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Posted On September 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: 100mal – Schreiben für mein Lieblingsmagazin

Wir gratulieren Markus Pohlmeyer zum 100sten Text für CM – neee, das ist falsch: Wir gratulieren uns, dass wir 100 Pohlmeyer-Texte bringen durften! Hundert Texte zwischen Antike und Donald Duck, 100 Texte über die Fundamente unserer Zivilisation. 100 Texte unterhaltsamer Gelehrsamkeit. 100 Texte zur Populären Kultur – und ja, auch Homers Epen sind Populäre Kultur, so wie Lucky Luke. Und der Schrank ist noch lange nicht leer, auch nach dem zweiten Hundert nicht. Aber ob wir dafür wieder acht Jahre brauchen? Müsste auch in fünf gehen …. In diesem Sinne:Read More

Posted On September 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus (IV) – #Covid-19-Gedichte

Corona-Gedichte 4 1…ist so still. Da!Mauersegler sirren,Rasende,Schwarze FunkenÜber rötlicheDächer hinweg. Stille. In purpurnenSchleiern wogtEin weißerMond vorbei.Alle Farben desSommers, desAbends: lila, Rosa, helles Blau,Dunkleres BlauKommen, schwinden.Der Mond Leuchtend: vonHier einGlühwürmchenIm Baum der Nacht.Aber auch Schatten,Kraternarben,Fossilien aus ZeitGravitationEnergieMasse. Sein Licht wandert,WandertDurch ein finsteresTal zu mir. MeineNeuronen übersetzen,Suchen Bilder, deuten:Die Nacht nahm fastAlles, alles. Jetzt bin ichAllein mit dem Mond. Es ist so still. Zerstörung machte ihn,Diese karge, ferne,Schönheit. Ein Flüstern,Ständig, stille Sätze,Traumartig,Reiht Kosmos An Kosmos, Dichten meine Seele,Sich auflösend, zuSammeln sich, Als wäre ich dort … 2Dichter, das bin ich also,Oder auch nicht.Werde es von TagRead More

Posted On August 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus (III) – #Covid-19-Gedichte

Corona-Gedichte 3 IGestern zum Friseur. Beim Warten saß mein KörperSo, dass die vielen Spiegel vorUnd hinter mir meinen Rücken mich sehen ließen und wie ichEine Maske trage. Und das wiederum Zahllos gespiegelt. Und sah Mich gleichzeitig, wie ich michAlltäglich nie sehen kann. Und vervielfältigt durch OptikBilder auf Bilder In Bildern: Machen das nicht auch meine Gedichte mit meiner Seele?  IIIrgendwie fühle ich mich wie eine komplexe Gleichung:Irgendwie scheint alles imaginär und dazu seltsam real-reell.Ständig, stündlich sitze ich an Turing-Maschinen, die so tun, Als wären sie Menschen – und: oder als ob meinImaginäres Ich für sie ein Mensch wäre. Nun,Read More

Posted On August 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: „Ars poetica“

Dichten? Nein. Ja. Zu Ulla Hahn und Horaz. Achtung, Vorleser! Unbestreitbar von literaturtheoretischer Wichtigkeit und mit einer breiten Rezeption die Poetik des Aristoteles[1], aber die des römischen Dichters Horaz ist voller Witz, Ironie, charmanten Frechheiten – zum Schmunzeln, zum Genießen, viel zu lernen. Surreal und höchst selbstkritisch. Aber was ist das? „Was die eigentliche Originalität der Ars Poetica gegenüber den anderen antiken Poetiken ausmacht, ist die Übersetzung von Dichtungstheorie in praktizierte Dichtung […].“[2] (Gott bewahre, ein Literat schreibt schön und angenehm und in Versen über Literaturtheorie … heute undenkbar?) Oder ganz einfach: einRead More

Posted On Juli 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus (II) – #Covid-19-Gedichte

Einsamkeit in Zeiten von Corona  (Inspiriert von einer Zeile bei Tomas Tranströmer) 1Vor Deiner Tür Schlange stehenAber unsichtbarBin ich habe Keinen KörperGleich dem Winde Nur ein Hauch Ich … ich weine, Du hörst es nicht. Zu viel Lärmen derAnderen Wartenden 2Das Glück, Vergessen zu werden,Dies Unglück. Die Gnade, Vergessen zu können. Der Schmerz,Vergessen zu haben. 3Dieser Schock, dass Wälder, Alleen, Seen,Meere und Wolken, SonnenuntergängeUnd Morgennebel, Schmetterlinge undNachtigallen die gleichen GefühleAuslösen wie Menschen. Dass ZahlenMein Universum beschreiben. 4Eine vollkommene Schönheit sehen …Und darüber nur ein unvollkommenesGedicht schreiben können. 5Selbst die Toten Vergaßen meiner:Wo gingt ihr hin?  Oft gehe ich allein über den Alten Friedhof. Als obRead More

