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Posted On Oktober 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Jugendsprache und Latein

Einige Gedanken über sehr lebendige Sprachen  Anlässlich Matthias Heines Buch „Krass. 500 Jahre deutsche Jugendsprache“[1]. Die Darstellung ist stark deskriptiv, mit einem Schwerpunkt vor allem in Studentenmilieus, aber auch aktuell angelegt mit Blick auf die Gamer-Szene oder die Sozialen Netzwerke. Von „Wie Tumult, Alkohol und Bandenwesen eine ‚eigene Kraftsprache‘ schufen“ (beginnend im 16. Jh.) bis zu „Der Digga, der Babo und ihr mega Endgegner – das VSCO Girl“. Die starke Fokussierung auf Studentensprache wird wie folgt begründet: „Zudem war sie rund 300 Jahre lang die einzige Jugendsprache, die wir in Quellen zu fassen kriegen. […] JugendspracheRead More

Posted On Oktober 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über eine Cixin Liu-Graphic Novel

Das Meer der (Alb)Träume „Meer der Träume“: diese Geschichte des chinesischen Science Fiction-Autors Cixin Liu war mir noch unbekannt. Und ließ mich nach der ersten Lektüre irritiert zurück. Nun gilt es, dieser Irritation nachzuspüren. Die dramatischen Bilder fangen gut eine Atmosphäre von Faszination, Entsetzen, Monumentalität, Katastrophe und Hoffnung ein. Wunderbar das 4-seitige Panorama, das nur als schön zu beschreiben wäre, wäre es nicht so fürchterlich in den Konsequenzen.  Yan Dong stellt abstrakte Eisskulpturen her, was plötzlich die Aufmerksamkeit eines gigantischen Alien-Niedertemperaturkünstlers hervorruft, der ein äußerst radikales ästhetisches Programm vertritt: „Kunst istRead More

Posted On Oktober 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über Andy Weirs „Der Astronaut“

 Rocky and Roll im Weltall Andy Weir: Der Astronaut (The Project Hail Mary, 2021). Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski. Heyne Verlag, München 2021. Klappenbroschur, 560 Seiten, 16,99 Euro. Diese Geschichte wie eine Tragikomödie: Rein in die Katastrophe, raus ins Happyend. Die erste Hauptfigur wurde geschickt gewählt und gekonnt gestaltet. Ryland Grace, ein Lehrer (und ehemaliger Wissenschaftler), der in ein kosmisches Abenteuer stolpert. Aus seiner Perspektive wird erzählt – eine Perspektive, die über die Ich-Form mich, den Leser, leicht in das Geschehen verstrickt. Die zweite Hauptfigur ist Stratt, eine Art globale DiktatorinRead More

Posted On September 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über Anna Hoffmanns „VLUST“

Anna Hoffmann: VLUST. Gedichte. Plus Audio-CD von Anna Hoffmann. Hybriden-Verlag, Berlin 2021. Verlagsinformationen hier. Eine Rezension. Gewiss werde ich nicht fragen, was uns Anna Hoffmann damit sagen wollte – das tat die Dichterin nämlich genau in ihren Gedichten und mit deren Form. Beschreiben möchte ich hier vielmehr, wie es mir mit diesem Buch ergangen ist. Da liegt auf meinen Küchentisch immer eine kleine Auswahl von Poesie (von der Antike bis heute). Natürlich fänden sich ‚heiligere‘ Stätten, um Gedichte in der eigenen Wohnung auszustellen …; anders gewendet: gute Lyrik ist für mich die, mit derRead More

Posted On September 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer über Salgados „Amazônia“

