerin arbeitet und in Monte Carlo dem wohlhabenden, gutaussehenden Witwer Maxim de Winter begegnet. Sie heiraten überstürzt, er nimmt sie mit zu seinem Familiengut Manderley. Doch die Gemäuer dieses alten Hauses steckenRead More

Posted On Oktober 1, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl: Warum Autorinnen weniger beachtet werden

Warum werden Kriminalromane von Frauen seltener besprochen? Einige Antwortversuche – von Sonja Hartl Die Zahlen sind bekannt: Die Studie #frauenzaehlen hat 2018 ergeben, dass bei allen rezensierten Kriminalromanen im März 2018 die Bücher von Autorinnen 24 Prozent ausmachen. Dabei besprechen Kritiker zu 82% Männer, Kritikerinnen zu 66%. In der Kriminalliteratur gab es von allen untersuchten literarischen Bereichen die größten Unterschiede. Natürlich habe ich in den zwei Jahren seit Veröffentlichung immer wieder darüber nachgedacht, wie sich diese Zahlen erklären lassen. Die Antwort habe ich nicht, aber einige Antwortversuche: Warum also werdenRead More

Posted On Oktober 1, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl zu „MUK 2“ von Max Annas

Ein Toter in Jena Es gibt keinen Kartoffelsalat in Max Annas‘ zweiten Band der „Morduntersuchungs-kommission“ mit dem Untertitel „Der Fall Melchior Nikoleit“. Das ist einerseits ganz gut, denn diese Szene, in der Oberstleutnant Otto Castorf von der Morduntersuchungskommission Jena „total betrunken“ nach Hause kommt und seine Frau Birgit ihm sagt, da sei noch Kartoffelsalat im Kühlschrank, hat bei mir einen tagelangen Heißhunger auf Kartoffelsalat ausgelöst. Andererseits ist das auch schade, denn Otto trinkt immer noch mehr als vorher, redet aber nicht mehr wirklich mit seiner Ehefrau. Vielmehr glaubt er, sieRead More

Posted On Oktober 1, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl: Sie haben einen Namen

Das Leben der Frauen, die von Jack the Ripper ermordet wurden Sonja Hartl über das Buch von Hallie Rubenhold Das bekannteste Opfer ist Mary Jane Kelly. Sie erregte Anteilnahme und Mitleid, sie ist das ideale Opfer: blond, Mitte 20, hübsch. Nicht nur 1888, sondern bis heute erhöhen diese Eigenschaften die Anteilnahme in medialer Berichterstattung, das haben Studien nachgewiesen. Bei Mary Jane Kelly kommt noch etwas hinzu: Vermutlich stammt sie aus einer guten Familie, ist sie ein „gefallenes Mädchen“, dem letztlich nichts übrigblieb als als Prostituierte zu arbeiten. Und sie istRead More

Posted On Juni 1, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl: Angie Kim „Miracle Creek“

Kleine Lügen „Mein Mann bat mich zu lügen.“ Schon der erste Satz von Angie Kims „Miracle Creek“ lässt erahnen, dass es um alles andere als schlichte Wahrheiten gehen wird. Es ist keine große Lüge, die ihr Mann Pak von Young Yoo verlangt. Sie soll sagen, dass er die ganze Zeit über bei ihr war, als die Sauerstoffdruckkammer explodiert ist. Pak ist der zertifizierte Techniker für die Kammer und die Behandlung. Er ist eigentlich für den Schaltraum verantwortlich. Young ist nur eingesprungen. Doch an dem Abend kam es zu der Explosion,Read More

Posted On Juni 1, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl über „Die Gefangenen“

Psycho-Spiele Kriminalromane, die im Gefängnis spielen, handeln sehr häufig von einem Ausbruch: der Planung, der Durchführung, der Hetze danach. Dagegen konzentriert sich Debra Jo Immergut in „Die Gefangenen“ am Anfang auf ein Zusammentreffen im Gefängnis: der Psychologe Frank Lundquist erkennt in seiner neuen Patientin Miranda Greene das Mädchen wieder, für das er einst in der Highschool geschwärmt hat. Nun ist sie Anfang 30 und wurde zu einer sehr langen Haftstrafe in der Frauenstrafanstalt Milford Basin verurteilt. Sie scheint ihn nicht zu erkennen – und er verpasst den Moment, diese BekanntschaftRead More
Katja Bohnet und Sonja Hartl haben zwei sehr unterschiedliche Einschätzungen – hier ihre Positionen. Katja Bohnet: Ein bräsiges Geschäft Das verflixte zweite Buch. Manche sprechen nur davon, anderen passiert es. Lisa Sandlin ist eine davon. Eine Autorin, die große Hoffnungen hervorrief, von der man nach „Ein Job für Delpha“ viel, vielleicht sogar alles, erwartete. Das Debüt war sprachlich intensiv, die Handlung verzweigt und überraschend, das Buch mit interessanten Figuren fast schon überlaufen. Die Beziehungsgeflechte kamen angenehm unkonventionell daher. Die siebziger Jahre in Texas schienen als Beziehungskontext immer durch.  „Family Business“Read More