Posted On Juli 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über Cixin Liu

Cixin Liu: Kugelblitz[1] – ein romantischer Beitrag zur Quantenmechanik? Eine Rezension von Markus Pohlmeyer „So einfach sich das Wort ‚Teilchen‘ anhört – Physiker meinen damit eher Wirbel in einem Gewebe aus Raum und Zeit.“[2] Im Roman „Kugelblitz“ von Cixin Liu lautet das so: „‘Richtig. Sie haben eben nichts als Raum gegessen, genau wie Sie selbst auch nur Raum sind. Denn das Lammfleisch und Sie bestehen aus Protonen, Neutronen und Elektronen, und all diese Teilchen sind nur gekrümmter Raum in einem mikroskopisch kleinen Maßstab.‘ Er schob einige Teller beiseite und gestikulierte über der Tischdecke. ‚Angenommen, der RaumRead More

Posted On Mai 10, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Shut Down-Haikus

Culturmag Special SHUT DOWN 2020 SHUT DOWN-HAIKUS Mein Bruder schickte mir neulich ein Foto von einemKirschbaum aus unserem Garten. Ach, das wirdEin melancholisches Corona- Haiku Kirsche im Frühling.Gleich unserem Leben: Wunderschön,Aber vom Winde und Zufall so leicht zu pflücken. Mein Bruder korrigierte, das sei doch einPflaumenbaum. Also Ein weiteres (Nicht-)Haiku Ich freue michAuf reife Pflaumen schon,Wie sie eingebettet inKuchen - O welche Wonn’!  Was für ein Leben! -Und mit StreuselnEin wenig GlückHerbeizaubern.Wunderschön: Ein Riesenstück …Oder zwei? Dazu Sahne –Das wäre fast kaumNoch auszuhalten! Schade, aberJetzt tut’s erst ma neBanane. DieRead More

Posted On Mai 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus – Gedichte #covid-19

Corona (Nach der Lektüre von Dante) I März. Wegen etwas anderem im Krankenhaus.Desinfektionsmittel, Gummihandschuhe,Besucherverbot. Notwendigkeit.Ein Bildschirm in die Welt. Und diesDante-Büchlein, das den Kosmos enthält.Das Frühstück abgefrühstückt. Vorhänge auf,Blick auf Wand und Funktionsgebäude. Mein Bett.Nachts lag die Angst auf mir. EtwasGras zwischen Beton am Morgen. Etwas UnsichtbaresWird real. Unsere Körper: MetamorphosenHin zu SMS, E-Mail, Video, Telefon etc. WirWerden zu Stimme und Text. „Es kommt ein SchiffGeladen“. Beladen unsere Körper mit unsichtbarerTödlichkeit. Kein Heil. Entweder lügen die PriesterOder Gott. Unser gekreuzigter Planet schreit. II Als ich von einer Untersuchung zurückkam durch leereGänge, daRead More

Posted On Mai 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Das antike Jenseits #covid-19

Diesseits und Jenseits Gedanken zu Homer, Platon, Vergil und Cicero – Ein Essay I Homer Homer, Platon, Cicero und Vergil begleiten mich schon seit meiner Schul- und Studienzeit (Latein, Griechisch; unter anderem); und jedes Mal, wenn ich sie wieder lese, erscheinen sie noch faszinierender. Und je mehr ich sie zu verstehen vermeine (z.B. mit Hilfe von Kommentaren und Lebenserfahrung), umso mehr entziehen sie sich und wirken geheimnisvoller. Und: ich lese diese Texte zuerst und vor allem als Kunstwerke.  Homers Werke „Ilias“ und „Odyssee“ sind ein ‚Urknall‘ der westlichen, ja der WeltliteraturRead More

Posted On Mai 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: „Picard“, gelesen

Ein wahrlich freier Diener des Lebens Ein Essay von Markus Pohlmeyer Una McCormack: Star Trek – Picard. Die letzte und einzige Hoffnung. Die Vorgeschichte der TV-Serie. Cross Cult, Ludwigsburg 2020. 400 Seiten, 15 Euro. I Supernova „La Barre, Frankreich Wie findet man ein Zuhause, wenn das Zuhause verschwunden ist? Wie lässt man sich an einem Ort nieder, wenn man lieber überall sonst wäre? Jean-Luc Picard ließ seine Koffer in der Eingangshalle fallen und sah sich um. […] Ich bin nutzlos, dachte er. Ich habe keine Bestimmung.“[1] So beginnt der Epilog. Ein Sprung zurück, zum Anfang: CaptainRead More