Ein Buch, das ich nur wenige Seiten durchblättern kann – um dann überwältigt innezuhalten: so viel zu staunen, so viel zu bewundern, so viel Unbekanntes zu entdecken. Gerade die Bilder vom Flugzeug aus sind atemberaubend, der blanke Wahnsinn, zum Niederknien und zum Demütig-Werden. Die Bilder der indigenen Völker fast minimalistische Studien, Dokumentationen gegen das Vergessen, bisweilen klassisch schön in der Stilisierung und zugleich Fest, Jagd, Alltag, Trauer, Freude und Familie – weit jenseits davon, naiv einen ‚edlen Wilden‘ zu konstruieren. Der Photograph ist bekannt: „In thematisch angelegten Langzeitprojekten hat SalgadoRead More
Corona I März 2020: Ich fing an, Corona-Gedichte während eines Krankenhausaufenthaltes zu schreiben. Der erste Tag dort war noch ‚normal‘. 24 Stunden später fühlte ich mich wie in einem postapokalyptischen Science Fiction. Masken, leere Gänge, eine unsichtbare Bedrohung. Im Fernsehen Bilder aus Italien. Als ich nach Flensburg zurückkam, gab es meine alte Welt nicht mehr. Wenn ich heute zurückschaue – gut 1 Jahr und 200 Gedichte später: II … ist der Versuch, eine poetische Antwort auf die Frage einer Kollegin zu finden, was für mich denn Einsamkeit bedeute. Einsamkeit sollteRead More

Posted On Juni 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona 12

„Nun versteh ich den Menschen erst, da ich fern von ihmund in Einsamkeit lebe!“[1]Hölderlin 1 Marx – Kierkegaard – Freud: Personae Der Kierkegaard-Forscher K. Nordentoft habe sich, so eine seiner ehemaligen Schülerinnen, im Himmel eine Begegnung zwischen Freud, Marx und Kierkegaard gewünscht. Letztlich muss das der Liebe Gott arrangieren, aber hier unten wage ich folgenden Versuch – verschiedene Masken also, die ich anziehen werde: MarxWarum sind wir soÜberrascht? Es geht dochLetztlich nur um UnterdrückungUnd Ausbeutung. FreudEs variierenNur die Legitimationen wechselnderIdeologien, Religionen, KastenOder Egos. (So denken sich gewisseAffen immer neue MythenRead More

Posted On Juni 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Star Wars I-III. Digitale Malerei.

Eine Rezension zu: Paul Duncan: Das Star Wars Archiv. Episoden I-III. 1999-2005, übers. v. A. Kasprzak, Köln 2021 (TASCHEN GmbH) Ein Buch von den Ausmaßen eines Supersternenzerstörers, deinen Schreibtisch zu okkupieren, und der Einband rot leuchtend wie ein Doppelklingenlaserschwert (… es gebe kein Entkommen, raunt eine dunkle Stimme. Röchel …). Und ich kann Alf Mayer nur beipflichten, dass dieser voluminöse Band einen Oscar verdient hätte. Weil er im Grunde dies ermöglicht: nachzuschauen, sich Zeit zu lassen und richtig zu schwelgen. Denn George Lucas ist mehr Inszenator denn Geschichtenerzähler. „Lucas charakterisiertRead More

Posted On Mai 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Sappho: Lieder, griechisch-deutsch (2021)

Eine Rezension „Tot sein will ich – ganz ehrlich:das seufzte sie heftig unter Tränen und verließ mich.“[1] I Die 2021 erschienene griechisch-deutsche Sappho-Edition von Anton Bierl, die auch neuere Fragmente präsentiert, wird begleitet durch ausführliche Anmerkungen, welche zugleich einen Einblick geben in den Überlieferungsmodus und die Rekonstruktionsmethoden antiker Texte: „Im Jahr 2004 wurde aus Mumienkartonage der Kölner Sappho-Papyrus (frühes 3. Jh. v. Chr.) gewonnen und publiziert.“[2] 448 Seiten – ein großes kleines Reclam-Buch –, das mag beeindruckend klingen, ist aber gleichermaßen ein sichtbar gemachter Schmerz, denn beim Durchblättern lassen viele,Read More