Posted On April 1, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl zu Maggie Nelson: Die roten Stellen

„Vielleicht ist die Scham, die ich empfinde, eine Stellvertreter-Scham, von der ich meine, irgendwer müsse sie doch schließlich empfinden.“ Über Verbrechen schreiben Im Jahr 1969 wurde Jane Mixer im Alter von 23 Jahren ermordet. Offiziell galt der Fall als ungelöst, allerdings wurde vermutet, dass sie Opfer des sogenannten Michigan Murderer John Norman Chapman geworden ist. Sie ist die Tante der Autorin Maggie Nelson, die Anfang 2000 angefangen hat, zu diesem Fall zu recherchieren und den Gedichtband „Jane: A Murder“ geschrieben, der 2005 veröffentlicht wurde. Anfang November 2004 rief ein DetectiveRead More
Fiesta in Santa Fe Ein Mann kommt in eine Stadt, um einen weitaus mächtigeren Mann zu erpressen – das ist der Ausgangspunkt von Dorothy B. Hughes‘ Kriminalroman „Ride the pink horse“, der in der deutschsprachigen Ausgabe von Goldmann 1981 den Titel „Der Tod tanzt auf den Straßen“ bekommen hat. Tatsächlich ist dieser Titel zwar weit weg vom Original, aber er beschreibt die Atmosphäre vor Ort: In der Stadt findet gerade eine Fiesta statt mitsamt Umzug und Prozession. In der deutschsprachigen Ausgabe wird dieser Ort fälschlicherweise als „eine kleine Stadt inRead More

Posted On Februar 2, 2020By Sonja Hartl

Sonja Hartl zu Scorseses „The Irishman“

Über das Altern und die Zeit Martin Scorsese versammelt seine alten Mitstreiter und dreht einen Mafia-Film. Allein das verdient schon Aufmerksamkeit. Aber noch dazu läuft er auf Netflix. Ob das zusammenpasst: Marty und Streaming? Gleich die erste Sequenz in Martin Scorseses The Irishman ist eine Referenz: die Kamera folgt einem langen Flur, nach und nach ist zu erkennen, dass es sich wohl um ein Pflegeheim handelt. Vor knapp 30 Jahren gab es ebenfalls schon einmal eine lange Kamerafahrt, eine kleine Hommage an Touch of Evil, die selbst legendär geworden ist: Ray Liottas HenryRead More

Posted On Dezember 1, 2019By Sonja Hartl

Sonja Hartl zu Ronan Farrows Harvey Weinstein-Buch

Systemisches Schweigen  „Durchbruch“ ist der Titel der deutschen Übersetzung von Ronan Farrows Buch „Catch and Kill“, in dem er von seiner Arbeit zu den Gewaltvorwürfen gegen Harvey Weinstein erzählt. Er verwundert aus zwei Gründen: sicherlich wurde das jahrzehntelange Schweigen über die Taten Weinsteins und zahlreicher anderer, überwiegend US-amerikanischer Männer gebrochen, aber ob damit tatsächlich ein ‚Durchbruch‘ in dem Umgang mit sexualisierter Gewalt und der Berichterstattung erzielt wurde, ist angesichts des eintretenden backlash und der bisher noch abzuwartenden juristischen, gesellschaftlichen und persönlichen Folgen noch zu bezweifeln. Zudem bezieht sich der Originaltitel „Catch andRead More

Posted On Dezember 1, 2019By Sonja Hartl

Sonja Hartl über Dorothy B. Hughes

Women in Crime: Über „In A Lonely Place“ von Dorothy B. Hughes In einer besseren Welt wäre der Name Dorothy B. Hughes ebenso geläufig wie Chandler und Hammett, Highsmith und Christie. Tatsächlich aber scheint sie vielen unbekannt zu sein. Obwohl ihr Roman „In a lonely place“ (dt. „Einsamer Ort“) sogar mit Humphrey Bogart verfilmt wurde, eine deutsche Übersetzung erstmals 1980 im Goldmann Verlag erschien und es 1999 eine überarbeitete Ausgabe in der metro-Reihe im Unionsverlag gab. Dennoch wissen nur wenige, dass Dorothy B. Hughes acht Jahre vor Tom Ripley einenRead More