Posted On Dezember 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer zur Serie „Chernobyl“

Das Ende der Welt … Eine Elegie – von Markus Pohlmeyer Erinnerung „So kam es in der Nacht vom 25. zum 26. April 1986 im Block vier des AKW zu einer verheerenden Explosion. […] So gelang es nur unter großen Anstrengungen und erst nach mehr als einer Woche, das radioaktive Feuer zu löschen. Unmittelbar danach wurde mit dem Bau des sog. Sarkophags begonnen, einem massiven Betonmantel, rund um den offenen Reaktor zur Abschirmung der Strahlung. Die Arbeiten waren im November 1986 abgeschlossen. Schätzungsweise 600.000 bis 800.000 sog. Liquidatoren waren an diesen und anderen AufräumarbeitenRead More

Posted On Dezember 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer zum Film „Joker“

Die Härte an sich Joker ist eine US-amerikanische Comicverfilmung von Todd Phillips aus dem Jahr 2019, Markus Pohlmeyer hat sich für uns diesem Werk ausgesetzt. – Robert De Niro über „Joker“: „Der Film ist sehr interessant und ein Abbild der Gegenwart, so wie ‚Taxi Driver‘ meiner Ansicht nach ein Abbild seiner damaligen Zeit war.“[1]  … Ich war allein in dem riesigen Kinosaal, als ich „Joker“ (2019) sah – ein Film, von dem ich im Vorfeld schon viel Fürchterliches und Abschreckendes gelesen und gehört hatte, aber auch Spannendes. Im Vergleich zu Avengers–Read More

Posted On November 3, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über Thomas Mann

Thomas Mann und Joseph: im Exil – Variationen zu Sprache als Heimat Thomas Manns biographisch-räumliches Exil[1] seit 1933 verbindet sich mit dem Anliegen, eine deutsche Kulturtradition vor den Barbaren zuhause zu retten und einen mythopoetischen Gegenentwurf durch die Variation einer (biblischen) Geschichte über einen anderen Exilierten zu erschaffen, und zwar mit den Joseph-Romanen[2]. Im Folgenden war es mir vor allem wichtig, der Stimme Thomas Manns den Vorrang zu lassen; darum auch längere Zitate, die nur einen kleinen Einblick in das umfangreiche Schaffen seiner Exilzeit geben können. In der Tat handeltRead More

Posted On Oktober 3, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: „Die Wege des Herrn“

Buddhismus, Feuerholz und Cicero Ein Essay von Markus Pohlmeyer I Es ist schwer, der Komplexität von Herrens Veje (Die Wege des Herrn)[1] gerecht zu werden. Für diesen Essay beschränke ich mich darum vor allem nur auf eine Folge, und zwar aus folgenden Gründen: 1) Der religiöse Diskurs, der – obwohl lokal – anders gar nicht kann, als zugleich auch ein gesellschaftlicher (Authentisches Christsein in einer dänischen Staatskirche?) und geopolitischer zu sein, vor allem hier durch den Krieg in Irak, wird durch einen Exkurs in den Buddhismus erweitert. 2) Es scheintRead More

Posted On September 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer zu „The Handmaid’s Tale”

Alle Taten sind alle schon begangen worden, und mehr als nur einmal… „THE WORD“ aus „The Handmaid’s Tale” (Staffel 2) – ein Essay von Markus Pohlmeyer Kurz zum Inhalt: „‘The Handmaid’s Tale‘ katapultiert den Zuschauer in eine dystopische Welt, in der eine Gruppe fundamentaler Christen die Herrschaft über die USA an sich gerissen hat. Gebärfähige Frauen werden versklavt, um der männlichen Elite und deren unfruchtbaren Gattinnen die Nachkommenschaft zu sichern. Zu ihnen gehört auch June (Elisabeth Moss). Als Magd Desfred soll sie dem Kommandanten Fred Waterford (Joseph Fiennes) und seiner Frau Serena JoyRead More

Posted On August 5, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Alexander von Humboldts Kosmos