Posted On Mai 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona 11

1 AmbiguitasUnd selbst wenn der Teufel dieWiederherstellung der GrundrechteFordern sollte, würde ich ihm zustimmen:Der Sache nach, auch wenn mir sehr bewußt ist,Dass er immer eine andere Agenda hat. 2 ChiasmusManche opfern bewusst ihr Leben für Demokratie.Andere geben mal so ihre Demokratie auf, nur um zu überleben. 3 Hyperbaton Verantwortungs-Das wird doch schon längst jemand gemacht haben müssen?Da wäre doch ein anderer/eine andere zuständig gewesen!Das hätte doch schon längst jemand anderes zuständig gemachtHaben gewesen sein müssen. „Ich dachte, da hätte jemand mitgedacht.Oder die Arbeit erledigt.“ Es muss einfach transparenter werden, dieseRead More

Posted On Mai 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Gedanken zum „Lied der Lieder“

„Ein Myrrhenbeutelchen ist mir mein Geliebter,das zwischen meinen Brüsten ruht.“[1] In dieser Liedersammlung kommt das Wort Gott nicht vor. Oh, dieses Wort mag zwar nicht vorkommen, Gott aber schon, denn Gott ist überall in der Liebe.[2] Und wer hat überhaupt diese Gedichte geschrieben? Auch Frauen? Warum nicht. „Siehe, du (bist) schön, meine Freundin,siehe, du (bist) schön.Deine Augen (Blicke) (sind) Tauben.Siehe, du (bist) schön, mein Geliebter,ja lustvoll.Ja, unser Lager (sei) frisches Grün […].“[3] Dass dieser Text mit verteilten Rollen, männlichen und weiblichen Stimmen, vorgetragen werden kann, liegt geradezu im dialogischen CharakterRead More

Posted On April 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer – Corona X

(… klingt fastwie Akte X) 1 Auf demAlten Friedhof,Am Mittag Mein SchattenWandernd mitDen SchattenDer Bäume Hinter unsDie Sonne 2 Die ZeitErinnert sichAn die Toten,Verwundert,Als wäre sieEin TeilVon ihnen Gewesen. IchWundere michÜber das Leben,Verwundet,So als ob esMeines wäre.Allzu vertraut,Um das FremdeDarin zu vergessen.Wunder und Wunde. 3 Testen live Lange, lange Schlange; ich armes SchweinMit Schwerbehinderung; kein Stuhl.Los, mit Handy sich anmelden … okay, mein HandyKann das nicht, außerdem gibt es hier keine Verbindung.Fazit: Pech gehabt. Und was eine Kollegin erlebte: von A nach BGeschickt, von B zu C durch die halbeRead More

Posted On April 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer zum 75. eines Helden

Lucky Luke – Ein Dank zum Jubiläum Zum 75-jährigen Jubiläum von Lucky Luke liegt nun Band 100 vor: „Die Ursprünge. Western von Gestern“[1]. Aus dem Buchrückentext: „Mit seinem 1946 erschienen Western-Comic ‚Arizona 1880‘ schrieb der damals noch junge Künstler Morris Geschichte […].“ Neben dieser Geschichte bietet der vorliegende Band noch ‚Die Goldmine von Dick Digger‘. Anlass für mich, einige Streifzüge zu unternehmen. Denn immer wieder waren und sind es die parodistischen, phantastischen und nicht unintelligenten Details, warum Lucky Luke mich schon seit meiner Schulzeit fasziniert. Freestyle: Prediger: „Werft die MedizinbeutelRead More

Posted On April 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer & die Dinosaurier

Fliegende Wunder, fliegende Albträume – Flugsaurier in der Paläoart „Water Ballet In The Seas of Kansas“[1] (1935) von C. Knight zeigt, wie ein riesiger Mosasaurus Jagd macht auf eine Meeresschildkröte (Archelon). Und am Himmel, majestätisch segelnd, eine Gruppe Pteranodon. Damals irgendwie das Non-plus-Ultra dessen, was fliegen kann. Sprung nach 2021. Es war wieder einmal einer dieser Zero-Sozialkontakt-Corona-Tage … und ich blätterte durch ein neueres Dinosaurier-Buch, das sehr interessant aufgemacht schien. Es bietet nicht nur eine Zeitleiste, wann bestimmte Tiere lebten, sondern auch wo. Nämlich immer dort, wo sich gerade dieRead More

Posted On März 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Stephen Greenall lesen (1): Markus Pohlmeyer

Green Winter, all Traffic. I Redakteur: Nur skizzenhaft.Autor: Ich habe leider keine Zeit.Redakteur: Es kann auch fragmentarisch sein.Autor: Ich schaffe es leider nicht.Redakteur: 1-2 Seiten. Eher die Meta-Ebene.Redakteur: Brummelbrummelumpf.Redakteur: Hihihiii. II Dem Homer will voll krass Komplexität. Anders gewendet: In der Illias steigt Homer mitten irgendwo im Geschehen ein und endet irgendwo. In der Odyssee – von dem gleichen coolen Typen geschrieben, den die Tradition Homer nennt – erleben wir sogar Rückblenden, als Zurückholen, Hineinholen einer mythischen, vielleicht sogar märchenhafte Welt in die gnadenlos reale Welt von Schiffbruch, Verlust undRead More

Posted On März 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus IX

1 Corona ZwingtUnsHinter Masken Reißt sie zugleichDer gesamtenGesellschaft VomGesicht (Was früher wieGeschmiert lief oderWegefaket wurde, dasRächt sich brutal: DieseNegativ-AuslesenNachOben Die in BürokratienTransparent-blindeStatthabendeSerienmäßig gesteigerteProduktion von OhnmachtUndVertuschung Freiheit fürLehre und Forschung?Totgespart. Geiz seiSo was von geil.Hat sich ja jetztRichtig gutIn der PandemieAusgezahlt. Fabrikation vonDementia digitalis[1] bzw.Beförderung des Weltunwissens:Strom kommt aus der Steckdose.Die Kuh aus der MilchUnd dem Supermarkt.Und wenn ich spazieren gehe,Muss ich aufpassen, nicht vomRand der Scheibe zu fallen.Wäre sowieso wichtiger, dieRichtige Meinung zu haben. Und der Liebe GottKnipst abends dieSterne an. Krass,Wie viele Follower Der hat … PS: Vielleicht könnteRead More

Posted On Februar 1, 2021By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona VIII

1 Zu erzählen? Immer weniger …Die Tage: monoton, monochrom. Nichts mehr von Gott zu erzählen,Von Liebe oder Kunst? Nichts? Wir sind nun Inzidenzwerte, Zahlen.Exponentiell. Potentiell tödlich. 2 Adieu Gewohnheit, vorausZu planen: Tage,Wochen und Monate,Jahre und Jahrzehnte. Adieu. Zahllose Alltage einst  In  garantierterSelbstverständlichkeitVerdrängten Sterbens. Durcheinander gewirbelteMoleküle. Eintagsfliegen.Sternenstaub. Träume –Nur von wem? 3 Zum Gelingen von MetaphernWir fahren auf Sicht. I Nun gut, manche machen aberErst die Scheinwerfer an,Nachdem der Unfall schonLängst passiert ist. II Und es konnte ja niemand ahnen,Dass ein Winter kommt. Nein,Das konnte niemand ahnen,Oder dass Menschen öffentlicheVerkehrsmittel benutzenRead More

Posted On Dezember 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus VII

Mit Erinnerungen an alte Zeiten, die ein wenig golden waren, auch bei aller Wehmut … 1 Lauschte Beethovens Harfen-Quartett – und im WaschraumRumpelnd mein Trockner. Ach, himmlischer Alltag. Ich kann michNicht erinnern: was habe ich all die Milliarden Jahre davorGetan? Geträumt? Was? Dieses Universum? Es scheppert der Trockner am helllichten Tag: ‚klipp, klapp‘.[1] 2 Schauspiel in einem AktBasel, ein Kaffee, 2019 Freund: „Diese Torte schafft normalerweise niemand!“Dichter: „Wow, das Äquivalent eines Neutronensterns, nur aus Schokolade …“(Seufzer)Freund: „Die haben sogar da drin noch drei Schwarze Löcher versteckt. TEXT TEXT TEXT … (erschrocken) Wo ist der KuchenRead More