Von der Erd– zur Weltbeschreibung Alexander von Humboldts „KOSMOS“ – Ein Essay von Markus Pohlmeyer Lesehinweis der Redaktion: Zu Alexander von Humboldt siehe auch in „Naturbücher, kurz“ den bibliophilen Band „Tierleben“ und die Graphic Novel von Andrea Wulf und Lillian Melcher „Die Abenteuer des Alexander von Humboldt“. In einem seiner Kosmosvorträge schilderte Alexander von Humboldt Tiere des Mesozoikums: mit Staunen und Wundern beispielsweise die Größe des Megalosaurus oder die Lebensweise von Plesiosaurus. Und hochinteressant: „Ferner schuppige Eidechsen mit Flügeln, wie die in den Steinbrüchen von Aichstedt gefundene berühmte fliegende Amphibie […].“[1] Megalosaurus war nicht wirklich groß im Vergleich zu TyrannosaurusRead More

Posted On August 5, 2019By Markus Pohlmeyer

Die Schöpfung – ein Essay von Markus Pohlmeyer

Kosmische Meditationen Teil I: Seneca oder Vom Denken und Dichten der Anfänge. Ein Essay über (Un)Mögliches – von Markus Pohlmeyer In Science Fiction-Filmen und -Erzählungen wird Schöpfung vielfältig aufgegriffen – mit mehr oder weniger hohem Niveau, in mythopoetischer Aneignung oder einfach nur als trash-Dekoration: von „Frankenstein“ über „2001“ und „Prometheus“ bis hin zu den nie endenden Mulitversa-Varianten eines Stephen Baxter. Interessanterweise findet sich häufig die moralische (oder reflektierter: die ethische) Frage, ob ein Schöpfer, z.B. der Mensch, gegenüber seinen Geschöpfen, z.B. biogenetischen Produkten oder KIs, Verantwortung übernehmen kann? Wären z.B. Klone frei – oder nurRead More

Posted On Juli 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: ROBO SAPIENS oder Roboter wie du und ich

Sterbende Erde, sterbende Menschheit, sterbende Roboter Essay und Rezension – von Markus Pohlmeyer Meiner Meinung nach gelingt diesem Roman von C. Robert Cargill das Kunststück, die Erzählperspektive plausibel zu gestalten. Denn: Wie von Robotern oder KIs (Künstlichen Intelligenzen) schreiben, um deren nicht-menschliche Alterität evident nach-zudenken, zu imitieren, zu imaginieren? Indem dies erst gar nicht versucht wird. Anders gewendet: die künstlichen Akteure sind hier kaum von ihren biologischen Vorbildern zu unterscheiden. Substitute – bis zu einem gewissen Grad. Und sie wissen darum. All diese coolen, durchgeknallten, super-irren Typen, sie fluchen, sindRead More

Posted On Juni 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer und Donald Duck

Donald Duck zum 85. Geburtstag – Kollage und Analyse Donald Duck, einzigartiger Einwohner aus Entenhausen[1], feiert seinen 85. Geburtstag. Das aktuelle Lustige Taschenbuch informiert über das genaue Datum: „9.6.1934“[2]. Donald, das ist: ein Pechvogel, Normalversager, ewiger Schuldner seines überreichen Onkels Dagobert, Daisys Verlobter und alleinerziehender Onkel von drei frech-genialen Neffen, der Superheld Phantomias und zugleich der Geheimagent DoppelDuck, um nur die wichtigsten seiner vielen Identitäten zu nennen. Und auch bei dem Phänomen Donald scheint die Rezeptionsgeschichte bisweilen interessanter und bedeutsamer als das Original: „Dr. Erika Fuchs (1906-2005) ist die GrandeRead More

Posted On Mai 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Die Trisolaris-Trilogie von Cixin Liu

Essay und Rezension Es handelt sich um drei voluminöse Bände mit Anhängen: Cixin Liu: Die Drei Sonnen (591 Seiten)[1], Der Dunkle Wald (815 Seiten)[2] und Jenseits der Zeit (990 Seiten)[3]. Der Inhalt: In unserem, ehemals mehrdimensionalen Universum herrscht ein Krieg aller gegen alle. Diese Romane sind absolut phantastisch. Diese Romane sind eine Variationenreihe zum Thema Übersetzung, nicht nur aus dem Chinesischen. Diese Romane beschreiben die immer wieder verzögerte Auslöschung der Menschheit bzw. des Sonnensystems. Erster Band: Das Andere, die Anderen, die Trisolarier nämlich in ihrem gravitationsmäßig herausfordernden Dreifachsonnensystem und ihreRead More

Posted On Mai 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Platon, Science Fiction und Cixin Liu

I Theoretischer Versuch: platonische Science Fiction? Platon verwendet nicht selten in seinen Dialogen (Kunst)Mythen, wie z.B. den von Atlantis oder wie Eros in die Welt gekommen sei. Es ist keinesfalls so, dass Platon dann Mythen dichte, wenn er etwa mit seiner Philosophie (dem logos) am Ende wäre. Eine andere Erklärung wäre vielmehr, „[…] dass mythos und logos (so eine gängige terminologische Opposition) dem Begriffsgehalt ursprünglich beide das ‚vernünftig darstellende Reden‘ bedeuten, der eine eben vor allem in Erzählform, der andere in argumentativ nachvollziehbarer Form […].“[1] Eher durch Zufall fand ichRead More