Posted On Dezember 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: „Game of Thrones 8“

Ein kleiner Rettungsversuch  I Zugegeben, ich war nie wirklich begeistert von „Game of Thrones“.[1] („Der Wüstenplanet“-Zyklus und mittelhochdeutsche Epen schienen mir da um Lichtjahre besser.) Aber ich muss nun etwas zur letzten Staffel schreiben. Es gab und gibt zahlreiche Kritik am Finale. Vielleicht sah ich dieses anders, weil ich keine messianischen oder überhaupt irgendwelche Erwartungen an diese Serie anlegte, die übrigens alle Konzepte von Messias-Figuren illusionslos durchstreicht. Zusammengefasst: Wie ich einer der wenigen war, den die Staffeln 1-7 kaum begeisterten, so scheine ich nun einer der wenigen, der von Staffel 8 begeistert war.Read More

Posted On November 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus VI

ERSTER TEIL Variation Ein schönes GrüßenZum AbschiedeDieser bunten WälderIn einem ParkSah ich noch KinderSpielen heiter undUnbeschwert Ich War auch einmal soGlücklich Der Winter fand inDem Park Nur noch leere Plätze Sah Im aufgewühlten SandEinen alten Ball Voller Schmutz IchIn schwarzen Ästen hingSchwer der graue Himmel AufgewühltMeine Bettdecke,So leis’,Leise,Zogst duDie TürZu … Irgendwie duftenDie Farben des HerbstesBesonders. Und dieGrauen Wolken sind nochKein Grabtuch. Das LichtGeht durch mich hindurch,Als wäre ich transparentesGlas. Wenn wir die Abstände in einem AtomBetrachten, sind wir nurLeerer Raum – soWie eine gotische Kathedrale.Wir lesen den Stein wieUnsere Gesichter – aberVerstehen wir noch? WäreDas des EvangeliumsRead More

Posted On Oktober 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus (V) – #Covid-19-Gedichte

Corona-Gedichte 4 (corona, lat.: Kranz, Zuhörer) 1Flut und Ebbe zerreibenDen MondWie einen KieselsteinIm Bach der Nacht Diese seltsame AffenhandDie den Stundenzeiger Der JahreszeitenDigitalisiert und berechnetWie viel Profit bestimmteWaffen denn brächten Die für ihre tödliche Siege sichKränze aufsetzt und sich Von einer Corona beklatschen lässtDie das HierZerstört um es in virtuellenParadiesen neu zu erlügenDie sich im Spiegel sieht und  Sich Sinn erbetteltVon ihren gespiegelten GötternOder sei es nur von einerNoch so bescheuertenVerschwörungstheorie. Flut und Ebbe zerreibenDen MondWie einen KieselsteinIm Bach der Nacht. 2„Lug und Trug!“Schimpft eine ElsterÜber uns Dädalus-Menschen.Doch sie selbst ist eine Meisterin desTäuschens. LauerndRead More

Posted On Oktober 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer und die Super-Enten

Am Ende steht ein Neubeginn Vermischte Leseeindrücke von „Der neue Phantomias auf der Lauer„  „Der neue Phantomias auf der Lauer“ [1] zeigt eine Super-Ente am Rande ihrer Möglichkeiten: Phantomias/Donald Duck bekommt keinen Schlaf, wird ständig im Stich gelassen, muss gegen alles (Un)Mögliche kämpfen – und findet sich auch noch wieder in einem Krieg Außerirdischer, der in der Dinosaurierzeit seinen Anfang nahm. Und paradoxerweise muss er sich selbst bei einer Geiselnahme als Phantomias spielen. Dazu eine undurchsichtige Familiengeschichte. Warum das alles? Everett Ducklair, (genial, allmächtig, undurchsichtig, ambivalent, hat telepathische Fähigkeiten), der ehemalige BesitzerRead More