Posted On Mai 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer sieht „Hostiles“

Der Western als Totentanz und Modell von Versöhnung Ein Essay von Markus Pohlmeyer Das Grundgerüst der Handlung von Feinde – Hostiles (lat. hostilis = feindlich) wäre als episch zu beschreiben, auch wenn es sich ‚nur‘ um eine Reise handelt – fast wie bei der Odyssee, in welcher Odysseus nach langer Irrfahrt aus dem Trojanischen Krieg heimkehrt und dabei all seine Gefährten verliert. Jene Western-Reise führt nach den Kriegen gegen die Indianer durch phantastische Landschaften und in die Begegnung mit furchteinflößenden Monstern: Menschen und der eigenen Seele, in der das Unheimliche verdrängt und dämonisch lauert,Read More

Posted On April 1, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über „Alita: Battle Angel“

Alita: Battle Angel (2019) oder Das Herz in der Maschine Frei nach Homer, auf ihr Musen, fangen wir irgendwo an! Es war einmal … Um mich von dem üblichen bürokratischen (sinn-, poesie- und lebenszeitvernichtenden) Wahnsinn an einem Donnerstag im Februar zu erholen, dachte ich mir: Mensch, geh doch wieder einmal ins Kino. Denn das Kino sei im Aussterben begriffen, tu was dagegen. (Hunderte von Millionen Dollar schwere Blockbuster, oft Science Fiction, kommen an die Qualität vieler Serien mittlerweile nicht einmal ansatzweise mehr heran.) Und die Erwartungen waren entsprechend hoch, denn:Read More

Posted On März 4, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über „Missions“

„Missions“ – Platon, der Mars und Was wir schon einmal verloren haben. „Die Hemmungen vor der unverantwortlichen Anwendung der Techniksind klein und weltweit fast immer kurzfristigen nationalen oderunternehmerischen Interessen untergeordnet.Heute sind wir in der Lage, absichtlich oder unbeabsichtigt, die globale Umwelt zu verändern.“[1] (Carl Sagan) „Narren, die des Hyperions-Sohnes, des Helios, Rinderin sich stopften; doch der nahm ihnen den Tag ihrer Heimkehr.Davon berichte – beginn, wo du willst –, Zeus’ Tochter, auch uns nun!“[2](Homer) „Missions“[3]: eine europäischen Raumfahrtmission, gesponsert von dem Milliardär W. Meyer, führt zum „♂ Mars“. Die Episodentitel werdenRead More

Posted On Februar 3, 2019By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über „Die Sonne Chinas“ von Cixin Liu

Endlich zu den Sternen! Eine Rezension von Markus Pohlmeyer I „Die Sonne Chinas“ [1]   Shuiwa verlässt seine Eltern und sein von Dürre geplagtes Dorf, wird Minenarbeiter und schließlich Schuhputzer in einer Stadt. Die fettgedruckten Kommentare über den einzelnen Kapiteln sind eine Art Minimalanleitung für biographischen Erfolg und wachsende Lebensqualität: von Station zu Station wird Wasser sauberer, wird Licht heller. Und auch das Geld wächst, wenn auch nur bescheiden. Shuiwa lernt in seiner Wanderarbeiterbruchbude Lu Hai kennen, der einen Solarkocher auf Nanotechnologiebasis erfunden hat, einen armen, ehemaligen Professor, dem bisherRead More

Posted On Dezember 16, 2018By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über „Dragon Teeth“ von Michael Crichton

Etwas in der Erde zu finden, das ein Weltbild erschüttert Saurier, Wilder Westen, Raubtierkapitalismus und (fast) theologische Dispute – Eine Rezension von Markus Pohlmeyer Michael Crichtons (1942-2008) posthum publizierter Roman „Dragon Teeth“[1]von 1974 ist eine mehrfache Zeitreise: zurück zu den Anfängen von Jurassic Park, zurück zu den Anfängen der Paläontologie in Nordamerika überhaupt.[2]Und zurück zu den Indianerkriegen, zurück in den Wilden Westen, der – brutal, schmutzig, voller Revolverhelden und Desperados – nur ein Abbild des Kampfes zwischen den Fossilienjägern Cope und Marsh darstellt – oder des Raubtierkapitalismus an der Ostküste. „Die FigurRead More