Posted On September 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: 100mal – Schreiben für mein Lieblingsmagazin

Wir gratulieren Markus Pohlmeyer zum 100sten Text für CM – neee, das ist falsch: Wir gratulieren uns, dass wir 100 Pohlmeyer-Texte bringen durften! Hundert Texte zwischen Antike und Donald Duck, 100 Texte über die Fundamente unserer Zivilisation. 100 Texte unterhaltsamer Gelehrsamkeit. 100 Texte zur Populären Kultur – und ja, auch Homers Epen sind Populäre Kultur, so wie Lucky Luke. Und der Schrank ist noch lange nicht leer, auch nach dem zweiten Hundert nicht. Aber ob wir dafür wieder acht Jahre brauchen? Müsste auch in fünf gehen …. In diesem Sinne:Read More

Posted On September 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus (IV) – #Covid-19-Gedichte

Corona-Gedichte 4 1…ist so still. Da!Mauersegler sirren,Rasende,Schwarze FunkenÜber rötlicheDächer hinweg. Stille. In purpurnenSchleiern wogtEin weißerMond vorbei.Alle Farben desSommers, desAbends: lila, Rosa, helles Blau,Dunkleres BlauKommen, schwinden.Der Mond Leuchtend: vonHier einGlühwürmchenIm Baum der Nacht.Aber auch Schatten,Kraternarben,Fossilien aus ZeitGravitationEnergieMasse. Sein Licht wandert,WandertDurch ein finsteresTal zu mir. MeineNeuronen übersetzen,Suchen Bilder, deuten:Die Nacht nahm fastAlles, alles. Jetzt bin ichAllein mit dem Mond. Es ist so still. Zerstörung machte ihn,Diese karge, ferne,Schönheit. Ein Flüstern,Ständig, stille Sätze,Traumartig,Reiht Kosmos An Kosmos, Dichten meine Seele,Sich auflösend, zuSammeln sich, Als wäre ich dort … 2Dichter, das bin ich also,Oder auch nicht.Werde es von TagRead More

Posted On August 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: Corona-Zyklus (III) – #Covid-19-Gedichte

Corona-Gedichte 3 IGestern zum Friseur. Beim Warten saß mein KörperSo, dass die vielen Spiegel vorUnd hinter mir meinen Rücken mich sehen ließen und wie ichEine Maske trage. Und das wiederum Zahllos gespiegelt. Und sah Mich gleichzeitig, wie ich michAlltäglich nie sehen kann. Und vervielfältigt durch OptikBilder auf Bilder In Bildern: Machen das nicht auch meine Gedichte mit meiner Seele?  IIIrgendwie fühle ich mich wie eine komplexe Gleichung:Irgendwie scheint alles imaginär und dazu seltsam real-reell.Ständig, stündlich sitze ich an Turing-Maschinen, die so tun, Als wären sie Menschen – und: oder als ob meinImaginäres Ich für sie ein Mensch wäre. Nun,Read More

Posted On August 1, 2020By Markus Pohlmeyer

Markus Pohlmeyer: „Ars poetica“

Dichten? Nein. Ja. Zu Ulla Hahn und Horaz. Achtung, Vorleser! Unbestreitbar von literaturtheoretischer Wichtigkeit und mit einer breiten Rezeption die Poetik des Aristoteles[1], aber die des römischen Dichters Horaz ist voller Witz, Ironie, charmanten Frechheiten – zum Schmunzeln, zum Genießen, viel zu lernen. Surreal und höchst selbstkritisch. Aber was ist das? „Was die eigentliche Originalität der Ars Poetica gegenüber den anderen antiken Poetiken ausmacht, ist die Übersetzung von Dichtungstheorie in praktizierte Dichtung […].“[2] (Gott bewahre, ein Literat schreibt schön und angenehm und in Versen über Literaturtheorie … heute undenkbar?) Oder ganz einfach: einRead More